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Monolithe - III

monolithe  iiiLabel: Debemur Morti Productions

Spielzeit: 52:00 Min.

Genre: Doom

Info: Homepage

CD kaufen: Amazon

VÖ-Datum: 16. November 2012


Das französische Ein-Track-Wunder Monolithe setzt zur dritten Offensive an. Ganz in der Tradition der Band steht mal wieder die Nomenklatur dieses neuesten Werkes: es heißt schlicht und ergreifend „III". Genauso wie die Vorgänger „I" und „II" enthält auch die neue Scheibe genau einen einzigen, über 50 Minuten währenden Song. Musikalisch haben sich die hierzulande eher als Geheimtipp gehandelten Franzosen ebenfalls nicht dazu entschlossen, mit großen Überraschungen aufzuwarten. So weit im Westen also nichts Neues. Trotzdem empfiehlt es sich, auch auf der anderen Seite des Niemandslandes mal den Kopf aus dem Graben zu recken, besonders dann, wenn man auf vom Death Metal angehauchten Doom der Marke „The Thrash of Naked Limbs" steht. Seite an Seite mit den größtenteils aus Großbritannien stammenden Ikonen und Begründern dieses Sounds machen Monolithe nämlich gar keine schlechte Figur. Zwar haben sich diese britischen Vorbilder - namentlich Acts wie Anathema oder My Dying Bride - schon lange ihrer eigenen Evolution hingegeben, aber für Liebhaber des Genres ist es sicherlich zu Verkraften, mal wieder an die Anfänge dieses Sounds erinnert zu werden. Genau das kann Monolithe nämlich ganz gut.
Wieso die Franzosen auf die bekloppte Idee kamen, stets nur einen einzigen langen Song aufzunehmen, müsste mal hinterfragt werden. Für den Konsumenten ist das jedenfalls recht lästig. Man kann nicht eben mal die ersten drei Songs hören, dann mit der Oma telefonieren, ein Fußballspiel anschauen und sich dann den Rest rein pfeifen. Vermutlich liegt es also irgendwie am Anspruch der Band, den Hörer zu zwingen, sich mit dem kompletten Werk zu beschäftigen. Das nervt mich gewaltig und erinnert mich an meine Jugend mit einem einfachen Kassettenrekorder, der keine Möglichkeit hatte, mal eben bequem zum nächsten Titel vor zu spulen. Aber gut, wenn man das Ding rezensieren soll, muss man es sich anhören und so habe ich mich dann durch das genau 52 Minuten lange Stück gehört. Das besteht in der Tat aus einer Menge Abwechslung und zahlreichen ineinander übergehenden Parts, die aber doch häufig genug von Breaks durchzogen sind, die förmlich danach schreien, hier eine Unterteilung in einzelne Tracks vorzunehmen. Die Musik selbst ist gefällig. Wer Doom mit gegrunzten Vocals mag, wird sich auch daran nicht stören und die kompositorische Arbeit, besonders die der furchtbar düsteren Gitarrenparts, ist auf einem guten Niveau. Manchmal fühlte ich mich vom Sound her an die Übergangsphase von Tiamat zwischen den Alben Clouds und Wildhoney erinnert, wobei die kitschigen Keyboards aus Clouds fehlen und das Hitpotenzial der Wildhoney-Highlights nur angekratzt wird. Insgesamt tendieren die Franzosen in eine theatralische Richtung ohne aber damit auf den Sack zu gehen wie es die Jungs und Mädels von Theater of Tragedy einst schafften.
Auch mit „III" erzielen Monolithe anno 2012 sicherlich keinen musikalischen Frontdurchbruch mehr, aber einen Rohrkrepierer liefern sie ebenso wenig. Ob ein mittelmäßiges Werk allerdings ausreicht, ihnen auch jenseits der Heimat zu großem Ruhm zu verhelfen, bestreite ich. „III" ist tatsächlich etwas für Freunde des gepflegten Death/Doom aber kein Meilenstein.

Oliver Fedkte

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