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Freedom Call - Beyond

Freedom Call Beyond Cover dc64664c59Label: Steamhammer/SPV

Spielzeit: 50:17 Min.

Genre: Happy Metal

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 21. Februar 2014

 

Es ist eine ganze einfache Rechnung - wo Freedom Call draufsteht ist auch Freedom Call drin. Die wohl fröhlichste Band im Metalbusiness serviert uns den achten Longplayer ihrer Karriere. Die Nürnberger Melodic Metal Formation um Mastermind Chris Bay lässt keine Sekunde den leisesten Zweifel daran aufkeimen, dass jetzt die fröhlichen Saiten auf der Lebensgitarre angeschlagen werden...und dazu ist dem Quartett fast jedes Mittel recht.

Ich frage mich, ob es tatsächlich Menschen gibt, die sich die Scheibe in einem Rutsch anhören und nicht jedes zweite Wochenende auf einem Mittelaltermarkt versacken.

Die Produktion ist auf orchestrales Maß aufgepumpt und passt schlicht und ergreifend zu der wuchtigen Mischung aus Doublebassgewitter und Mitsing-Mitgröhlparts wie bei z.B. „Union Of The Strong". Die Riffs offenbaren keinerlei Neuigkeiten und bleiben brav auf der Dur-Schiene. Die Choralen Gesänge machen nach einiger Zeit oder einigen Bieren schon arg Laune, wenn sie so übertrieben wie beim Opener rüberkommen. Der Donkosaken Chor versinkt vor Ehrfurcht im Boden vor so viel brutaler Studiotechnik.

„Heart Of A Warrior" rockt dagegen einfach nur hart ab. Der Song ist megastraight ausgerichtet. Beide Daumen nach oben für dieses Statement gegen Zynismus und Verbitterung. Ich beginne tatsächlich eine Sekunde lang die Platte gut zu finden. Über die Lyrics hüllen wir allerdings den Mantel des Schweigens. Die Soli sind generell sehr gefällig und wirken routiniert aber gekonnt. Mehr Rückbesinnungen auf die Härte hätten der Platte sicherlich besser getan. Freedom Call waren, sind und bleiben ihrer eigenen Maxime gegenüber gehorsam wie der sprichwörtliche Kadaver. Bei „Among The Shadows" stellt sich erstmals ein akutes Sättigungsgefühl ein. Die Ohren haben einfach Bock auf Abwechslung. Handwerklich ist alles perfekt, aber es ist eine alte Artilleristen Weisheit, dass derjenige, der von Beginn an aus allen Rohren ballert bald nichts mehr zum Nachzuladen hat. Die Erfahrung macht der Hörer auch auf „Beyond". Irgendwann ist einfach gut und der Kopp macht zu.

Bei „Journey Into Wonderland" ist trotz der durchaus erfrischenden Bridge zwischen Strophe und Refrain eindeutig der Rahmen des Erträglichen überschritten. Der Sound klingt nach Betriebsfeier auf Malle mit Hosen runter und Komasuff. Den gleichen fanfarenartigen Soundbrei gibt es bei „In The Rhythm Of Night". Das klingt nicht nach Metal, sondern nach penetrantem Werbefernsehen Mitte der 90er. Mickie Krause lässt grüßen. Vielen Dank. Ich schiele in diesem Moment auf meine Darkthrone-Diskographie. Aber halt die Ohren steif, Brauner.
Mit „Come On Home" und „Follow Your Heart" sind auf einer Platte, die eh schon vor Fröhlichkeit birst eindeutig der Overkill an Happiness erreicht. Vor meinem geistigen Auge tanzen Frodo und seine Dorfmatratzen zu Kapellen wie Blink 187 im Bilbo-Bräu-Rausch durchs Auenland.

Fazit: Freedom Call lösen was Sound und (positive) Stimmung angeht eine mittelschwere Explosion aus. Negativ fallen die teils arg abgenudelten Riffs auf. Für Fans von Sabaton und Konsorten.

Anspieltipps: Heart Of A Warrior, Union Of The Strong
Unerträglich: Journey Into Wonderland, In The Rhythm Of Night, Follow Your Heart

Tscherno Bill

XXL-WertungM

Tracklist:

Union Of The Strong
Knights Of Taragon
Heart Of A Warrior
Come On Home
Beyond
Among The Shadows
Edge Of The Ocean
Journey Into Wonderland
In The Rhythm Of Light
Dance Off The Devil
Paladin
Follow Your Heart
Colours Of Freedom
Beyond Eternity

XXL-Tipp

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