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Necrophagia - White Worm Cathedral

NECROPHAGIA WhiteWorm CathedralLabel: Season of Mist

Spielzeit: 52:37 Min.

Genre: Horror Metal

Info: Facebook

CD kaufen: Shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Also, hier mit dem vorliegenden Werk haben wir es mit einem Death-Metal-Album der Extraklasse zu tun. Was wurde nicht alles über die Zukunft des ,,Deathtrip-69"-Nachfolgers spekuliert. Mehrere Male musste die Veröffentlichung der Scheibe verschoben werden, da die originalen Mastertapes von gewissen Personen unter Verschluss gehalten wurden. Doch die Mitglieder von Necrophagia ließen sich nicht lumpen, nahmen das ganze Album noch einmal in Rekordzeit auf und legen diese hier nun mit überraschend pünktlichem Veröffentlichungstermin vor (immerhin lagen zwischen ,,Deathtrip-69" und dem Vorgänger ,,Harvest Rituals, Vol. 1" sechs Jahre).

Und was kriegt der Hörer geboten? Natürlich! Eine Death-Metal-Walze nach der anderen. Die meisten Stücke sind im Midtempo gehalten, auf Blastbeats wird komplett verzichtet und wenn dann schnell, dann nur im Uffta-Rhythmus. ABER, und jetzt kommt es: nur so machen die vielen markanten Riffs, die sich die Mannen und die Frau um Sänger und Aushängeschild Killjoy aus den Ärmeln geschüttelt haben, wirklich Sinn. Sie sind fett produziert und schneiden sich wie rasierscharfe Messer in deinen Verstand hinein. Das Schlagzeug scheppert ordentlich, der Bass knarzt mal wieder suuupertiieeeeeeef durch die Anlage, was will man mehr? Das alleine würde schon ausreichen, um ,,White Worm Cathedral" zu einem Death-Metal-Album des späten Jahres zu machen. Doch Necrophagia wären nicht Necrophagia, wäre da nicht Frank Pucci alias Killjoy, Sänger, Aushängeschild und einzig verbliebenes Gründungsmitglied der Band. Der Mann, der die Welt Anno '87 mit ,,Season of the Dead" gehörig auf den Kopf gestellt hat (und sogar schon im Vorjahr '86 eine Platte namens ,,Ready for Death" im Ärmel hatte, die dann aber erst 1990, als die Band aufgelöst war, erschien) klingt auf diesem Album, wie der große, fiese Bruder von Jeff Walker, der hasserfüllter nicht sein könnte. Hier lebt er wieder seine Vorliebe für Vintage-Horrorfilme aus, was man nicht nur an den Texten erkennen kann, die auf ihre Weise wieder sehr poetisch ausgefallen sind, sondern auch an den Intros aus Horrorsoundtracks und Einspielungen, die aus Filmdialogen stammen. Diese sind aber zu keiner Sekunde überflüssig, sondern setzen dem Ganzen das Sahnehäubchen auf. Und Killjoy setzt mit diesem Album dem Vermächtnis der Gruppe, die er als Teenager vor über 30 Jahren gegründet hatte und mit der er Death-Metal-Geschichte schrieb, ein Denkmal, das vor Kompromisslosigkeit, Blutrünstigkeit und widerlich schöner Gore-Atmosphäre nicht zu überbieten ist. Dafür liebe ich diese Gruppe und lege meine Hand ins Feuer, dass auch Neuankömmlinge im Death-Metal-Sektor nur schwer an dieser Platte vorbeikommen werden.

Man hört zu jeder Sekunde, dass die Band den Spirit der Vergangenheit atmet, dass dieses Album auf einer gigantischen schwarzen Festung, die sich Backkatalog nennt, aufbaut, eine Festung, bei der die Vorgängeralben riesige Türme darstellen, die fast in den Himmel ragen, während die einzelnen Songs die Ziegelsteine dieses Konstruktes darstellen. Wenn ,,Ready for Death" den felsigen Berg und ,,Season of the Dead" das Fundament darstellen, auf dem die Festung aufgebaut wurde, dann ist ,,White Worm Cathedral" die Verbindung zwischen Festung und Himmel, eine Verbindung, die Stürme, Blitz und Donner hervorrufen wird, um aus der blumigen, sonnigen Umgebung eine düstere Grusellandschaft zu machen. Daher hat diese Platte ihre Höchstnote mehr als verdient.

Domenic Saheb Djavaher

XXL-WertungXXL

Tracklist:

1. Reborn through Black Mass
2. Вий
3. Angel Blake
4. Warlock Messiah
5. Fear the Priest
6. Elder Things
7. Coffins
8. Hexen Nacht
9. Rat Witch
10. March of the Deathcorps(e)
11. Silentium vel Mortis
12. The Dead Among Us
13. WhiteWorm Cathedral

XXL-Tipp

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