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Molllust im Interview

Klassik und Metal, eine Mischung, die nicht nur schwierig ist, sondern auch extrem selten vorkommt. Bei Molllust funktioniert diese Fusion scheinbar mühelos und hat mich total begeistert. Sängerin Janika war so nett, uns einen tieferen Einblick in das Universum von Molllust zu geben:

molllust promo frank helbig

(Bildquelle: Frank Helbig)

Seid gegrüßt, wie läuft es bei Euch?

Hey! Wir schwelgen alle gerade noch in den Erinnerungen der Europatour, sind aber schon wieder fleißig am Proben – wir arbeiten gerade Simon am Bass und Clemens am Schlagzeug in die Stücke ein, die sie noch nicht mit uns gespielt haben.

Bitte stellt Euch erst mal vor, wer macht was bei Molllust?

Ich bin Janika, ich singe (klassischer Sopran), spiele Klavier und komponiere. An meiner Seite sind einmal die drei Streicherinnen: Sandrine spielt die 1. Violine, Luisa die 2. Violine, Lisa das Cello. Zum anderen unsere drei Metal-Herren: Frank singt und spielt Gitarre, Simon E-Bass und Clemens Schlagzeug. Im Akustikset spielt Carsten den Kontrabass, dort gibt es keinen E-Bass.

Wie seid Ihr zusammengekommen? Wer hatte als erstes die Idee, Klassik mit Metal zu verbinden und war es schwierig, Mitstreiter für ein solch ambitioniertes Projekt zu finden?

Die Idee stammt von mir – als ich als Jugendliche Bands wie Therion und Nightwish hörte, freute ich mich als Klassikerin über die Metal-Klassik-Mischung, vermisste aber so das eine oder andere Element der Klassik. Ich suchte nach Bands, die diese noch mehr einbinden, fand aber nicht so recht, was mir im Kopf herumspukte – also machte ich mich daran, selber zu komponieren. Bis Molllust das Licht der Welt erblickte, habe ich mir allerdings noch die Zeit genommen, intensiv an meiner Gesangsstimme zu arbeiten. Dann habe ich schließlich begonnen, Aushänge zu machen und Leute anzusprechen und ihnen meine Ideen vorzustellen, in der Hoffnung, sie damit begeistern zu können. Und offenkundig wurde ich fündig. Allerdings war die Suche in der Tat nicht ganz leicht, wir hatten auch viele Kandidaten zum Probevorspielen bei uns, die nicht so recht aus den verschiedensten Gründen zu uns passten: Seien es die musikalischen Vorkenntnisse, die Arbeitseinstellung, die Teamfähigkeit…

Seid Ihr alle in beiden Welten zuhause, oder gibt es bei Molllust ein "Team Klassik" und ein "Team Metal"?

Tendenziell ist es schon so, dass die klassischen Musiker auch mehr in der Klassikwelt verwurzelt sind, während die Metalmusiker mehr mit Rock und Metal gemacht haben bisher. Allerdings haben fast alle auch vor Molllust schon Ausflüge ins andere Genre gewagt, wenn auch unterschiedlich intensiv. Ein bisschen sind es also tatsächlich diese Teams, aber die Grenze ist fließend.

Euer Album "In deep waters" ist nun schon einige Zeit veröffentlicht. Wie sind denn so die Reaktionen von Fans und Kritikern?

Größtenteils äußerst positiv. Natürlich kann man es nicht jedem recht machen und es wird immer Leute geben, die mit dem Genre an sich nichts anfangen können – aber wer diese Art von Musik mag und das Album gehört hat, der hat es meist auch ins Herz geschlossen. Wir haben schon einige sehr euphorische Rückmeldungen bekommen! Teils auch von Leuten, die das Genre vorher nicht einmal kannten. Das freut uns sehr!

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, Metal und klassische Musik so eng miteinander zu verbinden?

Das habe ich dir weiter oben schon beantwortet :)

Ganz so viele Bands, die ähnliches machen gibt es ja nicht, was sind Eure Einflüsse (aus beiden Bereichen)?

Neben den schon genannten Bands wären da einmal natürlich meine klassischen Wurzeln zu nennen, insbesondere Rachmaninow, Brahms, Dvorak. Im Metalbereich ansonsten beispielsweise das Transsiberian Orchestra, Rhapsody, Haggard, Rage, Tool, Rammstein, Disillusion, Animals as Leaders.

molllustIst Eure derzeitige Besetzung endgültig, oder könntet Ihr Euch vorstellen, noch weitere Instrumente zu integrieren?

Also vorstellen kann ich mir sehr vieles, allerdings gibt es da gewisse finanzielle und logistische Limits und ich fürchte meine Bandkollegen erschlagen mich, wenn ich als neue Live-Besetzung ein 40-Mann-Orchester vorschlage. ;-)

Ich bin (wie wahrscheinlich die meisten unserer Leser) in der Klassik nicht sonderlich bewandert, ist es Euch auch ein Anliegen uns "Kunstbanausen" diese etwas näher zu bringen?

Wir sehen uns zwar nicht als Missionare, freuen uns aber immer, wenn wir Vorurteile überwinden und Scheuklappen niederreißen können. Das allerdings auf beiden Seiten: Klassiker brauchen gar keine Angst haben, dass es nur Krawall gibt, sobald ein Verstärker auf der Bühne steht, und Metalhörer müssen sich nicht auf weichgespielte Langeweile einstellen, sobald Klassik am Start ist, um es übertrieben auszudrücken. Wir freuen uns immer, wenn wir damit Menschen überraschen können!

Wie kann man sich das Komponieren bei Euch vorstellen, seid Ihr alle involviert, setzt Ihr Euch zusammen und entwickelt Ideen? Wie funktioniert das bei Euch?

Ich schreibe Partituren, ganz wie früher die alten Komponisten – nur nicht mit Feder und Tinte, sondern am Computer, das macht es etwas einfacher, dann können wir gleich Verbesserungsvorschläge der anderen Bandmitglieder beim Proben gleich einarbeiten und ich kann neue Stücke leichter herumschicken. Wir haben auch immer eine Ideensammlung herumliegen, z. B. mit Riffs vom Frank, und wenn es gerade passt, bau ich davon auch ab und an etwas ein.

Wie lange hat der Entstehungsprozess von "In deep waters" von der ersten Idee bis zur fertigen CD gedauert?

Ungefähr zweieinhalb Jahre. Wir haben allerdings nicht die ganze Zeit unentwegt daran gearbeitet, es standen zwischendrin ja auch Konzerte an.

Habt Ihr alle klassischen Parts selber komponiert, oder interpretiert Ihr auch bekannte Sachen? (Ihr merkt schon, ich hab' echt keine Ahnung!)

Alle klassischen Parts auf „In Deep Waters“ und „Schuld“ sind komplett aus meiner Feder. Eine Ausnahme bildet „Bach con fuoco“ – die CD ist ein Bach-Spezial, dafür haben wir anlässlich des Bachfests hier in Leipzig Bach-Werke bearbeitet. Ich persönlich komponiere lieber neu, da habe ich mehr Freiraum, aber es ist ab und an durchaus auch reizvoll, ein bestehendes Werk anders zu inszenieren. Dann brauche ich aber eine Idee für einen Perspektivwechsel, einfach nur mal so ein bisschen Metal drunterzulegen wäre mir zu inhaltslos.

Um der Klassik etwas näher kommen, was würdet Ihr da einem Neuling als Einstieg empfehlen?

Ich würde ihm empfehlen, in Werke von verschiedenen Komponisten aus verschiedenen Epochen hereinzuhören – möglichst mit Instrumenten, die einem zusagen. „Die Klassik“ gibt es in dem Sinne nicht. Das ist etwa so, als würde man jemanden für „moderne Musik“ begeistern wollen – für alles von Hiphop bis Rock. Ob Renaissance-Musik, Barock oder Romantik – allein die Stilepochen bergen schon riesige Unterschiede. Und nicht jeder, der ein Harfenkonzert hübsch findet, findet automatisch auch ein Blechblasquartett schön. Von daher sollte derjenige erst einmal herausfinden, in welcher zeitlichen und instrumentellen Ecke er sich wohlfühlt und dann differenzierter die verschiedenen Komponisten aus der Zeit auf sich wirken lassen. Wenn man sich dann erst mal in einer Ecke eingehört hat, kann man das dann immer noch ausweiten.

Kommen wir zu den Texten, die ja in mehreren Sprachen verfasst sind. Wer von Euch schreibt die?

Diese stammen auch von mir, ich hatte allerdings Helfer: Sandrine hat mit mir zusammen den französischen Text ausgearbeitet, da sie die Sprache auf muttersprachlichem Niveau beherrscht, und meine englischen Texte lasse ich alle von Michael Kerins, einem schottischen Geschichtenerzähler, gegenlesen, damit sie auch aus Sicht eines Muttersprachlers alle stilistisch und grammatisch einwandfrei sind und ich nicht irgendwo versehentlich etwas ganz anderes singe, als ich eigentlich sagen wollte.

Über welche Themen singt Ihr, gibt es vielleicht so etwas wie ein Konzept auf dem Album?

Das Herzstück bildet die Trilogie „Voices of the Dead“ – “Paradise on Earth” – “Spring“ – eine positive Utopie, die Welt Schritt für Schritt aus eigener Kraft zum Positiven zu verändern und nicht einfach alles hinzunehmen. Darum spannen sich einzelne Aspekte, die sich mit solchen kleinen Veränderungen beschäftigen – etwa der Umgang mit Flüchtlingen („Lampedusa“), Tieren („Number in a Cage“) und der Natur („paradis perdu“). Hinzu kommen persönliche Themen wie Mobbing („Unschuld“), Existenzängste („Evenfall“), der Weg vom ausgegrenzt sein in den Freitod („Sabrina“), … also im Groben zwei Aspekte, die zusammenhängen, aber auf verschiedenen Ebenen angesiedelt sind.

Da mir zur Rezension ein digitaler Download zur Verfügung stand, wäre es dufte, wenn Ihr mir was zum Aussehen und Ausstattung der CD erzählen könntet. Sind zum Beispiel alle Texte abgedruckt?

Das Digipak ist von der Thematik einer im Wasser untergehenden Stadt geprägt – es symbolisiert den momentanen Zustand der Gesellschaft – wir sind „In deep waters“ – in Schwierigkeiten mit dem, wie wir leben, weil wir den Bezug zur Menschlichkeit und zur Natur in vielen Aspekten verloren haben. Uns steht das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals. Im Booklet findet man sämtliche Texte, dazu Fotos aller Bandmitglieder, eingebettet in dunkel angehauchte Naturbilder, Weltfragmente und die auch im Digipak auftauchenden Gebäude – immer in Verbindung mit Wasser.

Ihr seid sehr fleißig auf dem Live Sektor unterwegs, auch im Ausland. Was war in dieser Hinsicht das bislang beeindruckendste Erlebnis?

Puh, das ist gar nicht so leicht – aber sehr beeindruckend war für uns sicherlich unser Auftritt 2013 auf dem Mera Luna Festival. Ein derart großes Publikum hatten wir nie zuvor und es hat uns echt infiziert, möglichst schnell wieder vor so vielen Menschen zu spielen, die sich auch noch für unsere Musik begeistern können!

Wie kann man sich Euer Publikum vorstellen, trifft man dort mehr Metaller, "normale" Leute, oder hält sich das die Waage?

Es kommt immer ein bisschen darauf an, auf was für einer Veranstaltung wir spielen. Tendenziell haben wir sowohl Metaller, als auch Goths als auch Normalos im Publikum. Vom fröhlich tanzenden Kleinkind bis zur betagten, andächtig lauschenden Dame hatten wir bereits alles vor uns stehen oder sitzen!

Was sind die nächsten Pläne für Molllust?

Noch mehr Konzerte zu spielen! Wir haben nun sehr viele Akustik-Konzerte gespielt, jetzt ist es wieder an der Zeit, mit etwas mehr Krach auf die Bühnen zu stürmen!

Das war's von mir, die letzten klugen Worte gehören Euch!

Ein Zitat von sich selbst als kluge Worte zu bezeichnen, finde ich immer etwas grenzwertig. Aber ich nutze die Gelegenheit einfach mal, allen zu danken, die uns bisher auf unserem Weg unterstützt haben und die mit uns die Leidenschaft für unsere Musik teilen. Ihr seid uns ein großer Ansporn und ohne euch hätten wir es bislang nur halb so weit geschafft. Vielen Dank dafür!

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen!

Christian Hemmer

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