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Prong – Songs From The Black Hole

PRONG Songs from the black hole WEBLabel: Steamhammer/SPV

Spielzeit: 44:28 Min.

Genre: Crossover

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 27. März 2015

 

Sicherlich ist man bei dem Gedanken an ein Prong-Album voller Coverversionen zunächst versucht, gepflegt zu gähnen und anschließend „Das nächste Album... BITTE!" zu rufen. Doch wenn man diesem Impuls nachgibt, verpasst man definitiv etwas, denn „Songs From The Black Hole" führt sämtliche Vorbehalte dieser Art ad absurdum und ist eine wirkliche, positive Überraschung.

Die Namen der gecoverten Bands klingen jedoch erst einmal wenig überraschend. Ich hätte beispielsweise im Vorfeld jede Wette darauf abgeschlossen, dass sich auf einem solchen Prong-Album etwas von Killing Joke finden MUSS - und tatsächlich ist „Seeing Red" vertreten. Auch die Wahl von Bands wie Black Flag oder Discharge kommt nicht gänzlich unerwartet. Interessant ist allerdings, dass auch Neil Young gecovert worden ist – doch dazu gleich mehr.

Außerordentlich positiv zu bewerten ist die abgedeckte Bandbreite, welche der Band gerne als Inspiration für kommende Studioalben dienen darf. Groovige Midtempo-Songs wie „Kids Of The Black Hole" (Adolescents) und „Vision Thing" (Sisters Of Mercy) stehen gleichberechtigt neben aggressiven Ausbrüchen wie „Goofy's Concern" (Butthole Surfers) oder dem tollen und energetischen Opener „Doomsday" (Discharge).

So sind es denn auch nur Kleinigkeiten, welche kritisch angemerkt werden können - „Seeing Red" etwa bremst durch seine Länge von ca. sechs Minuten im Mittelteil des Albums den ansonsten guten Gesamtfluss etwas zu sehr ab, eine Reduzierung auf drei bis vier Minuten wäre angemessener gewesen.

„Songs From The Black Hole" braucht ein paar Durchgänge, um komplett zu zünden. Zwar gefällt bereits auf Anhieb alles mehr oder weniger gut, manche Teile klingen im ganz frühen Stadium jedoch noch nicht spannend genug für Jubelschreie – doch das entwickelt sich gottlob recht schnell. Die Platte überzeugt dann auf voller Länge und erweist sich als regelrecht süchtig machend. Durch die gewählten Songs und Bands klingt vieles großartige der 80er und 90er an. Für mich ist „Songs From The Black Hole" tatsächlich zum ersten Mal seit dem grandiosen Meisterwerk „Cleansing" (1994) wieder ein Prong-Album, welches durchgängig begeistert.

Die ganz große Überraschung - vielleicht nicht nur auf diesem Album, sondern eventuell in der kompletten Prong-Historie - ist das abschließende Cover von Neil Young's „Cortez The Killer". Man könnte annehmen, dass sich dieser Song überhaupt nicht gut in das Gesamtgefüge einbinden lässt. Man könnte meckern, dass diese Wahl zu inkohärent sei. Nichts davon entspricht allerdings der Wahrheit. Die großartige Emotionalität steht der Band unglaublich gut zu Gesicht, Tommy Victor meistert mit seinem im Laufe der Jahre deutlich gesteigerten gesanglichen Ausdruck alle Strophen und hätte der Band damit in den Neunzigern unter Umständen einen kleinen Hit beschert. Für mich bereits jetzt einer der Songs des Jahres!

Mir macht „Songs From The Black Hole" deutlich mehr Spaß als der Studiovorgänger „Ruining Lives". Es ist Prong durch und durch, aber mehrdimensionaler als noch im vergangenen Jahr. Und das mundet mir sehr gut.

Daniel Lofgren

XXL WertungXL 1

Tracklist:

01. Doomsday (DISCHARGE-Cover)
02. Vision Thing (SISTERS OF MERCY-Cover)
03. Goofy's Concern (BUTTHOLE SURFERS-Cover)
04. Kids Of The Black Hole (ADOLESCENTS-Cover)
05. Bars (BLACK FLAG-Cover)
06. Seeing Red (KILLING JOKE-Cover)
07. Don't Want To Know If You Are Lonely (HÜSKER DÜ-Cover)
08. Give Me The Cure (FUGAZI-Cover)
09. Banned in D.C. (BAD BRAINS-Cover)
10. Cortez The Killer (NEIL YOUNG-Cover)

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