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Big Wreck – Ghosts

big wreck ghosts 7968Label: Anthem-Soulfood Music

Spielzeit: 70:28 Min.

Genre: Grunge / Alternative

Info: Facebook

Album kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 07. August 2015

 

Ich habe es bereits in meinem Review zur neuen Failure-Scheibe geschrieben: in diesem Sommer scheint es (endlich!) ein deutlich messbares Grunge-Revival zu geben. Innerhalb weniger Wochen wurden teils herausragende Alben von Newcomern wie Metz, Bully und Strange Wilds veröffentlicht. Andere neue und denkwürdige Namen sind Grey Attack und Solar Monkeys; flankiert wird dies alles von Comebacks wie eben Failure und Veruca Salt, zudem gab es Neues von Eleventh Dream Day.

Big Wreck sind wie Failure und Veruca Salt seit den Neunzigern aktiv. Ihr Debüt „In Loving Memory Of...“ erreichte in Kanada 1997 Doppel-Platin-Status, weitere Veröffentlichungen erfolgten 2001 und 2012. Und 2014 – da erschien das vorliegende, vierte Album „Ghosts“ bereits auf der anderen Seite des Atlantiks. Zeitverzögert kommt nun also auch Europa in den Genuss dieses Werks.

„Ghosts“ ist in meinen Ohren ein Album, welches Soundgarden in einem Paralleluniversum als Nachfolger ihres Megasellers „Superunknown“ (1994) hätten veröffentlichen können. Nicht nur, dass Sänger Ian Thornley häufig frappierend wie Chris Cornell klingt (allerdings auch immer mal wieder wie Sting – man höre nur „Come What May“ oder den Titelsong; in „Hey Mama“ schimmert zudem nuanciert auch etwas Mark Lanegan durch) – nein, auch musikalisch macht der Vergleich Sinn. Wobei klar die Spätphase („Superunknown“ und vor allem „Down On The Upside“) gemeint ist – allerdings aufgepeppt mit der zuweilen klebrigen Vielfalt Saigon Kick's sowie zusätzlichen Spurenelementen von The Police und David Bowie. Gerade das bereits erwähnte „Come What May“ lädt alle Police-Fans zum Zitate suchen ein, wartet allerdings auch mit einem kräftigen Foo Fighters-Einschlag auf.

Uneingeschränkt bejubelbar ist „Ghosts“ dennoch nicht: die Songs und auch das komplette Album sind etwas zu lang geraten – eine weitere Parallele zu den beiden genannten Soundgarden-Werken (welche qualitativ allerdings klar höher stehen). Zudem kippt das Album während seines Mittelteils („Still Here“, „Break“, „Off And Running“) fast in Post-Grunge um – die Klippe wird zwar gerade noch umschifft, dennoch schwächelt das Album hier deutlich. Dafür allerdings versöhnt der großartige Abschluss mit „Come What May“, dem dramatisch erstrahlenden „War Baby“ sowie „A Place To Call Home (Reprise)“ ohne Wenn und Aber.

Um es kurz zu machen: „Down On The Upside“ ist mir als Nachfolger von „Superunknown“ klar wertvoller, weil besser (wir sprechen immerhin von einem Klassiker sowie einer verdienten Höchstnote). Ich goutiere dennoch, was besagtes Paralleluniversum uns hier als (ebenfalls möglich gewesene) Weiterentwicklung von Soundgarden nach 1994 ausgespuckt hat.

Ähnlich wie bei Failure auch: etwas mehr Straffung, etwas mehr Fokussierung und die Welt wäre ab diesem Sommer nicht mehr die gleiche gewesen. Wie man sich teilweise doch über an und für sich gute bis sehr gute Platten ärgern kann! ;-)

Daniel Lofgren

XXL WertungL

Tracklist:

A Place To Call Home
I Digress
Ghosts
My Life
Hey Mama
Diamonds
Friends
Still Here
Break
Off and Running
Come What May
War Baby
A Place to Call Home (Reprise)

XXL-Tipp

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