| Joch'n'Roll Open Air Hameln |
| Geschrieben von: Sven Meier |
| Donnerstag, den 18. Februar 2010 um 22:00 Uhr |
|
Weiter ging es danach auf der Mainstage mit VOLBEAT . Die Jungs aus Dänemark werden von der Presse gut abgefeiert im Moment, aber mein Ding ist es ganz und gar nicht. Ich hab mir die Show zwar komplett angeguckt, aber wirklich Stimmung kam leider nicht auf. Eine Gitarre funktionierte die ersten paar Lieder nicht, nachdem Backstage bescheid gesagt wurde, wurde das Problem dann aber schnell behoben. Der Auftritt war spielerisch allerdings gut, keine Fehler, keine Aussetzer, sicher das Set durchgezockt. Aber irgendwie will mir zu der Musik nicht viel einfallen. Im Anschluss wurde es dann auf der Mainstage wieder Zeit für Hardcore: SICK OF IT ALLaus den USA stürmten die Bühne. Das Publikum war gut versammelt und die Stimmung war klasse. Ich habe mir das ganze aus dem Rand des Backstage angeguckt, war aber auch gut. Live-Auftritte solcher Hardcore/Trash Bands sind mir wesentlich lieber als eine dröge CD. 1 Stunde zockten die Amis und sorgten für einen guten Abschluss am ersten Festivaltag. Noch eben schnell eine gefüllte Pizza auf dem Gelände bsorgt (mit 3€ auch gut im Rahmen) und auf ging's zum "Regenbogen" fast mitten in der Stadt. Dort dann eben schnell die Luftmatratze aufgepustet, anschließend sich noch ein paar Bier und Whisky-Cola gegönnt und der erste Festivaltag fand einen würdigen Abschluss.Am nächsten Morgen wurden wir dann ein wenig unsanft aus dem "Regenbogen" hinaus befördert und machten uns gegen 10.15Uhr auf den Weg in die Innenstadt von Hameln um zu Frühstücken. Frisch gestärkt ging es dann zurück zum Festivalgelände um uns dort als erstes um 11.50Uhr (mehr durch Zufall) FADING STARLIGHT auf der Zeltbühne anzugucken. Deutscher Power Metal mit einer Sängerin am Mic. Sowas ist ja so ganz und gar nicht mein Ding und leider hat es mir auch gar nicht gefallen. Die Menge im Zelt war auch zu dieser frühen Stunde mehr als überschaubar und es kam so gut wie gar keine Stimmung auf. Die Sängerin hat zwar eine recht gute Stimme, aber irgendwie klang alles recht durchschnittlich und nicht sonderlich innovativ. Habe grade auf der Band-HP nachlesen können, dass sich die Band zum Ende des Jahres auflöst. Tut mir zwar leid, aber irgendwie kein großer Verlust für Metal-Deutschland. Raus aus dem Zirkuszelt, das erste Getränk beschafft und auf zur Hauptbühne um sich dort um 12.15UhrROUGH SILK anzugucken. Deutscher klassicher Metal/Rock, irgendwo in den 90ern hängen geblieben eben, aber mir hat's erstaunlicherweise Spaß gemacht. Die Jungs kommen aus der Gegend rund um Hannover und haben sich ziemlich professionell gezeigt. Nur ca. 20 Menschen haben sich zu dieser Zeit vor der Bühne versammelt, aber dass tat dem Spaß, den die Jungs auf der Bühne hatten, keinen Abbruch. Fronter Ferdy Doernberg konnte die kleine Menge zum Mitklatschen und Mitsingen animieren und so wurde es eine lustige Show für alle vor und auf der Bühne. Ein gelungener Start in den zweiten Festivaltag. Um 12.45Uhr enterten dann DEADSOIL mit knallhartem Metalcore die Bühne. Frontman Friedrich Weber fegte mit einer Power über die Bühne, die man zu so früher Stunde sonst kaum findet. Die ganze Band legte sich voll ins Zeug uns knallte dem Publikum, welches doch recht zahlreich versammelt war, einen Hammer-Song nach dem andern um die Ohren. Sogar zu einem kleinen Pit ließen sich einige Zuschauer vom Fronter hinreißen und so wirbelte das (vor der Bühne wegen Nässe/Matsch ausgelegte) Stroh durch die Luft. Fazit: DEADSOIL sind top, das kann man sich mal wieder geben. Jetzt wurde in aller Ruhe erstmal das Festivalgelände inspiziert. Merch-Stände waren kaum vorhanden: 1 offizieller Festivalstand (Festivalshirt für 12€ (leider nur "normale" Shirts ab M aufwärts)) daneben einer mit Band-Merch und am hinteren Rand des Geländes ein paar Schmuck/Klamottenstände. 1 Pizzastand, 1 Stand mit Thai-Essen, 1 Stand mit selbstgebrautem Absinth und diverse Getränkebutzen. Alles in allem sehr überschaubar! Bei weiterem Ausbau dieses Festivals sollte man das Merch-Angebot aber vielleicht noch ein bisschen überdenken / bzw. aufstocken. Gegen 14.30Uhr haben Mathias und ich dann erstmal den Wagen ins Backstage der Zeltbühne gefahren und den ganzen Band-Kram ausgeladen. Pünktlich um 14.50Uhr waren FINAL CRY dann fertig und FOREVER IT SHALL BEkonnten aufbauen. Um 15.10Uhr war das Zelt dann "recht gut" gefüllt,aber leider zog es der Großteil der Menge vor, sich die Deather von DEW SCENTEDdraußen auf der Mainstage anzugucken. Aber das störte hier keinen und so legten FISBroutiniert los. Aufgrund der kurzen Spielzeit von nur 30Minuten musste das Set der Braunschweiger ziemlich geküzt werden. Was die Band aber nicht sonderlich störte, sie legten eine wirklich klasse Show hin. Sänger Tobi war extrem gut drauf und fegte über die Bühne und durch den "Bühnengraben". "Can't stop the bleeding" eröffnete das Set. Es folgten "Breath Faith" und "Our Paradise" ein absoluter Hit. "Love Lost" und "A Cleansing storm" rundeten das Set ab.Den Abschluss bildete, wie so oft in letzter Zeit, das geniale Iron Maiden Cover von "The Trooper". "Mitsänger" fand Fronter Tobi diesmal genug in der ersten Reihe und powerte sich komplett aus. Die 5 zockten das Set locker durch, keinerlei Fehler, keine Unsicherheiten, echt top. Und vor allem scheint es allen wirklich Spaß zu machen! Und das ist doch die Hauptsache. Leider DEW SCENTEDverpasst, dafür aber eine echt geile Show gesehn, die super Spaß gemacht hat.Im Anschluss erstmal wieder Band-Kram einpacken und Auto wegbringen um sich dann auf den Weg zum Catering zu machen. Das war auch echt gut, Chilli,Salat und freie Getränke, was will man mehr? Pünktlich zu LEGION OF THE DAMNEDwaren wir dann wieder zurück am Festivalgelände. Die Niederländer gehören zwar nicht zu meinen favorisierten Bands, aber nachdem ich sie Wacken 2006 recht ok fand, hab ich sie mir auch diesmal ein wenig angeguckt. Feinstes geknüppel, fliegende Mähnen, bangende Zuschauer. Hab leider nur 1/2 Stunde Zeit gehabt, aber es hat Spaß gemacht. Technisch mögen die Jungs ja nicht die besten sein, aber wer auf knallharte Gitarren und puren Death/Trash steht, sollte sich LOTD auf jeden Fall mal anhören. Routiniert zockten sich die Niederländer durch's Set und sorgten für ordentlich Stimmung vor der Hauptbühne. Endlich mal was, was ziemlich genau meine Geschmack trifft :) Um 17.40Uhr machten wir uns dann auf den Weg zur Zeltbühne, die EXCREMENTORY GRINDFUCKERSsollten uns den frühen Abend "verschönern". Ich wusste nicht genau was mich da erwartet, kannte die Combo nur aus Erzählungen und Huldigungen von Mathias. Was mich dann allerdings im Zelt traf war...unbeschreiblich! Das Zelt war gerammelt voll und die Menge ging schon vor dem ersten Ton ab. Als die Jungs dann starteten, war die Hölle los. Unbeschreiblich schlechter Grindcore mit schlechten Texten *g* Wie man auf sowas abfahren kann, bleibt mir rätselhaft... Aber ich habe es mir bis zum letzten Ton angeguckt. Die lautstark geforderte Zugabe blieb allerdings (glücklicherweise *g*) aus! Das Publikum allerdings hatte seine Spaß, der Pit war immer gut gefüllt und auch die Jungs auf der Bühne feierten sich selber gut ab. Ich kann allerdings sagen: Einmal und wohl nie wieder freiwillig! Nach diesem Inferno zogen wir uns erstmal ins Auto zurück um ein bisschen durchzuatmen. Aus der Ferne haben wir uns dann MERCENARYangehört und auch ein bisschen geguckt. War ganz nett und ok, aber mehr auch nicht. Hatte mir irgendwie ein bisschen mehr von den Dänen erwartet. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich zu diesem Zeitpunkt ziemlich kaputt und aufgrund der dauernden Regenfälle ein wenig grummelig war. Zu HATESPEHRE begaben wir uns dann wieder aufs Gelände. Ich kann leider nicht nachvollziehen warum solch ein Hype um die Dänen gemacht wird. Ich finde es durchschnittlich was die Jungs abliefern, aber man kann es sich angucken. Auf CD würde ich es mir nicht gönnen, aber live ist es mal ok. Allerdings auch nicht mehr. Die Jungs waren sehr routiniert und zogen das Publikum gut mit. Dieses war auch zahlreich vertreten, die Fangemeinde scheint also groß und überall versammelt zu sein. Irgendwie war die Musik aber auch nicht der Überflieger wie ich finde. Danach und als cooler Abschluss fürs Festival sollten dann DIE SCHRÖDERS auftreten. Auf die Band hab ich mich schon das ganze Wochenende lang gefreut. Und ich wurde nicht enttäuscht. Vor der Winniebühne war eine große Menge versammelt und die Jungs auf der Bühne hatten tierischen Spaß und dieser übertrug sich aufs Publikum. Sänger Burger startete die ein oder andere Mitmach-Aktion und wurde nicht im Stich gelassen. Sprechchöre und gemeinsames Klatschen funktionierten perfekt. Es machte einfach nur Spaß und der ein oder andere "schwang das Tanzbein". So endete das Festival am Samstag um 21.15Uhr für uns. Die Abreise funktionierte dann auch wieder problemlos.Um mal auf das ganze Organisatorische etc. zu kommen: Schon ganz gut,aber sicherlich noch nicht ausgereift. Das Joch'n'Roll Open Air fand so in dieser Form und an dieser Stelle dieses Jahr das erste mal statt. Das Festival/Campinggelände liegt optimal, der Parkplatz für normale Besucher wohl leider ein wenig weiter weg und man ist auf Shuttlebusse angewiesen (die wohl leider zu etwas späterer Stunde nicht mehr fuhren). Das Festivalgelände fasst gut und gerne das 3fache der diesmal anwesenden Menge (also so um die 3000 Menschen), wie die Kapazität genau ist und auch wie es letztendlich auf dem Campinggelände aussieht, kann ich nicht sagen. Die Einlasskontrollen waren teilweise sehr lasch so kam es mir vor. Kurzes heben des Armes reichte manchmal, da hätte jedes Bändchen am Arm sein können. Die Preise für Essen und auch Trinken kamen mir sehr human vor. Wie es mit den normalen Bierpreisen aussah, weiß ich leider auch nicht. Also alles in allem: Wenn man so weitermacht und das Ganze hier und da ein wenig verbessert, dann ist es ein top Festival in kleinem Rahmen, dass ich mir auf jeden Fall merken werde und zu dem ich jederzeit gerne wieder komme. Die Mischung der Bands war vor allem bestehend aus Hardcore/Metal/Punk und so war auch das Publikum schön bunt gemischt. Fazit: Geiles, spaßiges Wochenende in netter und angenehmer Umgebung mit einem bunt gemischten Publikum und ebensolcher Musik! Hoffen wir, dass es 2008 so weitergeht! |
| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 18. Februar 2010 um 22:13 Uhr |