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Protector: Cursed and Coronated

protector cover 2016Label: High Roller Records

Spielzeit: 50:45 Min.

Genre: Thrash Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

Hörprobe: Soundcloud

VÖ-Datum: 26. Februar 2016

 

Dass eine Band nach langer Schaffenspause plötzlich wieder auf der Matte steht und ein gar nicht so schlechtes Comeback-Album im Gepäck hat, ist definitiv keine Seltenheit mehr, leider bleibt es in den meisten Fällen auch dabei und die Band versinkt wieder in der Bedeutungslosigkeit.

Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass das herrliche "Reanimated Homunculus" Album (von 2013) doch keine Eintagsfliege war, es wäre aber auch eine Schande gewesen! Und die Band hat sich auch gar nicht großartig verändert: Selbe Besetzung, selbe Plattenfirma, selbe musikalische Marschrichtung! Das gefällt mir natürlich ganz ausgezeichnet, denn die Band hatte schon immer ihren ganz eigenen Sound und lässt sich von daher auch nur schlecht mit anderen Thrash-Kapellen vergleichen. Trotzdem würde ich nicht behaupten, die Band hätte sich nicht weiterentwickelt. Die Songs wirken kompakter und erwachsener, man merkt, dass sich die Band ganz konsequent auf ihre Stärken konzentriert hat und beim Komponieren auf jeglichen unnötigen Schnickschnack verzichtet und sich auf das Wesentliche fokussiert hat!

Herausgekommen ist ein weiteres, großartiges Thrash-Album, das nicht sehr weit vom mehr als gelungenen Comeback-Werk entfernt ist, trotzdem keineswegs als lauer Aufguss bezeichnet werden kann. Mit "Cursed and Coronated" werden die Jungs keinen einzigen Fan verlieren, da bin ich mir sicher, aber hoffentlich noch viele neue dazu gewinnen! Verdient haben sie es!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Intro
2. Xenophobia
3. Selfdesdrugtion
4. Crosses in Carelia
5. Cursed and Coronated
6. Six Hours On the Cross
7. Base 104
8. The Dimholt
9. To Serve and Protect
10. Terra Mater
11. The Old Boil

Rogash: Malevolence

rogash 2016xxlLabel: War Anthem Records

Spielzeit: 39:50 Min.

Genre: Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 26. Februar 2016

 

Die 2009 gegründete Schlachtwalze Rogash aus Jena präsentiert mit 'Malevolence' ihren zweiten Longplayer, welcher wie das Album zuvor bei War Anthem Records erscheint. Wie schon auf dem Debütalbum 'Supremacy Undone' von 2013 frönt man auch auf diesem Silberling Todesblei amerikanischer und schwedischer Prägung, wobei die Grenzen zum Technical sowie Brutal Death Metal stets fließend sind. Die nach dem (ziemlich nach Science-Fiction-Soundtrack klingenden) Intro folgenden zehn Stücke weisen in weitesten Teilen sehr hohe Geschwindigkeiten auf - eine Ausnahme stellt das langsamere, recht lässige Instrumentalstück 'Feed' dar - und besitzen einen nicht zu unterschätzenden Groove-Faktor. Der Gesang fiel im direkten Vergleich zum Vorgänger ein wenig abwechslungsreicher aus, wenn auch nicht viel.
Die Produktion ist allererste Sahne (aufgenommen wurde im Eisensound Studio, gemischt und gemastert im Unisound); die Mördersongs kommen derart druckvoll aus den Boxen, dass es eine Heidenfreude ist.
Ein wenig blutarm erscheint mir der Bonustrack, ein Cover von Sepulturas 'Refuse / Resist'. Es wirkt einerseits merkwürdig überfrachtet, andererseits recht leidenschaftslos heruntergeprügelt.
Insgesamt ein grundsolides Death-Metal-Album, also kein Meilenstein, aber auch beileibe kein Schrott.

Kai Ellermann

XXL WertungL

Tracklisting:

01. Intro
02. To The End
03. Daily Hate
04. None Shall Prevail
05. Fortunes Fangs
06. Dreams And The Flesh
07. Feed
08. Buried In Oblivion
09. Nightmares
10. Rogan Deathtrip
---------------------------------
11. Refuse / Resist

Krater: Urere

kraterxxlLabel: Eisenwald Tonschmiede

Spielzeit: 45:13 Min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: 26. Februar 2016

 

Nichts gegen so herausragende einheimische Bands wie "Secrets of the Moon", "Lunar Aurora", oder "Dark Fortress", die sich mit großartigen Alben weit von ihrer Black Metal Vergangenheit entfernt haben - aber ich finde es auch sehr erfreulich, dass es bei uns ebenfalls noch Bands gibt, die diesen "Spirit" unverfälscht weitertragen und das auch auf hohem Niveau!

"Krater" aus dem schönen Sachsen gehören eindeutig dazu. Schon seit ihrem ersten Demo "Stolz schürt uns're Kraft" (von 2004) spielen sie kraftvollen und intensiven Black Metal, der nie von der Stange kam. Mein persönlicher Höhepunkt ist übrigens ihr 2006er Album "Das Relikt des Triumphes". Ist? War! Denn was die Kollegen auf ihrem neusten Werk so zu bieten haben, ist eindeutig das Beste, was meine Ohren bislang von der Band gehört haben! Da haben sich die fünf Jahre Wartezeit aber wirklich gelohnt, denn "Urere" ist echt umwerfend! Schon das Intro weiß zu gefallen und die darauf folgenden Songs bestätigen den guten Eindruck mehr als eindrucksvoll! Meistens rasend schnell feuern die Sachsen aus allen Rohren, was mir schon sehr zusagt, doch ist es gerade die gelungene Verknüpfung von Aggression und Melodie, was die Scheibe auf ein ganz besonderes Niveau erhebt. Denn auch im Mid-Tempo-Bereich kann die Band Akzente setzen, wie zum Beispiel im Song "Vexillum Luciferi" zu bewundern. "Nerven-Gift" ist sogar noch geiler!

Dazu kommt noch der (für Black Metal Verhältnisse) ungewöhnliche, aber gerade deshalb besonders beeindruckende Gesang von Sänger "Abortio" und eine druckvolle Produktion, die das Ganze hervorragend abrunden. Ein richtig starkes Album, mit dem sich "Krater" machtvoll in der Szene zurückmelden!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Initiation
2. Non Serviam
3. Bury The Light
4. Flammen im Vakuum
5. Anti-Vists
6. Vexillum Luciferi
7. Hunger Of Ropes 04:00
8. Nerven-Gift!
9. Lust To Burn
10. Dust - Still Alive In That Place

Barbaric Horde: Gasmask Perpetrators (MC)

barbaric horde2xxlLabel: War Arts Productions

Spielzeit: 18:50 Min.

Genre: Black/Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: 05. Februar 2016

 

Es wird mal wieder Zeit für fröhlich/primitiven "Rumpel Black/Death Metal" und dafür begeben wir ins wieder einmal in den von mir so geliebten portugiesischen Underground. Dort beehrt uns eine Formation namens "Barbaric Horde" mit ihrem ersten (auf 100 Teile limitiertes) Demotape.

Und das rumpelt und scheppert ganz wunderbar! Herrlicher Old School- Sound, ein bisserl Death, ein bisserl Black, immer volle Pulle und dabei Ultra-Böse! Das Ganze hat natürlich einen bescheidenen Sound, dafür ein geiles Cover und macht einen Heidenspaß. Leider ist das Gerumpel nach nicht mal 20 Minuten vorbei, aber für ein Demo ist natürlich ok (nur halt schade!). Ansonsten gibt sich die Band geheimnisvoll, keine Angaben, wer, wo und warum unter diesem klangvollen Namen musiziert, aber bei so cooler Mucke kann uns das egal sein! Ein gelungener Einstand, ich würde mich sehr freuen, von den Kollegen in Zukunft noch mehr zu hören!

PS: Falls das Tonband schnell ausverkauft sein sollte: Digital gibt es das Teil auch zu erwerben!

Christian Hemmer

XXL WertungL

Tracklist:

1. Ritual of sodomy 03:30
2. Aborticide plague 04:16
3. Barbaric horde 03:00
4. Superior baphomet devotion 03:39
5. Salvation deprived 04:23

Axe Crazy: Angry Machines

axe crazyLabel: Pure Underground Records

Spielzeit: 17:30 Min.

Genre: NWoBHM

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 26. Februar 2016

 

Na wenn sich eine junge polnische Band nach dem großen Hit der NWoBHM-Legende "Jaguar" benennt, dürfte die musikalische Ausrichtung ja klar sein und genauso kommt es auch aus den Boxen geschossen: Richtig schöner Old School Heavy Metal, der so klingt, wie zu der Zeit, als in England der Metal quasi neu erfunden wurde. Ein bisschen "Jaguar", natürlich "Iron Maiden", aber auch Tröpfchen Power Metal (aber von der amerikanischen Sorte!) rundet diese Debüt-EP wunderbar ab!

Eigentlich schon 2014 in Eigenregie erschienen, haben die Kollegen von "Pure Underground" sich dieses kleine Juwel geschnappt und legen es 200mal auf schwarzem Gold noch einmal auf. Eine hervorragende Idee, denn die vier Songs dürften jedem Freund der NWoBHM gefallen. Man hört die Spielfreude der Polen deutlich heraus, das ist Musik von Fans für Fans. Kann man damit was falsch machen? Nö und wenn die Qualität von Musik und Gesang dann auch noch derart stimmig ist, wie bei "Axe Crazy" erst recht nicht! Man sollte diese Band unbedingt im Auge behalten, ich könnte mir vorstellen, dass da noch so einiges auf uns zukommt!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1 Angry Machines
2 Hungry For Life
3 Sabretooth Tiger
4 Running Out Of Time

The Wakedead Gathering: Fuscus: Strings of the Black Lyre

THE WAKEDEAD GATHERING xxlLabel: I, Voidhanger Records

Spielzeit: 39:43 Min.

Genre: Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: 05. Februar 2016

 

Da schau her, "I, Voidhanger" kann auch Death Metal! Doch selbstverständlich erwartet uns auch in diesem Fall keineswegs Musik aus der Durchschnitts-Grabelkiste, das hätte uns bei dem Label auch gewundert, nicht wahr?

Denn das Ein-Mann-Unternehmen aus Ohio (das ist in Amerika) liefert auf seinem bereits dritten Longplayer ein wahrlich beeindruckendes Werk ab. Bandchef Andrew Lampe ist seit 2007 unter dem Banner "The Wakedead Gathering" unterwegs, mir war der Spaß allerdings bislang völlig unbekannt. Wenn der Mann früher schon so gut war, habe ich eindeutig etwas verpasst! Denn die Musik, die Herr Lampe auf seinem neuen Album produziert ist verdammt gut. Sein Death Metal ist nämlich vor allem eins: Abwechslungsreich und vielschichtig (ok, das sind zwei Sachen!). Er arbeitet mit sehr vielen Variationen der Geschwindigkeit, von rasend schnell bis richtig doomig ist alles dabei. Ebenso setzt er gerne unerwartete Breaks ein, um damit in Sekunden dem Song eine ganz andere Richtung zu geben und auch bei ihm geben sich Melodie und Aggression das Händchen und tanzen zusammen in den Abendhimmel.

Das Ganze hört sich vielleicht auf den ersten Blick etwas überladen an, ist es aber keineswegs. Es harmoniert alles ganz hervorragend miteinander und bildet eine ausgesprochen homogene Einheit. Dabei geht Freund Andrew aber nie so weit, dass man von Prog, oder Avantgarde Death Metal sprechen könnte, er spielt einfach mit den gegebenen Zutaten des ganz "normalen" Death und fügt diese überraschen neu und innovativ zusammen. Ein tolles Album also, das leider auch eine große Schwachstelle hat und das ist meiner Meinung nach der Sound. Der ist nämlich viel zu dünn, es hört sich an, als hätte jemand 'ne dicke Wolldecke über das Aufnahme-Mikro gehängt. Das kann für "Rumpel-Death", oder viele Black Metal Geschichten ok sein, hier stört es mich ungemein und beeinträchtigt das reine Hörvergnügen dieses ansonsten hochklassigen Albums. Sehr, sehr schade...

Christian Hemmer

XXL WertungL

Tracklist:

1. Into the Gyre 01:10
2. Blood from the Earth 06:18
3. Deepwoods Nonesuch 05:30
4. Amnioticysts 04:58
5. Lungwort 05:03
6. The Harrowed Column 04:58
7. An Ancient Tradition 09:22

Aluk: Todolo Voix

Aluk Todolo VoixxxlLabel: The Ajna Offensive / Norma Evangelium Diaboli

Spielzeit: 43:18 Min.

Genre: Noisiger Experimental Post Rock

Info: Homepage

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Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: 05. Februar 2016

Also, wenn eine CD das Prädikat "anstrengend" verdient hat, dann das neue Werk der Franzosen "Aluk Todolo"! Was das Trio diesmal auf die kleine silberne Scheibe gebannt hat ist extrem schwer zu beschreiben und ebenso schwer zu hören. Fast 45 Minuten lang wird man von einer wahnsinnigen Mischung aus Noise, Drone, Black Metal, Avantgarde und noch viel mehr beschallt, die das Nervenkostüm ordentlich beansprucht. Auf Gesang wurde komplett verzichtet, das hätte den Zugang zu dieser Musik vielleicht erleichtern können, wer braucht so was also?

Es ist fast unmöglich, dieses Album am Stück durchzuhören, dagegen machen Eyehategod echt Melodic Metal! Die erzeugte Atmosphäre ist allerdings enorm intensiv in ihrer krankhaften und dreckigen Morbidität. Ein außerordentlich faszinierendes Werk, aber definitiv nur für einen winzigen Bruchteil der Menschheit gedacht. Fordernd, dissonant und anstrengend - na wer traut sich an diese CD?

Christian Hemmer

XXL WertungL

Tracklist:

1. 8:18 08:18
2. 7:54 07:54
3. 5:01 05:01
4. 7:01 07:01
5. 5:34 05:34
6. 9:29 09:29

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