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Harakiri For The Sky – III: Trauma

harakiri for the sky iiixxlLabel: Art of Propaganda

Spielzeit: 75:13 Min.

Genre: Depressive- / Post-Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

Mit ihrem vorherigen Album „Aokigahara“ haben Harakiri For The Sky im Untergrund für einen kleinen Achtungserfolg gesorgt – und es ist gut möglich, dass dieses neue, dritte Album die Verkaufszahlen weiter ansteigen lassen wird.

Ich erinnere mich beim Hören von „III: Trauma“ an die letzten Alben von Deafheaven, Woods Of Desolation und Ghost Bath – und wo bei den letztgenannten auf „Moonlover“ das Lied „Golden Number“ das herausragende Highlight war, welches im weiteren Albumverlauf nicht mehr getoppt werden konnte, so findet sich auch auf „III: Trauma“ ein alles andere überstrahlendes Leuchtfeuer. Das einleitende „Calling The Rain“ weckt titelbedingt Assoziationen an Atrocity und Yasmin, klingt aber wie die eingangs genannten Bands und wäre in der Diskografie einer jeden davon das herausragende Lied bis dato. Mehr noch: dies ist einer der besten Songs des gesamten laufenden Musikjahres 2016. Für gewöhnlich bin ich bei hölzern formulierten Lyrics, die auf das Metrum keine Rücksicht nehmen und eher wie unüberarbeitet herausgeschrieben anmuten, absolut kritisch gestimmt. Hier jedoch verblassen derartige Überlegungen, denn die nackte Verzweiflung, die überwältigende Seelenqual, die aus Zeilen wie: „Tonight I’ll get so terribly drunk / I’ll lapse into coma / For fuck‘s sake! / I’ll drink myself into oblivion / Cause the only way to forget about you / Is to deafen all senses / Until deadness eventuates / Chance had thrown us together and only death can part / If my attempt should not fail / A bullet will all too soon conclude / Fuck this life!“, noch dazu verbunden mit diesen überwältigenden Melodien, hervorströmend gleich einem Springquell frischen Blutes aus einer tiefen Wunde, immunisieren gegen jegliche Kritik. Dieses Lied ist außergewöhnlich ergreifend, gießt die unfassbare Verzweiflung im Leben eines fassungs- und hilflos alleingelassenen Menschen musikalisch in ein Gefäß der reinen Schönheit sowie lyrisch in Poesie – die trotz des minimalen Murrens oben durch ihre schonungslose Offenheit und den Verzicht auf Konventionen und sämtliche Schutzmechanismen, durch das schonungslose Spürbarmachen der nagenden Verzweiflung uneingeschränkt wertvoll ist.

Der Rest des Albums kann diese hohe Vorlage nicht halten, wenngleich das folgende „Funeral Dreams“ ein weiterer Höhepunkt ist. „Be careful what you wish for / You might get it (…) My memories got stolen / So hail to the thief (…) This city will be the death of me“ heißt es da, und der Song ergießt sich dazu in ungemein stimmungsvollen Melodien und kreuzt Depressive- und Post-Black Metal mit latenten Anklängen an die Göteborg-Klassiker der späten Neunziger Jahre. Dennoch wird bereits ab hier der Fokus nicht mehr ganz so klar gehalten wie beim einleitenden Überwerk, der Song greift nicht mehr komplett und hundertprozentig, womöglich hätte es keiner neun Minuten bedurft.

Exakt dieses Problem zieht sich fortan durch das gesamte Album, die restlichen sechs Lieder weisen durchgängig Spielzeiten zwischen achteinhalb und zehn Minuten auf – schlecht ist keine davon, meistens gut, wirkliche Begeisterung wird jedoch kaum noch erzielt. Dennoch: dieses Album ist empfehlenswert, besser als die letzten Werke der drei obengenannten Bands allemal, und die Texte mögen ab und an nicht geschliffen genug sein, sind aber nichtsdestotrotz eine Wohltat („I didn't believe you, as you once compared love to flames / But I guess you were right, cause both leave nothing but ashes“ - aus „The Traces We Leave“).

Es gab dieses Interview mit Tlmnn von Drowned im zweiten Deaf Forever, in dem angesprochen wurde, dass es wohl kaum so viele männliche Jungfrauen gibt wie im Death und Black Metal. Angesichts des kindischen Schwachsinns, den manch Szenegänger sowie auch Musiker von sich gibt, bin ich mehr als gewillt, dies zu glauben – Harakiri For The Sky gehören allerdings fraglos nicht zu dieser Sorte. Hier kennt man den wahren Schmerz, den das Leben schlägt – und ist selbstsicher genug, sich nicht hinter juvenilen Allmachtsfantasien über Pest und Cholera, Tod und Teufel, Schießpulver und Panzerbataillonen zu verstecken. Dafür ein großer Dank – denn das gefährlichste, weil wahrscheinlichste in unserer Gesellschaft ist neben Krankheit der Verlust der Liebe, der Freundschaft, der Träume, der Sicherheit.

Anderes Genre – aber ebenfalls dem Metal zugehörig: Pete Steele konnte all dies mit Type O'Negative in ebenso langen Liedern und Alben perfekt umsetzen. Harakiri For The Sky gelingt das, wie gesagt, noch nicht durchgängig. Die maximale Ausnutzung der Laufzeit einer CD mit Liedern, welche zwischen acht- und elfeinhalb Minuten lang sind, ist aktuell noch nicht vollkommen geglückt. Doch das mag in der Zukunft kommen – und ich bin gerne gewillt, die weitere Entwicklung dieser Band mitzugehen – auch, wenn die fünf Punkte unten durchaus etwas wackeln. Nicht von der Hand zu weisen ist nämlich, dass „III: Trauma“ am Anfang sowie auch am Ende – mit „Bury Me“ – in echter Schönheit erstrahlt.

Daniel Lofgren

XXL WertungL

Tracklist:

1. Calling the Rain
2. Funeral Dreams
3. Thanatos
4. This Life as a Dagger
5. The Traces We Leave
6. Viaticum
7. Dry the River
8. Bury Me

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