| Eastpak Antidote Tour – Hamburg, 26-10-2007 |
| Geschrieben von: Sven Meier |
| Donnerstag, den 18. Februar 2010 um 21:56 Uhr |
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Was haben Sonic Syndicate, Soilwork, Dark Tranquillity und Caliban gemeinsam? Auf den ersten Blick natürlich nichts spezielles, da jede Band auf ihre Art und Weise sehr eigen klingt. Aber es gibt ja Eastpak, die nun auch erkannt haben, dass ein gewisses finanzielles Potenzial in der Metalszene schlummert und schicken jedes Jahr unter dem Banner „Eastpak Antidote“ regelmäßig 3-4 Bands... auf Tour. 2007 wurden die oben genannten Bands mit ordentlich Eastpak Accessoires ausgestattet und in 2 Busse verfrachtet. Und da Eastpak eine coole Firma ist, wurde die xxl-rock Delegation (bestand dieses Mal aus der Rike und dem Schreiberknecht) freundlicherweise beim Hamburger Konzert im Grünspan auf die Gästeliste gesetzt.Schon Wochen vor dem Konzert konnte das Grünspan ein fettes „Sold Out“ Schild vor den Einlass hängen; teilweise wechselten bei Ebay die Tickets für dicke 112€ ihren Besitzer und vor Ort mussten wir uns erst einmal in eine recht lange Schlange vor der Tür einreihen. Zwar verpassten wir durch den langsamen Einlass die ersten Songs von Sonic Syndicate, aber das war nicht weiter tragisch. Auch wenn die 5 Burschen und das Mädel ihre Sache auf der Bühne zugegebenermaßen recht ordentlich machten, kann ich dem unnatürlichen Aufstieg der jungen Band nichts abgewinnen. Würde Dieter Bohlen eine Metalband zusammenstellen, Sonic Syndicate wären das Produkt. Ständig hatte ich böse Schlagwörter wie „MetalCore“, „gecastet“, „Nuclear Blast“, „Playback“ und „Minderjährig“ im Kopf. Aber na ja… ich bin ja mal auf die Zukunft dieser „Band“ gespannt und der grossteil der Caliban Fans ging schön mit. Was will das MetalCore Herz mehr? Eigentlich hätten nun Dark Tranquillity folgen müssen, aber da die Schweden nach dem Gig in Hamburg die Tour verlassen werden, haben Soilwork freiwillig ihren Platz im Billing getauscht. Also wurde das Banner von Soilwork unter großem Jubel hochgezogen und die 6 Schweden betraten die Bühne. „Bastard Chain“ vom „A Predator´s Portrait“ Album machte den Anfang und der Sound war erstaunlich klar, aber auch sehr laut. Die Schweden um Sänger Björn „Speed“ machten ordentlich Druck und entfachten vom ersten Augenblick an einen riesigen Moshpit. Obwohl Soilwork mit „Sworn To A Great Divine“ vor einer Woche grad erst das neue Album veröffentlicht haben, wurde leider nur „Exile“ (die erste Single und auch der schwächste Song!) gespielt. Den musikalischen Schwerpunkt setzten die Schweden allerdings auf das letzte Album, „Stapping The Drama“, was bei mir ja nicht gerade Freudengesänge auslöste. Aber mit „Rejection Role“, „As We Speak“ und „Follow The Hollow“ gab es einige Songs älteren Datums. Während des Gigs hat sich übrigens ein beinharter Soilwork-Fan mächtig Feinde gemacht. Vom ersten Song an lies sich der baumlange Vollpfosten ständig rausziehen und legte sich mit schöner Regelmäßigkeit mit der Security, die eh schon viel zu tun hatten, an. Im Moshpit verhielt sich der Bursche auch nicht gerade wie ein Chorknabe und mich hätte nicht gewundert, wenn die Security ihn der Halle verwiesen hätte. Mit „Nerve“ war bei Soilwork auch schon Schluss mit Lustig. Die 45 Minuten Spielzeit waren definitiv zu kurz. Während der Umbaupause vollzog sich ein Generationswechsel vor der Bühne. Die recht jungen Soilwork und Caliban Fans verzogen sich zum Bierstand und das etwas ältere Semester bezog Stellung. Dark Tranquillity konnten bei weitem nicht so viele Leute wie Soilwork oder später Caliban ziehen. Komisch, denn geradeDark Tranquillityy gelten zusammen mit In Flames, At The Gates und Konsorten als Gründerväter des typischen, schwedischen Sounds und sind damit auch die Paten des ach so angesagten MetalCores. Naja, das hamburger Publikum galt eh noch nie als super tolerant. Es war mal wieder ein Genuss, Dark Tranquillity bei der Arbeit zuzusehen. Sänger Mikael Stanne und Co. waren verdammt gut drauf und legten mit „Terminus“ vom aktuellen Werk „Fiction“ einen coolen Start hin. Da auch die Schweden diese Tour nutzen wollten, um neue Fanschichten zu erreichen, zockten sie keine von mir herbeigesehnte „Best Of“ Setlist, sondern legten wie die Kollegen von Soilwork den Schwerpunkt auf die neuen Songs. Der erste richtige Höhepunkt kam dann an vierter Stelle mit „The Wonders At Your Feet“ vom „Heaven“ Meisterwerk aus dem Jahr 2000. Davon hätte es gerne mehr geben können. Doch mit „Punish My Heaven“ gab es nur noch einen Klassiker aus der Frühphase der Band. Leute, das Solo bei diesem Song war der Hammer! Es folgten “Misery´s Crown” und der letzte Song “The New Build”. Zugaben gab es leider auch hier nicht und somit verließen die Schweden nach noch nicht einmal 45 Minuten als musikalisch anspruchvollste Band die Bühne. Obwohl wir uns eigentlich Kajal, ähm Caliban nicht geben wollten, sahen wir dennoch drei Songs von meiner Lieblingshass Band Nummer Zwei an (Platz eins verteidigt mit voller Kraft immer noch Crematory). Sorry, Leute, ich kann nicht verstehen, warum es gerade diese Band an die deutsche Spitze des MetalCore gebracht hat. Was ihnen im Gegensatz zu den Kollegen von Heaven Shall Burn, Maroon und Neaera abgeht, ist die fehlende Ausstrahlung und ein richtiger Frontmann. Dieser Caliban „Sänger“ mimt auf der Bühne den Berufspsychopathen und heult schon rum, wenn er sich einen von seinen lackierten Fingernägeln abbricht. Nach der obligatorischen Wall Of Death verließen wir den Ort des Geschehens und uns blieb der Eindruck, das Soilwork besser als zuletzt waren und Dark Tranquillity live weiterhin eine wahre Freude sind. |
| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 18. Februar 2010 um 22:10 Uhr |