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Opium Warlords – We Meditate Under The Pussy In The Sky

opiumwarlords_smLabel: Svart Records

Spielzeit: 36:01 Min.

Genre: Funeral Doom / Drone

Info: MySpace

CD kaufen: Amazon

VÖ-Datum: 30. November 2012

Lange habe ich über dieses Album nachgedacht. Ich habe zuerst darüber nachgedacht, dass es doch interessant wäre, mal was zu besprechen, was sich völlig von dem abhebt, was ich sonst so bespreche (wobei ich mich sowieso fast im gesamten Metal-Spektrum und gerne auch darüber hinaus bewege...). Dann habe ich die Opium Warlords gesehen: Funeral Doom und Drone, und ich dachte, ja, das probiere ich aus. Als ich mir dann das ein oder andere Video auf einer bekannten Video-Community-Seite angesehen habe, habe ich gedacht: Oha, das könnte anstrengend werden, denn das dargebotene unterscheidet sich so völlig von meinen Hörgewohnheiten, dass ich mir etliche Sessions geben muss, um mit der Musik warm zu werden.

Ich habe auch lange überlegt, ob ich das Review nicht zurück geben solle, da ich mich der Herausforderung zeitweise nicht gewachsen fühlte; doch dann sagte ich mir: ich habe die Herausforderung angenommen, nun werde ich dieses Album hören.

Hinter Opium Warlords verbirgt sich nichts anderes als ein Solo-Projekt von Sami Albert Hynninen, der in Personalunion sämtliche Instrumente und die Vocals selbst eingespielt hat. Folgerichtig muss - im Idealfall - davon ausgegangen werden, dass alles wie „aus einem Guss" klingt. Im schlechtesten Fall kann es genauso gut heißen, dass die Musik aufgrund fehlender Reflexionsphasen einfach nur grottig gerät (was auf den größten Teil der Ein-Mann-Projekte zutrifft). Man darf allerdings, dank der reichhaltigen Erfahrungen des Multi-Instrumentalisten (u.a. war er bei Reverend Bizzare, Azrael Rising, Spiritus Mortis und The Puritan vertreten) darauf hoffen, dass die kompositorische Qualität nicht allzu schlecht ausfallen wird.

Wie dem auch sei, ich ergebe mich meiner Neugier und bringe meinen Player zum Laufen, wo mir als erstes „Sxi Meru" entgegentönt. Dissonant gespielte Noten, Glockengeläut, ein undifferenziertes Rauschen, schrille, metallene Töne treten mir mit einer Langsamkeit entgegen, die schon mal der Kategorisierung zum Drone-Bereich alle Ehre macht. Die ersten verzerrten Akkorde ertönen, zusammengestellt in einer geradezu faszinierenden Hässlichkeit. Hier wird Horror-Ambiente zelebriert! „Slippy" eröffnet dann mit Orgel und Schlagwerk, nimmt noch einen röhrenden Bass dazu, die verzerrten Akkorde verbleiben schon fast ein wenig im Hintergrund. Der Drone-Anteil wird auf ein Minimum zurückgeschraubt, dafür darf hier mit bestem Gewissen von Funeral Doom gesprochen werden. Ein plötzlicher Break kommt einer Eruption gleich und sorgt für einen Moment völliger Irritation (was an dieser Stelle - aus meiner Sicht! - durchaus nicht als Kompliment verstanden werden sollte...). Diesem Moment völliger Verwirrung folgt ein kurzer Abschnitt fast vollkommener Stille (unterbrochen nur von einem meditativ gespielten Ton auf der akustischen Gitarre), dem sich erneut der Irritationsbreak anschließt.... Dieses Spiel wiederholt sich etwa zweimal, geht dann in einen fast schon heiteren Abschnitt über, der so hätte durchaus auch aus der Flower-Power-Zeit hätte stammen können. Dieser Moment heiterer Gelassenheit wird mit aller Gewalt durch Ausbruch der bösen Art durchbrochen, der sich verzerrte Fratze des vorigen Geschehens präsentiert - und dadurch kompositorisch fast schon erstaunlich schlüssig wirkt! - aber dennoch für einen Schockmoment sorgen kann, wenn man sich von der hippiesken Melodie davor zu sehr hat einlullen lassen. Was dann die Samba-Rhythmen am Ende des Tracks zu suchen haben, weiß der Komponist allein...

„Lament For The Builders Of Khara Khoto" steigt mit röhrendem, ultratiefen Bass ein, lässt monotonen Sing-Sang folgen und flechtet dissonante Gitarren-Licks ins Geschehen ein. Und es wäre nicht Funeral Doom, wenn sich diese Passage nicht über mehr als zwei Minuten ziehen. Dann allerdings spielt der Bass (der nun verzerrt ist) den tragenden Riff des Songs, an dem sich alle anderen Instrumente orientieren, woraus sich beinahe schon eine Kakophonie auftürmt, in die sich passenderweise auch noch menschliche Schreie mischen. Von Funeral Doom fließend in Drone, meine Herren! „This Wind Is A Gift From A Distant Friend" wird noch langsamer, der Bass noch tiefer und verzerrter, und die Monotonie entsprechend noch nervenzerfetzender. Erst als der immerhin mehr als 7 ½ Minuten lange Track zur Hälfte abgelaufen ist, ändert sich das Bild, die Verzerrung aus dem Bass ist rausgenommen, die in der Gitarre nicht vorhanden. Dennoch bleibt dissonantes Moll das Mittel der Wahl, und wesentlich an Geschwindigkeit zugenommen wurde auch nicht. Fast schon überraschend legt sich ein entsprechend meditativ gespieltes Solo über die „Melodie", bevor die Gitarre sich beinahe vollständig verabschiedet und der Bass - nun gespielt in unregelmäßigen Abständen mit einem einzigen Ton - wieder das Kommando übernimmt. Der letzte Track „Satan Knew My Secret Heart" beginnt dann wie ein Bilderbuchbeispiel für Drone. Die Bassspuren (ja, es sind mehrere) sind fast bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, die Noten der einen Spur klingen lange nach, während die andere ein Moll-Riff mit leichten Variationen darbietet. Die Geschwindigkeit nimmt gegen Ende zunächst unmerklich, dann immer mehr zu... Auf-re-gend....

Faszinierend und abstoßend zugleich. Wird diese Phrase allzu oft ohne triftigen Grund verwendet, beschreibt sie doch sehr gut meinen Eindruck des Gehörten. Zunächst einmal denke ich, dass dieses Album durchaus seine Daseinsberechtigung hat, und kann mir sehr gut vorstellen, dass Fans der Referenzgenres so einiges damit anfangen können. Auf der Gegenseite bleiben manche kaum nachvollziehbare Strukturen und Wendungen und die Feststellung, dass das Album fast völlig ohne Vocals auskommt (die allerdings auch kaum angebracht wären). Von meiner Seite aus war es ein Experiment, von dem folgendes Fazit bleibt:

„We Meditate Under The Pussy In The Sky" ist ein durchaus interessant dargebotenes Stück Musik, dass erobert und verstanden werden will; aber die Musik macht es dem Hörer nicht leicht. Zu oft werden vermeintlich erahnbare Strukturen mit derartiger Gewalt in einem plötzlichen Umschwung vernichtet, dass man als ungeübter Hörer schnell mal aus dem Konzept kommt und kurzfristig die Orientierung verliert. Dieses Album ist und bleibt ein Nischenprodukt für Fans, kein Wenn und Aber. Dennoch vergebe ich ein (wackliges) und hart erobertes

l

Michael Denkers

Tracklist:

1. Sxi Meru
2. Slippy
3. Lament For The Builders Of Khara Koto
4. This Wind Is A Gift From A Distant Friend
5. Satan Knew My Secret Heart

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