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Wacken Open Air 2009

 

Wacken Open Air 2009
Wenn man mich fragt, wie das diesjährige Wacken Open Air gelaufen ist, wird die Antwort sehr sporadisch ausfallen: Es war gut. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Um es auf den Punkt zu bringen, unterschied sich das 20. W:O:A nicht großartig von den vergangenen Jahren. Schade eigentlich, denn so ein Ereignis hätte man zumindest mit einigen hochkarätigen Headlinern feiern müssen. Stattdessen spielten zwar eine Menge erstklassige Bands, doch ein wirkliches Highlight (ist es wirklich so schwer, Metallica nach Wacken zu holen?) blieben uns die Veranstalter schuldig. Für die kurzfristigen Absagen von Thin Lizzy und Anthrax konnten die Veranstalter zwar nix, aber dennoch trübte es doch ein wenig die Vorfreude auf das Jubiläumsfestival. Nichtsdestotrotz hatte...
 

das Team von xxl-rock.de (bestehend aus Julika, Pam, Rike & dem Schreibknecht, sowie Moshkopp mitsamt Freundin) auch 2009 eine Menge spaß in den Backen und sahen viele gute und einige durchwachsende Shows. Ach ja, und von Schweinegrippe blieben wir auch verschont.

Nur zwei negative Aspekte möchte ich gleich zu Beginn erwähnen: Zum Einen frage ich mich ernsthaft, warum und wieso brauner Dreck wie Frei.Wild in Wacken spielen darf und sich dementsprechend auch einige politisch sehr fragwürdige Gestalten auf dem Gelände aufhielten.
Zum Anderen war die Shirt Auswahl bei einigen Black Metallern und Vollpfosten in Personalunion mal wieder herzallerliebst. Noch nie habe ich so viel Absurd Shirts auf einem Haufen gesehen, von Burzum Liebhabern mal ganz zu schweigen. Dabei war der Black Metallische Anteil 2009 in Wacken doch sehr gering...

1. Tag (30.07.2009)

Die Anreise ins heilige Wackenland erwies sich als eine sehr stressfreie Angelegenheit. Vom üblichen Anreisestau blieben wir wie in den letzten beiden Jahren zum Glück verschont. Es zahlt sich halt doch aus, wenn man erst am Donnerstag anreist. Nachdem wir unsere Berechtigung zum Wichtigsein und dicke-Hose-machen am Pass-Checkpoint abgeholt haben, verdunkelte sich der Himmel über Wacken sehr bedenklich. Also hieß es ratzfatz die Zelte aufbauen und wie im Film verschwand grad der letzte Hering im Boden, als es anfing zu shütten. Es sollte nicht der letzte Regenguss an diesem Tag sein, aber mit leckerem und vor allem gekühlten Beck´s Bier lässt sich so was leichter ertragen.
Mit Hilfe des The Retalion Process Drummers Kummer und seinem Kumpel Ulfried (nach Mutz der zweitcoolste Name des Festivals!) machte schon nachmittags um 15Uhr der Wodka die Runde. Ohne Nahrungsgrundlage sehr bedenklich, doch in Hinblick auf die schwache Running Order am ersten Tag wahrscheinlich die beste Lösung.

Gegen 17Uhr wanderte die mittlerweile schon leicht angetrunkene Reisegruppe zur Partystage, wo die ehemaligen dänischen SuperstarsD:A:D das Festival (für uns) eröffneten. Genau die richtige Band, um mit einem Bier in der Hand leicht zu schunkeln und die Hüften kreisen zu lassen. Während die Dänen sich durch ihr Best Of Set rockten, fiedelten und nervten Schandmaul auf der ungleich größeren Hauptbühne. Diese Mittelalter-Rock-Zwitter-Geschichte schien in Wacken das große Ding zu sein, denn neben den gefühlten 214 Mittelalter Bands gab es erstmalig auch ein Mittelalterdorf. Frage: Braucht man so was in Wacken? Ich denke nicht. Aber es ist ja auch nicht von der Hand zuweisen, dass das W:O:A mittlerweile ziemlich viele Freaks zur Selbstdarstellung anzieht. Interessiert sich noch jemand ernsthaft für Musik...?
www.myspace.com/dad

Der W, der nur ein Album vorzuweisen hat, spielte zur besten Spielzeit auf der Hauptbühne und x-tausend Menschen finden es gut. Aber warum...?
Die Onkelz sind zwar mittlerweile Geschichte, aber totzukriegen ist die anspruchslose Musik für anspruchslose Fußballfans aus dem Hause Weidner leider immer noch nicht. Schlimmste Band.
www.myspace.com/stephanweidner
 
 
 
 
 


Nachdem also Der W. überstanden war, hieß es Abschied nehmen von einer
ehemals großen Band aus Hamburg: Zum 30. jährigen Geburtstag gebenRunning Wild auf dem 20. W.O.A. ihren Abschiedsgig. Man durfte also gespannt sein,
was die Piraten so alles vom Stapel lassen würden...Und es war leider nicht sehr viel. Nachdem ein paar Leute aus dem Ballroom Hamburg fahnenschwenkend die Bühne betraten, gab es noch eine ca. 5 minütige Darbietung einiger Hamburg
Dungeon-Darsteller, die eher Langeweile aufkommen lies. Nette Geste, aber irgendwie etwas fehl am Platz.
Danach kamen die 4 Seeleute um Rock ‚N’ Rolf auf die Bretter und legten los. Nur haben sie keinen „Whirlwind“ gestartet, sondern leider nur ein laues Lüftchen.
Sehr hüftlahm kamen sie rüber und man merkte, dass die Jungens das Thema Running Wild bereits abgeschlossen haben. Schade, da wäre deutlich mehr drin gewesen, zumal sie früher eine sehr geile Band gewesen sind!
Also ging es ab zum nächsten Bierstand und es wurde nur noch gelauscht. (Moshkopp)
www.myspace.com/runningwild


Heaven & Hell waren da von einem ganz anderen Kaliber. Im Dunkeln kam die Lightshow richtig dick zur Geltung und so einen brillianten Sound gab es am ganzen Wochenende nicht mehr. Ultra laut, super klar und es hat schön in der
Magengegend gegrummelt. Was die alten Herren vom Stapel gelassen haben, war eine Lehrstunde in Sachen Kunst!
Tony Iommi rannte für seine Verhältnisse über die Bühne, Geezer Butler hat ordentlich gepumpt, Vinny Appice malträtiert die Drums ohne Ende und über Dios Gesang muss man eh kein Wort verlieren. Ein schönes Best Of-Programm haben die Briten mit einigen neuen Songs kombiniert und schon Stand das Highlight auf dem diesjährigen W.O.A.
Alle anderen Bands konnten gegen diese Leistung nur einpacken! (Moshkopp)
www.myspace.com/heaven&hell


Nach dem Heaven & Hell Gig wanderten wir mit reichlich Alk in den Blutbahnen zur WET Stage, wo der Metal Hammer sich traditionell am Donnerstagabend selbst abfeierte. So eine Metaldisco ist ja an sich ne nette Idee auf einem Festival, aber wenn man sich die Nasen so anschaut, die mit ihrem Ausdruckstanz die Leute vor der Bühne versuchen zu animieren, kommt einem glatt der Frozen Margarita wieder hoch. Einzig die gelungene Musikauswahl und der Regen, der ca. zwei Stunden wie aus Eimern goss, hinderte uns am Rückzug zum Zelt. Aber auch dieser Regen nahm irgendwann ein Ende und das komplette Gelände war ein einziger Matschhaufen, der Erinnerungen an die Schlammschlacht 2005 hervorrief. Darauf noch ein Bier und gute Nacht.

2. Tag (31.07.2009)

Gefühlte zwei Stunden später machten sich die ersten Folgen meines Getränkeunfalls bemerkbar und es herrschte Mundfasching der mittleren Stufe. Aber nach einer überraschend heißen Dusche und einem starken Kaffe (2,50€! Wucher!!!) war meine Welt wieder in Ordnung. Doch leider nicht die des Ackers, der nach den Regengüssen des Vortages komplett hinüber war und man sich nur mit Mühe unfallfrei über den Zeltplatz bewegen konnte.

Als wir uns allmählich trauten, das Festivalgelände zu betreten, hätte ich fast ein weiteres Mal mein Essen vom Vortag ausgekotzt. Napalm Death, die wir alle geschlossen gerne gesehen hätten, waren schon seit 10 Minuten mit ihrem Gig durch. Klasse! Eigentlich hätten die Krachspezialisten aus England am Samstag spielen sollen, aber irgendwie klappte es in Wacken immer noch nicht, Änderungen zeitnah den Gästen mitzuteilen. Wozu stehen auf dem Gelände drei dieser tollen LCD-Tafeln?

Bewaffnet mit Backfisch (Julika & Rike) und/oder Konterbier (alle anderen) bezogen wir Stellung bei der aktuellen deutschen Sperrspitze des puren Hasses, auch bekannt als Endstille. Das Black Metal im Sonnenschein und mit gefühlten 28 Grad nur bedingt funktioniert, musste auch der Wettergott eingesehen haben und versorgte uns mit dem letzten Schauer des Wochenendes. Gesegnet mit einem grottenschlechten Sound kämpften sich die Blackies durch ihr Set, aber fragt bitte nicht nach den Songtiteln, von denen ich nur "Frühlingserwachen" wieder erkannt hatte.
Da Stammschreier Ilbis wenige Tage vor dem Auftritt aus der Band gekickt wurde, nahm seinen Platz Mannevond von Koldbrann ein, der zwar über weite Strecken überzeugte, aber beim Gastauftritt von Kilt´s Björn merklich den Kürzeren zog.
Ziemlich dumm aus der Wäsche geguckt haben muss mit Sicherheit der xxl-rock Schreibknecht, alsEndstille vor dem letzten Song eine knallharte Absage in Richtung NSBM verkündeten. Im Grunde nix revolutionäres, aber das in meiner relativen Nähe gleich drei Absurd-Shirtträger applaudierten, verwunderte mich doch etwas und ich fragte mich, ob die Spaßgranaten überhaupt noch etwas merken...
www.myspace.com/endstilleband

Unsere Mädels sind ja auch nur Frauen und der Metalmarkt zog sie natürlich magisch an. Was soll Man(n) auch anderes machen, als sie zu begleiten? Gamma Ray zum siebten Mal schmachtend anglotzen wie sie "I Want Out" schmettern? Bloß nicht, (natürlich) mit einem leckeren Bier in der Hand zogen wir durch den Metal Markt, auf dem man wirklich alles kaufen kann, was man nicht braucht. Ob sich auf dem W:O:A wirklich jemand einen Holzdildo zugelegt hat...?

Den besten Sound des Festivals erwischten Bloodwork, die im Pressezelt ein zweites Set abrissen. Vor knapp 60 Journalisten, die ganz dekadent auf Bänken vor der Band saßen, zockten die Paderborner einen mehr als respektablen Gig hin. Die Band wusste anscheinend selber nicht so genau, was sie mit den Pressemenschen anfangen sollten und schmetterten sich durch vier Songs und begeisterten alle Anwesenden mit perfektem Sound und Spielfreude. Achja, einen neuen Song vom kommenden Album gab es auch zu hören und der lässt auf ein nettes zweites Album hoffen.
www.myspace.com/bloodworked

Als Walls Of Jericho mit einer ohrenbetäubenden Lautstärke loslegten, zog ich es vor, im Zelt lieber noch ein Mal über die Geschehnisse des Vorabends zu meditieren. Eigentlich Schade, denn das, was ich hörte überzeugte mich total und Julika sprach von einem hammerharten Gig.
www.myspace.com/wallsofjericho




Pünktlich zu Nevermore war ich Satan sei dank wieder auf den Beinen, sonst hätte ich einen weiteren, hammerharten Gig verpasst. Der Fünfer aus Seattle legte los wie die Feuerwehr und beeindruckte mit einem der besten Sounds des Festivals. Irgendwie war es beruhigend zu sehen, dass das Ex-Haarwunder Warrel Dane auch nicht jünger wird und seine kahlen Stellen mittlerweile mit einer Mütze verdeckt und die verbleibende Zottel lieber halblang trägt... Highlights: Alle Songs vom göttlichen "This Godless Endeavor" Album!
www.myspace.com/nevermorefans


Auf dem Weg zur WET Stage, auf der Callejon mit Unterstützung vomLay Down Rotten-Timo spielten sollten, stellte Kummer eine Interessante These auf: Ihm ist aufgefallen, das jüngere- und vermeidliche Kommerzbands (wie BFMV oder eben Callejon) zwar auf der einen Seite ein erhebliches negatives Echo hervorrufen, andererseits aber auch sehr großen Zuschauerzuspruch haben und derbe abgefeiert werden. Ist der typische Wackenbesucher ein Widerspruch an sich?
Wie auch immer, Callejon zockten mit ihrem Emo-Death-Gewichse jedenfalls vor einer beachtlichen Kulisse und die wiederum zeigte sich begeistert und dankte es mit einigen kuscheligen Circelpits im Zelt.
Da die Band nur eine knappe halbe Stunde Spielzeit hatte, wurde punkt 17.45Uhr während des letzten Songs den Jungs der Saft abgedreht. Doppelt ärgerlich, weil der etatmäßige Drummer bei genau diesem Song doch noch einmal auf die Felle dreschen wollte und original nur einmal die Snare traf, bevor Ende im Gelände war.
www.myspace.com/callejon

Bei HammerFall und den ebenso unsäglichen Bullet For My Valentine zogen wir es lieber vor, deren Auftritte via TV-Übertragung im VIP Zelt mit einem weiteren leckeren Frozen Margarita (das Getränk des Festivals, Yeah!) zu begutachten.
Währenddessen entfernte sich Julika von der Gemeinschaft und verbrachte den frühen Abend lieber mit Jägermeistertrinkenden Wikingern, was zur Folge hatte, dass sie ihren Getränkeunfall schon um 21uhr um Zelt auskurieren musste. Besser war das...

Pünktlich zu In Flames waren auch wir wieder auf dem Gelände, um die schwedischen Superstars und ehemaligen Szenehelden abzufeiern. Doch wie soll man eine Band abfeiern, wenn diese nur mit Zimmerlautstärke versucht, an ihre alten Glanztaten ranzukommen? Während des Gigs hatten wir keine Probleme, uns im normalen Tonfall zu unterhalten. Hallo?? Die Band stellte an diesem Abend so was wie den Headliner dar und der Sound verpuffte im Off...
Zwar hatten In Flames ein wahrlich imposantes Bühnenbild am Start und die Flammen schossen im Sekundentakt gen Himmel, doch auch die Songauswahl war sehr fragwürdig. Wo blieben Hits a la "System" oder "Colony"? Stattdessen konzentrierten sich die Schweden auf die letzten drei durchwachsenden Alben und ignorierte die Frühphase komplett. Einzig bei "Cloud Connected" kam kurzzeitig so etwa wie Stimmung auf und als die Band gleich drei ruhigere Songs am Stück präsentierten, war es vollkommen aus mit meiner Toleranz und ich zeigte mit voller Überzeugung (wenn auch nur ganz kurz) den Fuckfinger. In Flames waren mal eine mitreißende und große Liveband, doch dass, was die verwöhnten Superstars ablieferten, ging derbe in die Hose.
www.myspace.com/inflames

Während Doro nach dem Schwedendebakel auf der True Metal Stage mit ihrem "All We Are" nervte, spielten wir Backstage lieber "All against all": Wir warfen das Israelische Loch vom inoffiziellen Wacken-Backstage-Thron und krönten Jaba The Hut zum neuen König der superwichtigen. Saufkumpel Kummer und ich entwarfen die Mutz-Kunstfigur und buhlten um die Gunst der Tresenkraft, die uns wie eine Mutter mit Frozen Margarita versorgte und uns danach wieder ignorierte.

Dem brachialen Charme des letzten Wikingers Johan Hegg kann man sich nur schwer entziehen. Das dachten sich wohl auch die knapp 40.000 Menschen, die um 2 Uhr morgens noch auf dem Gelände verweilten, um sich von Amon Amarth den Schlaf in die Augen pusten zu lassen. Mit "Twilight Of the Thunder God" und dem nicht weniger genialen "Free Will Sacrifice" legten die Wikinger auch einen mehr als anständigen Start hin, aber musikalisch ist nach diesen beiden Hits fast schon alles gesagt worden. Mit Unterstützung der Jomswikinger, die wie bei fast jedem Festivalauftritt die Pappschwerter zücken, folgte überraschend schnell der Überhit "Death In Fire" und alle waren glücklich.
www.myspace.com/amonamarth

Um halb Vier war es langsam mal an der Zeit, Mutz einen guten Mann sein zu lassen und wir wanderten in die Zelte.

3. Tag (01.08.2009)

Neuer Morgen, neues Glück. Punkt 12uhr standen mit Einherjer (Black Stage) undSuidarka(Partystage) zwei Pagan / bzw. Viking Metal Bands auf den Bühnen, die sich gegenseitig die Zuschauer streitig machten. Wieder einmal der beste Beweis dafür, dass die Wacken Organisation mit der Running Order sich gut und gerne in die Nesseln setzt. Das sah Mutz ähnlich und lief ständig zwischen beiden Bühnen umher um für Ordnung zu sorgen.

Secrets Of the Moon Drummer T. Thelemnar machte mich im VIP Bereich auf das neue Album seiner Band neugierig und eigentlich wollte ich bei der Listening Session der Band teilnehmen, doch irgendwie schleppten wir uns dann doch wieder in Richtung der Hauptbühnen, wo Chathedral ihre Doom Messe abhielten. Strahlender Sonnenschein und gefühlte 30grad im Schatten sind nicht unbedingt die besten Grundvoraussetzungen für Doom-Metal und so beschlossen wir einstimmig, uns die sowohl lyrisch als auch musikalisch hochkomplexen Songstrukturen von Onkel Tom zu geben.

Durch den spontanen Ausfall von Kampfar kam die deutsche Trinkerjugend ein weiteres Mal in den Genuss von solchen Evergreens wie "Schnaps, das war sein letztes Wort" und "Es gibt kein Bier mehr auf Hawaii". Die hochsensiblen und tiefsinnigen Ansagen vom Meister Himself sind immer wieder der Hochgenuss pur. Was würde das Wacken Open Air nur ohne Dich machen, Onkel Tom? Aber Mutz würde es schon retten, ganz sicher!
www.myspace.com/onkeltom

Testament Live ist wie ficken ohne Gummi inkl. einer Orgasmusgarantie. Auch in Wacken enttäuschten die Thrasher um den dicken Indianer Chuck nicht und legten zwar eine zugegebenermaßen etwas statische, aber dennoch gelungene Vorstellung ab. Die Menschenmaße vor der Bühne bildete sich schnell zu einem einzigem Klumpen Fleisch und Testament lieferten dazu mit ihren uralt Hits wie "Into The Pit" und "D.N.R." den perfekten Soundtrack ab. Selbst die Songs des von mir nicht sonderlich geschätzten Comeback-Werkes "The Formation Of Damnation" fügten sich nahtlos in die Klassikerriege ein. Und zusehen, wie Drummer Paul Bostaph sein Kit verprügelte, war fast schon das Eintrittsgeld wert. Schön, das Ihr immer noch da seid, Testament!
www.myspace.com/testamentlegions

Heaven Shall Burn legten trotz (oder grade wegen) dem prallen Sonnenschein den Auftritt hin, den eigentlich am Vortag In Flameshätten spielen sollen. Das, was an diesem Nachmittag auf der Blackstage dargeboten wurde, war der pure Wahnsinn. So intensiv, brachial und hart sollte anno 2009 moderner Metal gespielt werden. Das bei "Weapon They Fear" der größte Circle Pit des Festivals gestartet wurde (einmal um den Soundturm), ist nicht nur größenwahnsinnig, sondern sah auch imposant auf der Leihwand aus.
www.myspace.com/officialheavenshallburn

Nach diesem musikalischen Tritt in die Weichteile wurde es Zeit für 1 - 2 kühle Frozen Margaritas und Pain auf der Partystage. Meister Tägtgren sah erstaunlich fit aus (hat er etwa Straight Edge für sich entdeckt...?) und zockte mit seiner austauschbaren Begleitband einen Hit nach dem anderen runter. Obwohl sich viele Songs stark ähneln und die große Zeit des Elektrometals schon einige Jahre her ist, so kann man angesichts der Hits wie "Shout Your Mouth", "End Of The Line" und "Zombie Slam" nur schwer etwas Schlechtes sagen. Einziger Wehrmutstropfen ist die Tatsache, dass das vorherige Line Up (mit den beiden süßen Mädels Alla und Andrea) bei weitem mehr Sex verspürte als der California Dream Man am Bass, der mit seinen Klamotten besser bei HammerFall aufgehoben wäre.
www.myspace.com/pain

Mittlerweile wurde es auf dem Gelände voll, und zwar im Sinne von richtig voll. Volbeat, die heimlichen Headliner des Festivals, baten zum Tanz und eine ganze Armada von Menschen folgte dieser Einladung. Junge, Junge, dieses Volbeat-Phänomen ist der Hammer und wenn man sich den rasanten Aufstieg der Band innerhalb weniger Jahre vor Augen hält, nur schwer zu erklären. Aber sei es den Jungs um Michael Poulsen gegönnt. Mit typisch dänischer Gelassenheit und mit einem fetten Grinsen im Gesicht legte der Vierer mit dem Titeltrack des letzten Hitalbums los wie ein geöltes Zäpfchen. Volbeat-Shows leben, neben den astreinen Songs, größten Teils von der Interaktion von Poulsen mit dem Publikum, aber in Wacken hatte der Chefdenker wohl keine Zeit zu verlieren und verzichtete weitgehend auf seine Mitsingspielchen. Stattdessen folgte Hit auf Hit, die man zwar alle schon x-mal besser und intensiver in kleinen Clubs erlebt hat, aber wer bei solchen großen Songs wie "Mr. & Mrs. Ness" oder "Sad Man´s Tongue" stillhält, kann nur tot sein...
www.myspace.com/volbeat

Leicht angeschwipst (mittlerweile schmeckte das Bier wieder besser als der Margarita) wanderten wir von der True Metal zur Black Stage und brauchten für diese 103 Meter geschlagene 20 Minuten. Grad noch rechtzeitig um mit unserem dänischen Kumpel Morten Bager und seiner nur ganz leicht angetrunkene Freundin beim eigentlichen Headliner des Festivals Stellung zu beziehen. Und das Erlebte kann ich nur schwer in Worte fassen. Machine fuckin´Head rulten, und das auf ganzer Linie. Der Frust, der sich wegen des durchschnittlichen Billings die ganze Zeit über angestaut hatte, entlud sich in der Sekunde, als Robb Flynn und seine Truppe mit "Clenching The Fits Of Dissent" einen fulminanten Einstieg nach Maß hinlegten. Dieses eine Konzert war die Essenz des Wacken Open Airs. Gefühlskino und Ausrastpflicht inklusive. Epischer und monumentaler kann man modernen Metal einfach nicht spielen! Alleine die Gitarrenduelle beim Monster "Halo" gehören zu den ganz großen Momenten des Metals, verdammt! Und nicht nur ich bekam bei dem "Let freedom ring with a shotgun blast" geshoute einige feuchte Tröpfchen in die Hose. Ich sag nur sechs circle pits vor der Bühne! Ganz großes Kino, meine Herren!
www.myspace.com/machinehead

Das nach diesem Gewaltakt nur noch Mist kommen würde, war klar. Saxon konnten dem einfach nichts mehr entgegen wirken und wir überließen dieser Altherrenrunde sich selbst und vergnügten uns mit einigen weiteren Bierchen im VIP Zelt.

Tja, und so ging das 20. W:O:A recht gesittet (obwohl viele noch von Machine Head geflasht waren) zu Ende. Wie Anfangs schon erwähnt fehlte einfach das gewisse Etwas, das dieses Festival zu etwas besonderem gemacht hätte. Mit dem Billing von 2008 wären mit Sicherheit alle zufrieden gewesen, aber das hatten wir ja schon 

Abschließen möchte ich mit einem Fazit, das ich von unseren Kumpels von Bloodwork geklaut habe, dem ich aber auch nichts mehr hinzufügen kann und möchte:

"Wacken bleibt Wacken. Allen Zirkus- und Ausverkaufsvorwürfen zum Trotz wird es für uns immer das größte Metal Festival der Welt bleiben, mit den witzigsten, nettesten Leuten und einer Party nach der anderen.

Wir kommen wieder, auf die eine, oder andere Art und Weise. Punkt!"

In diesem Sinne, bis nächstes Jahr.

Sven

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