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Party.San Open Air 2017

party.san 2017 berichtxxlJa, gleich zu Beginn muss ich mit einem Klischee-Spruch glänzen: wenn man zum Party.San fährt, hat man irgendwie immer das Gefühl, nach Hause oder zu guten Freunden zu kommen. So auch in diesem Jahr, obwohl der Wettergott nicht so recht Bock extremen Metal hatte und seinen Unmut diverse Male in Form von heftigen Regengüssen und schmalen Temperaturen zeigte. Egal, denn das Festival hat ja das „Hell is here!“-Motto und ist eben für die ganz harten gedacht. Sogar der Boden auf dem Zeltplatz ist für eben solche und ohne Hammer dringt hier kein Nagel in den Boden.

Donnerstag:

Etwas musste ich schon schmunzeln, als bekannt wurde, dass ausgerechnet die Heavy Metal-Hoffnung Night Demon das Knüppelfestival eröffnen sollten. Nun, zum einen öffnet sich das Party.San schon seit einigen Jahren hin zu traditionelleren Klängen (Grand Magus, Atlantean Kodex), zum anderen gibt es wahrlich schlechtere Bands, um ein Festival zu eröffnen. Das US-Trio besticht durch eine unglaubliche Spielfreude und kann mit einem Bombensound glänzen, den ich zu dieser Uhrzeit nicht erwartet hätte. Das Maiden-Cover „Wasted Years“ muss aufgrund technischer Probleme zwar kurz unterbrochen werden, aber dadurch lassen sich Night Demon nicht aus der Ruhe bringen und beenden ein stimmungsvolles Heavy-Metal-Set.

Völliges Kontrastprogramm bieten die nachfolgenden Azarath an, die, wenn man es böse meinen möchte, in letzter Zeit oftmals als Ersatzteillager der polnischen Death-Metal-Szene von sich Reden machten. Und auch hier zeigt sich, obwohl der aktuelle Longplayer „In Extremis “ eine kleine Genre-Granate ist, dass die Band kaum eingespielt und eher etwas steril wirkt.

Wahrlich mehr Leidenschaft zeigen die isländischen Jungspunde Misthyrming, die zwar nicht immer timing-sicher durchs Programm führten, dafür aber ihr kleines Land mit einer schöne Portion Black Metal vertraten. Wenn man abseits der Bühne den Jungs begegnet, kann man kaum glauben, was für eine Naturgewalt die Band im Corpspaint veranstalten kann. Schöner Gig und hoffentlich kommen die Isländer bald wieder auf Tour.

Manchmal kommen sie wieder... dieses Mal die Niederländer God Dethroned, die sich ja eigentlich vor Jahren verabschiedet haben, aber dann doch wieder (zum Glück) Bock auf Death Metal haben und nun hier spielen. Die fehlende Live-Routine merkt man den Mannen um Henry zwar während der gesamten Spielzeit an, macht aber nichts wenn einem Klassiker wie „Villa Vampiria“, „Boiling Blood“ oder „Soul Sweeper“ entgegen geprügelt werden.

Dann also Mantar. Auf der Hauptbühne. Kann das gut gehen? Ja, verdammt. Zwar hat auch ich etwas Angst, dass die große Bühne für Hanno und Erinc eine Nummer zu gewaltig wäre, aber das Sludge-Doom-Monster aus dem Norden (Bremen möchte ich als Hamburger nicht nennen) fackelte nicht lange und zeigte einmal mehr, wie brachialisch eine Zwei-Mann-Band sein kann. Hanno nutze die große Bühne geschickt und rannte wie ein Derwisch über die selbige.

Es wurde zunehmend dunkler und als der Schreiber dieser Zeilen aus dem Zelt kletterte, stellte er fest, dass a) es wohl ein Kaltgetränk zuviel war, und b) dass es langsam zu regnen begann. Quasi beste Voraussetzungen für Black Metal. Darkened Nocturn Slaughterclut liefern dazu den perfekten Soundtrack ab. Sängerin Onielar, ganz in Weiß gekleidet, kreischt wie eine wahre (Achtung!) Göttin und stellte klar, was für eine Vormachtstellung diese Band mittlerweile geniest.

Wie Stunden zuvor bei Mantar fragte ich mich, ob Urfaust auf der großen Bühne eventuell untergehen könnten. Doch weit gefehlt, das Duo nutzt die tolle Lightshow, die Dunkelheit und die einsetzende Regenflut für sich und bieten eine sehr intensive Show. Eben nur schade, dass der Regengott ein Erbarmen zeigte und dafür sorgte, dass der Platz (fast schon folgerichtig) sich leerte.

Aufgrund des starken Regens fangen Overkill knapp 30 Minuten später an und liefern ein wahres Manifest an Klassikern ab. Ob nun „Ironbound“, „I hate“ „In Union We Stand“ oder das unausweichliche „Rotten to the core“, für Abwechslung ist gesorgt und die Thrasher liefern ausschließlich Hits ab. Frontsau Bobby (immerhin fast 60) rennt ohne Unterlass über die Bühne und übersetzt den obligatorischen Rausschmeißer „Fuck You“ mit „verpiss dich“. Toller Gig.

Nüchtern betrachtet hat Abbath lediglich ein abendfüllendes Langeisen im Gepäck und beansprucht damit den Headlinerposten. Hmm, fragwürdige Entscheidung des Veranstalters, auch wenn Kollege Pandafresse mit Immortal den einen oder anderen Klassiker veröffentlicht hat. Von eben diesen Klassikern gibt es grade einmal drei Songs zu hören, und dann auch eher B-Ware („One by One“, „Tyrants“ und „All Shall Fall“). Trotz allem ein solider Gig, obwohl Overkill für viele Beobachter der wahre Headliner gewesen wären.

Freitag:

Traditionell eröffnen auf dem Party.San die Grindcore-Kapellen das Geschehen, dieses Jahr sind es Gut, und wir, das Puplikum, sind laut Aussage des Sängers Scheiße. Ja, kann man so stehen lassen. Obwohl die Band zu den Begründern der Szene zählt, geht die Post im Publikum ehr nicht so ab.

Man kann sich immer und auf jedem Festival darüber streiten, warum Band Xy diese oder jene Position im Billing inne hat (siehe Abbath), warum aber ausgerechnet Demilich als zweite Band des Tages ran mussten, bleibt fraglich. Die Finnen sieht man heutzutage viel zu selten, konnten aber die Anwesenden Beobachtern mit ihrem filigranen Death Metal begeistern. Schade nur, dass recht wenige Leute zu dieser Uhrzeit den Weg zur Bühne fanden.

Demolition Hammer mussten auch mit einer frühen Spielzeit leben, was bei vielen Gästen für Stirnrunzeln sorgte, dafür war es vor der Bühne jedoch brechend voll und es bildete sich der erste Circlepit des Tages. Kein Wunder, die Mannen um Fronter Steve Reynolds zündeten ein wahres Feuerwerk des Thrash Metals ab und man kann nur hoffen, dass die Amis nun wieder häufiger in Europa zu sehen sein werden. Passend zum Ende des Gigs fing auch wieder der Regen an zu nerven.

Kontrastreicher könnte es kaum sein, eben noch vorzüglicher Thrash Metal mit einer kleinen Asi-Note, nun klebriger Nintendo-Melo-Death aus dem Hause Kalmah. Solche musikalischen Ausreißer gibt es auf dem Party.San regelmäßig (Ghost Brigade waren jedoch beide Male ein Hochgenuss), aber vor der Bühne würde es merklich leerer und die Finnen wirkten vor dem Härtner-Publikum reichlich deplatziert.

Aber Rettung naht: die Christen-basher Vital Remains lassen sich mit einem runderneuerten Line-Up mal wieder in Europa blicken prügeln sich durch ihre 45 Minuten Spielzeit. Ob eine Wall of Death wie bei „Hammer down the nails“ tatsächlich Not tut, sei mal dahin gestellt. Dafür gibt es mit „In a world without god“ einen Ausblick auf das kommende Album und mit dem finalen Song „Dechristianize“ kein halten bei den Anwesenden Fans.

Böse Zungen behaupten inständig, dass Uada Mgla bis ins kleinste Detail kopieren. Das mag zwar optisch durchaus stimmen, aber dann hören die Querverweise auch schon auf. Die US-Blackies gehen deutlich schwedischer zur Sache, als es die großen Vorbilder aus Polen je gemacht haben und es überrascht mich, wie souverän (und mit nur dem einzigen Album „Devoid Of Light“ im Gepäck) Uada auf der großen Bühne agieren (für mich deutlich Mitreisender als Mgla an ähnlicher Position im Vorjahr). Tolles Konzert, selbst der einsetzende Regen mit seinen Dunkeln Wolken tut der Atmosphäre gut.

Bei einer Dreiviertelstunde Spielzeit muss sich eine Kapelle wie Moonsorrow schon Gedanken machen, welche Songs dargeboten werden. Die Finnen entschließen sich dazu, zwei Tracks vom aktuellen Album „Jumalten Aika“ zu spielen, dazu zwei ältere Songs und schon ist der Gig zu Ende. Hätte es nicht in Strömen geregnet, wäre dies für die Finnen einen Triumphzug gewesen, so war es lediglich ein okayer Auftritt mit epischen Songs.

Trotz bescheidenen Wetters sind viele Leute neugierig auf die Black/Thrasher Aura Noir, die eine perfekte Mischung aus Celtic Frost, Carnivore und alten Motörhead zocken. Mit drei bis zwölf Bier intus der perfekte Soundtrack auf diesem Festival.

Die Death-Metal-Walze Vader funktioniert auch bei strömenden Regen einwandfrei, so auch hier. Obwohl ich auf dem Zeltplatz Schutz vor dem Regen gesucht habe, tönten die Polen auch eindrucksvoll im hinteren Bereich. Kein Wunder, wenn Profis Knaller wie „Dark Age“, „Sothis“, und „Triumph of Death“ im Gepäck haben. In diesem Sinner: „Fuck the Rain“ O-Ton Peter.

Einen Ticken anspruchsvoller geht es anschließend bei Nile zu, die mit ihrem neuen Sänger Brian Kingsland wieder ordentlich Bock haben und zeigen, dass technischer Death Metal nicht zwangsweise nur etwas für Atomphysiker ist. Songs wie „Defiling The Gates Of Ishtar“ und „Unas, Slayer Of The Gods“ sorgten für munteres Headbangen unter dem Regenmantel.

Man durfte gespannt sein, wie die Doom-Legende Candlemass auf dem Party.San ankommen würden, aber die Schweden regelten auf dem kompletten Flugplatz. Goldkehlchen und Neuzugang Mats Leven passt wie die Faust ins Gretchen und die Fans nahmen de Doom-Göttergaben wie „Mirror Mirror“,“ Bewitched“, „The Well Of Souls“ dankend auf. Funfact am Rande: die Airline hat das Gepäck der Band vertüdelt und somit hing als Backdrop lediglich ein Shirt der Band (Kult) und die Schweden mussten sich die Instrumente von anderen Kapellen leihen. Die Metal-Family hält eben doch zusammen.

So richtig werde ich mich an singende Drummer in der Live-Situation nie gewöhnen. Aber davon abgesehen zerlegte die Kult-Truppe um Chris Reifert als Headliner die Bühne standesgemäß mit ihrem Ur-Suppen-Death-Metal. Schönes Finale des zweiten Tages.

Samstag:

Man stelle sich vor es ist Mitte August, man trägt einen dicken Pullover und eine Jacke und sitzt zitternd am Frühstückstisch auf dem Zeltplatz. Wann wird es endlich wieder Sommer, fragt man sich und öffnet das erste Bier des Tages, um warm zu werden.

Faszinierend, dass ausgerechnet zu den irischen Todesdoomern Mourning Beloved die Sonne exakt 45 Minuten scheint. Genau dieser Sonnenschein sorgt dafür, dass die Iren ihre traurige Message nicht so intensiv wie in einer Clubshow darbieten können.

So, Hände hoch, wer die Schweden Merciless noch auf dem Zettel hat. Ich hatte ernsthaft damit gerechnet, dass die Deather mindestens genau so viele Leute vor die Bühne ziehen wie Demolition Hammer am Vortag, aber Pustekuchen. Juckt den Jungs um Stjärnvind aber nicht die Bühne und bieten einen ziemlich rumpligen, aber sympathischen Auftritt hin. Auf die nächsten 30 Jahre!

Hades Almighty spielen eines ihrer wenigen Konzerte und zeigen einmal mehr, wie großartig diese Band eigentlich ist. Göttergaben wie „... Again Shall Be“, „Nemesis“ oder „The Dawn of the dying sun“ bekommt man als Black Metal Fan viel zu selten um die Ohren geschleudert und es ist eine Schande, dass Hades Almighty kaum in einem Atemzug mit Immortal, Enslaved oder Emperor genannt werden.

Die Kanadier Cryptopsy bieten Fan-Service und spielen ihren Klassiker „None So Vile“ am Stück. Grundsätzlich eine gute Sache (wenn man auf technischen-Kopfschmerz-Death-Metal steht), jedoch hat der Soundman Petersilie in den Ohren und liefert dementsprechend einen sehr fragwürdigen Sound ab.

Und schon wieder eine Zwei-Mann-Kapelle. Nach Mantar und Urfaust müssen sich nun Inquisition mit ihrem Black Metal beweisen und hier gibt es genau zwei Möglichkeiten, wie man damit umgeht: Entweder man vergöttert das Duo, oder man kann damit nichts anfangen. Ich entschließe mich für die zweite Option, gebe mir kurz die Band und mache mich dann auf dem Weg, um an den zahlreichen Ständen mein Geld für CDs und Vinyl umzutauschen.

Danke Jarne, dass du Necrophobic gebucht hast. Denn wenn eine Band wie die Faust ins Gretchen passt, dann das Schwedentod-Kommando, die passend zum Festival-Wochenende ihre neue 7“ „Pesta“ (der natürlich auch gespielt wurde) veröffentlichten. Passend zur Rückkehr des Gitarrenduos Bergebäck/Ramstedt bzw. des Ur-Sängers Anders Strokirk fällt auch die Setlist eher oldschoolig aus und bietet Raritäten wie „Spawned by Evil“ oder „Slow Asphyxiation“. Wenn das angekündigte Studioalbum ähnlich stark ausfällt wie der Appetizer „Pesta“, dann dürften die Schweden einen wahren Brocken in der Hinterhand haben.

Ähnlich wie am Vortag bei Kamos leeren sich die Reihen bei Insomnium etwas, was den Finnen aber am Allerwertesten vorbei geht und zocken ihr aktuelles Album aka neuen Song „Winter‘s Gate“ am Stück ohne Ansagen. Die dunklen Regenwolken sorgen dafür, dass die Finnen ihre intensive Lightshow ausnutzen können und unterstreichen damit ihren melodischen Death Metal, der nicht weh tut.

Deutlich rumpeliger wird es dann beim Black/Thrash-Quintett Desaster, die ähnlich stark abräumen wir Necrophobic zwei Stunden zuvor. Auch wenn die Koblenzer anfangs mit Soundproblemen zu kämpfen haben feiern die Leute vor der Bühne den Gig ab und die Band dankt es ihnen mit einer Setlist, die das komplette Schaffen umfasst.

Dann war es Zeit für eine wahre Legende: Possessed machten in Schlottheim Halt und zockten ihren Ur-Suppen-Death-Metal und die Meute vor der Bühne hatten Bock drauf. Ich finde es extrem beeindruckend, dass Sänger Jeff Becerra, der seit den frühen ´90igern Querschnittsgelähmt ist, sich diese Tortur im Rollstuhl antut und auf Tour geht. Für 2018 wurde übrigens ein neuer Longplayer auf Nuclear Blast angekündigt.

Neben Necrophobic assoziiere ich gerne Marduk zum Grundgedanken, den das Party.San inne hat: Hell is Here! Auch wenn der Gig der Schweden nicht unbedingt zu den besten der Festival-Geschichte gehört (ich fand den Auftritt vor zwei, drei Jahren deutlich intensiver), so war es auch in diesem Jahr ein Hochgenuss dem schwedischen ICE-Geballere zu lauschen. Bei keiner anderen Band wäre das abfeuern der Flugabwehrgeschütze, die seit jeher die Bühne „bewachen“ so passend, wie bei Marduk.

Nachdem Morbid Angel ihre Teilnahme am Festival wenige Wochen zuvor abgesagt haben (was ein logistischer Alptraum für einen Booker sein muss, wenn mitten in der Saison ein Headliner wegbricht) sind es nun Triptykon, die den finalen Soundtrack für die Heimfahrt liefern. Ich habe es in den letzten Jahren vor Ort beobachtet, so auch dieses Jahr: die letzte Band, egal wer, hat immer damit zu kämpfen, dass viele Gäste frühzeitig im Zelt liegen oder gar schon abreisen. Zu allem Überfluss hatte die Band anfangs mit argen Soundproblemen zu kämpfen und minutenlang und am Gitarrensound geschraubt. Zeitweise hatte man das Gefühl, dass Tom davon derbe angepisst war und dies auch am Roadie ausließ, reagierte dann aber souverän und ironisch auf die Gesamtsituation. Achja, Songs gab es auch, und davon viele Klassiker wie beispielsweise „Procreation (of the Wicked)“, „Circel of the Tyrants“ und „Morbid Tales“.

Nach dem Festival ist bekanntlich vor dem Festival. Kaum hatten wir am Donnerstag das Gelände betreten, sahen wir das Poster für das kommende Jahr mitsamt den Ankündigungen für u.a. Watain, Unanimated und Toxic Holocaust. 2018 wird gut, soviel steht jetzt schon fest.

Zeltbühne:

Es mag wohl an meinem persönlichen Geschmack liegen, aber das Angebot der Zeltbühne ist in diesem Jahr extrem vorzüglich. Lucifericon und Pighead habe ich aus logistischen Gründen zwar verpasst, dafür war ich pünktlich zum Gig von The Lurking Fear anwesend. Die Schweden zauberten erst vor Kurzem mit ihrem Debütalbum einen gekonnten Mix aus Death Metal und Crust, konnten im Zelt aber bei den meisten nicht so recht punkten, da der Sound viel zu matschig daher kam und der Bass kaum wahrnehmbar war. Dennoch machte mir dieser Gig besonders viel Spaß, wann sieht man Gestalten der frühen Schweden-Tod-Szene (unter anderem Jonas Stalhammar und die At The Gates-Recken Tompa Lingberg und Adrian Erlandsson, die paradoxerweise im letzten Jahr mit ihrer Stammformation das Festival beendeten, auf so einen kleinen Bühne?).

Nachdem im April andere Leute dafür gesorgt haben, dass Ultha nicht in Hamburg auf einem Festival spielen sollten, freute ich mich umso mehr, die Black Metaller zu sehen. Eingehüllt in tiefroten Nebel zocken die Köllner genau zwei ganze Songs, nämlich den Opener und den Rausschmeißer der aktuellen Langrille „Converging Sins“. Intensiv sie immer, aber leider auch etwas bewegungsarm stellte dieser Gig für mich ein kleines Highlight dar. Dass sich Ultha mit den Worten „viel Spaß mit Inquisition“ verabschiedeten, passte perfekt zu Situation in Hamburg.

Die Osnabrücker Death Metal-Formation Dawn of Disease veröffentlichen passend zum Party.San Open Air ihr viertes Album „Ascension Gate“ (Review gibt es hier) und spielen zeitgleich den letztes Gig des Tages auf der Zeltbühne. Das Quintett bietet einen annehmen Mix aus melodischen und brutalen Death Metal, der nicht selten an ganz frühe Amon Amarth erinnert.

Freitag:

Zugegeben: optisch war der Auftritt der Flensburger Verheerer nix. Ich möchte in diesem nie wieder die Eier von irgendwelchen Axträgern (in diesem Fall den Basser) sehen müssen. Weshalb muss man sei Instrument direkt vor unter dem Kinn platzieren? Musikalisch war aber alles schick und Verheerer boten ihre eigene Interpretation von modernen Black Metal an, den man sich schlecht entziehen kann.

Richtig beeindruckt haben mich die Belgier Kosmokrator, die mit ihrem matschigen Black Metal das halbe Zelt platt gemacht haben. Obwohl ich den Presse-Download schon lange besitze, musste nach diesem Gig der Erwerb der Vinyl einfach sein.

Es folgte eine typische Sven-Meier-Situation. Nach dem studieren des Billings beschäftigte ich mich nicht weiter mit Kringa und ging mit null Erwartungen ins Zelt. Nachdem mich die Österreicher mich ihrem Black Metal, der nicht selten an eine coole Mischung aus Darkthrone und Post-Black-Metal erinnert, derartig umgeblasen haben, wollte ich das ganze Merch kaufen. Doch diesen Gedanken hatte nach dem Gig wohl viele und ich ging komplett leer aus, was ich heute, nach dem Festival bitterlich bereue. Schließlich scheint das komplette Vinyl der Band ausverkauft zu sein.

Ähnlich die im Vorjahr bei December Nails sorgen nun Nailed to Obscurity für eine gelungene Mischung aus Todesdoom und atmosphärischen Songs, die bei vielen Leuten anzukommen scheint, da das Zelt recht voll ist (Sänger Raimund fragt augenzwinkernd, ob dies an seiner Band oder am einsetzenden Regen liegt).

Samstag:

Sehr kurzweilige 60 Minuten gab es gleich zu Beginn mit den Speed-Metal-Punks Indian Nightmare, die schon morgens um Elf Bock hatten und den perfekten Einstieg in den finalen Tag boten.

Blood of Seklusion bieten straighten Death Metal, der auf einem Festival immer gut funktioniert. Besonders dann, wenn Boss HM-2 Bands in diesem Jahr ehr in der Minderheit vertreten sind. Übrigens feiern die Italiener auf dem Party.San Open Air die Veröffentlichung ihrer neuen Scheibe „Servants Of Chaos“ (Review hier).

Noch eine Spur straighter auf die Glocke gibt es dann von den Kollegen Atomwinter, auf die sehr viele Beobachter Bock hatten.

Auf Krater hatte ich derbe Bock, ihr aktuelles Album „Urere“ ist grandios, doch leider können die Sachsen die Intensität der Scheibe in der Live-Situation nicht aufrechterhalten.

Wie so oft kommt das Beste zum Schluss. Nachdem die Bandmitglieder von Humiliation seit Donnerstag in direkter Nachbarschaft gezeltet haben und sich gefühlt jede Band auf dem Festival angesehen haben, durften die Death Metaller als letzte Band des Tages (und des Festivals) auf die Zeltbühne. Ihr Death Metal walzt ähnlich wie die großen Vorbilder von Bolt Thrower alles, aber auch alles nieder und das Zelt ist zum bersten voll. Wahrlich ein Highlight des Festivals.

Sven Meier

Party.San Open Air 2016

party.san 2016 neu immolatonParty.San Open Air 2016

Es ist jedes Jahr ein innerliches Blumenpflücken, wenn man die Tore des Part.San Festivalgeländes („Hell is here“) durchschritten hat und man merkt, dass sich hier nichts, aber auch gar nicht verändert hat. Auch wenn es ein alberner Klischeespruch ist, aber hier hat man das Gefühl, bei Freunden angekommen zu sein, ein paar Tage mit dem einen oder andere alkoholischen Getränk langhaarige Beatmusik zu lauschen und dabei einfach nur Mensch zu sein.
Auch in diesem Jahr klappte mit der Organisation alles wie am Schnürchen, die Bandauswahl versprach einiges und die Stimmung war immer Top. Mit anderen Worten: so geht Festival! Auch wenn das Wetter nicht immer mitspielte, (in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag soll es bitterlich kaltgewesen sein) und auch die Bierpreise moderat angezogen wurden, entpuppte sich das 17. Festival als voller Erfolg und wir zählen schon die Tage, bis endlich wieder heißt: Hell is here.
Achja, auf ein Riesenrad wurde auch dieses Mal verzichtet.

Auf dem mehrstündigen Weg aus dem Norden der Republik nervte ich meine Begleiter nicht nur einmal damit, dass ein Tageshighlight mit Mörk Gryning bereits am frühen Nachmittag auf der Bühne stehen sollte und diese wollte ich partout nicht verpassen (beziehungsweise den Vinyl-Re-Release der Debütscheibe zeitnah verhaften). Die Realität sah dann doch etwas anders aus: da dachten wir, dass wir pünktlich losgefahren sind, brauchten für die knapp 350 Km dann doch mehr, als ursprünglich gedacht. Beim Zeltaufbau und den ersten alkoholischen Kaltgetränken lieferten die Schweden mit ihrem schwarzangehauchten Elchtod den perfekten Soundtrack. Laut Augenzeugenberichten haben wir optisch jedoch kaum etwas verpasst.

Gruesome aus dem ehemaligen Death Metal Mekka Florida waren dann die erste Band, die ihr wahrhaftig und in Farbe auf der Bühne sahen, und diese hatten mit ihrem Death-Death-Metal leichtes Spiel, die neugierige Menge zu begeistern.
Da ich Tribulation auf der vergangenen Tour mit Grave Pleasure leider verpasst hatte, war ich dementsprechend neugierig, was die Schweden mit dem aktuellem Album in der Hinterhand live bieten können. Einiges, wie ich finde. Auch wenn mich das gebären vom Gitarristen Adam Zaars anfangs etwas irritierte, können die neuen Songs auch bei Tageslicht auf der Bühne ihre Wirkung entfalten.
Im Zelt, wo an diesem Abend erstmalig eine War-Anthem-Records –Labelnacht stattfand (Graveyard aus Spanien verpasste ich leider. Schande auf mein Haupt, da die Jungs extrem sympathisch sind und alle drei Tage auf dem Gelände hausten...) zockten die Elchtöter LIK für mich DEN Gig des Festivals. Mit einer unglaublichen Spielfreude zockten die Schweden ihren Dismember-Gedächtnis-Metal, als wenn es kein Morgen gibt. Für mich im Augenblick die beste Schwedentodband auf diesem Planeten. Wird Zeit, dass die Jungs mit ihrem zweiten Album um die Ecke kommen.
Die nächste Dampfwalze kam in Form von Necros Christos, die ihren mächtigen Death Metal mit der einsetzenden Dunkelheit perfekt in Szene setzen konnten. Auch da werden die Rufe nach einem neuen Studiowerk (auch wenn es angeblich das letzte sein soll) immer lauter.
Auf Arcturus hatte ich mich im Vorfeld sehr gefreut, da die Norweger nun mal nicht an jeder Steckdose spielen, aber irgendwie wollte der avantgardistische Black Metal nicht so recht zünden. Auch wenn einige Bandmitglieder (immerhin sind Leute von Mayhem und Borknagar am Start) gehörig Bühnenerfahrung besitzen, merkte man es der Band schon an, dass in der Bandvita bislang recht wenige Gigs zu finden sind.

Ein völlig anderes Bild boten dann die Polen Mgla, die extrem sporadisch zu Werke gehen, nur ihre Songs für sich sprechen lassen und null Ansagen machten. Diese Intensivität dieser arg simplen Songs ist einfach nur magisch.
Auf die nachfolgenden Obituary hatte ich richtig Bock, da deren US-Death Metal für ein Festival wie dem PSOA wie gemacht ist und die Amis zockten nur Hits. Beispiele gefällig? „Redneck Stomp“, „Intoxicated“, „Chopped In Half“ und „Slowly We Rot“. Angeblich soll John Tardy Probleme mit der Stimme gehabt haben, was wohl nur die wenigsten mitbekommen haben. Ich sage nur URRAAGHHH...

Mit den Brite Paradise Lost folgte der erste Tagesheadliner, und dieser war nicht unumstritten bei den Besuchern. Verständlich, da Nick Holmes in der Livesituation selten als mitreißend gelten und schon so manchen lustlosen Gig runterzogen. Neugierig war ich jedoch schon, wie das Gothic-Schlachtschiff sich auf einem Härtner-Festival schlägt und hatte leichte Hoffnungen, dass sie wie auf dem Roadburn das komplette „Gothic“-Album spielen würden, was sie allerdings nicht taten und lieber eine bunte Mischung ihres Schaffens darboten. Nick Holmes war allerdings zu scherzen aufgelegt und meinte beim einsetzenden Regen, dass es morgen bei Carcass wahrscheinlich schneien würde. Ganz unrecht hatte der gute Mann jedoch nicht, da er öfters seine Hände an den Feuerfontänen wärmte. Komischer Anblick, auf einem Festival Mitte August.

Tag 2:

Etwas, worauf (zumindest ich) auf Festivals gerne verzichten kann: morgens um 6 Uhr vom Regen geweckt zu werden, der ohne unterlass aufs Zeltdach prasselt.
Den Anfang machen Spasm, die mit ihrem Grindcore und der dazugehörigen Verkleidung (der Sänger trug so ne Art Phantom der Oper-Gedächtnis-Maske) mir gehörig auf den Sack gingen. Aber so ist das nun mal, mit den Traditionen auf dem Party.San...

Passend zum trüben Wetter folgte mit Isvind traditioneller Black Metal, der irgendwo zwischen Gorgoroth und Darktrone angesiedelt ist, das krasse Gegenprogram, woraufhin viele neugierige Nasen Bock hatten.
Die Russen von Katalepsy haben danach ganz Schlotheim den Arsch mit ihrem Brutal Death Metal versohlt, obwohl Sänger Igor Filimontsev optisch gnadenlos durchs PSOA-Raster fällt (Stirnband mit einem megagrössen Hockey-Shirt gekleidet).
Die US-Todesthrasher Goatwhore haben Bock auf große, breitbeinige Posen, jedoch bieten die Songs nicht die gewünschte Wirkung und bleiben bei dir etwas farblos hängen.
Ein ganz anderen Bild boten die Schweden Wolfsbrigade, die ihren Motörhead-mäßigen Asi-Crust schön räudig rüberbrachten und zockten dabei natürlich auch die eine oder andere Wolfpack Nummer. Spätestens nach dem alles vernichtenden „Living Hell“ und dem nicht minder geilen „Enter the Gates“ waren alle anwesenden wach.
Mindestens um drei Welten anspruchsvoller ging es mit den Münchener Obscura weiter, die mit ihrem technischen Death Metal bei den anwesenden Musikern für offene Münder sorgten. Zwar ist auch deren aktuelles Werk „Akroasis“ ein weiteres Album, dass man sich Abends gemütlich unter Kopfhörern erarbeiten muss, aber für die Live-Situation leider nur bedingt zu empfehlen.
Man kann heutzutage schon von einem kleinen Bölzer-Hype sprechen (das kann man nun gut oder eben weniger gut finden), Fakt ist aber, dass die dargebotene Songs (inkl. zwei neuer Songs vom Debütalbum (hier noch mal der Hinweis zum Hype – eine Band, die nicht mal das erste richtige Album vorzuweisen hat, spielt auf der Hauptbühne)), zwar zünden, aber ein Dou auf der großen Hauptbühne optisch nun mal wenig her macht. Da gefielen mir die Gigs auf kleinen Bühnen in der Vergangenheit besser.
Dass Angelcorpse abräumen würden, stand außer Frage. Die Frage war nur, wie sehr? Ich für meinen Teil war schwer begeistert vom Gig der US-Deather, der intensiv auf massiv rüber kam. Aber mit Tötungsmaschinen wie „Wolflust“, „Lord of the Funeral Pyre“ im Gepäck kann man schwer etwas falsch machen.
Testosteron gesteuerten Blackthrash lieferten danach die Australier Deströyer 666 ab, die gewohnt abräumten und ihre Führungsposition im Genre einmal mehr unterstrichen. Für den Gänsehautmoment des Tages sorgte das Selim Lemouchi und Jon Nödtveidt gewidmete „Tamam Shud“, dass Deströyer 666 zusammen mit Leuten von Bölzer performten. Schöne Aktion.
Wie in jedem Jahr gibt es auch 2016 wieder einen musikalischen Totalausfall zu verzeichnen, und dieser nennte sich Equilibrium. Sorry, lieber Veranstalter, ich verstehe zwar, dass ihr immer etwas Abwechslung bieten möchtet, aber diese Schunkelbands wie die eben genannten oder Ensiferum sind so meilenweit vom Festivalgedanken weg, dass es fast schon wehtut.
Nach diesem „Genuss“ tat eine Band die Dying Fetus umso mehr gut. Alter, dass, was das Trio zur besten Festivalzeit abfeuerte, ist schwerlich in Worte zu fassen. Wer solche Abrissbirnen wie „Grotesque Impalement“ abfeuert, kann nicht von diesem Planeten kommen. Da muss echt bald eine neue Platte her, Jungs.
Vor einigen Jahren war ich in Wacken zu Gast (ja, ich weiß...) und damals regnete es tagelang in Strömen. Die Stimmung war mies, die Bands lausig, einzig die damaligen Tagesheadliner Machine Head konnten das Blatt zum guten wenden und pflückten den Acker von links nach rechts. Ähnliches konnten in Schlotheim Exodus von sich behaupten (auch wenn die Stimmung nicht mal ansatzweise mies beim Party.San war, ich wollte es nur mal bildlich verdeutlichen). Mit Thrash Metal habe ich wenig am Hut und das gebären vom Ex-Sänger nervte mich in er Vergangenheit öfters, daher war ich sehr überrascht, wie geil doch bitte dieser Auftritt der Amis war. Auch wenn Gary Holt seine Kohle momentan bei Slayer verdient, so wurde er adäquat von Kragen Lum ersetzt, der zusammen mit Lee Altus ständig auf der Bühne unterwegs war und rassiermesserscharfe Riffs ablieferte. Einzig die magere Spielzeit von nur knapp 45-Minuten war eine Frechheit.
Ich hätte nach diesem Inferno sicherlich keinen Bock mehr auf die Bühne zugehen, aber dennoch konnten die Tagesheadliner Carcass auch diesen Gig mit Bravour bestehen. Mit besten Sound ausgestattet servierten die Nicht-mehr-so-ganz-Grinder eine bunte Mischung aus seeligen „Symphonies of Sickness“-Tagen, dem kommerziell erfolgreichsten Werk „Heartworks“ sowie Songs aus dem aktuellem Album, dass Live um einiges roher und damit besser zur Geltung kommen als in der heimischen Anlage. Aber egal, welchen Track Carcass aush spielten, alle warteten es nur auf die Metalla-Erkeunngshyme „Heartworks“, und da gab es für alle kein Halten mehr. Nagut, einige Hardliner tranken lieber ihr Bier, aber insgesamt ein cooler Ging und ein würdiger Abschluss es zweiten, wettertechnisch ehr mäßigen Tages.

Tag 3.

Nach zwei Tagen endlich Sonne satt und das auch schon in den frühen Morgenstunden. Das nenne ich mal Festivalwetter. Als erste Band des Tages durften Rectal Smegma mit ihrem Porngrind nerven. Sorry Leute, das will einfach nicht in meinen Schädel, weshalb man zu solchen Sounds sich völlig zum Obst macht und zum Teil sogar mit Gemüse in den Pit steigt. Ne, nix für meines Vaters Sohn.
Die Thrasher von Iron Reagan hatten danach mit ihren Slayer-Riffs leichtes Spiel. Fronter Tony Foresta, der auch bei Municipal Waste in Mikro grölt, stachelt die Meute oft zu Cirlce Pits an und als besonderes Schmankerl findet sogar ein Cannibal Corpse-Cover („A Skull Full Of Maggots“) seinen Weg in die Setlist. Schöner Gig.
Als ein richtiges Black Metal Highlight entpuppten sich die Norweger Svarttjern, die mit HansFyrste einen vorzüglichen Fronter in ihren Reihen haben und trotz gefühlten 39 grad eine eise Atmosphäre erzeugten konnten.
Im Vorfelde der Sulphur Aeon Show hatte ich leichte bedenken, ob die Death Metaller bei Tageslicht überhaupt funktionieren würden. Da das Wetter an den andere beiden Tagen wie geschaffen war, um eine passende Atmosphäre zu erzeugen, „musste“ ausgerechnet heute die Sonne bis zur Schmerzgrenze scheinen. Macht aber nichts, da Songs wie „Diluvial Ascension – Gateway To The Antisphere“ pechschwarz daher kommen und das komplette Gelände in beschlag nehmen. Ich könnte mir vorstellen, dass Sulphur Aeon einen Besucherrekord für diese Uhrzeit aufgestellt haben.
Dass die Macher vom Party.San auch neueren Bands eine Chance geben, ist grundsätzlich nichts neues. Daher verwundert es nicht wirklich, dass die Griechen Suididal Angels (gut, die sind schon etwas länger am Start) auf der Hauptbühne stehen und ihren Thrash Metal zum Besten gegeben. Mir sagt der Sound der Griechen zwar wenig zu (ich kann eben mit diesen neuen Thrash Metal Kapellen wenig anfangen), dennoch bekommen nicht wenige Schaulustige eine neue Frisur geföhnt.
Die nachfolgenden Memoriam sind ein besonderer Fall für sich. Auf der einen Seite kann ich das Interessere der Fans und Medien schon verstehen, da immerhin gestandene Musiker am Werke sind und – wenn wir mal ehrlich sind – das Ende von Bolt Thrower wohl bald kommen wird. Daher wäre eine Quasi-Nachfolgetruppe schon wünschenswert. Auf der anderen Seite kann man das Getue um die Briten schon als nervig empfinden, da die Jungs ohne eine Note abgeliefert zu haben einen Deal mit dem Branchenriesen Nuclear Blast abgeschlossen haben. Drauf geschießen, denn was zählt, ist die Musik. Tja, und auch da ist das weder Fleisch und so richtig Fisch. Wenn man mal von den gekonnten Coverversionen von Bolt Thrower und Sagrilige abzieht, bleibt unterm Strich solide Death Metal Kost, die leider nie und nimmer an die alten Stammformationen von Karl Willets und Co. heranreichen. Selbst das Stageaction kam sehr schüchtern rüber, aber da könnte noch Lust nach Oben sein, da dies erst der zweite Gig der Formation gewesen ist.

Ups, was war denn das? Ausgerechnet bei niemand geringerem als Immolation darf man vom schlechtesten Gig des gesamte Festivals sprechen. Schade, da die US-Deather bekanntlich für intensive Shows bekannt sind, Aber was soll man machen, wenn Rhythmusgitarrist Bill Taylor aus familiären Gründen nicht dabei sein kann und der Sound eine absolute Frechheit ist. Hinzukommt, dass selbst der Gitarrensound komplett ausfällt und somit Klassiker wieder „Despondent Souls“, „Father You´re Not A Father“ oder „Dawn Of Possession“nur schwer zu erahnen ist.
Verwunderlich, dass die Norweger Taake eine so hohe Position auf dem Festival haben, geht doch so langsam die Sonne unter und es sollte eigentlich die Zeit der hochkarätigen Bands sein. Dies sind Taake, bzw. deren Mastermind Hoest jedoch nicht. Das Dargebotene mag zwar ganz okay sein, aber so richtig vom Hocker hauen die Norweger nicht. Hinzukommt, dass Hoest sich mit den Worten „allahu akbar“ von der Bühne verabschiedet.
Ähnlich wie Exodus am Vortag räumten Wodos, äh Sodom gehörig zur besten Spielzeit ab. Kein Wunder, wenn die Band einen Klassiker nach dem andere („Ausgebomt“, „Outbreak of Evil“, „The Saw is the law“) zockt, nebenbei ein paar neue Tracks bringt und nebenbei ein neues Alum angekündigt.
Naturgemäß haben es Headliner am letzten Festivaltag immer etwas schwer (viele Gäste sind schon abgehauen, liegen in ihren Zelten und verdauen die vergangenen drei Tage) und somit fand ich es etwas Schade, dass ausgerechnet meine Leib und Magen-Band At The Gates die Ehre zuteil wurde, das Festival zu verabschieden. Fronter Tompa dankte sich mehrfach, dass dennoch viele tausende Besucher sich vor die Bühne gesellt haben und Bock auf melodischen Schwedentod haben. Und ob sie das hatte. At The Gates boten einen bunten Straus an Melodien und eine gelungene Mischung aus alten und neuen Songs. Richtig cool, dass der Klassiker „Kingdom Gone“ Jon Nödtveidt gewidmet wurde, der heute vor 10 Jahren aus dem Leben schied. Alles in allem eine sehr gelungene Vorstellung.

Zeltbühne:

Mit den Wolfsburgern Cryptic Brood wurde am Donnerstag die Zeltbühne eröffnet und zockten zum größten Teil neues Material aus ihrem Album, das hoffentlich bald veröffentlicht werden soll.
Richtig finster wurde es bei Vidargängr, die mit stimmungsvolles Licht und gefühlt 344 Kerzen auf die Bühne gingen und vier schwere Black Metal Kracher zum Besten gaben.
Komisch, da dürfen Vormittags auf der Hauptbühne Spaß-Grind-Bands nerven, während im Zelt Implore zeigen, wie Grind wirklich sein soll. Nämlich intensiv, authentisch und meilenweit vom Spaß entfernt. Gute Show einer coolen Truppe, die ihr unbedingt anchecken solltet.
December Noir konnten ihr Heimspiel und die gleichzeitige Release-Show zum großartigen neuen Album „Forsaken Earth“ als vollen Erfolg verbuchen. Perfekte Atmosphäre, schönes Licht und ein toller Sound.

Da das Wetter an diesem Samstag endlich besser wurde, besuchte ich die Zeltbühne erst wieder, als die Deather Metaller Weak Aside ihren Old-School Sound, der erfrischender Weise mal NICHT nach Schwedentod erinnert, anboten. Simpel, aber höchst effektiv zockten die Emdener um die ehemaligen Dew-Scented Rhythmusfraktion ihren Todesmortel.

Sven Meier

Party.San Open Air 2015

party.san final 2015Hell is Here – das Motto des Party.San Open Airs passte in diesem Jahr wie die Faust ins Gretchen. Auf anderen Festivals der Saison spielte das Wetter verrückt, bescherte den Besuchern Monsunartige Regenschauer oder Stürme, während auf dem Flugplatz in Schlotheim die Sonne erbarmungslos schien. Sogar die 40 Grad-Grenze wurde überschritten und es grenzt an ein Wunder, dass nur wenige Besucher damit zu kämpfen hatten.

Man kann es drehen und wenden wie man will, Fakt ist, dass sich das Party.San Open Air immer mehr zum Non Plus Ultra Festival entwickelt. All das, was man bei anderen Events bemängelt, findet in Schlotheim einfach nicht statt. Neben der coolen Location ist es diese Fanfreundlichkeit, die das Party.San zu einem besonderen Festival macht. Bestes Wetter (okay, dafür können die Veranstalter nix), konstante Bierpreise bei 2,50 € für das "immer bis an den Rand volle" 0,4l Köstritzer und eine kulinarische Vielfältigkeit, die sich positiv von dem „Bratwurst & Pommes" Dschungel abhebt (Tipp: besucht nächstes Jahr unbedingt den Afghanen). Um es kurz zu machen: beim Party.San Open Air hat man als Besucher am Ende nicht das Gefühl abgezockt zu werden, sondern bei Freunden eine coole Zeit zu verleben. Boah, das hört sich nun verdammt schwülstig an, musste aber mal gesagt werden. Achja: ein paar Bands haben auch gespielt. Eine ganze Menge sogar, her we go:

Tag 1:

Mit den Schweden Degial kommt gleich zu Beginn des Festivals ein kleines Juwel zum Vorschein. „Gesegnet“ mit einem grottenschlechten Sound (der aber wie Arsch auf Eimer passt) führen die vier jungen Buben, fast ohne Ansagen durchs Black/Death Metal-Programm. Gleich sechs neue Song vom kommenden Album kredenzen uns die Schweden und ich neige dazu, dem zuständigen Promoter, der ebenfalls vor Ort ist, anzubetteln, mir baldmöglichst die Promo zu „Savage Munity“ zu schicken.

Die Landsmänner von Morbus Chrom leiden jedenfalls mehr als Degial unter dem schlechten Bühnensound (weshalb die Band auch mit eine halbe Stunde Verspätung anrückt), was besonders schade ist, da Song wie „Ripening Life“ oder „Aurora In The Offing“ sehr undifferenziert aus den Boxen kriecht. Dennoch gefiel den meisten der anwesenden der Gig und die Schweden wurden mehr abgefeiert als auf der letzten Tour, auf der sie als Anheitzer von At The Gates unterwegs waren.

Das Backdrop das Jahres hängten sich die Chaoten von Mightnight auf die Bühne. Minimalistisch und vielleicht zwei Meter breit, musste man schon direkt vor der Bühne stehen, um den Bandnamen lesen zu können. Mightnight, die erst vor wenigen Monaten in Hamburg ihren Headliner Gig aus Bock nach knapp 40 Minuten abbrachen, zockten in Schlottheim sogar drei Minuten weniger. Macht aber nix, denn die Meute vor der Bühne feierte den Black/Thrash-Mix nach Venomscher-Art regelrecht ab. Lediglich das verbrennen des Basses bescherte einigen anwesenden Musikern Bauchschmerzen, die es einfach nicht verstehen können, weshalb ihre Kollegen ihre doch recht teuren Instrumenten zerstören möchten. Aber das ist eine andere Geschichte...

Schande über mich, aber Nuclear Assault waren mir bislang nur vom Namen her ein Begriff und hatte mich in der Vergangenheit nicht wirklich mit den Thrashern befasst. Obwohl der Gig beim PSOA wahrlich gut war, verspürte ich dennoch nicht das Verlangen, mich zukünftig mit den Amis zu beschäftigen. Metalrentner Dany Lilker zum Trotz...

Obwohl das neue Album der deutschen nicht-mehr-so-ganz-Black-Metal Fraktion Secrets Of The Moon noch nicht erschienen ist, munkelt man in Fachkreisen, dass die neue Scheibe einen kleinen Stilbruch aufzeigen wird. Jedenfalls spendierten die Osnabrücker zwei neue Track aus dem kommenden Album „Sun“ und ja, diese klingen introvertierter, fremdartig, aber auch sehr interessant und fügen sich trotz ihrer Andersartigkeit perfekt ins ansonsten ehr schwarzmetallische Korsett der Band ein. Als Überraschungs- und Party.San-Stammgast in Personalunion durfte bei ‚Luzierfer Speak’ Maroon-Frontturner André ins Mirko brüllen. Guter Gig.

„Junge, was für eine Walze war das denn eben?“ – Kommentar eines Festivalbesuchers, der sich soeben The Ruins Of Beverast gegeben hat. Ja, mein Freund, genau so kann man es beschreiben. Die Kompositionen vom Bandkopf Meilenwald sind mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, aber eines kann man mit Bestimmtheit sagen: es klingt immer intensiv. Unterstrichen wurde dieser Triumphzug mit fetten Nebel, spartanischem, aber sehr wirkungsvollen Licht und den besten Sound des gesamten Wochenendes. So nämlich.

Als ähnlich intensiv kann man den Auftritt der Iren Primordial bezeichnen, die, - so böse Zungen berichten – langsam zur Alan Averill-Show – verkommen. Kann man so sehen, muss man aber nicht. Fakt ist, dass Fronter Alan die Songs seiner Truppe wahrlich verinnerlicht hat und diese mit großen Gesten, wenn auch sehr theatralisch aber dafür hingebungsvoll, ausdrückt. Und die Songs? „All Empires Fall”, “The Coffin Ships”, “No Grave Deep Enough”, “Gods to the Godless”, “As Rome Burns” - die Jungs haben beinahe alles gespielt, was ich auf eine Best-of hauen würde. Schönes Konzert, das einmal mehr unterstreicht, welchen Stellenwert diese Band aktuell in der Szene hat.

Schade, dass ausgerechnet beim Tagesheadliner Behemoth die PA aufgrund der fast schon unmenschlichen Hitze ihren Dienst quittierte und sich der Soundcheck folgerichtig in die Länge zog. Das hatte leider zur Folge, dass der Sound vor der Bühne nur an wenigen Plätzen wirklich annehmbar bis gut war (ich bin tatsächlich während des Gigs ständig unterwegs gewesen) und zum echten Ärgernis wurde. Nergal und seine Spießgesellen hätten den Gig ihres Labens spielen können, der Sound hätte alles zu Grunde gerichtet. Aber genug davon. Behemoth zeigten sich vom schlechten Sound unbeeindruckt und zeigten in Schlotheim einmal mehr, auf welch beängstigendes Niveau die Polen mittlerweile sind. Für einige vielleicht schon eine Spur zu perfekt, für mich genau die richtige Mischung aus Perfektion und Authentizität, um sich nicht völlig dem Mainstream anzubiedern. Es wurden ständig Fackeln angezündet, umgedrehte Kreuze brannten, die Musiker wanderten mit Masken auf der Bühne herum und Nergal sparte nicht mit großen Gesten und Posen. Obwohl man die Songs des immer noch aktuellen Werkes „The Satanist“ irgendwie nicht tot hören kann, wäre ein neues Album in der jetzigen Situation eine höchst spannende Angelegenheit. Also los: husch, husch – ab ins Studio.

Tag 2:

Grindcore und ich werden keine Freunde. Auch wenn der Party.San-Grindcore-Frühsport seit einigen Jahren zum Kult ernannt wurde, kann und will ich es einfach nicht verstehen, dass sich eine Horde verkleideter Freaks – unter anderem sah man Batman, ein riesen Schwanz und ein Typ im Borat-Bikini – zu den Klängen einer Gindcore-Kapelle – dieses Mal zu den Klängen der Schöngeister von Cliteater – komplett zum Obst macht und austickt. Wollen wir hoffen, dass diese Nasen die selbige nicht zu den Ereignissen in Wacken rümpfen.

Das quasi Gegenstück dazu zeigten danach die Schweden von Vanhelgd, die mit ihren traditionellen Mix aus Black/Death-Metal und ernsten Mienen bei gefühlten 40 Grad zugegebenermaßen einen etwas schweren Stand hatten und etwas hüftsteif agierten, aber besser funktionierten als am Tag zuvor Degial.

Gehennah – nicht zu verwechseln mit den Norwegen ohne „H“ – sind wieder am Start und bereichern die Szene mit ihrem feingeistigen Rumpel-Thrash Metal. Während die Sonne erbarmungslos scheint, heizten die Decibel Rebels mit Perlen wie “Say Hello to Mr. Fist”, “Bulldozer”, “Under the Table Again” oder “Four Knuckle Facelift” noch zusätzlich ein. Dazu ein oder zwei kühle Biere in der Flosse und man ist im Rock N Roll Himmel.

Dunkel erinnere ich mich, dass PSOA-Stammgast Martin van Drunen im letzten Jahr nicht auf dem Flugplatz gesehen wurde, dafür reiste er nun mit quasi zwei Kapellen an, wobei der mit den hier besprochenen Soulburn kaum etwas zu tun hat (dafür aber die restlichen Musiker und irgendwie muss man ja die Kurve kriegen...), die selbige sich aber sehr nah, wenn auch reduzierter und noch primitiver am Death Metal-Flaggschiff Asphyx bewegt. Mit Twan van Geel besitzen Soulburn sogar einen exzellenten Frontmann und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass mir genau diese Kapelle um Chefdenker Eric Daniels mehr gibt, als der Rest aus dem van Drunen-Dunstkreis (Hail of Bullets, Grand Supreme Blood Court du eben Asphyx).

Deserted Fear haben es in nur wenigen Jahre und mit zwei Alben aus der FDA Rekotz Talentschmiede in der Hinterhand geschafft, sich als neue Helden am Death Metal Himmel zu etablieren. Manch einer bezeichnet den Sound der Thüringer ketzerisch als „Kumpel Death Metal“,was sicherlich auch nicht so ganz falsch ist, da Deserted Fear weder weh tun, noch sonderlich orthodox daher kommt, sondern einfach funktionieren. Klar, die Studiowerke der Band sind mir auch eine spur zu steril, aber in der Livesituation entfachen Deserted Fear zu wahrer Größe und so auch in Schlotheim, wo sie erstmalig auf der Hauptbühne spielen und anstatt grimmig zu schauen wird 45 Minuten lang gegrinst. Lediglich der hohe Einsatz der Flammenwerfer und der Pyrotechnik hätte man sich um 16.30Uhr und bei 40 Grad im Schatten sparen können.

Postmortem, die Kollege Hemmer regelmäßig abfeiert, können bei mir irgendwie nicht so recht zünden. Zwar machen die vier Berliner alles richtig, was man eben so richtig machen kann (schön stumpfen Death Metal zocken). Vielleicht ist es einfach nur zu heiß, um sich derlei Klängen zu erfreuen.

Mit Melechesh kommt nach Primordial und Behemoth die dritte Band, die gekonnt den Spagat von Underground und Mainstream so gekonnt gemeistert hat, dass auch Underground-Papst Fenriz kein Grund zum Meckern findet. Frontmann Ashmedi, ein ähnlich charismatischer Typ wie eben Alan oder Nergal, fühlt sich bei den tropischen Temperaturen merklich wohl und vollzieht mit seinen Mannschaft eine Sternstunde ins Sachen ausdruckstarken Death Metal, der vielleicht einigen Festivalbesuchern zu technisch geraten ist.

Ob Agalloch auf einer großen Bühne, dazu noch am heiligsten Tag funktionieren würden, war fraglich. Da aber die Band für das PSOA ihre ehr härteren Nummern wie „Dark Matter Gods“, „Limbs“ sowie „Hallways of Enchanted Ebony“ und „Into the Painted Grey“ im Gepäck hatten und ansonsten auf sonstigen Schnickschnack wegließen, konnte auch dieser Gig als Erfolg verbucht werden und eine willkommene Abwechslung.

Old School as fuck gab es dann von unsern westlichen Nachbarn Asphyx auf die Ohren. Frontschwein Martin van Drunen führte souverän (wenn auch nicht mehr so ganz nüchtern) durchs Programm und machte viele Ansagen auf deutsch, was positiv aufgenommen wurde. Kracher wie „Last One on Earth“, „Wasteland of Terror“ und „The Rack“ gespielt. Aber auch die neuen Sachen wie „Death the Brutal Way“, „Deathhammer“ und „Scorbutic“s hauten mächtig auf die Zwölf. Im übrigen war diese Show eine der ersten mit Neu-Drummer Stefan an den Kesseln, den wir alle von Desaster kennen und schätzen.

Wenn Bloodbath einige ihrer wenigen Shows spielen, wird es voll. So auch in Schlotheim. Mit Nick Holmes von Paradise Lost haben die Schwedentöter prominenten Zuwachs in ihren Reihen, der nicht nur Applaus geerntet hat. Für mich klingt sein Gesang auf der aktuellen Scheibe zu dünn, zu krätzig, aber in der Livesituation funktioniert seine performance umso besser. Songs wie „Do you die“, „Breeding Death“ oder „Iesous“ gehen einfach immer. Lediglich ein blutüberströmter Homles in der Priesterrobe schaut etwas gewöhnungsbedürftig aus.

Jedes Jahr gibt es auf dem PSOA einen kleinen musikalischen Ausfall zu verzeichnen. Während im letzten Jahr die Finnen Korpiklaani auf der Hauptbühne nervten, sind es in diesem Jahr ihre Landsmänner von Ensiferum, die mit ihrem Humpa-Party-Gedöns auf sich aufmerksam machen möchten. Alles ganz nett, aber viel zu harmlos und wirkten deplatziert. Aber irgendwann muss man ja auch mal Getränke ordern...

Den Headlinerposten haben heute Cannibal Corpse inne und demonstrieren mit einem mächtigen Sound (und das mit einem minimalen Soundcheck, Grüße an Behemoth) einmal mehr, wie gut der technisch höchstanspruchsvolle Death Metal, der aber immer nachvollziehbar ist, live funktionieren kann. Die Musiker haben zwar alle einen Bewegungsradius, der auch auf einem Bierdeckel passt. Macht nix, da Fronter Corpsegringer alles mit seinem Dauerpropeller niedermacht. Songauswahl? Bitteschön: ‚Sentenced To Burn“, „I Cum Blood“, „Evisceration Plague“ und das obligatorische „Hammer Smashed Face“.

Tag 3:

Nachdem die Sonne an den letzten beiden Tagen erbarmungslos schien, wurden wir durch prasselnden Nieselregen geweckt. Zwei Tage Festival und so langsam merkt man es in den Knochen (jaja, wie gehen alle streng auf die 40 zu!) und sind erst nach einem ausgiebigen Frühstück auf das Gelände gefahren...

..und schafften es grade noch so, uns Winterfylleth zu geben, die nicht selten an Agalloch erinnern, aber einen deutlich schlechteren stand haben, als ihre Genrekollegen. Der Post-Metal der Britten funktioniert bei gefühlten 40 Grad einfach der suboptimal und auch optisch (Baseballcap, Baggyjeans) passt irgendwie nichts zusammen.

Von ganz anderem Kaliber sind die Brüder von Krisiun, die mit ihrem Präzision-Death-Metal wie die Faust ins Gretchen zum Party.San passen. Die Brasilianer, die einen Tag zuvor erst ihre neue Scheibe veröffentlicht haben, legen los wie die Feuerwehr und begeistern das Publikum mit Krachern wie „Scars of the Hatred“ und „Ways of Barbarism“. Bonuspunkte gibt’s in jedem Fall für Moyses und sein rotes Priest-Shirt!

Punkt 17.30 Uhr laden Toxic Holocaust (die mir seit ihrem Gig von vor zwei Jahren an gleicher Stelle sehr ans herz gewachsen sind) zu einer gemütlichen Runde Thrash Metal ein und siehe da: das Party.San Volk hat auch Bock auf die Amis und es entstand der größte und härteste Moshpit des Festivals . Kein wunder, wenn man musikalische Atombomben wie „Nuke The Cross“ und „Bitch“im Gepäck hat.

Völliges Kontrastprogramm bieten dann die Griechen Rotting Christ an, die zum ersten Mal auf dem Festival zu Gast sind. Kaum eine Band hat so viele verschiedene Stilwechsel innerhalb es härten Metalls (angefangen als Black Metal Band, dann nen Abstecher in die Gothen Ecke um dann beim Todesstahl zu landen, der nicht selten an atmosphärische Behemoth erinnert) zu verzeichnen wie die Hellenen. Mir ist das Ganze, trotz einiger starken Songs eine Spur zu statisch und wandere lieber zur Zeltbühne.

Auf Ghost Brigade, die vermeintlich softeste Band des Festivals, freute ich mich wie ein Schnitzel. Vielleicht auch deshalb, weil die Finnen mit ihrem etwas ruhigeren Sound eine willkommene Abwechslung bieten – und die wurde auch dankbar angenommen. Zwar wird Fronter Manne in diesem Leben eine Rampensau mehr, aber wenn juckt es, wenn man so ausdrucksstark singt wie eben jener Kerl. Vor der Bühne ist es zwar nicht übermäßig voll, ich hingegen bin begeistert.

Kataklysm, hmm... Ich weiß ja nicht, ich weiß ja nicht. Man muss der Band schon Respekt zollen, wie beharrlich die Kanadier zu Werke gehen und sich den Arsch für sie Band aufreißen. Ständig auf Tour, immer ein aktuelles Werk in der Hinterhand, aber bei mir will der Funke einfach nicht überspringen. Nichts gegen professionelles Verhalten, aber mir ist das Ganze zu beliebig, jeder Handschlag sitzt. Es scheint, als wäre jede Bewegung einstudiert gewesen. Weiterhin eine Band (zumindest in meiner Welt), die eine meilenweit an dem vorbeischrammt, was für mich eine Metalband ausmachen sollte. Zur Ehrenrettung: als Kataklysm spielten, war der Platz vor der Bühne brechend voll und die Meute vor der selbigen flippte völlig aus. Nur eben nicht ich...

Da Black Metal in diesem Jahr ein eher seltener Gast war, freute man sich umso mehr auf Mayhem, die man ja nun auch nicht jeden Tag sieht. Tja, aber irgendwie verkommt eine Mayhem Show im Jahr 2015 immer mehr zu einem Theaterstück. Die Norweger möchten mächtig böse wirken, jedoch konnte mich lediglich das mächtige Intro „Silvester Anfang“ sowie der Opener „Deathchrush“ von der gleichnamigen EP begeistern. Eine nicht unerhebliche Mitschuld, neben den viel zu lauten Plastikdrums, Sänger Attila, der auf einer Theaterbühne sicherlich besser aufgehoben wäre als bei Mayhem.

Als die Running Order des Festivals bekanntgegeben wurde, hatte ich etwas Bauchschmerzen, als ich lass, dass My Dying Bride Co-Headliner des Tages wären. Nicht, dass die Band es nicht verdient hätte, sondern fragte ich mich, ob die Briten immer ein großes standing in der Szene genießen. Und ob die das haben! Tatsächlich wäre eine frühere Spielzeit eine wahre Todsünde gewesen, denn in der Dunkelheit erstrahlen de Werke von My Dying Bride zu wahrer Größe. Sänger Aaron Stainthrope leidet wie kein anderer und auch die Songauswahl hätte nicht besser sein können. „She is the Dark“, „Turn lose the sawns“, „Your River“, „Catherine Blake“ und zum Abschluss das großartige „The Cry of Mankind“ – sind noch Fragen offen? Nein! Nie war sterben schöner als an diesem Abend auf dem Flugplatz Obermehler.

Es hätte so schön werden können. Als Samael ankündigten, dass sie den Klassiker „Ceremony of Opposites“ in voller Länger spielen würde, ging bei mir das Herz auf. Als dann das alte Bandlogo wieder in den News benutzt wurde, keimte in mir die leise Hoffnung auf, dass Xy wieder Bock auf Drums hätte und das Set an den selbigen spielen würden. Aber nix is. So kam es, wie es kommen musste und die Schweizer zocken das Alben am Stück mit der aktuellen Besetzung relativ blutarm runter, die Drums kamen aus der Konserve und wurde dem aktuellen Bandsound angepasst. Selbst die Elektro-Remixe der „Exodus“ EP wurden abgespielt und vermasselten nicht wenigen die eigentliche Bedeutung dieses Event. Sorry Jungs, ich mag euch wirklich gerne. Aber so einen Klassiker sollte man definitiv nicht vergewaltigen und in die Neuzeit transportieren. Wenn schon, dann bitte richtig und mit echten Drums, ohne elektronischen Schnickschnack, denn das gab es anno 1994 auch nicht. Als Zugabe fungierten „Rain“, das unwiderstehliche „Rebellion“ und „My Saviour“, die wiederum gut gealtert sind.

Zu Ende ging ein schönes Festival, dass einmal mehr das Gefühl vermittelte, bei Freunden zu sein. Trotz enormer Hitze gab es keine total Ausfälle, die Getränkepreise waren sehr fair und das Essen schmeckte. Achja, und viele Bands waren auch dufte. Ich freue mich jetzt schon auf das kommende Jahr, dass bereits jetzt mit At The Gates, Paradise Lost und Arcturus mindestens drei absolute Highlights angekündigt hat.

Zeltbühne:

Aus diversen Gründen (oftmals stelle sich mir ein Bier in den Weg) schaffte ich es am Freitag leider erst zu Fäulnis ins Zelt, die mit ihrem Mix aus DSBM und Punk zwar nicht jedermanns Geschmack trafen, aber dafür auf viele neugierige Nasen. Fronter Seuche zeigt sich modisch Geschmacksicher mit Unterhemd und Hosenträger (nicht selten erinnert er an eine junge Version von Alfred Tetzlaff – die älteren von uns werden sich erinnern) und rotze seine Texte zu „Trümmer“, „Distanzmansch, verdammter“ oder „Scheisse, Rückfall“ in die Menge.

Hellish Crossfire mussten hingegen mit einem halbleeren Zeit vorlieb nehmen, aber die anwesende Meute kam in den Genuss vom charmanten Gerumpel, mit viel Seele aber ohne jede Spur von Filigranität.
Am Samstag ging es für mich mit den Assi-Death-Metaller (O-Ton vom Bandboss Marc) Lifeless los, die mit ihrem Schwedentod-Worshipping begeisterten konnten, ehe nach drei Songs eine Box durchbrannte. Zum Glück konnte die Party.San Crew eine neue organisieren und gönnte den Dortmundern zehn weitere Minuten Spielzeit. Fronter Marc kommentierte dies locker mit einem „dann spielen wir eben die restlichen Songs ein bisschen schneller als sonst“.
Noch eine Spur geiler wurde es bei den Dresdener von Deathridde, die ohne jeden Schnickschnack mit ihrem Set begannen und eine halbe Stunde Schwedentod mit einer dicken Crust Schlagseite begeistern konnte. Interessant war, dass gleich drei Leute aus meinem direkten Umfeld nach diesem Gig mit neuen Deathrithe Shirt gesehen wurden.
Die Hamburger Doom Fraktion Ophis zeigten zwei Songs lang (nämlich „The Hall of Sorrow vom Bandklassiker „Withered Shades“ sowie den Opener „Somnolent Despondency“) wie schwermütig, aber auch mitreißend der Todesdoom anno 2015 immer noch ist. Schönes Konzert.
Wenn Mantar spielen, wird es voll. Immer und überall. So auch im Zelt in Schlotheim, das aus allen Nähten zu platzen droht. Das Dou schafft es Kunststück, mit simplen Riffs und hypnotischen Klängen die Menge vor der Bühne zum ausrasten zu bringen und vergessen dabei niemals ihre Doom Wurzeln. Nun wäre ein neues Album aber so langsam mal schick.

Sven Meier

Stratovarius + Gloryhammer + Divine Ascension - "Eternal World Tour" (Köln)

STRATOVARIUS  GLORYHAMMER  DIVINE ASCENSION   ETERNAL WORLD TOUR STRATOVARIUS + GLORYHAMMER & DIVINE ASCENSION - „ETERNAL“ WORLD TOUR - 06.11.15 - ESSIGFABRIK, KÖLN

Wie kann man eine lange Arbeitswoche besser ausklingen lassen, als mit einem guten Power-Metal-Konzert?! Eben. Also ging es vergangenen Freitag in die Essigfabrik, denn die lustigen Finnen von STRATOVARIUS machten mit ihrer Welttournee zum aktuellen Album „ETERNAL“ in Köln halt. Mit dabei ein interessantes Beiprogramm bestehend aus GLORYHAMMER und DIVINE ASCENSION. Was soll da schon schiefgehen?
Nun, man könnte nicht auf der Gästeliste stehen (…vielen Dank, Frau Napalm Records!). Schade, aber da vermutlich die endkrasse Deutzer Kirmes um die Ecke so viele Besucher abgegraben hat, gibt es zum Glück noch die Abendkasse. Nachdem also der Fauxpas mit der Gästeliste mit Bargeld ausgebügelt werden konnte, ging es ab in die noch spärlich gefüllte Essigfabrik.

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You Rock Open Air 2015

You Rock Open Air 2015 You Rock Open Air 2015 mit Words Of Revolt, Durchzug, Parterre, Painis,
Nevermind, Pessimist, Andy Rive, Fearce & The Privateer
19.09.2015 Tafelberg Emmendingen

"Uiiii! Ein kleines Open Air Festival mit neun Bands im Gewerbegebiet von Emmendingen? Für lau? Bin dabei." Trotz schlechter Wettervorhersage, mangelndem Interesse von Kumpels (Wolfgang und Felix ausgenommen) und derzeit fehlendem Wagen machte ich mich mit Frau und Tochter bereits am frühen Nachmittag auf den Weg von Schluchsee nach Emmendingen.

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