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Audrey Horne, Karma To Burn & Gold - 09.10., Köln

audrey horne kolnHeavy-Rock-Abend im Kölner Underground. Der mittlerweile nicht mehr ganz geheime Geheimtipp AUDREY HORNE machte auf seiner Europa-Tour Halt in der Domstadt und hatte zur Unterstützung die interessanten Bands GOLD und KARMA TO BURN dabei.

GOLD ist die neue Band von Ex-„The Devil’s Blood“-Gitarrist Thomas Sciarone, die mit ihrem Debütalbum „Interbellum“ aufhorchen ließ, und die Songs nun einem „breiteren“ Publikum – zu diesem frühen Zeitpunkt haben sich immerhin schon gut fünfzig Gäste vor der Bühne eingefunden – präsentiert. Der Heavy Rock ist zwar nicht okkult, aber ebenfalls den 70er-Jahren entliehen und wird vor allem von den schweren Gitarren geprägt. Wichtigstes Merkmal der Band ist die Dame hinter dem Mikrofon: Milena Eva. Ihre langen Haare wehen im Ventilatorwind, ihr Körper bewegt sich psychedelisch wabernd im Rhythmus der Musik, die sie mit ihrer herausragenden Stimme und individuellen Gesangslinien veredelt. GOLD überzeugen mit guten Retro-Rock-Nummern, die im Underground auf viel Anklang stoßen.

Dass man für mitreißende Musik keinen Gesang braucht, beweisen im Anschluss die seit 2009 wiedervereinten KARMA TO BURN aus West Virginia. Deren instrumentaler Stoner Rock bringt die Köpfe von Beginn an reihenweise zum bangen. William Mecum feuert unentwegt fette Riffs aus den Boxen. Rob Halkett schüttelt wild seine langen Dreadlocks zu pumpenden Bassläufen. Und Evan Devine malträtiert seine Drums bis seine Sticks zerbersten. Die leicht angewachsene Menge, ganz auf die Musik fokussiert, feiert jedes der gut ausgewählten durchnummerierten Stücke. Die Spielzeit von 45 Minuten ist wie im Flug verflogen und hinterlässt ein ordentlich angeheiztes Publikum.

So gut die beiden Vorbands auch waren, gegen das, was AUDREY HORNE anschließend abliefern sollten, war das aber nichts weiter als das Aufwärmprogramm.  

Um kurz vor zehn betreten die Norweger zum „Muppet Show“-Theme die Bühne und beginnen gleich mit Vollgas und „Redemption Blues“, lassen diesem den Hit „Bridges and Anchors“ von der vorletzten Platte folgen und steigern sich weiter mit dem Titeltrack des diesjährigen Überalbums „Youngblood“.
Vom ersten Ton an brennt die Luft, das auf etwa 150 Gäste angewachsene Auditorium singt lauthals mit und lässt das Haar kreisen. Sänger Torkjell „Toschie“ Rød sucht sofort die im Underground wirklich nahe Nähe zum Publikum, posiert während der Songs lässig für Fotos und beglückt die erste Reihe mit der Ghettofaust. Auch ein Wackelkontakt im Mikro, mit dem er die Hälfte des Konzerts zu kämpfen hat, hindert ihn nicht daran, alles zu geben.
Wer meint, dass AUDREY HORNE mit der anfänglichen Dreifaltigkeit das Songpulver bereits verschossen haben, sieht sich im weiteren Verlauf eines Besseren belehrt. Mit Leichtigkeit wird qualitativ hochwertiges Material, wie die Mitsing-Nummer „Pretty Little Sunshine“ oder das den überraschend zahlreich anwesenden Damen gewidmete „There Goes A Lady“, abgefeuert. Weiter geht es mit dem epischen Headbanger „The King is Dead“ und der überragenden Hymne „This Ends Here“, bei der Toschie zum ersten Mal die Bühne verlässt und mitten im Publikum weitersingt.
Auf der Bühne begeistern Arve Isdal und Thomas Tofthagen abwechselnd mit irrwitzigen Gitarrensoli und liefern sich mit Bassist Espen Lien packende Saitenduelle, während Kjetil Greve die Band mit seinem treibenden Drumming von hinten immer weiter anpeitscht.
Dass es nicht immer schnell sein muss, beweisen AUDREY HORNE mit der langsamen aber monströsen Walze „Firehose“, die die begeisterte Zuhörerschaft überrollt, bevor mit der nächsten Großtat „Blaze of Ashes“ schon das Finale eingeläutet wird.
Zum Schluss gibt es noch das rasend schnelle „Straight into Your Grave“. Hier hält es nicht nur Toschie nicht mehr auf der Bühne, auch die Gitarristen finden sich zu ihrem Solo im Publikum wieder. Espen Lien schnappt sich dann auch noch den letzten Mikrofonständer und steigt zu seinen Kollegen hinab. Umringt von der tobenden Menge beschließen die Norweger ein überwältigendes Konzert im bandeigenen Moshpit.

Zwar dauerte das Spektakel nur 70 Minuten, AUDREY HORNE haben aber mit purer Spielfreude und Leidenschaft eindrucksvoll gezeigt, was sie für eine unglaubliche Live-Band sind und den glücklichen Anwesenden eine Erfahrung beschert, die sie so bald nicht vergessen werden. Das Erlebte lässt sich wirklich nur mit einem Wort beschreiben: Unbeschreiblich!

Setlist AUDREY HORNE:

01.    Redemption Blues
02.    Bridges and Anchors
03.    Youngblood
04.    Show and Tell
05.    Cards with the Devil
06.    Pretty Little Sunshine
07.    There Goes A Lady
08.    The King is Dead
09.    This Ends Here
10.    Firehose
11.    Threshold
12.    Blaze of Ashes
13.    Straight into Your Grave

Christian Schrübbers

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