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Dimmu Borgir – Hamburg, 22-10-2007
Geschrieben von: Sven Meier   
Donnerstag, den 18. Februar 2010 um 21:58 Uhr

Der FC Bayern des Black Metals, sprich die Kommerz Blacky´s von Dimmu Borgir machten am vergangenen Montag einen Zwischenstopp in Hamburg. Im Grunde ist das keine Rede wert, aber da ursprünglich die Dänischen Thrasher von HateSphere mit im Gepäck sein sollten,...

mussten wir fast schon pflichtmäßig die Karte für die Headliner kaufen. Aber meistens spielt einem das Leben ja immer übel mit und Hatesphere verließen vor dem Tourstart das Billing und wurden duch die Newcomer Engel ersetzt. Keine schlechte Wahl, wie sich später herausstellen sollte. Und daAmon Amarth (die als Co Headliner mitreisten) auch immer für gute Shows bekannt sind, machten wir uns trotz des Fehlens der Dänen auf den Weg ins Docks (oder D-Club, wie hippe Leute gerne dazu sagen).

Am Docks angekommen, stellten wir fest, dass nicht wenige Leute sich für dieses Package entschieden haben. Die Schlange vor dem Einlass reichte fast bis zur gegenüberliegenden Straßenseite. Naja, die Dimmu Pop Hymnen werden wohl nie aus der Mode zu kommen.

Pünktlich zum Showbeginn von Engel erreichten wir den Innenraum des Docks. Doch dank der gefühlten 5000 anwesenden Fans vor der Bühne, hörten wir die Schweden, sahen aber nix. Also rauf auf den Balkon und siehe da, es standen auch wirklich Musiker auf der Bühne. Das All Star Ensemble mit Ex-Mitgliedern von In Flames, Gardenian, Evergrey und The Crown präsentierte sich hübsch ordentlich im schwarzen Partner Look. Ist im Grunde zwar irgendwie affig, sah aber doch cool aus. Vor allem überzeugte deren Stil Mix aus Melo-Death schwedischer Herkunft und einer ordentlichen Portion Groove. Leider wird die Debüt Scheibe vonEngel erst ab dem 2. November in die Läden gewuchtet, so dass nur die wenigsten Insider die Songs kannten. Ich selbst hörte mir vor dem Konzert die drei bei MySpace bekannten Titel an. Diese Songs und auch der Gig macht Laune auf das Album „Absolute Design“.
Daumen hoch für Engel und das dachten auch einige hunderte Fans, die die Schweden mit reichlich Applaus verabschiedet haben.

Aber diese schon recht ordentlichen Publikumsreaktionen verblassten wie ein leiser Furz im Wind gegen die Fan Gesänge beim Intro von Amon Amarth. Ich bin zwar nicht der größte Fan dieser Viking Metal Formation, doch man muss schon anerkennen, dass die Schweden einige kräftige Hits am Start haben. Grad das immer noch aktuelle Werk „With Oden On Our Side“ enthält einige Brecher, die auch im Docks zum Besten gegeben wurden. Angefangen beim Opener „Vahall Awaits Me“, dem schnellen „Asator“ und dem göttlichen „Runes To My Memory“ wurden die Hits des letztes Albums gespielt. Komischerweise wurde der größte Hit der Band, „Death In Fire“ schon an dritter Stelle gesetzt und hier ging die Meute vor der Bühne aber mal so richtig mit. Ich hätte mir diesen Songs bis zum Ende aufgehoben, denn zum Ende der Show machte sich bei mir aber dann doch die Langeweile breit. Mehr als 5-6 Songs brauchen Amon Amarth für mich einfach nicht spielen, da sich die Songs nicht großartig voneinander unterscheiden und die 45 Minuten Spielzeit nicht zu kurz war. Das sahen die Fans aber anders und verlangten nach einer (nicht gespielten) Zugabe. Als Co Headliner sollte dies aber drin sein…

Sah man sich die Bühnendeko bei den nun folgenden Dimmu Borgir an, musste man schon mit dem Kopf schütteln. Das sah zwar gewaltig aus, verschlang aber sicherlich auch eine ganze Menge Geld. Genau genommen unser Geld, denn der Eintrittspreis von knapp 30Euronen fand ich schon recht frech. Statt eines normalen Banners wurde auf der Leinwand zu jedem Song passend Bilder und Video projektiert. Beim Intro wurde die Band von zwei „satanischen Mönchen“ begleitet, die während des Openers „Progenies Of The Great Apocalypse“ nicht von der Bühne verschwanden. Es folgte „Lepers Among Us“ vom 2003er Werk „Death Cult Armageddon“ und der Gähn-Faktor stellte sich ein. Die Norweger hatten Backstage wohl beschlossen, dass ihre letzten beiden Werke doch toll sind und setzen ihren Schwerpunkt an diesem Abend leider auf die beiden schwächeren Releases. Schade, denn die Songs in der Vergangenheit sind zwar auch alles andere als Black Metal, aber zumindest gute Metal Kracher. Naja, es kam wie es kommen musste und „The Serpentine Offering“ und „Vredesbyrd“ wurden blutarm und wenig energisch runtergezockt. Dimmu Borgir sind einfach keine gute Live Band, nie gewesen und werden es auch nie sein. Aber die große Anzahl an jungen Fans sah dies natürlich anders und feierte die Norweger ab, als wenn es kein Morgen geben würde.
Nach diesen 5 Songs verschwanden wir aus dem Docks und freuten uns auf eine frühere Heimkehr. Immerhin konnten Engel begeistern, Amon Amarth lieferten Standartware ab und Dimmu Borgirwaren wie immer: völlig überbewertet.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 18. Februar 2010 um 22:10 Uhr
 
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