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Woland - Hyperion

woland-hyperionLabel: Indie Recordings / Soulfood

Spielzeit: 45:44 Min.

Genre: Post Black Metal

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Kennt Ihr das? Ihr seid auf der Suche nach einem spezifischen, in gängigen Kaufhäusern nicht mehr (und im Internet nur schwerlich) erhältlichen Kleinod (beispielsweise einer in Deutschland nicht erschienenen Masters-Of-The-Universe-Figur mit komplettem Waffenarsenal und intakter Rüstung, einem gut erhaltenen Nils-Holgersson-Comicheft oder einem raren Steckmodul für den Commodore 64) und schlendert deshalb über das Gelände eines Trödelmarktes. An welchem Stand Ihr auch stehen bleibt, um nur kurz auf die angebotene Ware zu schauen, bekommt ihr stets des gleich zu hören: die Ware sei mehr als einwandfrei, total selten, sagenhaft günstig und überhaupt der beste Scheiß im bekannten Universum.
Heißen Dank, sage ich, und gehe rasch weiter...

Stets beschleicht mich das oben beschriebene Gefühl, wenn ich CD-Promo-Texte zu Gesicht bekomme, die dermaßen einen auf dicke Hose machen, wie es der vorliegende Beipackzettel in ganz hervorragender Weise tut: Woland (nicht zu verwechseln mit den beiden aufgelösten russischen Metal-Bands selben Namens) sei das nächst große Ding im Schwarzwurzel-Universum, die dargebotene Musik befinde sich auf einem völlig anderen Dimensions-Level, textlich lasse Nietzsche nicht nur einmal grüßen und und und...
Betrachtet man sich anschließend das Promofoto, bekommt man den Eindruck vermittelt, die vier Kollegen aus Helsinki hätten sich optisch eher an Héroes Del Silencio oder Fury In The Slaughterhouse (sorry, ich konnte es mir nicht verkneifen!) denn an etwaige Schwarzmetaller orientiert. W, LXIV, JC und CHCL3 (ja, diese Namen haben die Eltern der Knaben ihren Sprösslinge gegeben) wimpen schon ordentlich vor der Kamera und verströmen soviel Authentizität wie der koksende Großteil der Volksmusik-Gestalten im Musikantenstadl.
Das Cover schließlich schießt den Vogel ab und stellt in etwa soviel künstlerische Kreativität dar wie der MS-Paint-Erstversuch eines Fünfjährigen mit Sehschwäche.

Kann man sich also das im bandeigenen Studio aufgenommene Debutalbum Hyperion der seit 2010 existierenden Mannen aus Finnland total schenken? Mitnichten. Zwar ist alles schon einmal da gewesen, d.h. das Rad wird keineswegs neu erfunden, doch die Band versteht ihr Handwerk verdammt gut und liefert eine recht gute Scheibe ab. Die Musik klingt wie eine Schnittmenge aus Dissection, Dimmu Borgir und ganz viel Satyricon und weist Elemente aus Gothic Rock und Industrial auf. Aufgelockert wird das Ganze von einem Klavier-Intermezzo hier, einem Männerchor dort - und spanische Gitarren finden sich ebenfalls an einer Stelle.
Hyperion wurde druckvoll produziert und auch mit Hilfe der Gastmusiker Risto Tiihonen, Geir Bratland, Mathias 'Vreth' Lillmåns und Janica Lönn gut in Szene gesetzt, auch wenn dem Ganzen irgendwie die Gefährlichkeit und die Bösartigkeit fehlen, welche den meisten Schwarzwurzelbands anhaften.

Kai Ellermann

XXL-WertungL

Tracklisting:

01. Conquer All
02. Art of Ascension
03. Living Water
04. None
05. Extacy and Rapture
06. Honey In The Lion
07. Live Forever
08. Elevated Existence

 

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