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Dawnbringer: Night Of The Hammer

dawnbringer cover smLabel: Profound Lore Records

Spielzeit: 39:24 Min.

Genre: Heavy Metal

Info: Facebook

CD kaufen: SM-Metal-Shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Hier kommt nach mehreren Monaten Verzögerung nun auch endlich das Review zum Album ,,Night of the Hammer" der amerikanischen Heavy-/Black-Metal-Band Dawnbringer. Wenn es also Fans der Band geben sollte, die enttäuscht vom XXL-Rock sind, weil das Review ihrer Lieblinge noch nicht gekommen ist: ja, es war alles meine Schuld! Aber vielleicht lest ihr ja trotzdem noch folgendes Review:

Das erste Lied ,,Alien" bietet sehr melodische Gothic-Gesänge mit furztrocken in Szene gesetzten, knallharten Gitarrenriffs auf. Das ist eine sehr interessante Kombination, die ich in dieser Form noch nie gehört habe - da wird praktisch eine Wüsten-Atmosphäre, die vor Anleihen aus dem Grunge, Sludge, Stoner Rock und Doom Metal nur so trotzt, gekonnt mit atmosphärischen Elementen kombiniert. Wovon auch ,,The Burning Of Home" ein Lied singen kann, in dem der groovige Heavy Metal mit Manowar-artigen Chören und einer melodischen Gitarrenarbeit, wie sie im Black-Metal typisch ist, kombiniert wird. Die mehrstimmigen Gesänge von Chris Black dürften den gregorianischen Gesängen aus dem Mittelalter entliehen sein. Ich kann mich auf jeden Fall nicht daran erinnern, in den letzten Monaten so simpel aufgebaute Musik gehört zu haben, die dabei eine so dichte intensive Atmosphäre entfacht hat.

Das dritte Lied ,,Nobody There" quillt langsam und zähflüssig aus den Boxen, ist aber noch luftig genug, um unbeschwert rüber zu kommen. Aufgrund des langsamen Tempos und Chris Blacks Klagegesangs fühle ich mich hier ein bisschen an Paradise Lost und My Dying Bride (nur ohne Geige) erinnert, da sie auch eine pechschwarze, düstere und tiefgründige Atmosphäre aufbauen. Bei ,,Xiphias", wo man, je nach Betrachtungsweise, mit dem Schwertfisch oder dem gleichnamigen Sternbild auf textlicher Ebene zu tun hat, haben wir eine schöne Seemanns-Atmosphäre vor Augen, die der Sänger entsprechend immer wieder mit Hoi-Geräuschen unterlegt, während ,,Hands Of Death" ein Stampfer ist, der schon fast in True-Metal-Gefilde á la Manowar oder einfach ,,Heaven and Hell" von Black Sabbath schippert. Die Musik von Dio selber müsste hier ebenfalls Pate gestanden haben, was zeigt, dass Dawnbringer immer wieder für Überraschungen gut sind. Selbst das Gitarrensolo im Mittelteil könnte von Tony Iommi stammen. Von den markanten Riffs ganz zu schweigen.

Die ,,One Eyed Sister" hat etwas Erzählerisches, wie von einer Wikinger-Band - musikalisch hat man sich dabei offenbar von der Melodieführung her an das Traditional ,,Scarborough Fair" orientiert. Aber auch von der Leadgitarren-Arbeit fühle ich mich hier an Ensiferum erinnert. Mit ,,Damn You" haben wir wieder ein sehr schwermütiges Musikstück vorlegen, wo man sich in sehr langsamen Tempo nach vorne schleppt, bevor am Ende richtig schön nach vorne gerockt wird. Candlemass dürften beim Hören dieses Liedes ihre helle Freude haben. Aber was ist das???? Das Lied geht direkt in ein rasendes Black-Metal-Stück mit heiserem Flüstergesang über, das ich in dieser Form von der Band überhaupt nicht (mehr) erwartet hätte. Blastbeats sind an der Gitarrenordnung, aber immer noch aufgemacht in der Schlichtheit und ohne großen Firlefanz, wie das auch bei den voran gegangenen Stücken der Fall ist.

Das ,,Funeral Child" wird ebenfalls in einem rasanten Tempo zu Grabe getragen, was durch den sehr kranken, hohen Gesang, der mich an King Diamond erinnert, noch eine zusätzliche, okkulte Note bekommt (ohne jetzt Sympathien zum Satanismus entwickeln zu wollen). Dissonant verstimmte Gitarren runden ein weiteres Highlight des Albums ab. Das abschließende ,,Crawling Off To Die" driftet dann in traurig gestimmte Postrock-Gefilde ab, die einen beinahe schon dazu zwingen, das Taschentuch aus der Jacke zu holen. So melancholisch und herzzerbrechend, aber auch intensiv und leidenschaftlich an die Seele packend, kann man bei Dawnbringer wirklich von Herz-und-Seele-Musikern sprechen - schade, dass das Hörvergnügen dann doch wieder so schnell vorbei ist.

Summa Summarum kann man sagen, dass Dawnbringer für diese Art von Musik ein gelungenes Album gelungen ist, dem mir allerdings zum Niederknien immer noch ein paar Gänsehaut-Melodien fehlen. Der Ansatz ist aber auf jeden Fall der Richtige - die Fans werden der Band mit dieser Platte auf jeden Fall aus der Hand fressen und die Leute, die die Gruppe noch nicht kennen, können ja mal reinhören. Somit kriegen Dawnbringer eine runde XL-Bewertung, der sich dann auch meine erste Frage anschließt: wo ist denn der Akustik-Gitarrist geblieben, der bei eurem Bandeintrag auf Metal-Archives aufgelistet ist? Zu hören ist von einer Akustik-Gitarre auf dem Album auf jeden Fall nichts.

Domenic Saheb Djavaher

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Alien
2. The Burning Of Home
3. Nobody There
4. Xiphias
5. Hands Of Death
6. One-Eyed Sister
7. Damn You
8. Not Your Night
9. Funeral Child
10. Crawling Off To Die

XXL-Tipp

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