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Overtorture: A Trail Of Death

Overtorture vLabel: Apostasy Records

Spielzeit: 43:13 Min.

Genre: Death Metal

Info: Facebook

CD kaufen: Shop

Hörprobe: Soundcloud

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Dass der Metal nicht von Black Sabbath, sondern in Wirklichkeit von Richard Wagner erfunden wurde - und das hat natürlich nichts damit zu tun, dass die vermeintlichen Kings of Metal nicht müde werden, immer wieder darauf hinzuweisen - weiß ja mittlerweile jeder, der sich einigermaßen mit Metal-Musik im Allgemeinen beschäftigt. Und so haben wir hier mit Overtorture eine Band zum Rezensieren bekommen, wo allein schon der Name eine Hommage an zwei Welten ist, die auf ,,A Trail of Death" grandios miteinander verwoben werden. Klar, dass eine Tortur zum Hören von Death-Metal-Platten dazu gehört, ist so sicher, wie wenn man eine Cola mit einem Strohhalm trinken möchte. Dass aber eine Ouvertüre, die im Zeitalter der Romantik, in der Richard Wagner mitgemischt hat, ein Vorspiel von einer Oper ist und diese in dem Namen der Band aus dem Land, in dem sicherlich auch Walküren über dem Nachthimmel reiten, Verwendung gefunden hat, überrascht dann doch ein bisschen - oder auch nicht! Denn auf diesem Album gibt es Harmoniewechsel, das Thema eines jeden Songs wird immer wieder variiert, die dissonanten Klänge sind zusammen mit dem komplexen Aufbau der Lieder und dem technischen Können der Musiker typisch für die Musik der Romantik - und so wurde Wagner zu Ehren der Name Overtortue gewählt und dem musikalischen Vermächtnis des Komponisten aus Leipzig alle Ehre gemacht - was man von den oben genannten Möchtegern-Metallern aus dem Land der (nicht mehr so) unbegrenzten Möglichkeiten nicht sagen kann, hat ihre Musik trotz allen Heldenpathos und Bombasts doch keine Polyrhythmik, seltene Harmoniewechsel und wenige mehrstimmige Melodien. Und um den bevorstehenden Release des potentiellen Meisterwerks schon einmal im Vorfeld zu feiern, machen wir einen Schnelldurchlauf, in dem ich die einzelnen Songs unter die Lupe nehmen werde:

Der Opener ,,Embrace The End" beginnt wie eine Faustschlag ins Gesicht und geht schön nach vorne ab - Doublebass-Attacken, hässlich klingende Gitarrenharmonien, dann ein melodischer, bedrohlich wirkender Unterton, dann setzt Sänger Joel Fornbrandt ein, dessen Organ einfach schön anzuhören ist. Schon bei der zweiten Strophe gibt es einen kleinen Breakdown, die Riffs werden selten widerholt, immer schön variiert und dann setzt eine langsamere Passage ein, die sich langsam aufbaut und wieder mit Doublebass garniert. Dazu kommt eine melodische Gitarrenarbeit und der Schlagzeuger dürfte seine Einflüsse u.a. von den Schlagzeugern der 60er Jahre beziehen. Das Lied macht einen mehr als vielversprechenden Anfang und macht allen Pseudo-Metallern, die ihre Musik in dem schnöden Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Solo-Refrain komponieren, klar, wo der Hammer hängt.
,,Mirrorkin" macht ebenfalls keine Gefangenen und arbeitet mit Black-Metal-Blastbeats, die sich immer schön mit Doublebass-Midtempo-Passagen abwechseln. Schon früh setzt die melodische Gitarrenarbeit ein, die das Lied nur spannender machen, bevor wieder abgehackte Gitarrenriffs einsetzen und in ein hochtechnisches Solo münden. Als ob der Song nicht schon zu Ende wäre, wird es wieder ruhiger, das Lied baut sich in eine epische Passage auf, bevor man zu dem Black-Metal-Blastspeed-Attacke und dem darauf folgenden Breakdown zurückkehrt.
,,Deep Dark Darkness" fängt zur Abwechslung mal ruhiger an, es geht dann schlagartig in ein Hochgeschwindigkeitsstück á la Cannibal Corpse über, bevor der 6/8-Rhythmus in Unleashed-Manier und darauf folgendem Uffta-Rhythmus dem Stück etwas kämpferisches gibt. Man fühlt sich hier wirklich, wie man in eine Schlacht zieht mit einem Schwert an der Seite, einem Trinkhorn und reichlich Geknurre, Testosteron und einem sabbernden Mund und mit diesem Berserker-Habitus seinem Gegenüber Angstschweiss und Tränen einflößt. Das Solo in diesem Stück gibt dem vorhandenen Bombast noch eine Erhabenheit dazu, die ich in dieser Form tatsächlich nur von Loudblasts ,,Licensed to Thrash", ,,Left Hand Path" von Entombed und natürlich ,,Odalheim" von Unleashed kenne.
,,Razor Twilight" beginnt zur Abwechslung mal im Midtempo, aber sehr stampfend, als ob man auf einer Kriegsgaleere hin und her rudert - bevor das Schiff in einen Sturm zieht und diesem mehr schlecht als recht trotzen muss. Doch das Schiff und die Mannschaft sind einfach nur knallhart und machen das mit Bravour, sodass man anschließend wieder im 6/8-Rhythmus ermutigt wird, in die Schlacht zu ziehen. Ein weiterer Sturm zieht auf, der heftiger als der erste ausfällt, die Mannschaft gerät an ihre Grenzen, es sieht so aus, als ob sie das Schiff vor dem Versinken nicht halten können - aber da, zieht wieder der 6/8-Rhythmus auf, der die Fregatte wieder erstarkt zeigt und so ein Stück mit Happy End vorlegt - unüblich für eine Death-Metal-Band.
Der Titelsong beginnt dann sehr stimmungsvoll mit Meeresrauschen, Wolfsgeheul, Raben- und Mövenkrächzen, die Dramaturgie steigt an. Und was dann kommt, ist nicht mehr zu halten, ein Stück, das vor Tempo-Wechseln, Spannung und Bedrohlichkeit nicht genug bekommen kann und mit seinen dezent eingesetzten Synthie-Teppichen im Hintergrund der eh schon starken ersten Hälfte des Albums den ultimativen Höhepunkt verpasst.

Dem Stück ,,The Night Sky" ist entsprechend eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen, verkörpert es doch mit ähnlichen Trademarks wie in den oben genannten Stücken die Finsternis und eine bedrohliche Atmosphäre, die durch einen nächtlichen Himmel, von dutzenden Wolkenschichten bedeckt, und Blitzen aufgelodert, zusammen mit den zweistimmigen Gitarrensolos einen weiteren Höhepunkt des Albums verpassen.
Beim ,,Primitive Impulse" handelt es sich tatsächlich um ein verhältnismäßig primitives Stück, bei dem simpel, aber effektiv gehaltene Riffs mit dem typischen Dampfwalzen-Modus eingesetzt werden, vergleichbar mit der Musik von Bolt Thrower zu Warmaster-Zeiten. So haben wir es hier mit dem Old-School-lastigsten Stück auf der Platte zu tun, von dem sich die komplexeren Lieder auf dem Album um so mehr abheben.
,,Maggots in Her Heart" hat einen schönen Titel, der an Autopsy erinnert. Allerdings fällt dieses Stück nicht so aus, wie es der Titel versprechen könnte - im Gegenteil, die bewährte Schiene der vorangegangenen Stücke wird hier beibehalten. Das Gefühl von Gleichförmigkeit wird dann aber Gott sei Dank durch die schöne Leadgitarrenarbeit weg gemacht. Und auch Sänger Joel Fornbrandt sorgt hier wieder für einige Gänsehaut-Momente, mit denen er sich vor LG Petrov oder Matti Kärki nicht verstecken braucht.
,,Slither Inside" erinnert mich dann ein bisschen an Unleashed zu ,,Victory"-Zeiten, als man irgendwie versucht hatte, durch moderne Elemente noch brutaler zu werden. Tatsächlich zeigt Joel auch als Sänger, dass er für Überraschungs-Momente gut ist, klingt er hier doch weniger blutrünstig, sondern shoutet mehr, was seine stimmliche Variabilität zeigt und ihn so von anderen, beliebig klingenden Death-Metal-Sängern abhebt. Die Lead-Gitarren bewegen sich hier ausnahmsweise mal in Arch-Enemy-Gefilde, was dem ganzen Stück eine interessante Kombination gibt.

Das abschließende ,,To Rend the Flesh" ist das melancholischste Stück auf ,,Trail of Death" und wurde sehr passend auf diese Position gelegt, da ich jetzt auch traurig darüber bin, dass diese Platte nach nur 43 Minuten schon zu Ende ist - auf jeden Fall haben Overtorture mit ,,Trail of Death" ein phantastisches Zweitwerk vorgelegt, an dem sich andere Bands erst einmal messen müssen. Bleibt zu hoffen, dass die Band weiter kontinuierlich Alben veröffentlicht und versucht, in Zukunft weitere Überraschungen in ihre Musik einzuflechten. Denn wie spannend die Lieder auch sind, so reicht es dann leider nicht für die Höchstwertung - da die kompositorische Genialität von Alben wie ,,Crimson Pt. I + II" von Edge of Sanity oder ,,Dawn of Dreams" von Pan.Thy.Monium einfach unerreichbar geblieben ist und doch noch eine Lücke da ist, die die Band von dem Vermächtnis der klassischen Komponisten wie Richard Wagner trennt. Deshalb dieses Mal „nur" eine XL-Bewertung.

Domenic Saheb Djavaher

XXL WertungXL 1

Tracklist:

Embrace the End
Mirrorkin (Gast-Vocals: Jörgen Sandström)
Deep Dark Darkness
Razor Twilight
A Trail of Death
The Night Sky
Primitive Impulse
Maggots in Her Heart
Slither Inside
To Rend the Flesh (Gast-Solo: Karl Sanders)

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