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Totalselfhatred - Solitude

Totalselfhatred  Solitude xxlLabel: Osmose Productions

Spielzeit: 41:29 min.

Genre: Depressive Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Geschlagene sieben Jahre haben die Finnen gebraucht, um den Nachfolger zu ihrem "Apocalypse in your heart"-Album (Osmose - 2011) einzuspielen. Und diese Zeitspanne merkt man dem Werk auch an, denn während die ersten beiden Alben unverkennbar zum Depressive Black Metal Genre gezählt werden konnten, geht man auf "Solitude" ein gewaltiges Stück weiter. Zwar kann man den DSBM noch immer als Basis des Ganzen bezeichnen, doch geht man offen und mutig über den Tellerrand hinaus. Die Songs sind ausgesprochen melodisch geworden, die aggressiven Ausbrüche kommen nur noch ganz rudimentär vor (dann aber umso heftiger!) und man setzt eindeutig auf die intensive und starke Atmosphäre. Diese ist nämlich durchtränkt von Melancholie und Verzweiflung, und dürfte keinen Hörer kalt lassen. Hier setzt sich wieder einmal die berühmte finnische Seele durch, so tieftraurige und verzweifelte Musik gibt es dort im hohen Norden, wie sonst nirgendwo... Manchmal fast schon in Doom-Gefilden verweilend, kann die Band markante Akzente in Punkto Eigenständigkeit und Innovation setzen, was ihr wirklich gut gelingt. Bemerkenswert, wie es die Finnen schaffen, aus dem ja doch sehr engen Korsett des DSBM auszubrechen, ohne zu weit Abstand zu nehmen, oder ihre Wurzeln zu vergessen. Ein wirklich interessantes, eigenständiges Album mit einer packenden Atmosphäre und Songs, die irgendwo zwischen Träumerei und Melancholie tanzen, aber immer wieder auch Wut und Aggression zulassen. Schönes Teil!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Solitude MMXIII 09:20
2. Cold Numbness 08:07
3. Hollow 08:31
4. Black Infinity 08:05
5. Nyctophilia 08:15

Collapse of Light - Each Failing Step

Collapse of Light xxlLabel: Rain Without End Records

Spielzeit: 42:29 min.

Genre: Melodischer Doom

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Hier passt echt alles zusammen: Wenn beim Label Rain Without End (meiner Meinung nach einer der schönsten Label-Namen!) eine Band namens Collapse of Light aufspielt, in fast 45 Minuten nur vier Songs darbietet und diese Titel wie "A place to die" oder "Leaving the Light behind" tragen, dann kann das nur eins heißen: Es wird tieftraurig und man sollte sich vor dem Genuss dieses Albums schon mal genug Taschentücher bereitlegen (oder 'ne Rasierklinge - ganz nach Belieben...).
Denn ein Genuss ist "Each failing step" definitiv! Schon der grandiose Opener mit seinen über 17 Minuten Spielzeit überzeugt auf ganzer Linie und der folgende Rest kann daran nahtlos anschließen. Ganz langsam, fast zart und mit einer gewissen Leichtigkeit versehen, bekommen wir hier einen überaus melodischen Doom präsentiert, der sich unglaublich facettenreich darbietet. Die Finnin Natalie Koskinen (kennen wir von (u.a.) Shape of Despair!) und der Portugiese Carlos D' Argua singen gar herrlich und decken stimmlich ein breites Spektrum ab (so kommen sogar ein paar Growls immer wieder mal vor!). Unterstützt werden sie neben der klassischen Instrumentierung auch noch von Violine und Cello - beides Instrumente, die ich sehr mag! Doch kommen wir nochmal zur erwähnten "Leichtigkeit" zurück, denn diese ist nur vordergründig und gefährlich trügerisch. Leicht oder fröhlich ist hier nämlich gar nichts, die Atmosphäre ist sehr melancholisch/düster und immer wieder bricht pure Verzweiflung durch, was sich dann auch in der Musik niederschlägt, die dann gar nicht mehr "zart" oder "verträumt" erscheint. "Each failing step" (übrigens das Debüt der Band!) ist ein wunderbares Album geworden, sehr intensiv und hochemotional - ich bin schwer begeistert!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

Side A
1. A Place to Die 17:05
2. I Will Not Return 06:15
Side B
3. The Remains of the Day 04:53
4. Leaving the Light Behind 14:16

Urfaust - The Constellatory Practice

urfaust 2018xxlLabel: Ván Records

Spielzeit: 53:51 min.

Genre: Ambient/Doom

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Also, eins war mir schon nach dem ersten Durchlauf der neuen Urfaust Platte ganz klar: Es dürfte keinen Fan der Niederländer geben, der "The Constellatory Practice" nicht geil findet, denn das Teil ist so derart "typisch Urfaust", wie es nur sein kann. Überraschungen gibt es diesmal keine, das Album schließt sich fast schon nahtlos an seinen Vorgänger "Empty space meditation" (Review hier!) an, so dass ich eigentlich meine damalige Rezension nur wiederholen müsste. Aber dazu habe ich keine Lust - also lest selber nach! Im Ernst, diese wunderbare Mischung aus Doom und Ambient, nennen wir sie hypnotisch, meditativ oder auch psychedelisch, wie wir sie von den beiden Protagonisten kennen, wird hier wunderbar und routiniert in Szene gesetzt und verschafft dem Hörer eine intensive Atmosphäre. Was soll ich sonst noch sagen? Wer bislang noch nie was von Urfaust gehört hat und von daher so überhaupt nicht weiß, wovon ich rede, dem ist eh nicht mehr zu helfen...

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Doctrine of Spirit Obsession 13:19
2. Behind the Veil of the Trance Sleep 07:47
3. A Course in Cosmic Meditation 04:34
4. False Sensorial Impressions 06:01
5. Trail of the Conscience of the Dead 12:44
6. Eradication Through Hypnotic Suggestion 09:23

Shrine of the Serpent - Entropic Disillusion

Shrine of the SerpentLabel: Memento Mori

Spielzeit: 57:48 min.

Genre: Death Doom

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Shrine of the Serpent sind mir noch in sehr guter Erinnerung von ihrer letztjährigen (grandiosen!) Split mit Black Urn (Review hier!) und von daher hatte ich mich schon ordentlich auf ihren ersten Longplayer gefreut. Und was ist das für ein herrlich böser, dreckiger und vor allem langsamer Bastard geworden. Freunde der oben erwähnten Split können hier bedenkenlos zuschlagen, sind die Amerikaner doch noch besser geworden! Die Riffs sind tonnenschwer und quetschen sich zähflüssig, aber unaufhaltsam durch Deine Gehörgänge bis ins Gehirn. Das ist Death/Doom vom Feinsten: Schwerfällig und extrem fies nähert man sich nicht nur sporadisch der Grenze zum Funeral Doom, was das Ganze nur noch cooler macht. Minutenlange rein instrumentale Passagen werden von tiefen Growls unterstützt, die allerdings wirklich sehr sparsam eingesetzt werden. Alles ist gekonnt aufeinander abgestimmt, denn so was wie Monotonie oder Langeweile kommt hier zu keiner Sekunde auf! Ganz selten (aber dann heftig!) wird sogar mal kurz aufs Gaspedal getreten, nur um danach noch langsamer weiter zu machen. Kurzum: Ein verdammt geiles Album!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Descend into Dusk 06:04
2. Hailing the Enshrined 09:47
3. Hope's Aspersion 10:13
4. Desecrated Tomb 08:20
5. Returning 04:34
6. Epoch of Annihilation 08:43
7. Rending the Psychic Void 10:07

Ruach Raah - Under the insignia of Baphomet (MC)

Ruach Raah xxlLabel: War Arts Records

Spielzeit: 31:30 min.

Genre: Raw Black Metal

Info: /

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Jawoll, es gibt Neues von meiner Lieblings-Rumpel-Truppe aus Portugal! Ruach Raah sind wieder am Start, diesmal sogar mit 'nem kompletten Album! Darauf gibt es gewohnte Kost zu hören: Geiler Raw Black Metal, allerdings gehen die Kollegen diesmal erheblich gemässigter zur Sache, sie klingen gar nicht mehr so rüde und chaotisch wie noch zu "Hate fanatism" (Review hier!) Zeiten und selbst den Sound kann man fast als "gut" bezeichnen. Bin ich also enttäuscht? Auf gar keinen Fall, denn die Portugiesen klingen auf ihrer neuen MC so geil wie noch nie zuvor! Räudig sind sie nämlich immer noch geblieben, klingen irgendwie auch noch boshafter als sonst und dass nicht ununterbrochen primitiv auf die Instrumente gekloppt wird, steht der Formation verdammt gut. Da gibt es sogar mal Midtempo-Passagen, man glaubt es kaum und gerade dort klingt die Band besonders ätzend! Eine Weiterentwicklung, die ich echt nicht erwartet hätte, von der ich aber schwer begeistert bin!! Denn trotz allem sind Ruach Raah immer noch härter und kaputter als der ganz große Rest! Ein schweinegeiles Album!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Under the Insignia of Baphomet 02:16
2. Hang Humanity Upside Down 03:12
3. Commander of Rats 03:14
4. Hammering Down Their Faces 03:38
5. A Ira do Lucifer 04:06
6. Scythe Militia 03:45
7. Funeral Fumes 03:04
8. Bodysnatchers 03:57
9. Lord of the Crypt 03:51

Embrace of Throns - Scorn Aesthetics

embrace of throns 2018xxlLabel: Iron Bonehead Productions

Spielzeit: 42:40 min.

Genre: Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: 22. Juni 2018

Griechenland 1998 - einige grimmige und dabei zu Allem entschlossene Unholde gründen eine Band und nennen diese Requiem. Im Folgejahr in Embrace Of Thorns umbenannt, frönt man eine Melange aus räudigem Death Metal und wütendem Black Metal.

20 Jahre (und mehr als ein Dutzend Veröffentlichungen) später erscheint das fünfte Album der Kollegen aus dem Süden Europas, welches wie die Vorgängerscheiben die Vorliebe der Musiker für garstigen Schwarzwurzelsound und bretthartem Todesblei repräsentiert, wobei gerade die Black-Metal-Anteile deutlich in Richtung Norwegen (Satyricon, Immortal, Emperor...) schielen und auch eine nicht von der Hand zu weisende Dissection-Schlagseite aufweisen. Teilweise sind die Songs einen Tick zu lang: es wird zwar enorm viel und recht ausdauernd gebolzt und geschreddert, aber darüber hinaus passiert allerdings relativ wenig Interessantes. Hier wäre weniger manchmal mehr gewesen.

Fazit: 'Scorn Aesthetics' ist beileibe kein schlechtes Album; eine Kaufempfehlung kann ich also jedem Metal-Bekloppten, der seinen Extrem-Metal ursprünglich, bisweilen kauzig und vor allem auf-die-Fresse mag, auf jeden Fall geben. Aufgrund der oben angesprochenen Langatmigkeit einiger Stücke ist aber leider nicht mehr als "nur" eine knappe L-Wertung drin.

Rippenspieß

XXL WertungL

Tracklist:

1. The Wanderer And His Shadow
2. Mutter Aller Leiden
3. Reducto Ad Absurdum
4. Stoking The Fire Of Resentment
5. Scorn Aesthetics
6. In Our Image, After Our Likeness
7. Wolf Uncaged / Prometheus Unbound

Aborted Fetus - The Ancient Spirits Of Decay

Aborted Fetus xxl Label: Comatose Music

Spielzeit: 48:14 min.

Genre: Brutal Death Metal

Info: Facebook

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VÖ-Datum: bereits erschienen

Brutal Death Metal, die zweite... Nach dem knüppelharten Album von Flesh Hoarder (Review hier!) schickt Comatose Music gleich noch einen hinterher: Nämlich Aborted Fetus aus Russland und auch diese Herren wissen ganz genau, wo der Hammer hängt! Erfahrung genug bringen sie definitiv mit, existiert die Band doch schon seit 2000 und haut mit dem aktuellen ihr bereits sechstes Album heraus. Auch hier regiert der brutale Death Metal, doch im Unterschied zu ihren oben erwähnten Label-Nachbarn aus Texas gibt es nicht das konsequente Geprügel, nein die Russen können auch im Midtempo-Bereich Akzente setzen und lockern durch das Spiel mit dem Tempo das Ganze geschickt auf, ohne auch nur eine Sekunde an Aggression und Brutalität zu verlieren. Das liegt vor allem auch an den herrlich tiefen Growls von Sänger Igor, der scheinbar täglich mit Reißzwecken gurgelt. Also wer Spaß an blutigem und grimmig guckendem Death Metal hat, der ist hier genau richtig!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. The Wind of Agonizing Spirits (Intro) 02:14
2. Eaten by Pigs in the Trough 03:53
3. Drenched Eyes in Boiling Oil 03:51
4. Nailed to the Cross 03:38
5. Beheaded on the Guillotine 02:43
6. Cradle of Revulsion 06:11
7. Cold Lake of the Sinner 03:43
8. Flame of Death 00:54 
9. Rack of Torment 05:19
10. Roasted Alive in the Copper Bull's Stomach 03:21
11. Genital Torture by the Alligator Tongs 05:46
12. Iron Petals of the Blasphemer's Pear 04:43
13. Follow into the Darkness 01:58

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