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Raskasta Joulua - Ragnarok Juletide

ragnarok-juletide-va-7110Label: Spinefarm Records

Spielzeit: 57:54 Min.

Genre: Hard Rock / Heavy Metal

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Auch Rocker und Metaller feiern Weihnachten, möchten dabei aber nicht immer auf ihre Musik verzichten. Projekte, die bekannte Weihnachtslieder in ein härteres musikalisches Gewand packen sind daher absolut keine Seltenheit. Für fast jeden Geschmack ist mittlerweile was dabei: angefangen bei den Roten Rosen, die 1998 punkig und humorvoll auf's Christkind warteten, über die Kompilation „We Wish You A Metal Xmas And A Headbanging New Year", auf der sich Größen des Heavy Metals und Hard Rocks tummeln, bis hin zu den Genrevorreitern Trans-Siberian Orchestra.

Von letztgenannten ließ sich auch Erkka Korhonen (Northern Kings) inspirieren und rief vor zehn Jahren das Projekt Raskasta Joulua (auf „Deutsch": Heavy Christmas) ins Leben. Primär als Live-Projekt konzipiert, tourt man jedes Jahr zur Weihnachtszeit durch Finnland und präsentiert finnische und internationale Weihnachtslieder in metallischer Weise. Im Land der tausend Seen traf man damit wohl einen Nerv. Von Jahr zu Jahr wurde die Tour länger, die Hallen wurden größer und immer mehr und bekanntere Künstler schlossen sich dem Trupp an.
Bediente man sich bislang vorwiegend der finnischen Sprache, wurde nun anlässlich des 10-jährigen Jubiläums das Album „Ragnarok Juletide" veröffentlicht, auf dem die bekannten Weihnachtshits in für alle verständlichem Englisch eingesungen wurden, um in den Herzen aller Metaller auf der Welt Weihnachtstimmung zu entfachen.

Um die Dekade zu bejubeln, hat man dann auch gleich das Who-Is-Who der finnischen Metal-Szene zusammengetrommelt. Neben Korhonen, der für die Arrangements zuständig ist und als Gitarrist und Produzent fungiert, besteht die Band noch aus Tuomas Wäinölä (Kotipelto) an der zweiten Gitarre, Vili Ollila (TunnelVision, Northern Kings) hinterm Keyboard, Bassist Erkki Silvennoinen (Omnium Gatherum) und Drummer-Boy Mirka Rantanen (Kotipelto, ex-Hevisaurus, ex-Thunderstone).
Hinter dem Mikrofon werden die Namen dann noch bekannter. Unter anderem sind zu hören: Marco Hietala (Nightwish, Tarot, Northern Kings), Tony Kakko (Sonata Arctica, Northern Kings), Jarkko Ahola (Teräsbetoni, Northern Kings) und die einzige Frau im Bunde Elize Ryd (Amaranthe).
Bei der Besetzung kann man nun wirklich nicht meckern. Jetzt aber genug des Name-Droppings...

Dass bei solch einem erfahrenen Aufgebot musikalisch nicht allzu viel schief gehen kann, ist nicht verwunderlich. Alle beherrschen ihre Instrumente im Schlaf und auch stimmlich gibt es wie erwartet solide Leistungen zu hören.
„Ragnarok Juletide" hat allerdings eine gravierende, ganz entscheidende Schwäche: beim Hören stellt sich einfach kein Weihnachtsfeeling ein!
Sicher, überall tönt es auf dem Album weihnachtlich. Neben den üblichen Klassikern, wie „White Christmas" oder „Ave Maria", gibt es während der Songs mal „Walking in the Air" als Solo oder die Melodie von „Tochter Zion, freue dich" zu hören. Trotz allem will sich aber keine festliche Stimmung breitmachen. Ein Grund dafür ist sicherlich der ständig wechselnde Gesang, der oftmals zu „kalt" ist. Und auch wenn es vielleicht merkwürdig klingt, zu oft wird auf übertriebene Härte und Stakkato-Riffing gesetzt, die jegliche aufkeimende Stimmung sogleich erdrücken.
Ein weiteres Manko sind die Arrangements, die den eigentlichen Kern der Songs völlig verfehlen. Exemplarisch sei hier „Little Drummer Boy" genannt. Was man aus diesem traditionellen Stück in einem Genre, das sich nicht zuletzt über das Drumming definiert, und mit einem erfahrenen Schlagzeuger in Rantanen hätte machen können, kann sich jeder ausmalen. Stattdessen bekommt man hier jedoch zunächst Keyboardklänge und im weiteren Verlauf schwere Gitarren zu hören, die den titelgebenden Trommler total übertönen.
Für diesen Song als auch das gesamte Album gilt: Thema verfehlt.

Bei Live-Auftritten von Raskasta Joulua mag sich vielleicht eine weihnachtliche Atmosphäre einstellen, auf Platte gelingt das aber mit keinem der zwölf Stücke. Was bleibt, ist ein Weihnachtsalbum, das einfach nicht weihnachtlich ist und außer ein paar netter Songs („The Sparrow on a Christmas Morning" oder „Christmas Has Come") trotz des enormen Staraufgebots nichts Bemerkenswertes zu bieten hat.
Wer guten Hard Rock hören und dabei den Zauber der Weihnachtszeit erleben möchte, der sollte dann doch lieber zum wiederholten Male in eines der magischen Werke von Trans-Siberian Orchestra eintauchen.

Christian Schrübbers

XXL-WertungM

Tracklist:

01. We Celebrate at Christmastime
02. The First Noel
03. Here on the Hay
04. Little Drummer Boy
05. The Elf
06. Christmas is Here
07. Sylvias Song
08. White Christmas
09. Home for Christmas
10. The Sparrow on a Christmas Morning
11. Christmas Has Come
12. Ave Maria

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