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Gorgoroth – Instinctus Bestialis

gorgoroth2015Label: Soulseller Records

Spielzeit: 31:13 Min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: sm-metal-shop

Hörprobe: Soundcloud

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Ungewohnt schwedisch, aber vehement wirbelnd eröffnen Gorgoroth dieses erste Studio-Album seit sechs Jahren: „Radix Malorum“ ist anfangs sicherlich gewöhnungsbedürftig, steht es doch eher in der Tradition früher Dark Tranquillity oder In Flames – doch nach einer angemessenen Phase des Eingewöhnens mag man sich diesem energischen, hinreichend harten und hitzigen Batzen frisch eruptierter Lava kaum noch entziehen.

„Dionysian Rite“ schlägt anschließend in eine andere Kerbe, ist musikalisch gar nicht mal so weit von aktuellen Mayhem-Schoten entfernt und tönt eher nach einem von Asche und Schwefel überzogenen Ödland am Rande der vulkanischen Katastrophenzone, bevor „Ad Omnipotens Aeterne Diabolus“ das dortige akustische Eintreffen der gleißenden Lavaströme signalisiert und folglich beide Welten miteinander vereint. Sicherlich kein Problem für alle, die in den Neunzigern sowohl dem schwarzen Treiben aus Norwegen als auch dem melodischen Flirren aus Schweden hoffnungslos verfallen waren; und auch kein Problem für alle, welche Gorgoroth nicht bis zum Tag des jüngsten Gerichts immer nur an ihren Frühwerken messen wollen.

Dennoch: das Album wirkt schroff und unzugänglich, allen Anklängen an den melodischen Death Metal der Mittneunziger zum Trotz. Insoweit haben Gorgoroth sich auch heute noch ihre musikalischen Nieten und Nagelkeulen bewahrt – und anfangs schwingt lange Zeit etwas Langeweile und unbeeindruckte Unlust bei der Rezeption dieses Werkes mit. Denn obwohl klar ist, dass die aktuellen Gorgoroth nicht so klingen wie vor 20 Jahren und auch kein „Hit“ vom Schlage eines „Gorgoroth“ oder „Incipit Satan“ enthalten ist, wartet man zunächst trotzdem darauf – um jedoch im Laufe der Zeit zu erkennen, dass „Instinctus Bestialis“ genügend eigene Kleinode aus purem Obsidian darbietet.

Nicht unbedingt ein kommender Klassiker, aber allemal ein wahrlich gutes Album. Innerhalb seines Genres sogar perfekt für die heiße Jahreszeit geeignet – hier wütet schiere, lodernde Hitze.

Die Hochebene Gorgoroth ist durchwandert – wir stehen mit „Instinctus Bestialis“ unmittelbar vor dem Feuer speienden Schicksalsberg.

Daniel Lofgren

XXL WertungL

Tracklist:

1. Radix Malorum
2. Dionysian Rite
3. Ad Omnipotens Aeterne Diabolus
4. Come Night
5. Burn in His Light
6. Rage
7. Kala Brahman
8. Awakening

XXL-Tipp

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