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Lewis And The Strange Magics: Velvet Skin

latsm velvet skin smLabel: Soulseller Records

Spielzeit: 41:48 Min.

Genre: Psychedelischer Okkult Rock

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Ein kleiner, obskurer Trüffel der laufenden Saison ist dieses Debütalbum von Lewis And The Strange Magics. Das Cover deutet es bereits an: hier geht es wieder einmal weit zurück in der Zeitrechnung unserer geliebten Musik, psychedelisch anmutende Rauchschwaden wabern durch die Boxen, die Farben beginnen wild zu flirren – war heute etwa LSD im Trinkwasser? Willkommen in der zweiten Hälfte der Sechziger. Seufz!

So abwechslungsreich wie hier, dabei hochgradig eingängig und einprägsam, ohne jemals oberflächlich oder gar klebrig-unangenehm zu sein, habe ich in den letzten Jahren kaum eine der aktuellen Okkult-Rock-“Größen“ vernommen. Wo Year Of The Goat sich zunehmend verzetteln, Ghost eigentlich nichts anderes als glatt gespülten Kitsch offerieren und Lucifer mit ihrem Debüt doch etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind, da muss man für ein Album wie „Velvet Skin“ einfach dankbar sein.

Die Band versteht es anscheinend mit Leichtigkeit, ihren anachronistischen Stil ungeheuer farbenfroh und schillernd zu verpacken. „Nina (Velvet Skin)“ etwa enthält Elemente, welche direkt aus Angelo Badalamenti's Twin Peaks-Soundtrack entsprungen sein könnten – namentlich „Audrey's Dance“, der Ode an die großartige Sherilyn Fenn. Dies wird hier musikalisch verknüpft mit einem angenehm durchgeorgelten Zwischenpart sowie einem Solo, bei welchem man vom vermittelten Gefühl her geradezu an Gary Moore denken mag. „Golden Threads“ beginnt dagegen regelrecht Ska-mäßig (ich hasse Ska, aber hier ist es absolut stimmig und dauert ohnehin nur kurz an, wenngleich es im weiteren Verlauf noch einmal wiederholt wird). „Your Evil Trip“ verpuppt sich demgegenüber in seinem Refrain nahezu in Lounge-Musik und straft seinen Titel Lügen: teuflisch ist dieser Trip mitnichten, sondern schlicht schön! Ganz hinreißend und perfekt ins verschroben-kultige Gesamtbild passt zusätzlich noch der Akzent des Sängers (man höre nur den „Hit“ des Albums – „Female Vampire“).

Diese Platte ist gänzlich aus der Zeit gefallen und atmet so authentisch den latent knarzig-trashigen Geist der späten Sechziger wie kaum etwas anderes derzeit. „Velvet Skin“ lotet den Kosmos zwischen schneller Liebe und Lambrusco, Wasserpfeifen und buntem Löschpapier, Schlaghosen und Flower-Power, Räucherstäbchen und Lavalampen, Hammer-Studio-Filmen und Easy Rider, Oswald Kolle und Barbarella konsequent, bunt und lodernd aus.

In einem Spätsommer, in welchem das zu polierte und etwas seelenlose neue Ghost-Album abgefeiert wird, stellt „Velvet Skin“ die lebendigere, leidenschaftlichere sowie ganz zu Unrecht noch komplett im Unterholz verborgen knospende Alternative des Okkult-Rock dar – feurige End-Sechziger-Psychedelik mit der ein oder anderen Überraschung. Habe ich überdies den schlicht umwerfenden, warm-wohligen Sound, insbesondere der Gitarren, erwähnt? Geheimtipp! ...und fast schon ein XL wert.

Daniel Lofgren

XXL WertungL

Tracklist:

1. Carbon Wine
2. How To Be You
3. Suzy’s Room
4. Golden Threads
5. Nina (Velvet Skin)
6. Female Vampire
7. Cloudy Grey Cube
8. Your Evil Trip

XXL-Tipp

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