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Tremonti – Cauterize

Tremonti   Cauterize   ArtworkxxlLabel: Fret12

Spielzeit: 44:04 Min.

Genre: Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Das Coal Chamber-Phänomen: die Platte wollte hier niemand besprechen. Ich auch nicht.
Und nach vielen Wochen dachte ich mir: „Naja, dann mache ich die halt mal...“
Ich wurde absolut überrascht. Ausnehmend positiv wohlgemerkt.

Mark Tremontis alte Band Creed steht für mich sinnbildlich für all das, was den Post Grunge so durchschnittlich sowie musikalisch verglichen mit dem wahren Grunge katastrophal macht: die Songs waren nett, ordentlich komponiert, teilweise sogar wirklich toll („My Own Prison“, „What's This Life For“, „With Arms Wide Open“) – aber in letztendlicher und fataler Konsequenz seelenlos – vom Geist aller Alice In Chains, Pearl Jam, Soundgarden, Smashing Pumpkins (ja, die frühen Alben SIND Grunge!), Screaming Trees, Temple Of The Dog, Mad Season, Mother Love Bone oder auch Nirvana-Großtaten unerreichbar weit entfernt. Und Creed waren im Post-Grunge-Chaos fast noch „die Besten“, wobei wir hier wahrlich nicht von Meisterwerken sprechen.

Und dann noch Mark Tremonti selbst... Der sah alleine schon optisch immer wie eine undankbare Mischung aus personifizierter Langeweile und Vollzeitprolet aus. Summa summarum: ich dachte, zu „Cauterize“ kann ich einen gepflegten Verriss schreiben. Zumal mir kurze Höreindrücke im Internet vor Annahme des Reviews ebenfalls nicht gemundet hatten. Und mir das Cover nicht gefiel.

Doch „Cauterize“ bietet kraftvolle, zupackende Riffs, welche aus Mark Tremontis bekannter Vorliebe für den Thrash Metal der Achtziger mitunter kein Geheimnis machen. Diese Riffs türmen sich zu formvollendet umschmeichelnden Melodiebögen auf, welche teilweise schneller („Another Heart“), teilweise langsamer („Flying Monkeys“ - ungünstig an zweiter Stelle des Albums platziert) zünden. Der Titelsong ist dabei ganz hervorragend geraten. Ebenfalls bemerkenswert sind das düstere „Dark Trip“, der energiegeladene Opener „Radical Change“ (da klingt im einleitenden Riff fast schon „Sirens“ von Savatage durch) sowie die schöne, wahrhaft gelungene Ballade „Sympathy“.

„Cauterize“ ist ein Hybrid aus klassischen Metal-Riffs und Post Grunge, welcher zwar keine Jubelarien wert, dafür aber einfach gut ist. Manchmal schadet es fürwahr nicht, eine Platte, über welche man im Vorfeld bereits die Nase gerümpft hatte, doch noch zum Besprechen anzunehmen.

Daniel Lofgren

XXL WertungL

Tracklist:

1. Radical Change
2. Flying Monkeys
3. Cauterize
4. Arm Yourself
5. Dark Trip
6. Another Heart
7. Fall Again
8. Tie the Noose
9. Sympathy
10. Providence

XXL-Tipp

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