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Tysondog: Cry Havoc

tysondog cry havocLabel: Rocksector Records

Spielzeit: 60:00 Min.

Genre: NWoBHM / Heavy Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Schon bei den ersten Tönen des Debütalbums „Beware of the Dog“ von 1984 war ich von Tysondog überzeugt und das obwohl ich das Album erst gut 20 Jahre später das erste Mal gehört habe. Sicherlich ist Tysondog keine Band aus der ersten Reihe des NWoBHM und auch deshalb nicht jedem bekannt, widmet man sich allerdings den Alben, wird man feststellen, dass die Band durchaus einen gewissen Grad an Eigenständigkeit besitzt. Irgendwie entwickeln sich die 2010er-Jahre durchaus zu einem Comeback der NWoBHM Größen, Bands wie bspw. Satan starten komplett durch und sind gefühlt noch erfolgreicher als in den 80ern. Aber es gibt halt auch kleine Kapellen wie Tysondog, die noch nie wirklich bekannt waren und es auch wohl nie werden.

Ich finde es immer wieder Schade, wenn die Spätwerke vieler Bands als „schlecht“ oder „uneinfallsreich“ abgetan werden, muss man den jeweiligen Musikern doch zugute halten, dass sie bereits ihr Feuer tausendfach verschossen haben und niemandem eine Rechenschaft schuldig sind. Ähnlich ist es auch mit Tysondog, man merkt natürlich, dass die Energie und die Power aus den 80ern lange verflogen ist, aber man merkt nun mal auch, dass die Band eine riesen Freude am Spielen der Tracks hat und auch versucht eher moderne Elemente in die Musik einfließen zu lassen. Und doch hört jeder Kenner direkt: Das ist Tysondog. Nicht zuletzt weil auch drei Musiker aus der Originalbesetzung bei der 2008-Reuinion wieder mit an Board sind. Die Produktion könnte natürlich an einigen Stellen besser sein, Ursache ist hier aber sicherlich eine „Low-Budget“ Produktion, denn einen Major-Deal bekommt so eine Band heute natürlich ohnehin nicht mehr. Dabei muss man definitiv sagen, dass es Tysondog verstanden haben ihren angestaubten Spielstil durch moderne Elemente zu erweitern und so zumindest einen sehr modernen Sound hinzu-bekommen, der sich zwar stilistisch an alten Tagen orientiert aber diesen nicht kopiert. Und wer mit oben verlinktem Songbeispiel nichts anfangen kann, der sollte zumindest das Debut „Beware of the Dog“ einmal anhören.

Wer also auf diesem Album irgendwie frischen, bahnbrechenden Heavy Metal erwartet, der wird enttäuscht werden. Derjenige, der aber die Qualität und die Spielfreude einer in die Jahre gekommenen NWoBHM-Kombo zu schätzen weiß, der sollte an diesem Album gefallen finden. Natürlich gibt es unzählige Reunions, die bessere oder qualitativ hochwertigere Alben veröffentlicht haben, aber bei Tysondog merkt man einfach, die Jungs machen das nicht wegen des Geldes, sondern weil sie Lust darauf haben – und da ist nun mal ganz egal, was dabei rumkommt. Wenn es ein solches Album wie „Cry Havoc“ ist, darf die Band gerne weitermachen!

Moritz Naczenski

XXL WertungL

Trackliste:

1. Cry Havoc
2. The Needle
3. Parasite
4. Nemesis
5. Shadow of the Beast
6. Into the Void
7. Playing with Fire
8. Relentless
9. Broken
10. Cold as Ice
11. Crash and Burn
12. Addiction

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