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Gloomball – The Quiet Monster

gloomball quiet monster 7503Label: Steamhammer - SPV

Spielzeit: 50:43 Min.

Genre: Modern Rock, Alternative Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 27. März 2015

 

Gloomball – dabei handelt es sich um eine deutsche Band, welche im Jahr 2013 mit ihrem Debütalbum „The Distance" auf der Bildfläche erschienen ist und nun mit dem fürchterlich bebilderten „The Quiet Monster" nachlegt.

Doch von dem suboptimalen Cover sollte man sich nicht abschrecken lassen. Die auf diesem Album dargebotene Musik hat einen schier unglaublichen internationalen Standard, und im Prinzip könnte man jeden der hier enthaltenen Songs bedenkenlos als Single auskoppeln. Aber insgesamt stellt sich folgendes Problem: der entscheidende Tiefgang fehlt etwas, vieles wirkt poliert. Zudem wird die Stimme häufig gröhlend eingesetzt und wirkt gerade dann nicht emotional genug – man muss eher an Chad Kroeger denn an wahrlich herausragende Sänger denken. Was nun aber auch überhaupt nicht heißen soll, dass der Mann hinter dem Mikro hier schlecht wäre (im nächsten Absatz werde ich etwas konkreter darauf eingehen).

Die Songs könnten sowohl von Bands wie Godsmack als auch den poppiger agierenden Paradise Lost oder Moonspell ab dem letzten Drittel der Neunziger stammen. Alles ist (mindestens) gut und immer gefällig, die Songs wissen ausnahmslos zu gefallen – aber wirklich herausragend ist nur „Sullen Eyes", in dem die Band deutlich mehr Ecken und Kanten zeigt und dabei ein paar ordentliche Schippen Dreck in Händen schwingt. Das ist mehr Alice In Chains als alles andere auf „A Quiet Monster" und enthält spätestens bei der Zeile: „And it feels so true" richtigen Tiefgang. Hier lässt der Sänger sich auch wirklich gehen und die vom Kopf her kommende, gesteuerte Kontrolle über seine Stimme zugunsten eines echt klingenden Gefühls hinter sich – das Herz siegt über den Geist. Man fühlt als Hörer mit, man ist selbst zerrissen. Und der Rest? Den mag ich gerne, der bereitet mir bei jedem Durchlauf wirklich Spaß. „A Quiet Monster" bietet perfektes Ear-Candy, es ist ein Album für den unmittelbaren Moment. Nicht mehr, aber definitiv auch nicht weniger. Vor allem die Power-Ballade „One More Day" (hier klingt der Sänger im Refrain kurzzeitig etwas nach Nick Holmes, auch die Gitarren gemahnen teilweise an Paradise Lost) ist noch als Anspieltipp zu nennen. Aber, wie gesagt: alle Songs sind mindestens gut, alle sind catchy, alle haben Hit-Potential.

Mein Rat für die Band: in Zukunft etwas weniger Politur verwenden, dafür mehr Ecken und Kanten schlagen sowie ein eigenständigeres Profil entwickeln. Denn leider klingt tatsächlich alles nach den oben genannten Bands, wenn auch auf tollem und mitreißenden Niveau – welches keinen Punkt weniger als fünf wert ist.

Gloomball? Eine unbedingte Hitfabrik, wenn auch teilweise noch ausbaufähig.

Daniel Lofgren

XXL WertungL

Tracklist:

01. The Quiet...
02. Monster
03. Straight To Hell
04. All Beauty Dies
05. Towards The Sun
06. Sirens (Die Alone)
07. One More Day
08. Sullen Eyes
09. (Don't) Surrender
10. Unbreakable
11. Blood Red World
12. Blue Is Turning Into Gray

XXL-Tipp

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