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Ghost Brigade: IV - One With The Storm

Ghost Brigade album 2014Label: Season of Mist

Spielzeit: 68:18 Min.

Genre: Melo-Death; Post-Rock

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 07. November 2014

 

Until Fear No Longer Defines Us", der letzte Arbeitsnachweis der Finnen hinterließ bei mir einen recht zwiegespaltenen Eindruck. Auf der einen Seite war das Werk ein klassisches Herbstalbum mit wundervoll fragilen Songs, für die ein Großteil der Bands aus der melancholischen Abteilung Skandinaviens töten würden, auf der anderen Seite war der Schatten des Vorgängers „Isolations Songs" einfach zu mächtig, um nicht zu verblassen.

Eben jene Scheibe beinhaltet die perfekte Mischung aus kraftvollen, offensichtlichen Hits und tieftraurigen Momenten, die das Zweitwerk schon zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zum Opus Magnum machte.
Die mittlerweile zum Sextett angewachsene Brigade wird dieses Luxusproblem sicherlich erkannt haben, ließen sie sich für „IV – One With The Storm" knappe drei Jahre Zeit, um das Werk zu gebären. Und diese verhältnismäßig recht lange Wartezeit tat der Band hörbar gut, denn Album Nummer vier haut zwar stilistisch in die gleiche Kerbe wie sein Vorgänger, kommt aber im direkten Vergleich weitaus besser ins Ziel.

„IV – One With The Storm" ist eines jener Alben, das sich erst im Laufe der Zeit so richtig offenbart und mit einigen dieser typischen „da war doch was"-Momenten aufwarten kann. Ihr kennt das ja, man hört ein Album und es berührt beim ersten Mal nicht so richtig, doch dann legt man die Scheibe Tage später wieder ein und es macht „Klick". Bestes Beispiel: der über zehnminütige Brocken „Electra Completx", der sich Anfangs sehr schwer tut, fast schon beliebig daher plätschert, um im letzten Drittel dann doch förmlich explodiert und den Song in eine komplett andere Richtung drückt, was erst nach mehrmaligem Hören total Sinn ergibt. Ganz Groß! Im Übrigen liefert Fronter Manne Ikonen hier seine bislang emotionalste Gesangsarbeit ab. Auch Groß!

Es ist nicht zuletzt der Rekrutierung des Keyboarders Joni Vanhanen geschuldet, dass die typisch harschen Ghost Brigade Songs wie beispielsweise der Opener „Wretched Blues" (da ist es wieder, dieses Band-typische, intensive Solo), das coole „Anchored" oder der erstmalig auf finnisch intonierte Rausschmeißer „Elämä On Tulta" erheblich atmosphärischer und damit auch nachhaltiger klingen als zuletzt.

Dass im Gegensatz dazu Tracks wie „Long Way To The Graves" oder „Stones And Pillars" auch nach mehrfachen Versuchen nicht zünden wollen oder schlicht höhepunktarm sind, kann man in Anbetracht der Tatsache, dass die Finnen ansonsten ein gelungenes, höchst emotionales Werk abgeliefert haben, getrost verschmerzen.

Sven Meier

XXL-WertungXL-1

Trackliste:

01. Wretched Blues
02. Departures
03. Aurora
04. Disembodied Voices
05. Electra Complex
06. Stones And Pillars
07. Anchored
08. The Knife
09. Long Way To The Graves
10. Elämä On Tulta

XXL-Tipp

XXL TippxxlSulphurAeon

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