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Ebonillumini: Arktos

EBONILLUMINI ArktosLabel: Wickerman Recordings

Spielzeit: 64:09 Min.

Genre: Avantgarde Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Amazon

Hörprobe: Soundcloud

VÖ-Datum: 01. Juni 2015

 

Ebonillumini? Verdammt schwer zu merkender Name. Und ebenso schwierig ist es, die Musik des im Jahre 2008 des Herrn gegründeten Quintetts, dessen Mitglieder allesamt bei einer Formation namens The Higher Craft agieren, in eine Schublade zu stecken. Zunächst dachte ich, es handele sich um Femal-Fronted-Doom (ist ja derzeit äußerst angesagt), aber das passt irgendwie nicht so recht. Und auch die recht kryptisch gehaltene Beschreibung des Labels hilft einem kaum weiter. Die Band selbst (oder vielleicht auch die Plattenfirma) bezeichnet diesen Output als eine Mischung aus experimenteller Musik und Post-Black-Metal, wobei auch immer wieder das Wörtchen Avantgarde mitschwingt. Zuletzt genannte Vokabel trifft die Sache noch am Ehesten, ist die Mucke der Londoner auf über 64 Minuten bei Weitem vielschichtiger, aber auch zunächst einmal anstrengender als alles, was ich in den letzten 20 Jahren und nach mehr als 120 geschriebenen Reviews zu hören bekam (und das will schon einiges heißen). Ich könnte es mir natürlich einfach machen, dass alles als völlig verkrampften Fehltritt oder gar totalen Scheiß mit einer S-Wertung abzutuen und meiner Wege gehen, aber das wäre keinesfalls Sinn der Übung. Dafür ist das Gebotene schlicht zu gut; anstrengend ist es allerdings auch auf langer Strecke, wobei das anscheinend gewollt ist, denn hier sind durchaus fähige Musiker am Werke, welche einen Plan verfolgen. Nur welchen? Don't ask me!

Wer es bis hierhin noch nicht verstanden hat: der gebotene Stoff ist ganz gewiss nicht jedermanns Sache. 'Arktos' ist definitiv eines der ungewöhnlichsten Alben, welches ich in meiner Funktion als Rezensent reviewen durfte. Die ausdrucksstarke, aber auch sehr gewöhnungsbedürftige Stimme der Sängerin The Maiden fügt sich da eben so ein wie die abgefahrenen Keyboard-Klangteppiche oder die manchmal fehlplaziert wirkenden Blast Beats. Wenn man Arcturus zu 'La Masquerade Infernal'-Zeiten mit Kate Bush in ihrer Frühphase sowie Siouxi And The Banshees, The 3rd And The Mortal zu 'Painting On Glass'-Zeiten, die progressiveren Sachen von Emperor, Folk-Rock und italienische Horrorfilmmusik kombinierte, käme nicht ansatzweise ein derartiger Sound zustande. Ebonillumini hätten es definitiv verdient, dass man für ihre Musik eine neue Schublade ersinnt, wobei die Bezeichnung Avantgarde Metal vielleicht schon ziemlich treffend ist.

Da ich nach etlichen Durchläufen nach wie vor etwas überfordert bin mit 'Arktos', gebe ich der Scheibe ratzfatz eine L-Wertung sowie den ersten Preis für Extravaganz in Vollendung und höre mir gleich mal ein bisschen alte Venom an.

Kai Ellermann

XXL WertungL

Tracklist:

01. The Coral Castle - (Florida)
02. Lusca - (Bahamas)
03. Taino People - (Puerto Rico)
04. Crystal Pyramid - (Bermuda)
05. Dolphinius - (Celestial Equator)
06. Land Where The Wild Grapes Grow (Vinland)
07. Ghost Ship - (Baffin Island)
08. Ursus Bear - (Arctic Circle)
09. Aurora - (Greenland)
10. Oceanic Abyss - (Iceland)

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