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Aktuelle Seite: StartseiteKonzert BerichteKonzert Berichte 2013Amorphis, Circle European Tour 2013 - 05.11., Köln

Amorphis, Circle European Tour 2013 - 05.11., Köln

amorphis tour 2013Die fleißigen Finnen von Amorphis haben zur Europatour geladen, auf der das aktuelle Studiowerk „Circle“ dem Live-Publikum vorgestellt wird. Das beschauliche Köln war letzten Dienstag der gewählte Ort für den Tourauftakt. Als Gäste hat man die US-Amerikaner Starkill mit dabei, die sich und ihre Musik nun auch außerhalb der Staaten präsentieren dürfen.

Frisch von der Highschool (so scheint es jedenfalls) stürmen die vier Jungs aus Chicago, die sich nach Ballistika und Massakren nun auf den Namen Starkill geeinigt haben, pünktlich die Bühne und lassen ihren melodisch-symphonischen Black/Death Metal auf die zu diesem Zeitpunkt erst halb gefüllte Halle los. Die geringe Live-Erfahrung merkt man der Band zwar an, wird aber durch starkes Engagement und Spielfreude wettgemacht. Aufgrund des hohen Keyboardanteils in den Songs muss viel mit Samples gearbeitet werden, was den Hörgenuss dank des nicht optimal ausgesteuerten Sounds etwas trübt. Aber weder davon, noch von kleineren technischen Schwierigkeiten lassen sich Frontmann Parker Jameson und Co. aus der Ruhe bringen und überzeugen auch live mit „New Infernal Rebirth“ oder dem Titeltrack ihres hervorragenden Debütalbums „Fires of Life“, was die Zuhörerschaft mit Applaus und einem kleinen Moshpit bedenkt. Nach einer guten 45-minütigen Show haben Starkill einige neue Fans (und Kunden am Merch-Stand) gewonnen.

Von der gut gewählten und gut aufspielenden Vorband gut angeheizt, ist die jetzt gut gefüllte aber nicht ganz ausverkaufte Essigfabrik bereit für den Hauptact, der um 21:20 Uhr zu den Klängen des „Circle“-Intros die Bühne betritt und gleich mit dem Opener „Shades of Gray“ loslegt, der von Beginn an mit rhythmischem Klatschen und lautem Mitsingen begleitet wird. Auch im weiteren Verlauf des Abends liegt der Fokus der Setlist (natürlich) vor allem auf „Circle“ und den neueren Alben, doch auch die Überalben „Tales From The Thousand Lakes“ und „Elegy“ kommen (selbstredend) nicht zu kurz. So erhält man einen ausgewogenen und gelungenen Live-Überblick über das konstant gute, mehr als 20-jährige Schaffen von Amorphis. So steht ein „The Wanderer“ dem vorhergehenden Klassiker „Against Widows“ in nichts nach und wird vom begeisterten Publikum gleichermaßen abgefeiert.
Tomi Joutsen muss dieses Mal aus unerfindlichen Gründen auf sein berühmtes Mikro verzichten und mit einem gewöhnlichen Vorlieb nehmen, das für ihn zu ungewohnt und unhandlich zu sein scheint. Bei solch einer Vocal-Performance spielt das aber keine Rolle und auch die meterlangen Dreadlocks kreisen wie immer in Dauerrotation. Auch die Saitenfraktion überzeugt und leitet mit guten Gitarrenläufen meist von einem in den nächsten Song über, so dass wenige Pausen entstehen.
Während einer kleinen Verschnaufpause in der Mitte des regulären Teils kündigt das vom Band eingespielte „Thousand Lakes“-Intro den nächsten Hit an. Das geniale „Drowned Maid“ entfacht dann wie erwartet neuerliche Begeisterungsstürme bei den Anwesenden. Und auch das brachiale „Nightbird’s Song“ hält das Niveau problemlos oben. Der Hauptteil wird dann von einer kleinen Nummer mit dem Titel „Black Winter Day“ beschlossen, die auch überraschend gut ankommt.
Nach dieser Fülle an guten bis überragenden Songs gibt es als Zugabe noch „Sky is Mine“, „Into Hiding“ und „House of Sleep“, was die Euphorie der berauschten Menge auf die Spitze treibt.

Wenn man auf elf Studioalben zurückblicken kann, scheinen 90 Minuten etwas kurz, um den Backkatalog live angemessen zu präsentieren. Das mag auch so sein, wenn man anderthalb Stunden aber solch eine Leistung abliefert, so viele überragende Nummern mit solch einer Leidenschaft darbietet, kommt man einfach nicht umhin, den Finnen ein spektakuläres Konzert zu attestieren. Immer wieder schön, immer wieder mitreißend – Amorphis.

Christian Schrübbers

Setlist Amorphis:

01.    Shades of Gray
02.    Narrow Path
03.    Sampo
04.    Silver Bride
05.    Against Widows
06.    The Wanderer
07.    My Kantele
08.    Drowned Maid
09.    Nightbird’s Song
10.    The Smoke
11.    You I Need
12.    Hopeless Days
13.    Black Winter Day
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14.    Sky is Mine
15.    Into Hiding
16.    House of Sleep

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