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Aosoth: V - The Inside Scriptures

aosoth 2017xxlLabel: Agonia Records 

Spielzeit: 46:11 min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: 17. November 2017

Ist es wirklich schon vier Jahre her, dass die Franzosen ihren Longplayer "IV - An arrow in heart" herausgebracht haben? Nicht zu fassen, wie flott manchmal die Zeit vergeht, aber wahrscheinlich kommt es mir such deshalb nicht ganz so lang vor, weil die Band in der Zwischenzeit ja nicht faul gewesen ist, sondern ganze drei Splits, eine EP und 'ne Compilation rausgehauen haben! Nun ist aber "V"endlich da und beendet die Trilogie, welche mit "III - Violence and varations" (2011) begonnen hat. Im direkten Vergleich mit dem Vorgängeralbum wurde die Geschwindigkeit wieder ordentlich angezogen, was teilweise in wüste Raserei ausartet und sich verdammt gut anhört. Was unverändert geblieben ist, ist die unheilvolle und extrem packende Atmosphäre, die ich schon bei meiner Kritik zu "IV" lobend erwähnt hatte. Das ganze Album ist ordentlich intensiv und stimmungsvoll ausgefallen, die Musik geht definitiv unter die Haut und hinterlässt dort ihre Spuren. Was neben der Qualität an der Instrumentenfront vor allem auch mit dem gnadenlosen Organ von Sänger und Bandkopf "MkM" zusammenhängt - der Kerl gibt auch diesmal wieder alles und entlockt seinen Stimmbändern manch unmenschliches Geräusch! (Dabei fällt mir ein, dass ich mir immer noch nicht das im letzten Jahr erschienene neue Album von Antaeus zugelegt habe, was für ein Fauxpas...) Aber zurück zu Aosoth: "The inside scriptures" ist ein durch und durch gelungenes Werk geworden, ganz im typischen Band-Sound, also wer die Franzosen bislang gut fand, kann hier bedenkenlos zuschlagen (alle anderen Hörer aber selbstverständlich auch!!).

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. A Heart To Judge
2. Her Feet Upon The Earth, Blooming The Fruits Of Blood
3. The Inside Scriptures
4. Premises Of A Miracle
5. Contaminating All Tongues
6. Silver Dagger And The Breathless Smile

(Dolch): III - Songs of Happiness, Words of Praise

dolch iii xxlLabel: Ván Records

Spielzeit: 39:13 min.

Genre: Ambient

Info: Homepage

Hörprobe: Soundcloud

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Ich erinnere mich nicht daran jemals "persönlich" von einem Album begrüßt worden zu sein. Genau das passiert aber bei (Dolch)´s neuem Werk, schlicht III betitelt. Das ist ungewöhnlich und äußerst kreativ, Worte die man für das ganze Album benutzen kann.

Die mysteriöse Band fährt darauf ihren ganz eigenen Stil auf. Auf den ersten oberflächlichen Hör könnte man vielleicht auf den Gedanken kommen, die Band als eine Art Urfaust mit weiblichem Gesang zu definieren. Das wäre aber ein vorschnelles Urteil, bilden (Dolch) doch eine ganz eigene Einheit und garnieren ihren verschrobenen, unnahbaren Sound oftmals hinter einer dicken Mauer aus Noise.
Wundert man sich am Anfang des ersten richtigen Songs "The River" noch über die dumpfe, nach Hintergrundrauschen klingende Produktion, erzeugt diese doch eine ganz besondere Stimmung. Die sowieso unheimlich schwierig zu fassende Musik, wirkt noch entrückter.
(Dolch) entfernen sich auf „III“ mehr und mehr der klassischen Definition eines Songs. Es sind mehr Kollagen, Wände aus Geräuschen, Emotionen und Musik. Das Album bietet sich daher perfekt für einen nächtlichen Hördurchgang unter Kopfhörern an. Hypnotisierend, mit durchschimmernder Schönheit treiben einen die Lieder durch ein Wechselspiel, zwischen Kakophonie und Euphonie.

Faszinierend, abstoßend und doch anziehend. (Dolch) bleiben weiterhin einer der spannendsten Newcomer aus deutschen Landen. Es gibt nichts hervorzuheben, es ist ein Gesamtkunstwerk, ein Fluss auf den man sich einlassen muss. Lässt man sich dann treiben, steht einem ein wilder Ritt voller Gefahr, trügerischer Schönheit und subtiler Eleganz bevor.

Sascha Scheibel

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Opening Speech
2. Intro mit Pauken und Trompeten
3. The River
4. Siren
5. Hydroxytryptamin Baby I
6. Track Six
7. 100000 Days

Through The Eyes Of The Dead - Disomus

Through The Eyes Of The DeadxxlLabel: eOne/ SPV

Spielzeit: 39:13 min.

Genre: Technical Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

Hörprobe: Youtube

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Ich habe neulich mit einem ehemaligen Bandmitstreiter ein wenig über Hardcore geplaudert. Der werte Herr ist beinahe 20 Lenze jünger als ich und definiert diese Musikrichtung weit anders als ich es tue. Während er eine Band wie Contagious als HC bezeichnet, werfe ich alter Sack lieber Kapellen wie Black Flag und Minor Threat oder The Spermbirds, Sick Of It All, Agnostic Front etc. in den Raum. Wenn ich als mit Linguistik vertrauter Mensch allerdings darüber nachdenke, dass Sprache lebt und sich stetig wandelt und beispielsweise die hammergeilen Neurosis Anfang der Neunziger ihre Mucke wahrhaftig als Emocore bezeichneten, fällt der Groschen: wir leben in finsteren Zeiten, harr harr!

Die Kapelle Through The Eyes Of The Dead behauptet im Beipackzettel ihres vierten Longplayers 'Disomus' eine Mischung aus Death Metal und Hardcore zu spielen. Ha! Ich (der ich durchaus die eine oder andere Coreband zu schätzen weiß...) sage, dass das lupenreiner Techdeath ist, den die Musiker hier zum Besten geben. Und der hat es wirklich in sich. Er klingt in etwa so, als wenn man neueres Suffocation-Geballer mit ebenfalls aktuellerem Behemoth-Zeugs paart, ein paar Heavy-Metal-Versatzstücke implementiert und zum Scheiß auch mal die Akkustikklampfe auspackt ('Ignis'). Abwechslungsreicher, wenn auch stets ultrabrutaler Gesang trifft auf pfeilschnelles und dabei präzises Getrommel; fies sägende Gitarren und ein wummernder E-Bass tun ihr übriges, um dafür zu sorgen, dass nervige Nachbarn ganz schnell die Finte ins Korn werfen und wieder ausziehen, wenn erst einmal die Anlage bis zum Anschlag aufgedreht wird.

Eigentlich total egal, in welche Schublade ihr das hier stecken wollt, Leute: es ist auf jeden Fall brutal as fuck, überaus technisch und weist darüber hinaus alle Trademarks auf, die wir an Death-Metal-Helden wie beispielsweise Death, Kataklysm oder Cannibal Corpse usw. so sehr lieben. Das Ganze wurde durchaus in ein modernes Gewand gekleidet, wenn auch glücklicherweise nicht zu sehr, sprich: die Produktion ist top-notch, ohne allzu klinisch auszufallen.

Fazit: Auch corephobe Nasen sollten mal ein Öhrchen riskieren; es bekommt ihnen sicherlich gut.

PS: Wer wissen will, was der Albumtitel bedeutet, unbedingt eine Kotztüte bereithalten: das sind zwei aneinandergewachsene Fötenkörper mit nur einem Kopf. Würg, spei, erbrech! Fast so widerlich wie der Typ aus dem ersten Jackass-Film, der auf eine aus Schnee geformte Eiskugel pinkelt und das Gesamtkunstwerk dann aufisst.

Rippenspieß

XXL WertungXXL

Tracklisting:

01. Hate The Living
02. Obitua
03. Haruspex
04. Of Mortals, We Once Were
05. The Binding Nightmare Hex
06. Vortices In The Stygian Maelstrom
07. Ignis
08. Teras
09. Till Solace, She'll Haunt
10. Dismal

Jupiterian - Terraforming

Jupiterian Terraforming xxlLabel: Transcending Obscurity Records

Spielzeit: 38:45 min.

Genre: Sludge/Doom-Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: 15. November 2017

Brasilien, das Land zwischen Sonne und Samba, zwischen Armut und gelebter Fröhlichkeit. Was würde sich besser anbieten als ein Klumpen zäher Masse in musikalischer Form, der jede Glückseligkeit in Sekundenschnelle zu ersticken droht?

Jupiterian meiden die berstende Sonne und schicken sich an, den Weltuntergang zu bringen. Vergesst die gelebte Scheinheiligkeit und Dekadenz, hier wird ordentlich runter gezogen. Ein musikalischer Alptraum wird wahr, zerfressend und ohne Hoffnung. Die vier Nachtmahre bieten uns sechs schleppende Kompositionen, diese geben sich doomig und zäh. Dem Zuhörer wird nichts zugestanden, es soll sich durchgequält werden, gute Laune bleibt am Ende des knapp vierzigminütigen Hörvergnügens aus. Dissonante Versatzstücke, tiefe Growls und eine unnahbare Atmosphäre brauchen Zeit, um sich ins Gehirn zu pflanzen. Die Gitarren brummen, erreichen manchmal das dezente Wüstenfeeling einer Sludge Band, in Kombination mit der doomigen Gesamtnote wirken die sechs Hassbatzen dadurch noch trockener. Der Titeltrack ist eine wabernde, unheilvolle Collage unterlegt mit verzweifelten Schreien von Maurice de Jong der BandGnaw Their Tongues" und kann den ein oder anderen Gänsehautschauer auslösen. Über die gesamte Spielzeit werden keine Kompromisse gemacht, keine Experimente werden gewagt, das Ziel ist klar, die Zerstörung aller positiven Gefühle.

Dieses Album macht keinen Spaß, es ist eine nervenstrapazierende Sache, die pure Dunkelheit. Hier geben sich die Genres die Klinke in die Hand, um in einen alles vernichtenden Moloch der Hoffnungslosigkeit zu gipfeln. Wieder einmal starker Tobak, der aber gerade Fans von Bands wie Grave Miasma oder auch Hope Drone sehr gut munden sollte.

Sascha Scheibel

XXL WertungL

Tracklist:

1. Matriarch 07:20
2. Unearthly Glow 07:55
3. Forefathers 06:14
4. Terraforming 03:47
5. Us and Them 07:11
6. Sol 06:18

Under The Church - Supernatural Punishment

under the church 2017xxlLabel: Pulverised Records

Spielzeit: 30:04 min.

Genre: Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: 10. November 2017

Geil, geil, geil - Under The Church sind wieder da! Zwei Jahre nach ihrem großartigen Debüt "Rabid Armageddon" gibt es endlich wieder akustisches Frischfutter in der langen Version! Doch Moment, da vermisse ich doch recht schnell etwas? Die von mir beim Vorgängeralbum so hochgelobten Death/Doom-Passagen wurden gehörig zurück geschraubt und finden nur noch ganz sporadisch statt. Das ist zwar auf der einen Seite ziemlich schade (Oooooooch...), aber dafür ist das "übrig gebliebene" Material dermaßen stark, dass man über den Verlust gut hinweggetröstet wird, außerdem... aber dazu später! Geboten wird uns in der viel zu kurzen Spielzeit von gerade mal 'ner halben Stunde heftiger Schweden-Death Metal in seiner dreckigsten Form, da klingen ja die Frühwerke von Grave wie ein Hochglanz-Mainstream-Produkt! Sehr cool, gefällt mir ausgezeichnet. Die Songs sind allesamt schön brutal und verbreiten eine garstige, angepisste Stimmung, also so richtig was zum genießen! Und um nochmal auf den Doom zurückzukommen: Mit dem letzten Song "Silence of the shadows" packt die Bande dann nämlich diesen dich noch aus und präsentiert uns eine gnadenlose Doom-Walze, so als sie sagen wollten: "Wir können es immer noch, wenn wir wollen!!!" Verdammt smart gelöst und der würdige (wenn auch etwas aus dem Rahmen fallende) Anschluss einer großartigen Platte!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. The Stygian Horror 03:54
2. Supernatural Punishment 02:59
3. Ancient Ritual 03:27
4. Staircase to Hell 03:00
5. Vitalizing Funeral 03:19
6. The Death of Innocence 03:10
7. Crypt of Pelvises 02:59
8. Wretched Disfigurement 03:58
9. Silence of the Shadows 03:18

Onirism - SUN

Onirism  SUNxxlLabel: Naturmacht Produktionen

Spielzeit: 32:59 min.

Genre: Ambient Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Wow, hier haben wir mal wieder was ganz Feines aus dem Hause Naturmacht, nämlich die neue EP der Franzosen von Onirism, bzw. des Franzosen, denn hinter dem Ganzen steckt ganz allein der Künstler Vrath! Und der hat hier wirklich ein verdammt wunderbares Werk abgeliefert. Ambient Black Metal vom Allerfeinsten, traumhafte Melodien gepaart mit garstigen Black Metal Passagen. Erinnert mich stark an Tiamat zu "Wildhoney" und "A deeper kind of slumber"-Zeiten, garniert mit elektronischen Klängen und immer wieder gekonnt eingebautem, ausgesprochen grimmigem Black Metal. Gerade der extrem ätzende Gesang von Herrn Vrath harmoniert erstaunlich gut mit den sanften und teilweise verträumten Ambient-Melodien! Ich bin absolut begeistert von dieser herrlichen Musik, die wohltuend fesselt und unglaublich fasziniert! Leider, leider ist die Produktion ein wenig dünn ausgefallen, wie geil würde das Ganze mit einem perfekten Sound wohl klingen? Dies ist auch der einzige Minuspunkt bei dieser Platte, sonst hätte es zu der Höchstnote noch ein Sternchen gegeben! Im Ernst, auch mit einem semi-perfekten Sound ist "SUN" absolut grandios geworden und ich kann das Album nur ganz fett empfehlen!

Christian Hemmer

XXL WertungXXL

Tracklist:

1. Floating 03:45
2. To the Unknown 09:45
3. Heart of Everything 07:34
4. Attraction 04:10
5. Sun 07:45

Agathocles - If this is Gore, what is meat then?

Agathocles2017xxlLabel: Nuclear War Now!

Spielzeit: 30:42 min.

Genre: Mincecore

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: 07. November 2017

Nix gegen Napalm Death, aber für mich sind und bleiben die wahren Gottkönige des Grindcore (bzw. in diesem Fall Mincecore!!) die Belgier von Agathocles! Nicht nur, dass sie zu den Dienstältesten Bands ihrer Zunft gehören, was noch viel wichtiger ist: Die Kollegen sind ihrem Stil und ihrer politischen Einstellung niemals untreu geworden und zelebrieren das DIY-Prinzip immer noch nach all den Jahren gnadenlos durch und veröffentlichten sicherlich weit über hundert EPs, Splits und Live-Veröffentlichungen mit oft unbekannten Bands und auf winzigen Underground-Labels. (Mich würde mal interessieren, ob Bandkopf Jan Frederick selbst alle Sachen besitzt...) Nun gibt es von Nuclear War Now! etwas ganz Feines auf die Ohren, nämlich eine Wiederveröffentlichung der beiden Uralt-Demos "If this is Gore, what is meat then?" und "Cabbalic Gnosticism" (beide von 1988). Dazu gesellen sich zwei Coverversionen (auch von 1988), die meines Wissens nie veröffentlich wurden und die Songs von der 1990er Split mit Drudge! Dass diese insgesamt 31 Songs nicht nur geschichtlich interessant sind, sondern (trotz ihres Alters!) immer noch total überzeugen, dürfte für Fans der Belgier keine großartige Überraschung sein. Herrliches Getrümmer, nix über 2 Minuten Spielzeit und trotz des recht bescheidenen Sounds verdammt gut hörbar. Das nenne ich mal eine Wiederveröffentlichung mit Sinn und Verstand, da kann man nur die Daumen drücken, dass wir in Zukunft noch mit weiteren Platten dieser Art rechnen dürfen! Gutes Teil!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Mutilated Regurgitator 00:17
2. The Accident 00:49
3. Threshold to Senility 01:09
4. Forced Pollutions 00:53
5. Consuming Endoderme Pus 01:01
6. Playing With Lifes 00:52
7. Splattered Brains 01:11
8. Big One 00:53
9. The Accident 00:47
10. Splattered Brains 00:23
11. Mutilated Regurgitator 00:15
12. The Fog 00:55
13. Teachers 01:02
14. Introtyl 01:07
15. Squeeze Anton 01:42
16. Christianity Means Tyranny 00:43
17. Deceiver (Napalm Death) 00:41
18. Enemy Alliance (Majesty) 01:43
19. Big One 00:44
20. Teachers 01:21
21. Christianity Means Tyranny 00:48
22. Squeeze Anton 01:54
23. Introtyl 01:16
24. Majesty of Fools 01:06
25. The Fog 01:07
26. Lay Off Me 00:26
27. Purified by Death 00:26
28. Deceased 00:54
29. Use the Mincer 00:56
30. Fake Friend 01:36
31. Gorgonised Dorks 01:45

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