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Origin - Unparalleled Universe

Origin coverLabel: Agonia Records 

Spielzeit: 40:54 min.

Genre: Technical Brutal Death Metal

Info: Facebook

Hörprobe: Youtube

Album kaufen: Shop

VÖ-Datum: bereits erschienen

Erinnert ihr euch noch an Chatroullet? Das war eine Seite auf der man, mit angeschalteter Webcam, zufällig in einen Livechat mit einem von tausenden anderen Usern gesteckt wurde. (Ferkel! – Sven) Was nach einer guten Idee klingt, endete damit dass man in neun von zehn Fällen, egal wie oft man durchskipte, einen nackten Mann auf der anderen Seite hatte, der sich gerade die Pelle wemmste. (sag ich doch – Sven)
Das musikalische Äquivalent dazu ist der Technical Death Metal. Hier wird ähnlich oft das beste Stück (in diesem Fall die Gitarre) ohne Rücksicht darauf, ob es Angebracht oder den Songstrukturen dient, malträtiert bis der Gitarrenhals vor Erregung glüht. Das kann spaßig sein, kann aber auch ganz schön auf die Nerven gehen.
Wie schlagen sich also die vier Amerikaner von der Tech-Death-Veteranentruppe Origin? Starten tun die Jungs mit dem Opener „Infinitesmial to the Infinite“, bei dem erst mal ordentlich der Lachs gebuttert wird. Da frickelt und quietscht es und während der Technical Death Metal Fan hier Freudensprünge vollführt, habe ich Angst, dass wir es hier wieder mit einem CD gewordenen Chatroulett Abend zu tun haben.
Diese Angst erweist sich aber als vollkommen unbegründet, denn auch wenn das technische Level konstant sehr hoch ist und die Jungs gerne zeigen, was sie drauf haben, geschieht das ganze nicht zum Nachteil der Atmosphäre oder ist gar reiner Selbstzweck. Die Produktion ist on-point aber nicht klinisch, das Songwriting ist auf höchstem Niveau. Man hat immer das Gefühl dass etwas geschieht, langweilige Passagen sucht man vergebens. Immer wieder schafft es die Band, dass trotz allem Schnick Schnack und der Spielerei, eine bedrohliche und boshafte Atmosphäre entsteht.
Seinen vorläufigen Höhepunkt findet das ganze im neun-minütigen Opus Magnus „Unequivocal“ das so ziemlich kein Auge trocken lässt. Alleine für diesen Song lohnt sich der Kauf der CD allemal. In knapp zehn Minuten werden sämtliche Winkel und Ecken ausgelotet, in denen sich Origin normalerweise bewegt. Rasende Drums, Gitarren, die zwischen sägendem, hasserfülltem Riffing und ekstatischem Hightech-Tapping wechseln, Melodie, Atmosphäre, alles komprimiert in diesem einen Song. Wahnsinnig unterhaltsam.
Als Rausschmeißer gibt es mit „Revolucjon“ noch ein Brujeria Cover, das der Platte nach dem vorherigen Wahnsinnssong, leider das Ausklingen in Würde etwas kaputt macht. Das ändert grundlegend aber nicht mehr viel am Gesamteindruck. Unterm Strich haben wir hier nämlich ein bärenstarkes Album, in das nicht nur Anhänger des Technical Death Metals mal rein hören sollten. Natürlich ist für Freunde des satten grooves oder des punkigen gethrashe hier nicht unbedingt die Offenbarung erschienen, sein Vergnügen sollte aber jeder mit dem Album haben, der sich irgendwie für brutale Musik begeistern kann.

Kai B.

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Infinitesimal to the Infinite
2. Accident and Error
3. Cascading Failures
4. Mithridatic
5. Truthslayer
6. Invariance Under Transformation
7. Dajjal
8. Burden of Prescience
9. Unequivocal
10. Revolucion

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