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Fuck You And Die - Elements Of Instability

fuck you and dieLabel: Astat Entertainment

Spielzeit: 35:40 Min.

Genre: Death/Black Metal

Info: Facebook

CD kaufen: Shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 29. Auguts 2014

 

Nicht nur im freien Markt tut sich laufend was, auch der Untergrund schläft nicht. Aus der Asche der Band Fuck Your Shadow From Behind entstand 2009/10 die Death Metalcombo Fuck You And Die. Und ganz unbekannt sind sie bei weitem nicht, denn alle (bis auf den Sänger Dominik) sind in der Black Metal Band Der Weg einer Freiheit involviert, die mit dem aktuellen Album „Unstille" ein Meisterwerk veröffentlicht haben.

Fuck You And Die sind ein Fall für sich, denn ohne Rückenwind eines großen Labels haben sie ihre Bekanntheit enorm gesteigert und waren und sind in der Lage, gut produzierte Platten rauszuhauen. Den Beweis bringt ihr 2010er Debüt „Veni Vici", dass keine 30 Minuten Spielzeit bietet und von vorne bis hinten dicht und technisch hochwertig eingespielt wurde. Zudem sind die stark humoristischen Texte (Nekropedophilphil, Kirche gefüllt mit Pfirsich, Satan muss aus dem Handgelenk kommen,...) eine willkommene Abwechslung in diesem Genre. Die fünf Musiker arbeiten hart für ihre Musik und nehmen auch Rückschläge in Kauf (so bekamen sie in ihrer Heimat Auftrittsverbot oder wurden negativ in einer Sonntagspredigt erwähnt).
Doch mit dem zweiten Schlag, das den Titel „Elements Of Instability" trägt, wollen die Jungs den nächsten Schritt Richtung Unsterblichkeit wagen. Ist ihnen das gelungen? Lest selbst:

Der Opener legt gleich mal mit einem coolen Riff und fetten Blastbeats los. Der verwendete Gesang ist allerdings eher Black Metal typisch, da er mit hohen Screams aufwartet. So lässt „Security Through Obscurity" keine Wünsche offen und ist weit entfernt vom eigentlichen Death Metal. „Natural Death" folgt der eingeschlagenen Richtung, die mehr Death Metal Elemente besitzt (hauptsächlich am Growling ausmachend). Es wird auch sofort klar, der einstige Humor ist hier verschwunden und die Band wirkt ernsthafter. Dies steht ihnen allerdings gut zu Gesicht und die Qualität hat ebenfalls deutlich zugenommen. Zudem versteht es FYAD, genügend düstere Stimmung auszulösen. So sind die Gewittereinspieler gut platziert. Ein Gang zurück schaltet „The Bitter, Not The Better", und das Midtempo knallt zwar nicht so schön, kann aber das technische Können der Musiker gut zur Geltung bringen. Dazwischen gibt es noch eine Spoken Word Passage, die durch die furchtgebietende Melodie bedrohlich wirkt. Eines ist schon mal gesagt: langweilig wird es definitiv nicht!

Nahtlos geht es in „Roar, Allay And Alter" über, die in Sachen Geschwindigkeit nach vorne prescht, als ob es nur so eine Freude ist. Das intensive Level, was die Scheibe bisher fährt, kann auch hier nahtlos gehalten werden, ohne dass sich dabei die Songs sehr ähneln. Das Solo und die davor genutzten Sextolen sind für Audiophile ein Traum. Danach gibt es einen Einspieler aus der Predigt, in der FYAD angeprangert wurden. Damit gelang ihnen der musikalische Denkzettel an diesen Pfarrer. „Retrogression" klingt nochmal eine Ecke anders als sein Vorgänger. Tempo und Taktwechsel, die nicht hätten gelungener sein können. Anscheinend achtet die Band genau darauf, dass die Songs auf dem Album selbst einen hohen Wiedererkennungswert bekommen. Im Zwischenpart werden mal kurz die Toms vergewaltigt, was beeindruckend klingt. Übrigens spielt der Drummer die Blastbeats aus dem Handgelenk (kein Scheiß!), einfach weil er es kann! Der Bass darf auch noch ein kleines Interlude spielen und wird passender weise kurz darauf von den Gitarren begleitet. Da scheint wohl ein Hauch Progressive hinein gerutscht zu sein.

„State Of Anxiety" könnte man dagegen eine kurze Verschnaufpause nennen, obwohl die Blastbeats einen Großteil des Tracks ausmachen. Ich korrigiere mich: Kurz und wuchtig! Große Geschütze werden bei „Self Inflicted Suffocation" aufgefahren. So walzen die Killerriffs und die knallharten Drums alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt. Dabei gönnt sich der Song auch ein paar kurze Ruhephasen, bis heiter weitergeschreddert wird. Dazu gepackt hat man einen deutschsprachigen Schlachtruf, den man aber nicht so richtig versteht. Ist aber auch nicht so wichtig, denn er passt wunderbar in die Stimmung des Songs. Leute, das Album wird immer besser!

Technisch hochwertig ist auch „Bury Them By The Rivers", so machen die spielerischen Fähigkeiten der Instrumentalisten den Hörer regelrecht sprachlos. Man wirf mit Triolen und Sextolen nur so um sich und verbindet sie zu einem Freudenfest des anspruchsvollen Black Metals. Sofort geht es in „Habitus Metus" über, der nur zum Spannungsaufbau genutzt wird. Vermutlich für den Titelsong, auch wenn der Übergang nicht so gelungen ist. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass eben dieser Track noch innerhalb von 2 ½ Minuten nochmal alles raushaut, was die Jungs können. Hier ein Soli, dort Blastbeats. Soll ich noch mehr sagen? Ich denke nicht.

Die Jungs aus dem Schwarzwald beweisen eindrücklich, dass sie ihre Instrumente beherrschen und noch dazu auf Genrebezeichnungen scheißen. Klang „Veni Vici" noch sehr fröhlich und durch die starken Death Metal und Hardcoreanleihen ebenso aggressiv, so ist „Elements Of Instability" eine Abkehr von dem vorherigen Kurs. So versucht die Platte nicht im Geringsten wie der Vorgänger zu klingen, sondern bringt genug Eigenständigkeit mit, um selbst ein Meisterwerk an sich zu sein. Die Platte klingt nach dem ersten paarmal hören nicht so homogen wie eben der geniale Vorgänger, aber jeder Durchlauf bringt neue Facetten zum Vorschein. Die Höchstnote zücke ich nur deswegen nicht, weil die Platte mehr Zeit braucht, um die Genialität erkennen zu lassen, die sie besitzt.

Gut produziert, neue Genregebiete erschlossen und ohne direkte Konkurrenz. Fuck You And Die sind weiterhin Garanten der Experimentierfreudigkeit und so ist „Elements Of Instabiltiy" ein grandioses Album geworden, was sie mühelos in den Olymp des Death Metals bringen wird. Die einzigen, die enttäuscht wäre sind die, die den Erstling gefeiert haben und eine Fortsetzung erwartet haben. Ihnen sei gesagt, gebt der Platte Zeit, sie ist es absolut wert, von euch entdeckt zu werden!

Ben Denkers

XXL-WertungXL-1

Tracklist:

1. Security Through Obscurity
2. Natural Death
3. The Bitter, Not The Better
4. Roar, Allay And Alter
5. Retrogression
6. State Of Anxiety
7. Self Inflicted Suffocation
8. Bury Them By The Rivers
9. Habitus Metus
10. Elements Of Instability

XXL-Tipp

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