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Satyricon: Live At The Opera

satyricon live 2015Label: Napalm Records

Spielzeit: 97:18 Min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 01. Mai 2015

 

Satyricon sind schon seit langer Zeit zu einer der „weltlichsten“ und „diesseitigsten“ Black Metal-Bands geworden und bei aller Zuwendung zu (relativ) massenkompatiblen Songstrukturen und Sounds künstlerisch wertvoller als so manch gehypter Mummenschanz, alleine schon weil sie sich nicht von den Erwartungshaltungen der Underground-Elite vereinnahmen und auf dem Standard ihrer (großartigen) Frühwerke festhalten lassen. Diffamierungen als angeblicher Versace-Black Metal? Was für ein bescheuerter Quatsch – und damit meine ich ausdrücklich weder Versace noch Black Metal, sondern diese ganzen unsäglichen Mimimi-Mauerbau-Bestrebungen da draußen. Man kann durchaus Versace tragen und Black Metal hören – wo ist das gottverdammte Problem? Oder aber Kutte tragen, wahlweise komplett nackt gehen und dazu früheste Demo-Devotionalien hören – so what? Nichts ist unerträglicher als Eindimensionalität – in jeder Hinsicht, sowohl optisch als auch akustisch. Wobei natürlich das einzige, das hier zählt und zählen sollte, die Musik ist – und da waren Satyricon während ihrer gesamten Karriere immer mindestens gut und überwiegend sogar absolut großartig.

Eineinhalb Jahre lang hat sich die Band auf das hier für die Nachwelt festgehaltene Konzert (08. September 2013) mit dem Osloer Philharmonie-Orchester sowie dem Chor der dortigen Nationaloper vorbereitet. Die Mühen haben sich definitiv gelohnt. Natürlich ist es etwas schade, dass aus den Neunzigern nur das unverwüstliche „Mother North“ zum Zuge kommt. Gerade die frühen Songs wären mit der hier dargebotenen Begleitung sicherlich sehr spannend geraten. Dennoch sind auch die Songs der 2000er gut genug, um ein tolles Live-Album zu kreieren. Der Schwerpunkt liegt auf der letzten Platte („Satyricon“, 2013), von welcher gleich sechs Songs dargeboten werden (strenggenommen eigentlich fünf, da „Voice Of Shadows“ bekanntlich nur ein Intro ist).

Komplett und gravierend anders geraten sind die Lieder durch die Hinzunahme von Orchester und Chor eigentlich nicht. Die Frage ist jedoch: ist das zwingend erforderlich? Das kommt wohl ganz auf den persönlichen Standpunkt an. Dennoch bekommt das hier dargebotene Material durch die Hinzunahme insbesondere der Chorstimmen teilweise mehr Tiefgang. Insofern könnte manch einer, dem Satyricon zu rockig geworden sind, nun doch noch transzendentale, mitternächtliche Traumreisen zu den hier enthaltenen Liedern antreten. Kitschig ist dabei gar nichts, Satyricon klingen insgesamt wieder etwas „außerweltlicher“ als zuletzt, das Material befördert die eine oder andere wohlige Gänsehaut. Und gerade die Songs der letzten Platte gefallen mir auf „Live At The Opera“ deutlich besser – insbesondere „Phoenix“ und „The Infinity Of Time And Space“. Herausragend sind jedoch wie immer die beiden Satyricon-Gassenhauer schlechthin – „Mother North“ und „K.I.N.G.“ – welche das umwerfende Finale einer denkwürdigen Show darstellen.

„Live At The Opera“ erscheint mit beigelegter DVD, welche die besondere Atmosphäre des Abends sehr gut widerspiegelt und zusätzlich wieder einmal aufzeigt: Satyr ist ein extrem guter Frontmann und Entertainer. Ich musste teilweise regelrecht an jemanden vom Schlage eines Sebastian Bach denken... Gerade auch das immer wieder gerne kritisierte Animieren des Publikums schafft eine bemerkenswerte Brechung der sich nur zu gerne bierernst nehmenden und schlicht strunzdoofen Trveheimer-Attitüde weiter Teile der Szene. Dabei ist mir vollkommen schnuppe, ob anderswo moniert wird, dergleichen habe innerhalb dieser Musikrichtung nichts zu suchen. Es steht schließlich jedem frei, sich irgendwo im Wald eine Höhle zu buddeln – nur gibt es dort dann eben schlicht und ergreifend keinen Strom, um die richtig trven Alben hören zu können.

Da sitze ich persönlich lieber zuhause und kann mir sowohl Alben aus dem Underground als auch von Satyricon anhören. Und währenddessen Versace tragen

Daniel Lofgren

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Voice Of Shadows
2. Now, Diabolical
3. Repined Bastard Nation
4. Our Wold, it Rumbles Tonight
5. Nocturnal Flare
6. Die By My Hand
7. Tro Og Kraft
8. Phoenix
9. Den Siste
10. The Infinity of Time and Space
11. To The Mountains
12. The Pentagram Burns
13. Mother North
14. K.I.N.G

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