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Von Hertzen Brothers – New Day Rising

von hertzen brothers new day rising 7366Label: Spinefarm Records/Caroline

Spielzeit: 47:28 Min.

Genre: Hard Rock, Alternative Rock, Rock

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

Hörprobe: Spotify

VÖ-Datum: 20. März 2015

 

 

Vollkommen euphorisierend und meine Mundwinkel umgehend nach oben verziehend startet dieses sechste Album der Von Hertzen Brothers mit einer großartigen Gitarrenmelodie, die sofort zum Mitwippen, -wackeln, -springen oder -tanzen animiert. Und zwar vehement! „There's hell to pay / I'm on my way / No time to say goodbye" - diese einleitenden Worte von „New Day Rising" verheißen es bereits: es geht hinein ins Getümmel, mit voller Fahrt voraus. Ab ins Vergnügen... Das pralle Leben ruft.

Manchmal merke ich dabei zwar deutlich, dass musikalische Bezüge zu Bands wie den Foo Fighters zwischen den Zeilen durchschimmern, aber ich halte den Von Hertzen Brothers zugute, dass dies nicht allzu oft der Fall ist. Treffend platzierte Hooks schwirren gerade in der ersten Hälfte von „New Day Rising" wie von Bogenschützen verschossene Pfeile hin und her, und man merkt: da ist eine Band, die es wirklich wissen will! Und das Plattenlabel auch – Garth Richardson, der unter anderem Rage Against The Machine produziert hat, wurde an Bord geholt, für den Mix war Randy Straub zuständig, dessen Referenzen unter anderem Metallica und Alice In Chains umfassen. Für eine finnische Band ist das recht beeindruckend, aber in ihrer Heimat sind die Jungs auch wirklich groß und können dort bereits auf zwei Nummer 1-Alben zurückblicken.

„New Day Rising" ist melodisch und im Großen und Ganzen abwechslungsreich. Die Musik zerfließt wie in der Sommersonne liegende Butter im lauschenden Ohr des Zuhörers. Von der zupackenden Härte und melodischen Aberwitzigkeit eines „You Don't Know My Name" über das mystische, mit dezenten und zunächst kaum wahrnehmbaren orientalischen Ornamenten versehenen „Trouble" bis hin zu den 70er-Space Rock-Anklängen in „The Destitute" und dem sich eher nicht ins Gesamtgefüge einreihenden „Dreams" ist eigentlich viel geboten – dennoch wird das Album nach seinem mitreißenden Eröffnungsdoppel etwas zu glattpoliert und hätte von mindestens ein oder zwei schnelleren Songs als Auflockerung profitiert – vor allem auch, wenn diese das großartige Niveau der ersten Lieder gehalten hätten.

Das bereits angesprochene „Dreams" geht gerade noch in Ordnung, weckt aber trotzdem unangenehme Erinnerungen an Sachen wie Fools Garden sowie deren grauenhaften Mittneunziger-Hit „Lemon Tree". Für die Von Hertzen Brothers würde es mich zwar freuen – um meines eigenen Seelenheils willen hoffe ich aber, dass dies kein kommender Hit sein wird. Ich würde es hassen... Der stilistisch vollkommen andersartige Rest von „New Day Rising" ist mir deutlich lieber.

Ein angenehm zu verköstigendes Album mit manch tollem Moment (ich betone nochmals die beiden absolut großartigen Eröffnungssongs!), jedoch in der Summe leider kein Meisterwerk. Etwas mehr Wagemut und Abwechslung hätten der Band nicht geschadet, zudem scheint der vorgenommene Feinschliff zu viele Ecken und Kanten beseitigt zu haben.

Hier wäre leider viel mehr drin gewesen. Deshalb nur (immerhin sehr starke) 4 Punkte.

Daniel Lofgren

XXL WertungM

Tracklist:

1. New Day Rising
2. You Don't Know My Name
3. Trouble
4. Black Rain
5. Hold Me Up
6. Love Burns
7. Dreams
8. Sunday Child
9. The Destitute
10. Hibernating Heart

XXL-Tipp

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