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Aktuelle Seite: StartseiteKonzert BerichteKamelot in Köln, 18.11.

Wacken Open Air 2010

wacken 20101Wenn man mich fragt, wie das diesjährige Wacken Open Air gelaufen ist, antworte ich ganz lapidar: „Eigentlich war es wie immer..."! Das hört sich nun zwar sehr einfach an, trifft den Nagel aber ziemlich direkt auf den Kopf. Die 21. Auflage des Kultfestivals begeisterte in allen Bereichen genauso, wie die bekannten Kritikpunkte aus den letzten Jahren (offiziell 82.500 Menschen auf dem Gelänge - gefühlte 100.000, schlimme Soundverhältnisse auf der WET-Stage, generelles Überangebot an Bands) kaum verbessert wurden.
Fakt ist allerdings, dass trotz des sehr gelungenen Line-Ups das Wacken Open Air immer mehr zu einer Kirmes-artigen Veranstaltung mutiert. Neben dem bereits seit Jahren etablierten „Wackinger-Dorf" (wo es zugegebenermaßen das beste Futter gab) fand der Vergnügungssüchtige Wacken-Besucher u.a. auf dem anliegenden Campinggelände ein riesiges Zirkuszelt vor, um sich Stripshows, Catch-Fights und diverse andere Attraktionen zu geben.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Veranstalter alles daran setzen, dem gemeinen zahlenden Gast mit aller Gewalt auch noch den letzten Euro aus der Tasche zu entlocken und das eigentlich Wichtigste, die spielenden Bands, immer mehr zur Nebensache verkommen lassen.
Kurzum: Unsere kleine Reisegruppe von XXL-Rock konzentrierte sich auf dem Festival folglich nur auf die Musik und lies die Nebenschauplätze gekonnt links liegen.

Die Wettervorhersagen Tage vor dem Festival ließen Böses ahnen, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Rechneten wir insgeheim schon mit sintflutartigen Regengüssen, überraschte die Sonne und pünktlich bei unserer Ankunft in Wacken mit guter Laune und wollte Gottlob (fast) das gesamte Wochenende nicht mehr verschwinden. Beste Voraussetzungen also, um ein entspanntes Festival zu erleben. Nach der üblichen „erster-Tag-Prozedur" (Pässe organisieren, Zelte aufbauen, Zeltnachbarn begutachten) stellten wir erstaunt fest, das auch der Campingplatz der so genannten VIPs jedes Jahr wächst und wächst. Ob das nun ein gutes oder schlechtes Zeichen ist, lasse ich mal so stehen...(Sven)

Donnerstag, 5. August 2010

Den Donnerstag tauften die Veranstalter „A Night To Remember" und diesen Abend, respektive das oder ein ähnliches Billing hätten sich bestimmt viele Fans schon zum letztjährigen Jubiläum gewünscht. Eröffnet wurde aber traditionell wieder durch Doro Pesch in Begleitung von Skyline und dem Identifikationslied für das W:O:A „We Are The Metalheads".
Alice Cooper war dann aber der wahre Opener und besser konnte das Festival wohl kaum starten. Auch wenn die Schock-Rock-Bühnen-Show weniger Ekelmomente hervorrief als wie bei manch anderer Truppe (dazu später mehr...), wurde Mr. Cooper johlend von einem Publikum gefeiert, das lautstark seine alten Kracher mitsang. Wäre gar nicht nötig gewesen, da der Saturn-Mann (quasi der böse Bruder des Melitta-Manns) hervorragend bei Stimme war und seine Band in guter Spiellaune. Nebenbei dann noch Gratistipps für die nächste Halloween-Feier (nicht die Band) und der Start ins Wacken 2010 war sehr gut gelungen.
Auch mir gelang ein astreiner Start: Punktlandung Pegelstand hoch bei Mötley Crüe. Feierlaune im gesamten Publikum und bis zu diesem Zeitpunkt wurde sich noch über die Leinwandhinweise, dass bitte keine Circlepits eröffnet werden sollen, amüsiert, wäre mir jedenfalls bei den Hairmetallern nicht eingefallen. Sound klar, Spielfreude hoch (also wenn sie spielen, weil sie Geld brauchen, dann verdienen sie es mit Auftritten solcher Klasse wenigstens nicht zu Unrecht) und die Show extrem unterhaltsam, nur das Bühnenbild erinnerte mich an Weihnachtspapplaternen mit transparentpapierhinterlegten Fenstern. (Julika)

Setlist Mötley Crüe:mtley crue

Kickstart My Heart
Wild Side
Shout At The Devil
Saints Of Los Angeles
Looks That Kill
Live Wire
Don't Go Away Mad (Just Go Away)
Same Ol' Situation (S.O.S.)
Mutherfucker Of The Year
Ten Seconds To Love
Primal Scream
Dr. Feelgood
Girls, Girls, Girls

iron maidenIron Maiden zeigten sich 2008 in Wacken von ihrer Besten Seite und legten einen mit Hits bestückten Gig auf die Bretter, an das ich mich gerne zurückerinnere. Ich rechnete ganz fest damit, dass uns das Flaggschiff des New Wave Of Britsh Heavy Metals zwei Jahre später ein ähnlich denkwürdiges Konzert bescheren würden. Doch leider war dem nicht so...
Maiden konzentrierten sich songtechnisch in diesem Jahr einfach zu sehr auf die längeren, arg progressiven Songs der Alben nach der Reunion und genau das war der große Fehler. Sicherlich haben die Songs neueren Datums alle ihre Momente, doch auf einem Sommerfestival zur besten Spielzeit möchte ich Hits, Hits und nochmal Hits hören, verdammt! Mit „El Dorado" gab es einen ersten, leider auch nur mittelmäßigen Ausblick auf das neue Werk „The Final Frontier". Folglich sprang der berühmte Funke während der gesamten Spielzeit nicht ein einziges Mal auf das Publikum wirklich über. Da nützt auch ein recht imposantes Bühnenbild und das große Laufpensum vom Meister himself nicht viel, wenn Klassiker die „Fear Of The Dark", „The Trooper" oder „Run To The Hills" erst sehr spät zum Einsatz kamen oder wie letztgenannter sogar ganz außen vor gelassen wurde.
Das Alles machte die Entscheidung für mich jedoch sehr einfach, nach 90minütiger vertonter Langeweile (ich konnte mich während des Konzertes bequem mit einem Kumpel über Beziehungsprobleme unterhalten) mir lieber die französische Sensation Gojira auf der Zeltbühne zu geben. Und ich sage Euch, das Konzert der vier Franzosen war einmalig. All das, was Maiden 1,5 Stunden lang nicht schafften, konnten Gojira in Sekundenschnelle herbeizaubern: das Gefühl, bei etwas ganz Besonderem dabei zu sein und einfach nur durch die musikalische Leistung der Band mitgerissen zu werden. Es war eine unglaubliche Demonstration an Macht, Stärke und Erhabenheit - ohne auch nur einen Funken abgehoben zu wirken. Egal, ob „Backbone", „The Art Of Dying" oder „Vacuity" gespielt wurde - die Stimmung im Zelt war groß. Und zu sehen, wie das funkeln in den Augen der anwesenden Musiker immer intensiver wurde (oder wahlweise auch der Alkoholpegel dieses verursachte) war phänomenal. Für mich und auch mit Sicherheit für viele andere das Konzerterlebnis des Wochenendes. (Sven)

Setlist Iron Maiden:

The Wicker Man
Ghost Of The Navigator
Wrathchild
El Dorado
Dance Of Death
The Reincarnation Of Benjamin Breeg
These Colours Don't Run
Blood Brothers
Wildest Dreams
No More Lies
Brave New World
Fear Of The Dark
Iron Maiden
The Number Of The Beast
Hallowed Be Thy Name
Running Free

Freitag, 6. August 2010

Tag 2, sprich Freitag, der 6.8. begann für mich mit dem obligatorischen Besuch auf dem Metalmarkt. Und wo man schon mal dort ist, kann man auch gleich hinüber zum Wackinger-Dorf schlendern. Lecker Falafel gab es dort und jede Menge mehr oder weniger notwendige Accessoires, von denen man mit den allermeisten allerdings keinen Einlass auf das Konzertgelände erhalten dürfte. (Julika)

amorphisDie finnischen „nicht-mehr-so-ganz-Death-aber-immer-noch-Düster-Metaller" von Amorphis hatten nach dem Weckruf der deutschen Variante von Slayer, als Dew Scented, die undankbare Aufgabe um 12Uhr Mittags auf die Bühne zu müssen. Ich war überrascht, wie viele Menschen sich um diese Tageszeit und bei dieser Hitze aufs Gelände trollten. Gottlob konzentrierten sich die Finnen auf ihre älteren, härteren Songs und sorgten mit glasklarem Sound für erste Jubelarien bei den Fans. Übrigens fiel mir mal wieder auf, das Sänger Tomi Koivusaari zwar nicht unbedingt der kommunikativste Frontmann des Festivals war (typisch Finne halt...), aber sein perfekter Wechselgesang vom derben Gebrülle bis hin zu gefühlsvollen Gesang an diesem Wochenende unerreicht bliebt. (Sven)

Orphaned Land spielten ihren modernen Metal teilweise barfüßig, was an dem Musikerlebnis jedoch nichts Grundlegendes änderte. Viele Melodieführungen, die nahöstlich um die Ohren klangen, dazu eine Stimme, die von rauen Shouts zu pompösen Passagen wechselte und die Frage, warum jemand im weißen Gewand auf der Black Stage spielt.Auf der Party Stage knüppelten parallel Job For A Cowboy. Die geringe Lautstärke ermöglichte zwar einen wunderbar differenzierten Sound, tat der Musik jedoch nicht wirklich gut, gefühlt in Reihe zwei konnte man noch einigermaßen gut hören. Das Publikum applaudierte dennoch freudig und ging für Mittagszeit und Sonnenschein erstaunlich gut ab, an das verordnete Circlepit-Verbot wurde sich jedoch größtenteils artig gehalten.


endstilleEndstille spielten im zweiten Jahr in Folge und trafen erneut einen Sonnen überfluteten Slot. Mit Schweineblut, Rednerpult und stacheldrahtumwobenen Panzersperren ging es auf Black Metal-Fahrt, an welcher sich das Publikum nicht nur durch umfangreiche Merchandise-Ausstattung beteiligte. Der neue, feste Fronter Zingultus wurde gut aufgenommen, ebenso die Aussicht auf das kommende, „Infektion 1813" betitelte Album. Harter Sound, schneidend und kurz vor der Zersägung des Trommelfells sowie der blutige Auftritt des letztjährigen Tour-Stand-ins Lugubrem von Crimson Moon, sowie das Feature durch Björn von Kilt ließen beim Publikum definitiv keine Wünsche mehr offen. (Julika)

arch enemy1Bewaffnet mit meinem zweiten, wahrlich sehr leckerem Frozen Margarita in den Pfoten stand ich nun vor der Entscheidung, mir eine perfekte Show von Arch Enemy zu geben, oder mich lieber zu den Broilers zu verkrümmeln. Die Schweden um Angela Grossow zocken eh alle zwei Jahre in Wacken, also schaute ich mir lieber die Oi!-Pop-Ska-Rock N´Roller an. Musikalisch fand ich es „okay", was die Herren und die Dame so fabrizierten, doch in diesem Leben werde ich wohl nie ein Fan von diesem sehr einfachen Einheitsbrei a la Ärtze, Hosen, Onkelz und Konsorten. Wohl auch deshalb, weil trotz eindeutiger Ansagen der Band immer noch diverse zwielichtige Gestalten mit sehr fragwürdigen Shirts (FreiWild - Pfui, Teufel!) und Tattoos („Arbeit macht frei" - alles klar...?) im Zelt vor sich hin vegetierten und irgendwie immer noch toleriert werden.
Also dann doch wieder Arch Enemy und ich wurde beim verlassen des Zeltes von den Menschenmaßen vor der Bühne regelrecht erschlagen. Bei Tageslicht spielte wahrscheinlich kaum eine andere Band vor so vielen Menschen. Auch wenn bei den Schweden um Axtgott Michael Amott seit Jahren die Kreativitätskurve steil bergab verläuft (auch wenn viele mir nun widersprechen mögen), ist es faszinierend zu erleben, wie groß die Anhängerschaft im Augenblick ist. Respekt!

Während auf der so genannten True Metal Stage (auch im 13. Jahr ihres Bestehens immer noch ein selten dämlicher Name für eine Bühne) Grave Digger mit einer Legion von Dudelsackspielern und einer riesigen Gästeliste (u. a. mit Doro und Hansi von Blind Guardian) wahlweise entzückten oder nervten, orderte ich den nächsten Frozen Margarita und versuchte, dem dämlichen true-as-fuck Gedöns von Chris Boltendah zu ersaufen. Klappte auch fast vorbildlich, aber Slayer luden zum kollektiven Ausrasten ein. Slayer und ausrasten in Wacken? Wenn man sich die letzte Show der Totschläger vor einigen Jahren ins Gedächtnis ruft, kommen da einige Zweifel. Mit ewig langer Verspätung, lustlos und vor allem sehr leise zockten damals die US-Thrasher ihr Programm runter. Nun aber wurde es richtig Fett und sogar richtig LAUT! Ohne viel Tamtam stiefelten Curry, ähm, Kerry King auf die fast nackte Bühne (nicht mal ein Banner hing im Hintergrund) und ließen einfach die Musik für sich sprechen. Wer solche Brecher wie "War Ensemble", "Angel Of Death" oder "Seasons in the Abyss" (Hammer!) in der Hinterhand hat, kann nicht viel falsch machen und die Massen vor der Bühne rastete vollkommen aus. Traurig hingegen ist es, mit ansehen zu müssen wie Tom Araya sich mit seinem Wirbelsäulenschaden mehr als nur quält und sich kaum bewegt. Schade, aber zumindest wurde die Show nicht gecancelt. Wünschen wir Araya alles erdenklich Gute und hoffen wir, dass er zu seiner alten Form eines Tages wieder zurückfinden wird.

Setlist Slayer:slayer

World Painted Blood
Hate Worldwide
War Ensemble
Expendable Youth
Dead Skin Mask
Seasons In The Abyss
Hell Awaits
Spirit In Black
Mandatory Suicide
Chemical Warfare
Raining Blood
South Of Heaven
Angel Of Death

Das Anvil im Augenblick auf einer wahren Erfolgswelle surfen, sei ihnen von Herzen gegönnt. Jeder, der die DVD „Anvil - Die Geschichte einer Freundschaft" gesehen hat, wird dem auch bedingungslos zustimmen. Umso dramatischer wird es für die sympathischen Jungs sein, wenn der Hype wieder abnehmen wird. Und das wird er, so viel ist sicher! Erstmal hatten die Kanadier das „Vergnügen" nach Slayer auf die Bühne zu müssen und konnten dem Erdbeben, das die Amis trotz schwächelnden Frontmanns entfachten, einfach nichts entgegensetzen. Zudem kommt noch, das Anvil, so sympathisch sie auch sind, einfach nur durchschnittliche Songs ohne echte Höhepunkte im Repertoire haben, und somit dümpelte der Gig irgendwie ereignislos an mir vorbei...

secrets of the moonMit ordentlich Alk im Schädel wollten wir dann den Abend im Zelt bei der WET-Stage und ein paar zünftigen Black Metal Bands ausklingen lassen. Zum Zeitpunkt unseres Eintreffens standen Imperium Dekadenz auf der Bühne und das Zelt war zum Bersten gefüllt. Und ich frag mich bis heute, warum in aller Welt diese, ähm, Pagan/Black Band so ein Following besitzt...? Wir hörten ewig lange, nervtötende Songs, die maximal zwei verschiedene Riff beinhalteten und der „Drummer" hörte sich an, als wenn man ihm vor dem Gig ins Knie geschossen hätte. Ne ne, das war nix! Bitte wieder sofort in den Proberaum.
Zwischenzeitlich entdeckten wir einige NSBM-Shirtträger, die vom TRP-Gitarristen Jury standesgemäß runter geputzt wurden (O-Ton Jury: „ich find´s uncool, dass Du ein Nazi bist!").
Nach diesem Rumpel Black Metal Gedöns zeigten Secret Of The Moon, wie man im Jahr 2010 anständige Finsternis verbreitet, ohne sich lächerlich zu machen. Hier stimmte einfach alles: das Licht, die leicht morbide Stimmung, der Sound und vor allem die erstklassigen Songs. Aufgrund meines leicht erhöhten Alkoholpegels kann ich mir die einzelnen Songs nicht mehr ins Gedächtnis rufen, aber während des Konzertes wuchs in mir die Erkenntnis, dass Chef-Okkultis sG und seine Band zusammen mit ihren Brüdern im Geiste, Triptykon, endlich zur Speerspitze der heimischen Düsterszene angelangt sind. Gute Nacht! (Sven)

Samstag, 7. August 2010

Sonnabend stürmten dann Smoke Blow gutgelaunt zum sonnig, warmen Highnoon die Partystage und taten sich durch präzise Rotzakrobatik und unterhaltsamen Hardcore hervor. Nicht gut auf leeren Magen (naja, nach 2 ½ Bier) so viel fremden Speichel herumfliegen und an den Klamotten der Bandkollegen hängenbleiben zu sehen, aber auf den Boden gucken und einfach die Spielfreude und den, wie immer auf dieser Bühne leisen, aber heute mal recht druckvollen Sound genießen, machte den Mittag ja auch schon schöner.

calibanDie Leinwände wiesen darauf hin, aber weder Publikum noch Andy Dörner von Caliban wollten sich so richtig an das freundlich formulierte Circlepitverbot halten. Nach den Ereignissen der Loveparade, aber sicher insbesondere nach den unzählbar vielen Toten der vergangenen Wacken-Jahre bei kreisenden Pits und den Wall of Death, wollten die Veranstalter des W:O:A auf Nummer Sicher gehen und neben den Anzeigen „No Circlepits please!", welche die Leinwände regelmäßig beflackerten, waren die Backstagebereiche plakatiert mit dem Hinweis, dass es unter Androhung von Strafe verboten sei, zu etwaigen Massenbewegungen dieser Art aufzufordern. Auf der Zeltbühne wurde hier offenbar nicht so vehement darauf hingewiesen, was Seven Ends den Besuch von Ordnungsamt und Polizei nach ihrem Auftritt einbrachte, in dessen Verlauf sie zur Wall of Death aufgefordert hatten. Caliban umgingen diese Begegnungen der unangenehmen Art indem sie darauf hinwiesen, dass sie ja nicht zu solchen Aktivitäten aufrufen dürften. Die Vehemenz der Hinweise nahm das Publikum als Aufforderung, umgekehrte Psychologie im Metal würde ich das mal nennen. Bekannt hart spielten die Essener auf und das Publikum dankte es ihnen durch kreisförmig aufsteigende Staubwolken.

Unleashed zeigten sich ebenfalls mehr als motiviert, hatten aber leider mit Soundproblemen zu kämpfen. Ihren Auftritt sah ich nur von relativ weit hinten und hätte mich sehr gefreut, wenn bei den Schweden die Instrumente allesamt so laut gewesen wären, wie die Soli von Frederik Folkare. Der unausgewogene Klangbrei schien dem Publikum vor der Bühne aber wenig auszumachen und so staubte der Wackener Boden weiter der Sonne entgegen.

overkillDie neue Platte namens „Ironbound" der Thrashmetaller Overkill zeigt eine klare Tendenz zu älteren Werken und daher scheint es nicht verwunderlich, dass die Band vom Publikum sehr gut aufgenommen wurde. Der Band gelang eine ausgewogene Mischung aus alten, neueren und brandneuen Songs, sodass eine weitere Truppe, deren Gründung bereits klar über ein Vierteljahrhundert zurück liegt, an diesem Wochenende bewies, wie mitreißend man auch noch im rentennahen Alter Metal präsentieren kann.

Weiter ging es mit W.A.S.P.. Blackie Lawless schien zur allgemeinen Verwunderung die Lust am Livegesang wiederentdeckt zu haben und so wollte er auch das Publikum daran teilhaben lassen. Zwischen diversen kopierwürdigen Hardrockposen kam auch ein altbekanntes Singspiel mal wieder zum Einsatz, linke gegen rechte Bühnenseite, natürlich bei „I Wanna Be Somebody". Von der Bühne aus rechts gesehen war man wohl schon heiserer, dies wurde mit einem „You Suck" quittiert, nahm aber wohl niemand ernsthaft persönlich.

Cannibal Corpse machten das, was man von ihnen erwartet und das auch noch verdammt gut, mehr Death Metal geht wohl gar nicht. Der Corpsegrinder George Fisher schwang den Kopf auf seinem Ofenrohr und das Publikum tat es ihm gleich, vielleicht wurden dadurch die Schallwellen der Gitarren ein bisschen zu sehr beeinflusst, anders lässt sich der sehr dumpfe Sound kaum erklären. Ich bedauerte dies, da Präzision und Tightness der Band so leider kaum zur Geltung kam, aber Härte zählte für den Großteil des Publikums im einbrechenden letzten Abend offenbar mehr.

Immortal möchte ich besten Gewissens als Sauber-Black-Metaller bezeichnen, zumindest was die Corpsepaints angeht. Die Musik kam jedoch gewohnt aggressiv und unangenehm daher, wobei unangenehm ja nicht immer schlecht sein muss, spricht man von Black Metal, was manche Schwarzmetaller bei Immortal sicher nicht mehr tun, aber das ist ein anderes Thema. Die Show minimal, die Ausbeute maximal, ein rundum gelungener Auftritt. (Julika)

Setlist Immortal:immortal666

All Shall Fall
Sons Of Northern Darkness
The Rise Of Darkness
Damned In Black
Hordes To War
Norden Of Fire
Withstand The Fall Of Time
Beyond The North Waves
One By One



soulflySo geil Slayer am Vorabend auch waren - Soulfly konnten dem immer noch eines draufsetzen. Gesegnet mit dem besten Sound des Wochenendes legten Max Cavalera und Co. gleich mit „Blood Fire War Hate" los wie die Feuerwehr und die Meute vor der Bühne rastete aus. Man möchte denken, dass nach drei Festivaltagen die Luft irgendwann raus sein müsste, doch Soulfly mobilisierten noch einmal alle Kräfte und der Gig wurde zum Hitfeuerwerk. Cavalera zeigte sich unbeeindruckt vom Circelpit-Verbot der Veranstalter und stachelte die Fans immer wieder zu selbigen auf, worauf die Veranstalterseite wiederholt mit den Verbotsanzeigen auf den Leinwänden reagierte - irgendwann wurde so vom eigentlich Auftritt fast gar nichts mehr übertragen. Tja, wer hat nun die dicksten Eier? Natürlich durften auch die Sepultura-Classics die „Roots Bloody Roots" und „Refuse/Resist" (mit dem Sohnemann an den Drums) nicht fehlen und das ganze Full Metal Village stand Kopf. Zu Recht!

fear factoryDas nach diesem Inferno die wiedervereinigten Fear Factory nicht unbedingt den leichtesten Stand haben würden, war eigentlich klar. Aber dennoch zogen sich Dino Cazares und Burton C. Bell achtbar aus der Affäre und machten ihren desaströsen Wacken Auftritt vor vier Jahren komplett vergessen. Obwohl der Einstieg mit dem „Mechanize"-Titeltrack etwas unglücklich verlief, steigerte sich der Gig danach förmlich in ein wahres Hit Manifest. Die Schlaftablettensongs von den "Transgression" und "Archetype"-Alben wurden komplett ignoriert, dafür gab es mit „Linchpin", „Demanufacture" und „Shock" ordentlich was aufs Maul.
Gut, Burton kann die klaren Gesangspassagen immer noch nicht fehlerfrei singen, dafür imponierte Drumlegende Gene Holgan mit einer unglaublichen Gelassenheit, wie unterfordert der gute Mann bei der Angst Fabrik eigentlich ist. Nach einer guten Stunde war Schicht im Schacht. Was bliebt, ist die Erkenntnis, das die neuen Songs wie „Powershifter" sich nahtlos in die Setlist eingefügt haben und das „Replica" immer noch ganz großer Sport ist! (Sven)

Tja, und plötzlich war das 21. Wacken Open Air wieder zu Ende. Wie anfangs schon erwähnt, macht das Überangebot an Bands es einem nicht immer einfach, sich alles zu geben, worauf man Lust hatte und somit verpassten wir zwangsläufig eine Menge an Bands.
Aber wie dem auch sei, es war dennoch wieder ein wahres Highlight und im nächsten Jahr sind wir auf alle Fälle wieder dabei!

wacken 2012

 

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