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Aktuelle Seite: StartseiteKonzert BerichteMinistry in Hamburg/Docks (08. Juli)

Evile & Portrait & Dr. Living Dead, 29.1. Hamburg, Hafenklang

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Am Sonntagabend, den 29.1., gastiert eine bunte Tour in Hamburg. Evile, Portrait und Dr. Living Dead schicken sich an das kleine Hafenklang an der Großen Elbstraße in Schutt und Asche zu legen.
An diesem Abend macht das Hafenklang anderen Lokalitäten der Hansestadt Konkurrenz. Auf den Eintrittskarten steht 20.30 Uhr als Beginn, auf der Homepage der Location ist nachzulesen, dass der Beginn jedoch schon um 20 Uhr ist. Gegen 19.30 Uhr trudeln so langsam die ersten Gäste ein, während die frühen Vögel bereits den Merch-Stand geplündert haben und gespannt auf den Beginn des Konzerts warten.

 

Am Merch-Stand sind mehrere Dinge schnell erkennbar: Jede der an diesem Abend auftretenden Bands hat der Tour einen anderen Namen gegeben, zumeist nach dem jeweiligen aktuellen Album, welcher auf den entsprechenden Shirts zu lesen ist. Am Besten scheinen Portrait angekommen zu sein oder die Band hat schlicht zu wenig Shirts mitgenommen, denn diese haben lediglich noch S und M-Größen ihres Tour-Shirts vorrätig und das obwohl die Tour nach diesem Abend noch eine Weile laufen soll. Positiv hingegen fällt auf, dass die Merch-Preise im Rahmen sind, die Shirts nicht mehr als 15 Euro kosten und Evile sogar sehr günstige Patches im Angebot haben.

Gegen Punkt 20 Uhr ertönt schließlich so etwas wie ein Intro und die Anwesenden strömen aus dem Nebenraum, wo sich Merch und Tresen befinden, hin zur Bühne. Dr. Living Dead orientieren sich sowohl optisch als auch musikalisch sehr an ihren Vorbildern von den Suicidal Tendencies zu deren thrashigsten Zeiten. Alle Mitglieder der Band tragen fiese Totenschädelmasken und das Suicidal Tendencies-typische Stirnband. Einer der Mitglieder trägt dazu passend ein altes Shirt der amerikanischen Thrash/Crossover-Legende.

dr living dead 11Die Schweden von Dr. Living Dead haben 2011 ihr selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlicht, an dem sich die Setlist des Abends sehr stark orientiert. Gespielt werden u.a. ‚Slime from above', ‚Gremlins Night' oder ‚My brain is for sale'.
Anfangs verhält sich das Publikum im Hafenklang der Band gegenüber etwas skeptisch, aber die Schweden wissen mit einer energetischen Show und ihrer extremen Spielfreude schnell zu überzeugen. Obwohl nur wenige Fans bereits anwesend sind können erste Headbanger gesichtet werden und auch ein Moshpit wird versucht zu starten, scheitert jedoch an fehlenden Mitstreitern. Fein groovend und dennoch ordentlich thrashig geht die Musik der Schweden gut ins Ohr und verleitet zum Mittwippen. Dr. Living Dead liefern eine rundum überzeugende Show ab, welche leider nach einer guten halben Stunde schon wieder zu Ende ist. Die Schweden können an diesem Abend einige neue Fans gewinnen und gleich nach dem Auftritt plündern viele Fans den Merch-Stand der Jungs.

portrait-band-photoEbenfalls aus Schweden stammt die zweite Band des Abends namens Portrait. Die Band wurde bereits 2004 gegründet und veröffentlicht 2011 ihr zweites Album namens „Crimen Laesae Majestatis Divinae". Zur Einstimmung wird auf der linken Seite der Bühne ein kleiner Altar aufgebaut. Ein Stapel Räucherkerzen und eine mystisch-anmutende Kerze laden in dem ansonsten recht dunklen Raum zur satanischen Messe ein. 
Als die Band die Bühne betritt fällt Kennern der Gruppe schnell auf, das etwas anders ist als gewohnt. Die Schweden haben ihren Sänger ausgewechselt. Der an diesem Abend anwesende blonde Frontmann namens Niklas Svensson zeigt sich mit Corpsepaint versehen und bietet den Heavy Metal der Band auf derart theatralische Art und Weise dar, dass es nicht zur Musik zu passen scheint. Das anwesende Publikum ist ohnehin eher auf Thrash Metal ausgerichtet, dank zweier an diesem Abend anwesender Thrash-Bands, weswegen Portrait keinen leichten Stand haben. 
Musikalisch zeigen die Schweden, wie gewohnt, einen routinierten und sehr guten Auftritt. Die Spielfreude ist bei der Band vorhanden, kann allerdings aufgrund des wenigen vorhandenen Platzes auf der Bühne kaum ausgelebt werden. Entsprechend gestaltet sich der Gig der Schweden ein wenig steif und die theatralischen Gebärden des Sängers verbessern das Gesamtbild nicht. Der neue bzw. aktuelle Sänger kann zudem nicht an die Klasse eines vorherigen Per Lengstedt heran reichen. Nur wenige Anwesende zeigen sich von der Musik der Schweden begeistert, erst im Laufe des Gigs können noch einige weitere Fans zum Headbangen animiert werden. Insgesamt legen Portrait einen soliden Auftritt auf die Bühne des Hafenklangs, der durchaus noch Potenzial nach oben hat und nicht an die Klasse älterer Auftritte heranreicht.

evileSchließlich ist es Zeit für den Headliner des Abends. Mittlerweile ist die Halle gut gefüllt, als die Band gegen kurz nach 22 Uhr mit ihrem Set beginnt. Es zeigt sich das viele Fans gekommen sind um die Briten zu sehen, denn der Raum vor der Bühne füllt sich beständig. Evile zeigen sich hocherfreut, dass sich doch so viele Fans an einem Sonntagabend im Hafenklang eingefunden haben und bringen ihre Freude mehrfach zum Ausdruck. Gemäß eigener Aussage hat Sänger Matt Drake an diesem Abend maximal fünf Menschen erwartet und nicht eine derart begeisterte Menge. Die Briten heizen den etwa 60 Anwesenden ordentlich ein und spielen sich quer durch ihre drei bisher erschienen Alben. Kaum ein Kopf der bei diesem Thrash-Genuss nicht am Bangen ist, kaum eine Hand die nicht begeistert klatscht oder die Pommesgabel gen Himmel streckt nach jedem Track. 
Evile legen das Hafenklang an diesem Sonntagabend sprichwörtlich in Schutt und Asche und verzaubern ihre Fans. Nach etwas weniger als einer Stunde ist das reguläre Set schließlich zu Ende.
Als die Zugaberufe nicht verebben wollen, stimmen die Briten allerlei Riffs bekannter Stücke (u.a. ‚Smoke on the Water') an, die von dem Publikum begeistert schmunzelnd aufgenommen werden, bevor noch ein paar letzte Stücke als Zugaben folgen. Hierzu gehört unter anderem der Titeltrack des Debütalbums von Evile namens ‚Enter the grave'. 
Evile hinterlassen gegen kurz nach 23 Uhr eine völlig erschöpfte Menschenmenge, die sich nach kurzer Verschnaufpause schnell am Merch- bzw. Bierstand sammelt. Die Aftershow-Party-Musik ist genauso wie die anfängliche Mucke des Abends gespickt mit lauter alten Klassikern und verleitet wie berets vor dem Konzert erneut einige Anwesende zum Headbangen zur Konservenmusik.

Alles in allem war dieser Abend ein Highlight in diesem noch recht jungen Jahr 2012. Bleibt zu hoffen, dass alle drei an diesem Abend aufgetretenen Bands nach ihren 2011 erschienenen Werken schnell ein weiteres nachlegen und sie sich natürlich bald wieder in die Hansestadt verirren.

 

 

 

 

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