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Malpractice - Turning Tides

malpractice-turning-tides-6728Label: Sensory Records / Alive

Spielzeit: 43:59 Min.

Genre: Progressive Metal

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 19. September

 

Kennt Ihr auch diese Bands, die seit Ewigkeiten in der Szene herumdümpeln und mit jedem neuen Album eine weitere Stilbruchsünde begehen, indem sie beispielsweise heute Black Metal, morgen Industrial und übermorgen Neo-Folk machen? Also diese Art Bands, die ihren Stil ständig verändern und dann groß von Modernisierung faseln. Manchmal klappt das ja vielleicht (Pyogenesis, Disharmonic Orchestra...); meistens aber kommt bei solchen Experimenten nur Müll heraus...

Auch Malpractice aus dem südfinnischen Kouvola haben zu Anfangszeiten eher dem Thrash Metal gefrönt und sich in nach und nach mehr dem Progressive Metal zugewandt, wobei die Veränderung stets nachvollziehbar war und nicht - wie bei anderen Bands - nach der Holzhammermethode durchgeführt wurde. Und Rudimente aus alten Tagen sind nach wie vor vorhanden sind, was im besonderen Maße das flotte 'Irony Tower' sowie der Rausschmeißer 'Out' demonstrieren, die beide ganz schön thrashig sind. Das Quintett aus dem Omnium-Gatherum-Umfeld veröffentlichte bereits vier EPs und drei Langeisen und präsentiert mit 'Turning Tides' seinen vierten Silberling pünktlich zum zwanzigjährigen Bandjubiläum. Geboten werden sehr melodische und recht progressive Stücke der Marke Dream Theater, wobei Malpractice um einiges straighter zu Werke gehen als das Quintett um John Petrucci, hier und da Alternative-Elemente verwenden und wie oben bereits erwähnt auch mal etwas rauere Töne anschlagen. Hier werden also nicht auf Teufel komm raus die Instrumente und Stimmbänder malträtiert; statt dessen spielt man Songs auf hohem Niveau, die facettenreich und nicht immer eingängig sind, aber stets den Fokus auf den jeweiligen Track legen. Auch die Soli wirken songdienlich und nicht wie das hyperaktive Gewichse eines megalomanischen selbsterklärten Gitarrengotts. Die Stimme von Aleksi Parviainen ist hoch und klar, aber glücklicherweise Meilen entfernt von diesem Nerven kostenden Eierkneifergesang, der im klassischen Metal leider viel zu häufig Verwendung findet.
Dies ist definitiv kein Album zum Nebenherhören. Wer sich aber die Zeit nimmt, in die Musik der Finnen einzutauchen, wird bei jedem Hördurchgang sicherlich viel Neues entdecken können. Mein Lieblingslied auf 'Turning Tides' ist übrigens das vertrackte Instrumentalstück 'Symphony Of Urban Discontent'.

Kai Ellermann

XXL-WertungXL-1

Tracklisting:

01. Best Kept Secret
02. Weight Of The World
03. Irony Tower
04. State Within A State
05. Turning Tides
06. Symphony Of Urban Discontent
07. Out

XXL-Tipp

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