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Venenum – Trance Of Death

Venenum TOD CoverxxlLabel: Sepulchral Voice Records

Spielzeit: 50:27 Min.

Genre: Death Metal

Info: /

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Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

Man kann behaupten, dass es sich bei „Trance Of Death“, diesem sechs lange Jahre nach der Debüt-EP nun endlich veröffentlichten, ersten Venenum-Album um das in den vergangenen Monaten meisterwartete Album im Death Metal-Untergrund handelt. Folgerichtig wird es nicht für jedes Ohr die immer weiter, fast schon ins Unermessliche herangewachsene Messlatte meistern, wenngleich überwiegend mit positiven Reaktionen zu rechnen sein dürfte, denn: bei aller klaren Veränderung ist dies noch immer eindeutig Venenum – wenn auch facettenreicher und mit einer deutlich gesteigerten, aufgefächerten musikalischen Vision.

Noch immer kann die Band mit Leib und Seele in den tiefsten, infernalisch stinkenden Morast eintauchen („Merging Nebular Drapes“), doch neben Vocals, welche man erstaunlich gut verstehen kann, biegt das Album mit fortschreitender Dauer in (wenn auch nicht unbedingt minder bösartige) unerwartete Gefilde ab.

Natürlich sind Venenum in dieser Hinsicht nicht die erste Death Metal-Band, welche sich der fruchtbaren Böden der Siebziger Jahre bemächtigt, um diese anschließend mit Tod und Verderben zu überziehen; im Vergleich zu dem, was etwa Bands wie Gorefest (vor nun auch bereits über 20 Jahren!) vertont haben, sind Venenum jedoch noch immer völlig unzweifelhaft Death Metal. Der dreigeteilte Titelsong „Trance Of Death“ spannt diese Musik auf eine an frühe Rush-Longtracks gemahnenden Reißleine, welche durch den Mittelteil, einen wundervollen Instrumental-Part namens „Metanoia Journey“, großartig aufgewertet wird. Dieser ist purer Classic Rock wie aus den glorreichen Siebzigern; andere Anklänge an diese Musik finden sich im Refrain von „Cold Threat“ sowie – anhand des eben bereits genannten wohl logisch – im gesamten „Trance Of Death“-Longtrack; wenn auch nicht immer sofort ersichtlich.

Das gesamte Album ist in seiner Vielschichtigkeit eine klare Überforderung für jeden Hörer, der schnell und umfassend überzeugt werden möchte. Es ist eine extrem fordernde Kraftdemonstration, welcher zunächst etwas der rote Faden zu fehlen scheint. Schade, wenn da gar jemand frühzeitig und übereilt die Flinte ins Korn werfen sollte – denn „Trance Of Death“ ist ein Werk, das nicht nur außerordentlich fruchtbar hinsichtlich seiner Einflüsse und organisch herangewachsenen Bestandteile ist, sondern welches in Analogie zu einem verwunschenen Leichenbaum immer weiter emporwächst und währenddessen mit seinen Ästen gleich der wohlbekannten Szene im ersten „Evil Dead“-Film in alle Körperöffnungen der Hörerschaft eindringt.

Venenum haben mit diesem Album bewiesen, dass die teilweise doch etwas übersteigerte Hysterie als Resultat der damaligen EP berechtigt war. Sollte es dem (wann auch immer erscheinenden) Nachfolger gelingen, den Fluss der Lieder sowie des Gesamtwerkes noch ausgewogener und geradliniger zu gestalten sowie die Einflüsse aus den Siebzigern umfassender zu integrieren, dann kann man einen stilprägenden Klassiker erwarten. „Trance Of Death“ ist dieser Schritt noch nicht komplett gelungen, dennoch kann man bereits sagen, dass es sich um eines der besten Alben des Jahres 2017 handelt – Venenum bilden spätestens jetzt gemeinsam mit Sulphur Aeon und Chapel Of Disease das aktuelle, die Szene der vergangenen Jahre beherrschende Triumvirat der deutschen Death Metal-Szene.

Daniel Lofgren

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Entrance
2. Merging Nebular Drapes
3. The Nature of the Ground
4. Cold Threat
5. Trance of Death Part I - Reflections
6. Trance of Death Part II - Metanoia Journey
7. Trance of Death Part III - There Are Other Worlds…

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