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Wovenwar - Wovenwar

Wovenwar- WovenwarLabel: Metal Blade Records

Spielzeit: 53:16 Min.

Genre: MetalCore

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 01. August 2014

 

Die Zukunft von der Band AS I LAY DYING stand seit dem versuchten Auftragsmord durch Tim Lambesis an seine Frau unter keinem guten Stern. Als Lambesis im Mai 2013 verhaftet wurde, erschütterte es eine ganze Szene, insbesondere die des christlichen Metals. AILD, die bis dahin als Speerspitze eines Genres galten, waren von diesem Zeitpunkt am Ende. Die restlichen vier Mitglieder konnten nicht mehr unter dem Namen AILD firmieren, da Tim Lambesis das Herzstück der Band war.

Was ist wohl der nächste Schritt? Für keinen der verbliebenen Mitglieder war es eine Option, die Musik an den Nagel zu hängen und hoben, zusammen mit dem ehemaligen Gitarristen und clean-Sänger von OH, SLEEPER Shane Blay, die Band Wovenwar aus der Asche. Die Zusammenarbeit klappte zwischen den Musikern so gut, dass sie ihr selbstbetiteltes Debüt mit ganzen 15 Songs vollpacken konnten. Was im Grunde raus kam, könnt ihr nun jetzt nachlesen:

Der Spannungsbogen wird im Opener „Foreword" eröffnet, bis es beinahe nahtlos in „All Rise" übergeht. Die Triolen und Sextolenarbeit, die schon die Vorgängerband ausgezeichnet hat, sind auch hier vorhanden. Der ausschließlich cleane Gesang von Shane fügt sich gut in den Sound der Band ein. Passt soweit also.
Der gute Eindruck bleibt auch bei „Death To Rights" bestehen, auch wenn man manchmal die richtige Durchschlagskraft der AILD Werke vermisst. Man ordnet sich der Virtuosität unter und kombiniert den leidenschaftlichen Gesang mit viel Melodiearbeit. Einen Gang zurück schaltet man bei „Tempest", was eher düster beginnt und im Refrain den Durchbruch wagt. Die Balance aus Powerriffs und nachdenklichen Passagen gelingt bestens und hinterlässt ein Gefühl der inneren Stärke.

„The Mason" hat eine geheimnisvolle Stimmung, die durch die treibenden Drums und den coolen Basslauf erzeugt wird. Ansonsten lässt sich nur noch sagen, dass der Song an sich grundsolide ist, wenn auch nicht allzu aufregend. „Moving Up" ist zwar positiver in der Klangstimmung, fällt hier und da mit gelungener Gitarrenarbeit auf, ist aber auch kein Übersong. Wesentlich besser dürfte „Sight Of Shore" gelungen sein, da man eine eingängige Hookline kreiert hat, die sofort ins Ohr geht. Der leicht balladeske Song wartet auch mit einem coolen Gitarrensolo auf, was Eindruck schindet. Einen akustischen Einschlag hat „Father Son" zu bieten, womit der überwiegend düstere Song glänzen kann. Der sanfte Gesang rundet das Konzept noch ab und zu guter Letzt dürfen noch kräftige Riffs das Ganze beenden. Definitiver Anspieltipp!

„Profane" schreddert nach der ruhigen Packung munter drauf los, kommt aber durch das Midtempo leider nicht richtig in Fahrt. Die Stakkatoriffs sind dafür aber ziemlich cool. Da hat „Archers" durchaus mehr Potenzial, was an den butterzarten Triolen der Gitarristen liegt. Sänger Shane lässt sich hier übrigens zu ein paar Screams hinreißen, was dem Track gut zu Gesicht steht. Mit „Ruined Ends" legt man erneut einen gefühlvollen Song hin, der durch viele Mollakkorde einen traurigen Klang entwickelt. Selbst die gegen Schluss einsetzenden Thrash Riffs dienen dem Song vollends.

„Identity" hingegen ist leider blutleerer ausgefallen. Man schlägt zwar eine ähnliche düstere Kerbe, die gerade im Refrain seine Glanzmomente hat. Ansonsten bleibt der Song nicht sichtlich hängen. Vom Riffing her ist „Matter Of Time" der Vorband schon am nächsten dran, erreicht aber nicht dieselbe Intensität. Wett gemacht wird das durch den machtvollen Gesang. Dazu kann man sagen, dass Shane einen wirklich guten Job macht und sich in der Band profilieren kann. Als letzter echter Song beginnt „Prophets" mit einer Westerngitarre, bis nach 1,5 Minuten der erste Powerriff erklingt. Ab da nimmt der Track ordentlich Fahrt auf und kann sich sogar leicht steigern. Als Outro schließt das Instrumental „Onward" die Platte ab, die gemischte Gefühle hinterlässt.

An und für sich sind die Songs auf dem Album gut produziert, abwechslungsreich und cool arrangiert. Die Platte selbst krankt leider an den großen Fußstapfen, die AILD besonders durch das bockstarke letzte Album „Awakened" hinterlassen hat. Es ist daneben auch schwierig, die Platte an einem Stück durchzuhören, da sie irgendwann monoton wirkt, obwohl sich die Songs untereinander gar nicht stark ähneln. Hervorheben sollte man aber, dass die Band selbst aus der Vergangenheit das Beste daraus macht und mit dem neuen Sänger Shane einen neuen Weg einzuschlagen gedenkt. Dass die Band viel Hitpotenzial hat, beweisen eben die Nummern „All Rise", „Father Son" oder auch „Ruined Ends". Songs dieser Kragenweite darf es gerne auf dem Nachfolgealbum mehr geben.
Wovenwar hat mit ihrem selbstbetitelten Debüt eine gute Grundlage geschaffen, aus dem Schatten der Band As I Lay Dying zu treten. Dies klappt zwar nicht immer, aber man darf ruhig mal einen Blick darauf werfen, was die Jungs auf die Beine gestellt haben. Ein durchaus gelungenes Album mit Schwächen, die dennoch einen Kauf rechtfertigen.

Ben Denkers

XXL-WertungL

Tracklist:

1. Foreword
2. All Rise
3. Death To Rights
4. Tempest
5. The Mason
6. Moving Up
7. Sight Of Shore
8. Father Son
9. Profane
10. Archers
11. Ruined Ends
12. Identity
13. Matter Of Time
14. Prophets
15. Onward

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