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Elvenking - The Pagan Manifesto

ELVENKING - THE PAGAN MANIFESTOLabel: AMF Records

Spielzeit: 63:88 Min.

Genre: Power Folk Metal

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erscheinen

 

Ein knisterndes Feuer, der Wind heult durch das Blattwerk ringsherum, sanfte Flötenklänge und eine leise Akustikgitarre laden zu einem weiteren Abend voller Erzählungen aus dem Reich der Elfen ein. „The Pagan Manifesto" haben Elvenking ihre neuste Geschichtssammlung getauft. Es soll das ultimative Werk sein, ein wahr gewordener „Elfentraum", der Musik, Lyrics und Geist in sich vereint. Große Worte, denen die Italiener im Gegensatz zu manch anderen Promo-Phrasendreschern aber Taten folgen lassen.

Den Anfang macht „King of the Elves", welches mit knapp 13 Minuten zu Buche schlägt und damit nicht nur das längste Stück des „heidnischen Manifests" ist, sondern auch einer der längsten Elvenking-Songs überhaupt. Eine mutige Entscheidung, dieses Mammutstück an den Anfang zu stellen, wirkt es doch zunächst etwas sperrig und macht den Einstieg in das Album nicht unbedingt leicht.
Das Stück beginnt mit Blastbeats und Chören. Es folgen zahlreiche Harmonie- und Tempowechsel, ein akustisches Zwischenspiel, etwas Bombast und ein finsterer Break. Der Gastauftritt von Amanda Somerville rundet den kreativen Ideenreichtum schließlich ab. Damit der Hörer bei all den verschiedenen Komponenten nicht gänzlich die Orientierung verliert, werden geschickt Melodien wieder aufgegriffen und auch der tolle, mehrstimmige Refrain darf ein weiteres Mal genossen werden.
Dabei veranschaulicht „King of the Elves" hervorragend, wie Elvenking anno 2014 klingen. Der Power Metal der „Era"-Ära wurde etwas zurückgenommen und man besinnt sich wieder verstärkt auf die Folk-Wurzeln. Neben der Violine sind weitere folkloristische Instrumente sowie ein Orchester zu hören, die sich dezent in das Gesamtbild einfügen und den Sound bereichern. Die sehr oft zum Einsatz kommende Doublebass, ein wummernder Bass und die obligatorischen Gitarren sorgen dennoch für die nötige Härte (wenngleich die Produktion durchaus noch mehr Druck hätte vertragen können).
Nach der viertelstündigen Achterbahnfahrt geht es mit einem typischen Opener, der neuen Bandhymne „Elvenlegions" weiter. Mit unvermindertem Tempo schließen sich „The Druid Ritual of Oak" und „Moonbeam Stone Circle" an. Allesamt wirken wie aus einem Guss, bilden eine homogene Einheit und lassen qualitativ nie nach. In dieser ersten halben Stunde vereinen sich auf „The Pagan Manifesto" in der Tat Musik, Lyrics und der ganz eigene Elvenking-Spirit zu großem Metal.
Danach folgt jedoch ein Bruch. Das bedrückend ruhige „The Solitaire" und vor allem das rein akustische „Towards the Shores" fügen sich nicht mehr so harmonisch in das Gesamtwerk ein. Zu simpel und ideenlos präsentieren sich im Anschluss auch „Pagan Revolution" und „Grandier's Funeral Pyre".
Erst mit der fröhlichen Hochgeschwindigkeitsnummer „Twilight of Magic" bekommen Elvenking dann wieder die Kurve. Die unermüdliche Doublebass, der beschwingte Gesang, eine gewisse Punkattitüde und natürlich der mitsingtaugliche Refrain formen einen Livehit par excellence. Der fast schon radiotaugliche Rocker „Black Roses for the Wicked One" hält locker mit, bevor zum Abschluss mit dem zweitlängsten Stück der Platte noch einmal ganz großes Kino aufgefahren wird.
Und das im wahrsten Sinne, klingt der Anfang von „Witches Gather" mit seinen Soundeffekten und dem Orchester doch sehr nach Soundtrack. Doch schon bald setzt der bekannte Power Folk Metal wieder ein. Im weiteren Verlauf überrascht das Stück dann noch mit harschen Vocals, die den Song ungemein bereichern und zu einem Albumabschluss machen, der in Erinnerung bleibt.

Das achte Album von Elvenking vereint wie angekündigt alle Facetten des bisherigen Schaffens. Auf „The Pagan Manifesto" trifft der anfängliche Folk Metal auf die Power der späteren Alben. Daraus formen die Italiener mitreißende Songs, ganz gleich, ob kurz und auf den Punkt oder episch, vor Kreativität strotzend. Den kleinen Hänger im Mittelteil macht das furiose Finale locker wett.
Wenn sich der Sturm gelegt hat und das Feuer herunter gebrannt ist, bleibt tatsächlich das ultimative Elvenking-Manifest.

Christian Schrübbers

XXL-WertungXL-1

Tracklist:

01. The Manifesto
02. King of the Elves
03. Elvenlegions
04. The Druid Ritual of Oak
05. Moonbeam Stone Circle
06. The Solitaire
07. Towards the Shores
08. Pagan Revolution
09. Grandier's Funeral Pyre
10. Twilight of Magic
11. Black Roses for the Wicked One
12. Witches Gather

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