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Gold – Interbellum

gold_cover_smLabel: Ván Records

Spielzeit: 39:03 Min.

Genre: HardRock/Pop

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

VÖ-Datum: 07. Dezember

 

 

Ván Records ist schon seit geraumer Zeit ein Garant für erdige, kernige Rockmusik hoher Qualität. Und so nimmt es sich eigentlich kein Wunder, dass sich das Debüt der Niederländer Gold zunächst einmal auch auf ein erdiges Hard Rock-Fundament stützt - allerdings kommt jetzt die Krux, die Gold zu einer Band machen, die nicht ganz gewöhnlich ist. Die Band mischt ihren Hard Rock nämlich mit Pop und nennen das Ergebnis „Hard Rocking Pop". Was soll man sich darunter vorstellen?

Nun, es muss definitiv weiter ausgeholt werden. Die beiden Köpfe der Band sind Thomas Sciarone (Ex-The Devil's Blood; Gitarre) und Milena Eva (Gesang); es dürfte nur unschwer zu erraten sein, wer welchen Aspekt einbringt. Komplettiert hat man sich mit einigen mir nicht weiter geläufigen Musikern, die aber als Freunde der Band aufgeführt sind. Aufgenommen wurden die neun Songs bei der Amsterdam Recording Company.

Soweit die Fakten. Ob Gold auf ihrem Debüt überzeugen können? Angesichts der eher ungewöhnlichen Mischung sage ich: es kann gerade deswegen ein geniales Album sein! Aber um das klar sagen zu können, muss ich natürlich die Scheibe anhören. Und deshalb drücke ich nun auf Play...

...wo es mit „One Of Us" schon mal ungewöhnlich losgeht. Scheint der Gesang zunächst nicht auf das langsam anfangende Gitarrenspiel zu passen, verzahnen sich beide Elemente mit der Zeit und münden in einen entspannten Rocker mit bluesigem Drive und einem genauso vom Blues beeinflussten Gitarrensolo. Die Stimme der Sängerin verfügt über genügend Rauheit, um mit der Instrumentalfraktion locker mithalten zu können. Netter Einstieg! „Antebellum" schlägt dann tatsächlich den Weg in Richtung Pop-Rock ein, rettet sich aber manches Riff und die ungewöhnliche Stimmfarbe der Sängerin vor allzu kitschigen Momenten. Behilflich ist dabei auch der stetig pumpende Bass, der den Track kontinuierlich vorantreibt. Das Zwischenspiel beginnt langsam und wirkt fast schon ein wenig doomig, bevor die Stimme der Sängerin wieder einsetzt. Nice!

Das Intro von „Love, The Magician" weist folkig-jazzige Anklänge auf und wächst sich zur eine Nummer mit leichter Southern Rock-Attitüde aus. Nicht von ungefähr dürfte auch deshalb die Stimme der Sängerin einen Einschlag in diese Richtung erfahren. Das Finger-Picking aus dem Intro wird immer mal wieder aufgegriffen und fortgeführt. „Gone Under" röhrt nach einem kurzen Drum-Intermezzo ordentlich durch die Botanik und versprüht einen leicht psychotischen Vibe, was unter anderem auch am Text liegen dürfte: Wer erzählt schon, dass man sich einen Anwalt auf dem Rückweg vom Wald genommen hat, in welchem man gerade seinen Lebenspartner verscharrt hat? Großartig erzählter Song, der den Anspruch der Band des Hard rocking Pop tatsächlich erfüllt (auch wenn das ein oder andere Element sicherlich auch aus dem Jazz stammt).

„Dreams" kann mit einem coolen Intro punkten und rifft in bester, bluesiger Hard Rock-Manier los. Die Sängerin wirkt auf mich in diesem Track zwar ein wenig unterfordert, kann dennoch die Stimmung des Songs gut transportieren. Das Solo ist großartig und für die Verhältnisse extrem lang. Nach dem Solo nimmt die Sängerin den Fuß von der Bremse und spielt ein wenig mehr mit ihrer Stimmfärbung. „North" wirkt am Anfang auf mich fast wie eine Iron Maiden-Verbeugung, die mit Einsetzen der Gitarre einen Einschlag Richtung Western erfährt, ohne dabei in Westernromantik abzudriften. Hier und da sind nette Twin-Guitar-Licks zu vernehmen. Auch die Sängerin mimt zwischenzeitlich ein wenig die „Bruce" (ich sag OhhhOhhhhohhhOhh). Coole Nummer!

„Medicine Man" schlägt wieder mehr den Pfad in Richtung Pop ein und bietet ausgefeiltes Tribal-Drumming; leider kommt die Nummer ziemlich zeitig ins Ziel, zwischendrin darf der geneigte Hörer wieder ein gekonntes Solo in seine Gehörgänge aufnehmen, welches perfekt mit der Melodie verzahnt ist. „The Hunt" macht seiner Betitelung alle Ehre und beginnt sehr treibend; die teilweise eingestreuten Dur-Töne irritieren den Hörer zwar zuweilen, da dadurch die Stimmung nicht gehalten werden kann, dafür begeistert die Sängerin mit groovig-dynamischen Gesangslinien. Das Solo hätte es in diesem Lied meiner Ansicht nach nicht mal gefehlt, setzt aber dennoch eine Klimax auf den Spannungsbogen des Songs. Der letzte Titel heißt „Ruby", ist für die angepeilte Musikrichtung irre lang (mehr als sieben Minuten!) und fühlt sich von Anfang an nicht gerade wie eine radiotaugliche Mitsingnummer an. Und das ist auch gut so, sonst wäre einem vermutlich der geradezu hypnotische Aufbau entgangen, der sich unaufhaltsam immer stärker einem Zielpunkt entgegenstreckt, der partout nicht kommen will, dadurch eine gewaltige Spannung aufbaut und sich frühestens ab Mitte des Songs beginnt zu entladen (in dem Moment nämlich, in dem das sphärische Gitarrensolo übernimmt). Doch der Spannungsbogen steigt immer weiter, ist beinahe zum zerfetzen gespannt, Erlösung tritt nicht ein und plötzlich: Eine geradezu unverschämt fröhliche Stimmung. Was auch immer die Spannungen ausgelöst hat, sie machen sich Luft in einem großartigen Gitarrenduell, dass schon fast Oldfield'sche Qualitäten erreicht und den Song anschließend langsam auslaufen lässt...

Also gut, ich muss zugeben, ich war am Anfang skeptischer, als ich es hätte sein müssen. Instrumental und kompositorisch war alles im grünen Bereich, auch wenn manches davon etwas gewöhnungsbedürftig schien. Die Sängerin verfügt über eine Ausdruckskraft und Dynamik, für die sie etliche Trällerelsen aus dem in den Niederlanden sehr beliebten Bereich des Symphonic Metal auf Anhieb beneiden dürften. Und die kompositorische Dichte hat manches Solo von einer Notwendigkeit (wie es leider bei vielen Metalsongs heutzutage ist) zu einem Bonus gemacht. Dennoch fehlt zwar der Mega-Hit, aber belanglos ist hier nichts!

Und dennoch frage ich mich: ist die Genre-Zuordnung vollends stimmig? Sicherlich sind einige Pop-Elemente vertreten, aber die Musik ist vielmehr ein Kaleidoskop aus der facettenreichen Rock-Geschichte. Auch Blues und Jazz wird gerne bedient. Und deshalb denke ich, dass man auch getrost auf diese Schublade hätte pfeifen können und Musik simpel als „Rock" hätte titulieren können, ohne dass sich irgendjemand hätte groß daran stören können, weil es einfach passt, egal, was man darunter versteht.

Fazit:

Hinter dem Debüt von Gold steht ein großes Ausrufezeichen! Allein deshalb, weil hier ein großartiges Werk geschaffen wurde, dass keiner großen Einordnung in irgendwelche Genre-Schubladen bedarf. Ich habe schon lange nicht mehr so eine außergewöhnliche Frauenstimme vernommen, und die Musik als solche ist schlicht und ergreifend kompositorisch fehlerfrei und mitreißend. Allerdings: Wer in seinem CD-Fach, auf seinem Plattenteller, seinem iPod oder sonstwo ausschließlich Metal konsumiert, für den ist dieses Album nichts. Dennoch, völlig zurecht, eingedenk dessen, dass ein Mega-Hit fehlt, ein extrem gutes

xl

Michael Denkers

Tracklist:

1. One Of Us
2. Antebellum
3. Love, The Magician
4. Gone Under
5. Dreams
6. North
7. Medicine Man
8. The Hunt
9. Ruby

 

 

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