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Endseeker im Interview

Dass Szene-Fuchs und F.D.A. Rekotz-Chefdenker Rico einen exquisiten Geschmack besitzt, wissen wir nicht erst seit Gestern. Nun kommt im November über das Kultlabel die Debüt-EP „Corrosive Revelation“ der Hamburger Formation Endseeker, die, wie sollte es auch anders sein, sich dem Old-School-Death-Metal verpflichtet fühlen. Grund genug ein paar Fragen an die Jungs zu schicken und siehe da, sie haben auch geantwortet! Aber lest selbst, was Jury (Gitarre) und Taktgeber Kummer so zu erzählen haben...

ENDSEEKER bandpic3 WWW

(Bildquelle: Anabell Ganske)

Jury, alter Schwede. Erzähl doch mal ... Seit wir uns kennen, sprichst Du von diesem „Schwedentod-Projekt“, das Du immer machen wolltest, aber irgendwie kamen andere Bands (The Retaliation Process, In Divison) immer „dazwischen“. Warum gerade jetzt und wie hat das alles angefangen und wieso wirst Du Kummer als Drummer einfach nicht los?

Jury: Richtig, die Idee trug ich bestimmt schon die letzten 10 – 15 Jahre mit mir rum. Es gab auch schon früher ein paar Versuche, Songfragmente mit einer Band umzusetzen, aber so ganz perfekt verlief das dann letztlich nie, sodass ich mich dann immer wieder auf meine laufenden Kombos konzentriert habe. Ich hab mir aber jedes Mal geschworen, diesen Style irgendwann hauptsächlich zu machen. Dies war nun endlich der Fall, nachdem wir (aka Kummer und ich) für unsere vorherige Band In Division keinen perfekten Sängerersatz fanden und die Sache dann beendeten. Da hab ich gedacht, „hör auf zu labern, mach jetzt endlich, sonst bist du bald 40 und hast es immer noch nicht getan“. Ich denke, mit dem Krach kann man nun auch gut altern ;-).
Tja, und was Kummer betrifft...das ist wohl mittlerweile irgendwie so ́ne Art männlich - musikalische Zwangsehe. Wir kleben nach ca. knapp 20 Jahren des gemeinsamen Krachmachens musikalisch gut zusammen, da müssen nicht viele Worte gewechselt werden. Die gesamte musikalische Sozialisation haben wir eigentlich zusammen durchlaufen und uns beide insofern auch stark gegenseitig geprägt. Von der Freundschaft, die daraus entstanden ist, mal ganz abgesehen.

Was kommt Dir in den Sinn, wenn Du an den Begriff „Schwedentod“ denkst?

Jury: Brachialität. Boss HM-2. Überwiegend Slayer–Beats. Ungestüme Jugend. Kaltes Bier. Dreckige, punkige Attitüde. Kein Spurenoverkill.

Anfangs warst Du gar nicht so sicher, ob Endseeker eine richtige Band werden soll oder lediglich ein Projekt, das „vielleicht mal eine CD veröffentlicht“. Nun sind fünf Mucker am Start, habt einen Deal in der Tasche, ihr habt cooles Merchandise im Angebot, „Corrosive Revelation“ kommt sogar auf Vinyl und die ersten Gigs für 2016 stehen bereits fest. Irgendwie geil, oder?

Jury: Stimmt, für lange Zeit gab es nur die Idee in meinem Kopf. Ob Band oder Projekt, war mir da noch eher unklar. Aber die jetzigen Endseeker sind schon eine sehr klare Entscheidung aus dem Jahre 2013 gewesen, das zu meinem einzigen Betätigungsfeld zu machen.
Und ja, was momentan mit der Band passiert ist natürlich Weltklasse. Wir wissen das alle wirklich sehr zu schätzen. Wir sind ja alle recht Banderfahren und kennen das definitiv auch anders. So etwas motiviert natürlich und macht spaß.

Der Deal mit F.D.A. Rekotz wurde, nachdem das Demo fertig war, ziemlich schnell abgewickelt. Was waren die Gründe beim Szene-Spezialisten Rico zu unterschreiben und nicht beim Label XY?

Kummer: Das es so schnell gegangen ist mit dem Deal, hat uns in der Tat auch überrascht und natürlich extrem gefreut. Und wie du schon sagst, ist F.D.A Records einfach der ideale Partner in Sachen Old School Death Metal. Deshalb haben wir auch nicht lange überlegt, als Rico uns ein Angebot gemacht hat und den Deal fix eingetütet. Die Zusammenarbeit läuft bisher super.

Wie schaut denn das Songwriting bei Endseeker aus? Ich nehme mal, dass die EP komplett von Dir, Jury, stammt.

Jury: Ja, der musikalische bzw. instrumentale Teil ist von mir. Aber innerhalb der Band entwickelt sich dann alles immer noch ein Stückchen weiter. Kummer findet dann zum Beispiel noch bessere Beats und Fills, ein paar Riffaufteilungen macht man im Proberaum meistens auch noch anders als auf den Demos. Lenny ist natürlich auch frei in seinen Vocals und Texten. Eggert akzentuiert als Basser nicht so, wie ich es als Klampfer tue, blabla... Man darf bei einer Gruppe nie vergessen, dass man ohne Teamwork nicht weit kommt und dass der musikalische Teil -selbst bei einer Band- nur ein Mosaiksteinchen ist. Jeder bei Endseeker trägt seinen hilfreichen Teil zum Ganzen bei. Ben hat sich zum Beispiel dem ganzen visuellen Kram angenommen, macht das Merch, die Videos, viel Orga-Kram und und und...

ENDSEEKER CorrosiveRevelation1Wie kam es zu der Zusammenarbeit von Alex Dietz und Eike O. Freese, die „Corrosive Revelation“ soundtechnisch kompetent veredelten?

Jury: Die Kurzversion ist, dass wir die beiden kennen und sie uns geholfen haben. Eike und Alex arbeiten als Produzenten viel zusammen. Die beiden hörten die Demos, als wir uns langsam Gedanken über die echten Drumaufnahmen machten. Die wollten wir schon ordentlich abgenommen bekommen, das traue ich mir aber nur bedingt zu. Alex hat dann seine Hilfe angeboten und anschließend sogar noch die Vocals und den Mix gemacht. Das ist in seinem Studio in Bad Kösen passiert. Die Gitarren und Eggerts Bass haben wir bei mir gemacht. Beim Mixen und Mastern war dann noch Mr. Luchsohr Freese dabei und hat sein Studio zur Verfügung gestellt. Zumindest Kummer und ich haben in den letzten Jahren ja eigentlich immer alles mit Eike gemacht...

Der amerikanische Künstler Mark Riddick zauberte das coole Coverartwork zu „Corrosive Revelation“. Schwang er den Pinsel zu Euren Vorgaben oder hatte er es bereits fertig, als Ihr angefragt habt?

Kummer: Das Artwork hatte er noch nicht fertig. Die einzige Vorgabe beziehungsweise Inspirationsquelle sind unsere Songs gewesen, die wir Mark geschickt haben. Dazu gab es lediglich ein paar Stichpunkte von uns, wohin die Reise gehen soll. Als er uns dann das Ergebnis gezeigt hat, waren wir absolut begeistert und haben ihm sofort und ohne irgendwelche Änderungswünsche unseren Segen gegeben.

Mit Supposed To Rot“ covert Ihr souverän den Nihilist/ Entombed Klassiker. Wieso grade dieser Track und standen noch mehr Songs zur Auswahl?

Jury: Kummer und ich zocken den Song schon seit Ewigkeiten von Zeit zu Zeit im Proberaum. Das lag dann ja diesmal auch thematisch echt nahe. Entombed sind ja einer der Haupteinflüsse für Endseeker. Und ich finde, dass man –wenn überhaupt- eigentlich nur etwas von der „Left Hand Path“ covern sollte. Bei aller Brillanz gibt es auf der Platte am ehesten Dinge, die man anders oder (gaaannnz vorsichtig und demütig ausgedrückt!) vielleicht sogar besser machen kann. „Clandestine“ und „Wolverine Blues“ sind für mich hingegen musikalisch so etwas von unantastbar, ich glaube da kann man nur verlieren.

Haut doch mal ein paar Wörter zu den Texten auf „Corrosive Revelation“ raus.

Kummer: Texte sind für Lenny nicht nur Platzhalter, sondern haben immer einen Sinn. Daher schreibt er im dunklen Keller im Kerzenschein unter den kritischen Blicken von FHM-Postermädels. Seine Themen beinhalten Kritik, sei es an sich selbst oder an bestimmten Gesellschaftsströmungen. Dabei kommen natürlich nicht unbedingt klischeehafte Old-School-Death Texte heraus, dennoch sind die Texte hart und von Ironie sowie Sarkasmus geprägt. In „Corrosive Revelation“ geht es um das Ausbrechen aus der Norm, zu sich zu stehen, sich seiner eigenen Stärke bewusst werden. „Attention War“ spiegelt aktuelle Geschehnisse, die keine weitere Erläuterung bedürfen. „Consumed by Desire“ handelt von der unstillbaren Leidenschaft im Zeitalter völliger Oberflächlichkeit. Egoismus versus Empathie. Und „Deployment of the Aroused“ prangert die Ausgelutschtheit der Gesellschaft an. Das Wiegenlied, das seit Jahrzehnten gesungen wird, um die Leute weich zu spülen und meinungslos zu machen. Natürlich wird dort die entsprechende Konsequenz von Lenny schön skizziert :-)

Ihr steht alle mitten im Leben, habt Kids und Jobs. Was wäre für Euch im Idealfall mit Endseeker denkbar? Für den Fall, dass Dismember anklopfen und Euch als Support für die hoffentlich bald stattfindende Reunion-Tour verpflichten möchten...

Kummer: Also eine zweijährige Welttournee wäre wohl tatsächlich eher unwahrscheinlich, da wir neben der Band alle viel um die Ohren haben. Dennoch versuchen wir natürlich, alles mitzunehmen, was geht. Für die Möglichkeit mit Dismember ein paar Wochen auf Tour zu gehen, würde wir garantiert eine organisatorische Lösung finden – auch wenn diese bei einigen Bandmitgliedern zu eventuellen Diskussionen mit der holden Weiblichkeit führen könnte :-)

Wenn wir schon mal beim Thema Wünschen sind: unabhängig davon, dass Eike und Alex einen mega Job auf der EP geleistet haben, mit welchem Produzenten würdet Ihr gerne mal zusammenarbeiten, wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen würden?

Jury: Also ganz ehrlich, es ist für uns momentan absolut klar, dass wir uns wieder Alex und Eike wünschen. Ich sehe jetzt keinen Produzenten, der so ein Zeug, wie wir es machen, auf ein bedeutenderes Level bringen könnte. Das sind unsere Dudes, denen Vertrauen wir, die verbiegen uns nicht. Die wissen, dass das Zeug brutal, dreckig und ehrlich sein muss. Kurt Ballou hat aber zum Beispiel die „Sentenced To Life“ von Black Breath sehr gut hinbekommen. Der wäre somit für mich zumindest die zweite Wahl ;-).

Frage an Kummer: Dass Du bei Endseeker einsteigst, lag ja nicht wirklich auf der Hand. Nach dem Ende von The Retaliation Process und den deutlich entspannten In Divison Intermezzo, hätte ich nicht gedacht, dass Dich Death Metal immer noch reizt. Hat Dich Jury mit einem Sechserträger Becks überredet?

Kummer: Nen Sechserträger Becks hätte die Tür auf jeden Fall schon mal einen Spalt geöffnet. Aber nach dem Ende von In Divisionen hatte ich tatsächlich eine Phase, in der ich sogar mit dem Gedanken gespielt habe, die Drumsticks komplett an den Nagel zu hängen. Daher war ich anfangs auch noch sehr zögerlich, als Jury mich gefragt hat, ob ich bei Endseeker einsteigen will. Zumal ich mir auch nicht sicher gewesen bin, ob ich seinen Erwartungen überhaupt gerecht werden kann, da ich zu dem Zeitpunkt etwas eingerostet war am Schlagzeug. Doch als mir die Songs einige Male angehört habe, machte es irgendwann klick und ich hab mir gesagt: „Ach was solls, versuchst du es halt einfach.“ Anschließend hab ich mich im Proberaum wieder in Form gebracht. Rückblickend ist das natürlich die beste Entscheidung gewesen, da die aktuelle Entwicklung der Band einfach großartig ist und es verdammt viel Spaß macht, bei Endseeker zu drummen.

Bislang habt Ihr zwei Gigs in Hamburg abgerissen, die beide etwas anders verliefen, als es geplant war. Beim Live-Debüt, das fast gecancelt wurde, machte Andre Euch Kummer und hatte Ärger mit seinem Fuß, während Ihr in der Astrastube nach der Absage von In Signum quasi Eure eigene Vorband wart und zweimal gespielt habt. Ich glaube, im nachhinein betrachtet, brachten diese beiden Shows Euch eher ne Menge Pluspunkte als Kopfschmerzen. Wie empfandet Ihr die Shows?

Kummer: Die Shows waren wirklich der perfekte Live-Einstand für uns im Nachhinein. Bei beiden Gigs war die Stimmung großartig und hey – wann bekommt man als Drummer schon mal Standing Ovations? Da ist der gebrochene Fuß doch noch für etwas gut gewesen :-).

Auch wenn denn die EP erst Mitte November veröffentlich wird, dürfte Rico wegen einer ersten vollständigen Scheibe bestimmt schon mit den Hufen scharren. Gibt es bereits weitere neue Songs?

Jury: Ja, ganze zwei, haha... und für live noch ein Bolt Thrower Cover. Bis zum Full Lenght ist es also noch ein längerer Weg. Wir haben mal 2017 angepeilt. Zum Frühjahr wäre schon geil, wegen der Festivals. Der Herbst wäre aber letztlich auch kein Drama. Wir wollen uns nicht zu stark unter Druck setzen, sondern geile Songs abliefern und mit der Band langfristig Spaß haben. Privat und beruflich ist ja auch noch immer was los. Ich glaube man kann die EP auch zunächst 2016 gut bespielen. Da hauen wir dann nach und nach auch live die fertigen neuen Songs mit raus und fühlen mal vor...

Jetzt ist in den letzten Jahren der Death Metal ja wieder ordentlich aufgeblüht und gerade hier in Deutschland gibt es viele neue, junge und vor allem extrem gute Bands. Verfolgt Ihr diese Entwicklung intensiv?

Kummer: Tatsächlich schauen wir uns momentan nach potenziellen Gig-Partnern für das kommende Jahr in der Szene um. Wie du schon sagst, gibt es zurzeit echt coole Death Metal Kombos, die perfekt zu uns passen würden. Noch ist das allerdings nichts spruchreif, aber wir arbeiten daran.

Jury: Unabhängig davon entdecke ich nach wie vor als Fan gerne neues im Underground, auch wenn ich auch viel etabliertes Zeug höre. Um beim Death Metal zu bleiben, kann ich auf jeden Fall Deathrite aus Dresden und Corpsessed aus Finnland empfehlen.

Zu dem Track „Deployment Of The Aroused“ habt ihr ein Video abgedreht, das am 02. November bei den Kollegen vom Metal Hammer Premiere feiert. Was können wir von dem Clip erwarten?

Jury: Einen wirklich stark herausgeputzten und stilbewusst angezogenen Lenny, der sich im Ahrensburger Wald eine kleine unerfreuliche Auseinandersetzung mit drei Zombiweibern liefert. Glücklicherweise hatte er Bens Machete dabei. Die Band versucht, dieses Geschehen schlecht ausgeleuchtet durch grobmotorisch - rhythmische Bewegungen nachzutanzen. Eggert zeigt darüber hinaus sein beeindruckendes Haupthaar. Das sieht alles wirklich sehr interessant aus. Ihr solltet Euch das am 02. November definitiv angucken!

Welche fünf Schwedentod Alben sollte man als Fanboy jederzeit bei sich tragen?

Jury: Dismember - Indecent & Obscene, Entombed – Clandestine, Entombed – Hollowman ep, Grave – Soulless, Necrophobic – The Nocturnal Silence

Wie groß ist die Chance, dass Ihr den The Retaliation Process-Track „Uncertain“ recycelt und eine knackige Endseeker-Nummer draus bastelt?

Jury: Haha, sorry, aber das wird sicher nicht passieren. Den Song kann man sich bei Bedarf ja gut ausproduziert auf dem „Downfall“ Album von TRP reinziehen. Würde zwar mit dem HM-2 sicher gut funktionieren, aber Endseeker gucken lieber nach vorne und lassen die alten Bands, in denen wir gespielt haben hinter sich. Wir sind auch eigentlich gar nicht so scharf darauf, von unseren alten Bands zu reden. Es gibt jetzt nur Endseeker. Es gibt auch so viel weitere tolle Songs aus der glorreichen Schwedenzeit, welche wir eher covern würden. Ich höre momentan z. B. wieder sehr viel das gute alte "Soulless"-Album von Grave, da bekomm ich schon Bock...

Sven Meier

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