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Engulfed - Engulfed in Obscurity

EngulfedxxlLabel: Hellthrasher Productions

Spielzeit: 48:32 min.

Genre: Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Mein Vater hat mal gesagt: „Wenn du nicht immer das selbe finden willst, darfst du nicht immer an der selben Stelle suchen“. Das habe ich mir stets gemerkt und daher kann es vielleicht kommen, dass ich immer hellhörig werde, wenn ich von Bands höre, die ihre Musik an, für Metalverhältnisse, exotischen Orten verwirklichen. Eine dieser Bands ist Engulfed aus der Türkei, einem Land von dem ich auf Anhieb nicht sagen könnte, ob ich schon einmal bewusst eine Band von dort gehört hätte, die Metal produziert. Engulfed selber sind dabei noch relativ frisch und haben bis auf eine Vier-Song-EP namens „Through the eternal Damnation“ noch nichts auf dem Kerbholz, sind allerdings schon seit 2010 aktiv. Gespannt wie ein Flitzebogen setze ich mir also den Kopfhörer auf und lausche den Klängen des Intros „Escalation of Darkness“ und stürze, nachdem ich knapp zwei Minuten von den hypnotisch, repetetiven Gitarren eingefangen wurde, in eine bodenlose Dunkelheit.
Von Sekunde eins des Stückes „The halls of grim eternity“ verschluckt einen das Album und zieht einen in eine pechschwarze Welt aus morbidem Chaos und bedrückender Ungewissheit, genau so wie der Bandname es einem ankündigt. Verwaschen und rumpelig im Sound, mal disharmonisch und rasend, mal stakatohaft, fast schon hypnotisch walzend. Sänger Serkan zeigt eindrucksvoll, was man aus einer klassischen Death Metal Stimme alles raus holen kann und die beiden Gitarristen Kasil und Mustafa sind so einfallsreich und raffiniert, dass beide selten länger als ein paar Sekunden das selbe Riff spielen. Das Album ist im allgemeinen so Detailreich, dass man erst einmal überfordert ist und gar nicht weiß, wo man überall hin hören soll und kann dazu noch mit originellen Ideen aufwarten. Wie im Stück „Mayhemic flames of Doom“ in dem man sich schon am Ende des Songs zu wissen glaubt, an dem man mit einer beunruhigenden Klangkulisse hinaus begleitet wird, nur damit wenige Sekunden vor Schluss noch einmal ein Riffgewitter über einen herein bricht. Auch der Titelsong „Engulfed in obscurity“ ist ein waschechter Hitkandidat. Allgemein bietet das Album unglaublich viel Abwechslung und Hörgenuss. Tempiwechsel, lange und trotzdem spannende Songs, eine beklemmende Atmosphäre, dabei eine Prise Dead Congregation oder Morbid Angel, ohne dabei jedoch auch nur für fünf Pfennig wie ein Klon zu klingen und das alles auf 50 Minuten, die wie in Trance vergehen, bevor einen das drei minütige Outro „The blackendes skies“ wieder zurück an den Anfang der Platte führt, um einen dann in der Dunkelheit allein zu lassen.
Freunde, ich will es kurz machen. Engulfed bohren hier die ganz dicken Bretter und zwar so grandios, dass ich gerade enorme Schwierigkeiten habe, ein Death Metal Release aus diesem Jahr zu finden, das mich so umgehauen hat, wie „Engulfed in Obscurity“. Für mich ist dieses Release eine faustdicke Überraschung und ich bin mir zu 100% sicher, dass ich ganz gehörig ein Auge auf diese Band werfen werde in Zukunft.

Kai B.

XXL WertungXXL

Tracklist:

1 - Escalation of Darkness
2 - The Halls Of Grim Eternity
3 - Conqueror From Beyond The Outer Gates
4 - Engulfed In Obscurity
5 - Invocation Of Death And Misery
6 - Demonic Manifest Of Devastation
7 - Inseminated With Demon Seed
8 - Mayhemic Flames Of Doom
9 - The Blackened Skies

Sacred Reich: Ignorance - 30th Anniversary Reissue

Sacred Reich  Ignorance   30th Anniversary ReissueLabel: Metal Blade Records

Spielzeit: 51:17 min.

Genre: Thrash Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

VÖ-Datum: bereits erschienen

Happy Birthday, da wird das Debüt der Arizona-Thrasher doch schon 30 Jahre alt! Ich selber bin zwar erst später (mit dem "Independent"-Album!) auf die Band aufmerksam geworden, habe mich damals aber sofort verliebt und mir recht flott auch die anderen Werke der Musiker zugelegt. Was mich (und definitiv auch viele andere Hörer!) an Sacred Reich so fasziniert hat (und es immer noch tut...), ist dieser ganz eigene Sound der Kollegen. Sie haben sich immer schon erfreulich von den anderen Thrash-Kapellen abgehoben und eine Eigenständigkeit an den Tag gelegt, dass man sie innerhalb von Sekunden aus hunderten von Konkurrenten heraushören kann. Dies hört man auch schon auf "Ignorance", welches ja auch für Viele das beste Werk der Amerikaner ist. Auch heute noch ist diese Faszination zu spüren, eindeutig mal eine gerechtfertigte Wiederveröffentlichung. Zumal es ja auch noch lecker Bonus-Material gibt, denn neben einer etwas veränderten Variante des Titelsongs vom "Metal Massacre VIII"-Sampler gibt es auch noch die 4 Songs des "Draining you of life"-Demos von 1986 zu hören. Feine Sache! Wer dieses Album noch nicht besitzt, oder (Gott bewahre!!!) die Formation noch gar nicht kennt - Sofort kaufen!!! Es lohnt sich!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Death Squad 4:24
2. Victim Of Demise 3:35
3. Layed To Rest 2:16
4. Ignorance 4:09
5. No Believers 3:22
6. Violent Solutions 4:15
7. Rest In Peace 3:45
8. Sacred Reich 3:16
9. Administrative Decisions 3:26
10. Ignorance (Metal Massacre Version) 3:53
11. Draining You Of Life (Demo) 3:41
12. Rest In Peace (Demo) 4:06
13. Sacred Reich (Demo) 3:26
14. No Believers (Demo) 3:37

Rimruna - Der Hatz entronnen

RimrunaxxlLabel: Naturmacht Produktionen

Spielzeit: 56:42 min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Ich muss gestehen, dass das Debüt des Berliner Duos Rimruna, das auf den schönen Namen "Frostbann" hört, damals (also 2014) komplett an mir vorbei gerauscht ist, wobei ich wohl gehörig was verpasst habe, denn wenn das Teil auch nur annähernd so gut ausgefallen ist, wie das neue Werk "Der Hatz entronnen", dann Holladiewaldfee... Beginnend mit einem recht langen Intro, welches trotzdem nicht nervt, starten wir in ein opulentes Black Metal Album, welches sich zwar deutlich am klassischen Sound der sogenannten "Zweiten Welle" orientiert, aber mehr als genug Eigenständigkeit mitbringt, um sich deutlich abzuheben. Die Qualität der Songs erkennt man allein schon daran, dass die allesamt nicht unter zwölf Minuten daherkommen, aber zu keiner Sekunde Langeweile erzeugen. Ganz im Gegenteil, man bemerkt gar nicht, wie flott die Zeit vergeht, da man dem grimmigen, mit herrlichen Melodien aufgewerteten Sound der beiden Protagonisten schnell verfallen ist und in seinen Bann gezogen wird. Definitiv kein 08/15 Geprügel (obwohl sowas natürlich auch immer wieder seinen Reiz hat!!), sondern ein durchdachtes, aber niemals verkopftes Album, mit vielen kleinen und großen Höhepunkten, das auch beim vierten oder fünften Durchlauf neue "Aha-Momente" auslöst und seinen Reiz nur noch verstärkt. Ein durch und durch gelungenes Teil, das auch mit herrlich unpeinlichen deutschen Texten aufwarten kann! Gefällt mir verdammt gut!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Unrast 01:28
2. Tor der Zeit 13:23
3. Wirren 13:53
4. Der Hatz entronnen 12:34
5. In Ewigkeit versunken 12:45
6. Erwacht aus leerem Schlummer 02:39

Kafirun - Eschaton

KafirunLabel: Seance Records

Spielzeit: 41:59 min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Nach zwei EPs, deren Zusammenfassung auf einer CD und einer Split mit den Ösis von Transilvania kommen die Kanadier von Kafirun nun mit ihrem Debüt-Album daher. Wer jetzt aber denkt: "Oha, Kanada - das ist bestimmt geiler Stoff der Marke Forteresse" und Co, den muss ich leider ein wenig enttäuschen. Denn Kafirun gehen musikalisch andere Wege und orientieren sich hörbar am klassisch nordischen Black Metal Stil. Ein bisschen Norwegen, ein Schuss Schweden, ein Hauch Finnland - so in etwa kann man sich den Sound der Band vorstellen. Keine schlechte Herangehensweise und die Kollegen sind definitiv auch mit gehörigem Enthusiasmus bei der Sache, doch bei der Umsetzung hapert es dann doch noch. Der Black Metal der Herren aus Vancouver ist einfach zu unspektakulär, zu vorhersehbar und ohne das "gewisse Etwas". Die Songs auf "Eschaton" sind schlicht und ergreifend einfach zu beliebig und rauschen an einem vorbei, ohne einen großartig bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Sicherlich keine Rohrkrepierer, aber das ganz große Ding wird uns hier auch nicht geboten. Ganz nett, der Spaß - aber davon gibt es mittlerweile mehr als genug. "Eschaton" ist eine jener CDs, die man sich irgendwann für zwei, drei Groschen mal bei Ebay schießen kann, aber man hat sicherlich nicht viel verpasst, wenn die Scheibe nicht in der heimischen Sammlung steht. Aber dafür ist das Cover-Artwork grandios!

Christian Hemmer

XXL WertungL

Tracklist:

1. Lord of Blessed Murder 04:56
2. Eschaton 06:11
3. Omega Serpent 04:25
4. Divine Providence 07:40
5. Prophetic Death Trance 03:39
6. Ephemerality of the Flesh 08:33
7. Omnipresence 06:35

Eschaton by KAFIRUN

Vintersorg – Till Fjälls del II / Tillbaka till källorna (EP)

Vintersorg CMYKLabel: Napalm Records

Spielzeit: 77:12 min.

Genre: Pagan Metal

Info: Facebook

Hörprobe: Youtube

Album kaufen: Shop

VÖ-Datum: bereits erschienen

Na Freunde, wer hat heute Abend noch nichts vor und zufälligerweise Lust auf Pagan Metal in Spielfilmlänge? Dann mal nichts wie rein in den gute Laune-Express ins eisige Schweden, zu den Urgesteinen von Vintersorg. Die haben nämlich, nach einer eher progressiv/experimentellen Zwischenphase in ihrer (bzw. seiner) Karriere, seit einigen Jahren den Bogen zurück geschlagen und nähern sich nun konsequenter Weise ihrem Ursprungspunkt wieder an. Dem Opus Magnus „Till Fjälls“. Selbiger war zwar definitiv ein Kind seiner Zeit, aber trotzdem ein wirklich hervorragendes Pagan Metal Album. Und da der gute Herr Vintersorg anno 2017 seine Spendierhosen an hat, gibt es heute nicht nur die Fortsetzung eines Klassikers, sondern oben drauf noch eine EP mit alten Vargatron Stücken, die die Transformationsphase von der alten Band in das neue Vintersorg Projekt nicht überlebt hatten.
Damit hat das Album, mit seinen knapp 80 Minuten, schon annähernd Disney Filmlänge. Ein mutiger Schritt in einer Zeit, der immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspannen, in der man versucht, immer mehr, in immer kürzerer Zeit zu konsumieren.
Wie schlägt sich das Mammutwerk denn nun also? Tja, das ist schwer zu sagen. Leider ist es nämlich unvermeidlich, bei einer direkten Fortsetzung das Album ohne seinen Vorgänger zu betrachten und der hat die Messlatte weiß Gott nicht niedrig angesetzt. Kurzum ist der Klang natürlich wesentlich sauberer und geordneter, das kann man mögen und dafür habe ich vollstes Verständnis, mir persönlich sagt aber der rauere und ungeschliffenere Ton weitaus mehr zu. Der Klargesang ist gefühlt auch nicht mehr ganz so kraftvoll wie noch vor 20 Jahren, aber auch das kann ich gut weg stecken. Wenn man davon einmal absieht, dann erwartet einen aber ein echtes Vorzeige Pagan-Metal-Album. Frostige, rasende Passagen wechseln sich mit melodiösen und getragenen Parts ab, allerhand Instrumente und Gesangsformen werden eingebaut, Chöre begleiten das ganze. Sprich: Hier wird Pagan Metal in all seiner epischen Bandbreite zelebriert. Erstaunlicherweise wird „Till Fjälls del II“ trotz langer Spielzeit nicht langweilig und innerhalb der Genregrenzen ist man schon recht abwechslungsreich, kann aber auch nicht überspielen, dass es trotzdem schon einiges an Sitzfleisch und Konzentrationsvermögen fordert, das Album aktiv an einem Stück zu genießen. Das schmälert den Wiederhörwert natürlich, denn easy listening ist hier nicht geboten, trotzdem muss man festhalten, dass sich das Ganze wie aus einem Guss anhört. So sehr, dass man fast schon, ohne es zu merken, in die mitgelieferte EP rutscht.
Selbige macht ehrlicherweise keinen großen Unterschied zum Hauptwerk, ist vielleicht ein klein wenig Folk lastiger und lässt etwas mehr Raum zwischen den Liedern. Anders als auf der CD eins nämlich, wo es schwer fällt, einzelne Songs raus zu picken, da vieles einfach ineinander überfließt im Klangbild. Mein persönliches Highlight folgt dann ganz am Ende, denn bei dem Stück „Svart mane“ habe ich einen herrlichen Ulver Flashback und beende die lange Reise durch diese Zauberwelt mit einem angenehm wohligen Gefühl.
Was bleibt also am Ende zu sagen? „Till Fjälls del II“ macht nichts wirklich falsch. Natürlich ist eine so lange Spielzeit immer eine Herausforderung, aber gerade Heutzutage finde ich so einen Schritt eher mutig als unklug. Die Aufmachung ist mir ein wenig zu Comic-haft, da ziehe ich die düstere Ästhetik von Bands wie Helrunar vor, aber das ist Geschmackssache. Den Vergleich mit dem alten Ahnherren „Till Fjälls“ muss das neue Werk dabei aber beileibe nicht scheuen. Ein würdiger Nachfolger, der genau wie der erste Teil ein Produkt seiner Zeit ist. Einziges, größeres Manko ist, dass einem nicht wirklich etwas Neues geboten wird. Alles was man hier hört, ist schon da gewesen irgendwie, auch das ist eine Gefahr wenn man dasselbe Album zum zweiten mal schreiben möchte. Es fehlen ein klein wenig die „Aha! Momente“.
Nichtsdestotrotz ist das Ganze ein riesen Spaß für Jeden, der etwas für Pagan Metal übrig hat und sollte für Anhänger des Genres ohnehin einen Pflichtkauf dar stellen.

Kai B.

XXL WertungXL 1

Tracklist:

CD1:
01. Jökelväktaren
02. En väldig isvidds karga dräkt
03. Lavin
04. Fjällets mäktiga mur
05. Obygdens pionjär
06. Vinterstorm
07. Tusenåriga stråk
08. Allt mellan himmel och jord
09. Vårflod

CD2:
01. Tillbaka till källorna
02. Köldens borg
03. Portalen
04. Svart måne

Necrophobic - Pesta (7")

necrophobic 2017xxlLabel: Century Media Records

Spielzeit: 10:12 min.

Genre: Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

VÖ-Datum: bereits erschienen

Es war viel los im Hause Necrophobic. Erst der Rausschmiss von Sänger Tobias Sidegård (das armselige Würstchen hatte ja seine Frau verkloppt und ist dafür 18 Monate in den Knast gekommen...), der durch Anders Strokirk ersetzt wurde (genau, der hat damals schon das "The Nocturnal Silence"-Debüt eingesungen!!!) und auch die ehemaligen Gitarristen Sebastian Ramstedt und Johan Bergenäck sind wieder eingestiegen. Da wundert es kaum, dass man gute vier Jahre gebraucht hat, um wieder neue Musik zu machen! Nun ist das erste Lebenszeichen der Schweden herausgekommen und auch wenn es sich nur um einen neuen Song handelt, so ist das doch Grund zur Freude. Mit "Pesta" ziehen die Kollegen wirklich alle Register ihres Könnens und ihrer Erfahrung, der Song ist ein intensives Monster geworden, das allen Freunden des klassisch/extremen Sounds Tränen der Rührung ins Gesicht treiben dürfte. Dass man den Alt-Kollegen Anders wieder rekrutiert hat, war definitiv eine der besten Ideen der Band. Track Nummer zwei ist eine Neuaufnahme des Uralt-Klassikers "Slow asphyxiation" vom gleichnamigen zweiten Demo aus dem Jahre 1990. Ebenfalls ein verdammt cooler (wenn auch schon bekannter) Song, der wunderbar die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart der Kapelle schlägt. Da können wir uns ja alle auf das angeblich demnächst erscheinende neue Album freuen! Ach ja: Das Teil ist auf 1000 Exemplare in verschiedenen Farben limitiert!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

Pesta
Slow Asphyxiation

Dawn of Disease – Ascension Gate

danw of disease 2017xxlLabel: Napalm Records

Spielzeit: 50:10 min.

Genre: Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Dawn of Disease ist eine von den Bands, die mir schon 100 mal über den Weg gelaufen sind, ohne dass ich es geschafft hätte, mich näher mit ihnen zu beschäftigen. Das ist einer der Nachtteile in einer Metalszene, die so Outputfreudig ist, wie noch nie zuvor, ab und an verpasst man wirklich gute Sachen. Dabei war eine Liebe auf den ersten Blick in diesem Falle gar nicht mal wahrscheinlich, bin ich doch normalerweise ein Freund der gröberen Gangart und mache sonst weite Bögen um eher melodisch angehauchten Death Metal.
Jetzt hat es mich aber gepackt und mit „Ascension Gate“ habe ich hier den bereits vierten Langspieler der Osnabrücker, die sich um den Frontmann Tomasz Wisniewski scharen und der hat einiges auf Lager. In getragener und leicht melancholischer Stimmung entfaltet sich das Album über ein musikalisches Präludium in den Hauptteil des Werkes in dem technisch versiert und mit einem sehr soliden Mix die Winkel und Ecken des Genres ausgelotet werden. Wirklich grob wird es nur selten, wie im Song „Akephalos“ beispielsweise, der sich durch seine Diversität, den Einfallsreichtum und die Spielfreude als Highlight der Platte empfiehlt. Sänger Tomasz schafft es indes ausgezeichnet, dafür zu sorgen, dass die Stimme kraftvoll und energisch klingt, ohne jedoch dabei die eher gediegene Grundstimmung zu stören.
Mit knapp 50 Minuten Laufzeit und durchschnittlich fünf Minuten pro Song, nimmt sich „Ascension Gate“ auch die Zeit, seine Stärken angemessen auszuspielen. Diese Stärken beruhen unter anderem darauf, seine Melodien und die Atmosphäre wirken zu lassen, ohne sich durch die Stücke zu hetzen oder die Songs auf 3:30 Standartmaß runter zu stutzen. Man nimmt sich die Zeit, die Songs zu entwickeln und auf ihren Höhepunkt zu zutreiben, wird dabei aber nicht monoton oder unkreativ. Das ist insofern erstaunlich, als dass gerade Alben, die sich für alles die Zeit nehmen, gerne mal dazu neigen, sich über einige Strecken arg in die Länge zu ziehen, das bleibt hier freudigerweise komplett aus.
Grundsätzlich sehe ich alle Death-Metal-Heads mit diesem Album sehr gut bedient. Freunde der melodiösen Stilrichtung etwas mehr als den Rest, aber nichtsdestotrotz ist „Ascension Gate“ sicherlich ein Spaß für Jung und Alt und definitiv ein schlagkräftiges Argument, sich eingehender mit den fünf Niedersachsen zu beschäftigen. Wer hier zuschlägt, macht nichts verkehrt.

Kai B.

XXL WertungXL 1

Tracklist:

01. Passage
02. Perimortal
03. Leprous Thoughts
04. Beneath The Waters
05. Ascension Gate
06. Akephalos
07. Fleshless Journey
08. The Growing Emptiness
09. Lucid
10. Mundus Inversus

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