| Wacken Open Air 2007 |
| Geschrieben von: Sven Meier |
| Donnerstag, den 18. Februar 2010 um 21:54 Uhr |
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1. Tag - 2. August Unsere Reise zum Metal Mekka sollte am Donnerstag, dem 2. August beginnen. Binnen 1 ½ Stunden Fahrt und gefühlten 25 Raststättenbesuchen (O-Ton Rike: „Ich muss mal“) waren wir überraschenderweise schnell im Dorf und auch die Passausgabe erwies sich eine kurzweilige Angelegenheit. Selbst der Stau im Zentrum Wackens war nur von kurzer Dauer und wir trollten uns zügig auf den VIP Zeltplatz um unsere Zelte aufzuschlagen. Nach dem obligatorischen ersten Bier :beer2:machte ich eine kleine Erkundungstour über den Zeltplatz und blickte neidisch zu den Kollegen vom Metal Hammer, die sich in der Nähe einen kleinen Biergarten am Nightliner aufgebaut haben. Der Trend geht wohl zum Luxus-Festivalbesuch…:pongy: Punkt 16Uhr durften wir schon einige Minuten vor der Offiziellen Öffnung auf das Gelände und noch sah der Boden relativ gut aus. Die vielen Helfer des Festivals haben es geschafft, innerhalb eines Tages das komplette Gelände mit Stroh auszulegen, damit wir nicht im Schlamm versinken. Vor dem Einlass standen x-tausend Metalheads, die nur noch eines wollten: Endlich den heiligen Boden zu betreten und vor der Bühne Stellung zu beziehen. Im Gegensatz zum den letzten Jahren gab es einige Veränderungen. Zum Beispiel wurde die Party Stage auf die andere Seite versetzt, damit Soundüberschneidungen mit der Black Stage vermieden werden sollte. Bis auf den separaten Eingang keine schlechte Idee, aber dazu später mehr. Das erste Musikalische Highlight waren Neaera, die auf der Party Stage ihre Visitenkarte ablegten. Zusammen mit Heaven Shall Burn und Maroon bilden die Münsteraner die Sperrspitze des deutschen Metalcore. Ich war beim Auftritt überrascht, wie sehr Metal und wie wenig Core Neaera doch zu bieten haben. Wer braucht da noch diese unsäglichen Caliban? Genau, niemand! Auf der Black Stage baten Sodom zum Tanz. Das Ruhrpottoriginal spendierten dem Wacken Publikum eine besondere Show, bei der alle ehemalige SodomMitglieder Songs ihrer jeweiligen Schaffensperiode präsentierten. Besonders das Gastspiel vom jetzigen The Traceelords Chef Andy Brings und dem Holy Moses Drummer Atomic Steif war grandios. Auch 13 Jahre nach dem Split für mich immer noch das beste Sodom Line Up. :head2: Andy verband damals und wie auch während des Wacken-Gig´s den Rock N´ Roll mit dem Thrash Metal von Sodom. Highlight: der Titeltrack vom „Get What You Deserve“ Album. Während Sodom die Black Stage zerlegten wollten wir eigentlich Tyr im Zelt der Wet Stage begutachten. Aber alter Vater, nicht nur wir drei wollten die Viking Metal Kapelle sehen, sondern auch ca. 5000 weitere Besucher und damit eindeutig zu viel Mensch für das relative kleine Zelt. Und genau das kann ich nicht verstehen: Warum wird die Zeltbühne nicht so aufgebaut, das die Fans von allen Seiten reingehen können? Seit Jahren kann man nur durch eine Öffnung ins Zelt gelangen und dort staut es sich im Grunde bei jeder Band. Somit blieben Tyr vielen verwehrt. Auch uns… All That Remains machten mittlerweile auf der Party Stage den Fans schon ordentlich Dampf. Wären nicht diese typischen klaren und weinerlichen MetalCore Refrains, würden die Ami´s eine richtig gute Metalband abgeben. Davon abgesehen, gefiel mir deren Show aber recht gut und machte Lust und Laune auf den Höhepunkt des Abends (und eigentlich auch des gesamten Festivals):HateSphere aus fuckin´ Dänemark. Vor dem Beginn machte sich allerdings die Fehlplanung der Party Stage bemerkbar. Der Eingang für die Stage war einfach zu schmal. Während der „Stosszeiten“ kam es zu erheblichen Staus und auch Rike schaffte es nicht, rechtzeitig zum Showbeginn den Platz vor der Bühne einzunehmen. Der Opener „Sickness Withhin“ ist einfach nur ein Gottsong. Sänger Jacob Bredahl brauchte die ersten Strophen gar nicht ins Mikro zu brüllen, diesen Part übernahmen die zahlreichen Fans. Wie geil! :banger2: Überhaupt waren HateSphere verdammt gut drauf (haben die schon mal ne schlechte Show gespielt? Ich denke nicht…) und im direkten vergleich zu dem Gig in Hamburg vor ein paar Monaten noch besser eingespielt und besonders Basser Mixen hat seine Schüchternheit abgelegt und ging ordentlich aus sich heraus. Auch nach der achten Show, die wir in 2 Jahren von HateSpheregesehen haben, zockten die Dänen noch nie die gleiche Setlist. So muss das sein und die Sphere haben ja wahrlich genug Gassenhauer am Start. Somit gab es mit „Disbeliever“ auch mal wieder einen Song vom 2. Album „Bloodred Hatred“, tierisch! Weitere Einschläge gab es mit „Reaper Of Life“ und „Damned Below Judas“ zu vermelden. 45 Minuten Spielzeit sind für die Dänen einfach zu wenig und die Liste der Songs, die nicht gespielt wurden sind, die der gemeine Fan schon gerne Hören würde, wird mit der Zeit immer länger. Aber Rettung ist nah, in 2 Wochen werdenHateSphere in Essen rocken und wir rollen mit! Mit „Lies And Deceit“ verabschiedeten sich die Dänen aus Wacken und wieder einmal haben sie bewiesen, das sie zu den geilsten Live acts der Szene zählen.Setlist: INTRO Sickness within Murderous intent Let them hate The coming of chaos Disbeliever Floating Drinking with the king of the dead Forever war Reaper of life Lies and deceit Maroon haben es demnach auf der Wet Stage natürlich etwas schwer, diesem Inferno aus Dänemark etwas entgegen zusetzen, aber sie machten ihre Sache ziemlich gut. Nur sollte Sänger Andre sich mal andere Ansagen überlegen. Die ewige „Alle zusammen“ Animation nervte mit der Zeit. Aber nichtsdestotrotz sind Songs wie „24 Hours“ und dem göttlichen „Wake Up In Hell“ wahrlich Brecher vor dem Herrn. Einen neunen Song (Ich glaube, er hieß „My Funeral Song“) spendierten Maroon auch und der machte schon neugierig auf das im Oktober erscheinende neue Album. Zum Abschluss spielte die Straight Edge Fraktion zusammen mit Tom Angelripper den Sodom Klassiker „Ausgebombt“. Im Hintergrund die Redakteure des Hammers, die wie bei der Hatesphere Show vor 2 Jahren im Zelt ordentlich mitgrölten. Die abschließende Metal Disco, die vom Hammer organisiert wurde, schenkten wir uns und trollten uns lieber in die Zelte. Gute Nacht! 2. Tag - 3. August Punkt 8Uhr endete für uns die Nachtruhe. Wer will schon in Wacken ausschlafen? Also schnell eine eiskalte Dusche und einen Kaffe genehmigt und der Spaß sollte weiter gehen. Die Sonne hatte am Freitag gute Laune und zeigte sich schon in den frühen Morgenstunden von ihrer besten Seite. Die ersten Bands standen um 11Uhr auf der Bühne, um den Festivalbesuchern den Schlaf aus den Augen zu rocken. Komischerweise wurde die schreibende Zunft erst lange nach 11Uhr aufs das Gelände gelassen. Gut, Amorphis sollten eh erst um 12Uhr spielen, daher juckte es uns nicht so sehr. Aber wie sollten die anwesenden Fotografen anständige Pics machen, wenn auch in Wacken die Regelung besteht, das die Bands nur während der ersten drei Songs abgeknipst werden dürfen? Nach einem Besuch auf dem fürstlich bestückten Metal Markt machte ich mich auf den Weg umAmorphis zu begutachten. Tja, nur leider hatte ich die Rechung ohne das Feuer gemacht. Es kam, wie es kommen musste und das trockene Stroh fing durch eine nicht ausgedrückte Zigarette Feuer und das alles direkt rechts vor der True Metal Stage. Klasse, damit wurde der Gig vonAmorphis nach hinten verlegt, aber die anwesende Feuerwehr hatte das Feuer schnell in den Griff bekommen. Aber von weiten sah der Brand schon recht imposant aus und wir können froh sein, das es sich nicht weiter ausgebreitet hat. Durch diesen Zwischenfall durften Napalm Death 20 Minuten ehr auf die Black Stage und brachten die Fans vor der Bühne zum Kochen. Auch nach über 20 Jahren versteht es die Krawall Combo aus England ordentlich Popo zu treten. Es ist immer wieder ein Vergnügen, Sänger Barney bei seinen „Anfällen“ beim shouten zu beobachten. Klasse. Der immer noch aktuelle Hassklumpen „Smear Campaign“ wurde von der Band noch einmal ordentlich abgefeiert. Recht so! Dann durften Amorphis endlich ran, dieses mal ohne Strohfeuer. Lustigerweise hieß der zweite Song „The Smoke“… Die Finnen haben sich nach ihrem Quasi-Comeback vor 2 Jahren deutlich erholt und hatten endlich mal wieder bock auf die härtere Gangart. Sänger Tomi Jousten bangte sich mit seiner imposanten Rastamähne fast schon die Murmel von den Schultern. Zumindest meiner Meinung nach brachte der Junge die brutalsten Crowls des Festivals. Hätte man einer Band, die in den letzten sieben Jahren mehr oder weniger nur Schlafzimmerplatten veröffentlichte, kaum zu getraut. Zum krönenden Abschluss brachten die Finnen ihren Klassiker „Black Winter Day“ und alle waren happy. Welcome back, Amorphis! Durch die Verschiebung auf der Black Stage mussten auch die nun folgendenTherion später als geplant auf die Bühne. Schade, denn den Auftritt hätte ich gerne ganz gesehen. Aber Volbeat, die fast zeitgleich auf der Party Stage zum abfeiern bereit standen, sind Live einfach um Längen besser. Tja, also habe ich nur die ersten 3 Songs von Therion gesehen und ich musste fast auf die Thüringer Bratwurst brechen.:kotze: Sorry, aber das, was die Schweden auf der Bühne abgezogen haben, mag zwar eine gewisse musikalische Klasse haben, aber das ist definitiv kein Metal mehr und überhaupt nicht geeignet, um in Wacken Nachmittags zu bestehen. 2 Mädels und 2 Burschen in komischen Kostümen wechselten sich jeweils mit dem Leadgesang ab. Teilweise wurden die Texte vom Blatt (auch wenn es zur Show gehörte) abgelesen.. Das schlimmste war allerdings der Sound. Obwohl ich recht weit vorne stand, vernahm mein zartes Ohr nur recht wenig von dem Spektakel. Da hat wohl einer vergessen, dem Soundmenschen die Karotten aus den Ohren zu nehmen. Wirklich schade, den Therion habe ich schon mehrmals in erheblich besserer Verfassung in der Markthalle gesehen. Also war die Entscheidung, lieber die volle Volbeat Show zu genießen absolut richtig. Nach einem langen Intro standen die Dänen auf der Bühne und strahlten von der ersten Minuten an von einem Ohr zum anderem. Die vier Musiker wissen genau, welch heißes Eisen sie momentan sind und genießen jeden Augenblick.Volbeat brachten ein Best Of Querschnitt ihrer bisherigen beiden Alben. Highlights heraus zupicken wäre müßig, den der Gig war ein einziger Höhepunkt. Mastermind Michael Poulsen glänzte durch lustige Ansagen und auch Gitarrist Thomas Bredahl rockte als wenn es kein Morgen geben würde.:banger2: Volbeat kann man sich, wie auch ihre Landsmänner von Hatesphere, nicht oft genug geben und ich bitte Euch, den kommenden Gig am 12. September in der Markthalle nicht zu verpassen. Während anschließend Grave Digger auf der True Metal Stage abnervten, verkrochen wir uns erstmal in die Zelte, um etwas Energie für den Abend zu tanken. Immerhin mussten wir bis um 3Uhr vor den Bühnen ausharren, aber wir sind ja hart im nehmen. Hart im nehmen sind auch Turbonegro, die mit ihrem Deathpunk überraschenderweise beim Wackener Publikum ordentlich punkten konnten. Ähnlich wie der Kollege Danko Jones im letzten Jahr rockten auch die Norwegischen Tunten die Bühne platt und die zahlreich anwesende Turbojugend segelte mit schöner Regelmäßigkeit über den Köpfen der Fans hinweg. Daumen hoch für die Veranstalter, die mit solchen Kapellen etwas Abwechslung in den Festival Alltag brachten. Und an die ewigen Nörgler: Am Ende des Tages ist doch eh nur alles Rock N´ Roll! Nachdem die beiden XXL-Rock Beautys wieder tageslichttauglich waren, zogen wir zur Party Stage um einer der dienstältesten Viking Metal Bands zu bewundern. Wobei eigentlich nur ich hellauf begeistert war, denn die Mädels verdrückten sich lieber, um sich Lacuna Coil zugeben. Verpasst haben die beiden einiges. Enslaved hatten die Fans mit der deutschen Begrüßung schon von der ersten Minute an in der Hand. Musikalisch gesehen war der Auftritt der Norweger für mich der absolute Höhepunkt des Festivals. Die letzten beiden Alben von Enslaved sind ja schon ein wahrer Ohrenschmaus und Live kommen die Songs wie „Entroper“, „Ruun“ oder „Return To Yggdrasill“ einfach magisch rüber. Selbst die alten Schoten vom „Frost“ Album oder von der Split EP mit Emperor von 1993 haben nichts von ihrer Magie verloren. Respekt übrigens an den Keyboarder Herbrand Larsen, der neben seiner Tätigkeit an den Keys für den klaren Gesang und zeitweise auch für die dritte Gitarre verantwortlich war. Leute, Enslaved sind wahre Könner! :huld2: Blind Guardian, die Helden meiner Jungend, sollten am Freitag Headliner des Tages sein. Und hier machte sich zum ersten mal richtig deutlich, womit wir beim Wacken Open Air wohl auch in Zukunft leben müssen. Menschen, ohne ende Menschen. Die offiziellen Besucherzahlen sollen sich auf ca. 72.000 Headbanger belaufen. Man munkelt aber, das es locker 15 bis 20 000 mehr gewesen sind. Gemütlich ist das nicht mehr und die Veranstalter sollten sich ernsthaft mal überlegen, ob eine Limitierung der Tickets :dafuer:oder eine Ausdehnung des Geländes nicht Sinn machen würde. Immerhin haben sich für das nächste Jahr Iron Maiden angekündigt und dann wird es sicherlich noch einmal kräftig Pickepacke voller werden. Wer auf frostigen, kalten und Hasserfühlten Black Metal steht, war bei Dimmu Borgir definitiv falsch. Die Norweger zockten zur besten Spielzeit auf der Black Stage und x-tausend Headbanger huldigten ihrem Hollywood Black Metal. Ich frage mich heute noch, weshalb Dimmu Borgir einen solch hohen Status innerhalb der Szene haben. Denn seien wir mal Ehrlich: Alles was die „Superstars“ des Black Metals nach 2001 veröffentlicht haben, ist einfach nur belanglos und null interessant. Atmosphäre gleich Fehlanzeige! Aber die Leute kaufen deren CD´s wie bekloppt und hypen die Norweger wo es nur geht. Der Gig selbst war typisch Dimmu. Die Songs wurden blutarm runter gezockt, die Band feierte sich selbst und der Mopp vor der Bühne feierte kräftig mit. Zugegeben, die älteren Songs wie „Kings Of The Carnival Creation“, „A Succubus In Rapture“ oder auch „Spellbound“ haben einen gewissen Reiz und sind auf alle Fälle klasse Songs, aber Black Metal wird woanders gespielt. Ein absolutes No Go sind die backing Vocals von Basser Simen. So schief wie der Knabe trällerte geht auf keine Kuhhaut und sollte mit einem Knieschuss bestraft werden. Dankenswerterweise wurden vom aktuellem Werk „In Sorte Diaboli“ nur zwei Songs gespielt…anscheinend merkten nun auch die Norweger, das das neue Album doch nicht der Weisheit letzter Schuss ist. Zum Abschluss gaben Dimmu der Masse das, was sie wollten: und zwar den Bandklassiker „Mourning Palace“. Mittlerweile wurde es auf dem Gelände recht frisch und wir „mussten“ uns am leckeren Met aufwärmen. Die Massen vor der Black Stage wanderten hinüber zur True Metal Stage um Iced Earth zu sehen. Die ersten 3-4 Alben aus den 90igern fand ich wirklich klasse und auch wenn die Ami´s seitdem nur noch patriotischen Quatsch und Heldenverehrung in musikalischer Form veröffentlichen, wollte ich mir das Spektakel nicht entgehen lassen. Es tat wirklich gut die alten Klassiker wie „The Hunter“ oder „Iced Earth“ zu hören. Aber mit dem „neuen“ Sänger Tim Owens (Ex-Judas Priest) am Mirko ging auch eine gewisse Magie flöten. Tim Owens ist ohne Zweifel einer der besten Metal Sänger der Welt, aber sein Vorgänger Matt Barlow hatte das gewisse Etwas in seiner Stimme, das einmalig zu sein scheint und zu den alten Songs perfekt passte. Es war schon ein geiles Gefühl, als Iced EarthChef Jon Schaffer zu „Stromrider“ den Gesang übernahm und auf seiner Gitarre die Riffs runter zockte. Überhaut hatten Iced Earth den bislang besten Sound auf der großen Bühne. Die neue Single („Ten Thousand strong“) wurde auch zum ersten Mal in Deutschland gespielt und der macht nicht wirklich Laune auf das kommende Album. Iced Earth ballern schon seit einigen Jahren nur noch typischen US-Power Metal in die Menge, der nicht an die alten Glanzzeiten rankommt. Während des Auftrittes stand ich zum Glück so weit von der True Metal Stage entfernt, das ich von der Iced Earth Show optisch kaum was mitbekommen habe und lieber beim Bühnenaufbau derApokalyptischen Reiter zugeguckt habe. Das war irgendwie interessanter… Tja, die Uhr bewegte sich langsam aber sicher Richtung 2Uhr und ich konnte mich bis zum Schluss nicht entscheiden, ob ich mir die Reiter Show oder doch lieber Samael anschauen sollte. Da im Dezember die Schweizer eh in der Markthalle gastieren sollten, entschied ich mich schweren Herzens doch lieber für dieReiter. Und das sollte die richtige Entscheidung sein. Nachdem im letzten Jahr die Reiter auf der Party Stage vor einer unglaublichen Menschenmasse spielten, bei der es einige Verletzte gab und nur die wenigsten etwas sehen konnten, durften die Ossis dieses Jahr noch einmal ran. Und das zum Glück auf der großen Black Stage. Es sollte eine besondere Show werden und evtl. auf der kommenden DVD Platz finden. Ich weiß nicht, wie viele Fans vor der Bühne standen, aber ich wage zu behaupten das die Reiternoch nie vor so einer großen Kulisse gespielt haben. Die Songauswahl unterschied sich nicht wirklich großartig von der letzten Tour, aber mit „Himmelskind“ kam mein persönliches Lieblings Stück der letzten Scheibe endlich mal zum Liveehren. Der weibliche Hintergrundgesang kam übrigens nicht vom Band, sondern wurde von einer schicken Blondine eingeträllert. Das sollte aber nicht der einzige Gastbeitrag bleiben, bei „We will never die“ wurden die Reiter von einem 4-köpfigen Streichorchester unterstützt und beim „Kleiner Wicht“ wurden zur „Animation“ der Fans fünf große Bälle ins Publikum geschleudert. Kam morgens um halb drei schon nicht schlecht! Höhepunkt der Show war allerdings ein Schlauchbootrennen, bei dem der Fanclub Präsi Fraggle gegen seine Freundin antreten musste. Die beiden wurden jeweils in ein Schlauchboot gesetzt und wurden von den Fans einmal quer übers Publikum getragen. Nach dem pathetischem „Metal will never die“ (selten passte ein Song so gut zum Wacken Open Air wie dieser…) war auch schon leider Schluss mit lustig und die Apokalyptischen Reiterverabschiedeten sich. Übrigens konnten die Reiter selbst die notorische „Deutscher Metal“ Hasserin ChiliPam für sich gewinnen und die Dame fand Gefallen an der Show. Tja, Pam,.. beim nächsten Reiter Konzert in der Hansestadt bist du mit am Start. Leicht durchgefroren, aber happy kletterten wir in die Zelte und schliefen den Schlaf der gerechten. Gute Nacht, John-Boy! 3. Tag - 4. August Der letzte Tag in Wacken und wir wurden schon um 9Uhr von der Sonne geweckt. Metallherz, was willst du mehr? Eine warme Dusche vielleicht? Aber das sollte auch am Samstag ein Wunschtraum bleiben. Egal, so wird man wenigstens richtig wach. Und der Kaffe, für den man Frecherweise 2,50€ abdrücken musste, lies die müden Geister wieder zum Leben erwecken. Den musikalischen Anfang machten auf der Black Stage die 18jährigen Stümper von Sonic Syndicate und zeitgleich sollten auf der Party Stage die Leipziger vonDisillusion spielen. Keine Frage, für wen wir uns entschieden haben. An dieser Stelle sollte auch mal Kritik angebracht sein: Warum zum Deibel dürfen in Wacken Newcomer wie eben Sonic Syndicate, die auch erst ein Album vorzuweisen haben, auf einer Hauptbühne stehen, während beispielsweise Enslaved (immerhin 9 Alben auf der Habenseite) auf der vergleichsweise kleinen Party Stage sich den Arsch abspielen? Die Antwort darauf kennt wahrscheinlich nur Nuclear Blast (…der Witz steckt im Detail). :ironie: Also, auf zu Disillusion. Die Leipziger sind Querdenker, Eigenbrötler und Quadratschädel zugleich. Zumindest auf Platte. Das aktuelle Werk „Gloria“ klingt aufregender und spannender als 99% der Bands, die in Wacken auf der True Metal Stage den Poser raushängen lassen. Aber wie gesagt, leider nur auf dem Tonträger. Live kommen die vielen kleinen Details, die für den Sound vonDisillusion so wichtig sind, leider kaum zur Geltung. Und auch der Gesang von Andy Schmidt kam leider nur sehr dünn durch die Boxen. Der Funke wollte oder konnte einfach nicht rüber springen, aber die Fans klatschten dennoch ordentlich Beifall. Übrigens wird Bassistin Alla die Mutter meiner Kinder werden. :fleecy: Allerdings weiß die Gute noch nichts von ihrem Glück ![]() Nach einem gemütlichem Bierchen mit dem Nayled Gitarristen Jury (die Jungs suchen übrigens immer noch einen neuen Sänger, checkt sie mal beiwww.myspace.com/nayled an) stand ich wieder vor einer großen Entscheidung: Entweder blieb ich vor Moonspell auf der Black Stage stehen und würde mich wie beim letzten Konzert in Hamburg langweilen oder ich marschierte mit den Mädels zu Heaven Shall Burn. Wieder eine gute Entscheidung, denn der biedere Gothic Metal, den Moonspell zu bieten haben, ist einfach nix mehr. Besonders dann nicht, wenn es gefühlte 28 Grad in der Sonne sind und deren Sänger den Mond anheulen möchte. Heaven Shall Burn wiederum sind wie gemacht für sonnige Nachmittage auf Festivals. Ihr aktuelles Album schlägt Dich derbe zu Boden und auch live sind die Leipziger verdammt tight. Komischweise hatten HSB im Gegensatz zu ihren Kollegen von Disillusion keine Soundprobleme und bliesen den anwesenden Fans mit einem Amtlichen Sound den Schmalz aus den Lauschen. Obwohl ich ja kein Freund der Circle Pits und den Walls of Death dieser Welt bin, sah diese Art des Violent dancing verdammt cool aus. Schaut mal bei youtube rein, dort sind schon einige Aufnahmen des Pits zu sehen. Über die nervigen Power Metaller von Stratovarius brauchen wir sicherlich nichts zu schreiben, bevor sie nicht Songs schreiben, die sich nicht immer gleich anhören. Laaangweilig!:muss weg: Gar nicht langweilig, sondern verdammt hart und schnell gab es nun beiDimension Zero was um die Ohren. Auf Grund der bislang fehlenden Präsens in Deutschland konnten anscheinend nur wenige Headbanger etwas mit dem Namen anfangen. Immerhin sind Dimension Zero die zweite Spielwiese des In Flames Gitarristen Jesper Strömblad, der später noch mit seiner Hauptband einen weiteren Auftritt haben sollte. Trotz der mangelnden Spielpraxis hauten die Schweden mit ihrem Thrash Metal einen Brecher nach dem anderen raus und begeisterten die leider nur mäßig anwesenden Fans. Absoluter Hammer war der Song „Your Darkest Hour“ vom ersten Album „Silent Night Fever“. :banger2: Schade, das sich nur wenige Besucher für dieses Thrashfeuerwerk begeistern konnten. Das Wacken Open Air kannte keine Gnade und lies mir kaum Zeit zum Luft holen. Secrets Of The Moon sollten nun auf der Wet Stage den deutschen Black Metal vertreten. Mit den bislang 3 Scheiben konnten die Osnabrücker sich still und leise an die Spitze der Deutschen Black Metal Bewegung heften. Aber seien wir mal Ehrlich, großartige Konkurrenz hatten Secrets Of The Moon aber auch nie gehabt, das soll aber die Leistung der Band nicht schmälern. Kurze Ansage des Sängers („Es ist uns eine Ehre…“) und schon ging das Konzert los. Das Zelt war relativ gut gefühlt und die überlangen Songs (leider nur vier an der Zahl) wurden wohlwollend aufgenommen. Intensiv und mitreisend, DAS, meine Herren vom Kasperletheater namens Dimmu Borgir, ist Black Metal. [/color][/b] haben es nicht nötig sich anzupinseln oder auf der Bühne den bösen Max zu spielen. Sie lassen einfach die Musik für sich sprechen und das ist auch gut so. Gleich weiter ging es im Zelt mit The Vision Bleak, die sich übrigens mit [/color][/b] den Drummer teilten. Schon beim mystischen Intro kam es im Publikum zu einer Wahnsinns Stimmung. Allerdings war nach 3 Songs die Luft so scheiße, das ich einfach nur an die frische Luft wollte und die pathetischen Songs mit der Zeit zumindest mir etwas auf die Nerven gingen. Auf Platte okay, aber live nicht unbedingt ein Muss. Kurze Zeltpause, denn der Mensch muss ja auch mal zur Ruhe kommen und die Augen zu machen .Während die Mädels im Zelt weiterhin Wackener Wälder zersägten stand ich Pünktlich bei Destruction wieder auf der Matte. Sänger Schmier kann, wenn er will ein echt netter Mensch sein, aber auf der Bühne kommt er mit irgendwie immer unsymphatisch rüber. Und da mir deren altbackener Thrash eh noch nie gefallen hat, machte ich mich lieber auf die Suche nach einem leckerem Beck´s Bier. Leichter gesagt als getan, immerhin musste ich „nur“ 10 Minuten auf dem Gelände beim Bierstand anstehen. Verdammt,…die Massen waren einfach unglaublich und alle wollten die nun folgenden Type O Negative sehen. Nach dem misslungenen Type O Negative Konzert in Hamburg (Peter Stahl hatte damals wohl etwas Husten und musste nach ca. 30 Minuten die Show abbrechen…) stellte ich mich auf das unerwartete ein…einfach alles hätte passieren können. Doch mit einem habe ich nicht gerechnet, das der Gig richtig gut werden würde…und das war er auch. Pete Steel war mächtig zum Scherzen aufgelegt und als sein Bass kurzfristig den Geist aufgab, übernahm Drummer John das geschehen. Er schnappte sich eine Kamera von einem Crewmitglied und filmte die Fans vor der Bühne. Abgesehen von der Tatsache, das der Meister himself derbe angetrunken war, (und nach einem Sturz von alleine nicht mehr auf die Beine kam), machte der alte Mann einen recht fitten Eindruck. So gut der Gig auch war, alle anwesenden wollten eh nur den Schmachtfetzen „Black No. 1“ hören und den gab es zum Ende auch. Die Fans auf dem Gelände sangen den Refrain lauter mit als bei Blind Guardian Songs am Vortag. Daumen hoch für Type O Negative. Wer weiß, wie oft wir noch die Gelegenheit haben werden, die Band live zu erleben? Komischerweise wurde es dann zu Immortal noch voller, als es bei Type schon war. Auch wenn es sich um eine Reunion Show handelte, konnte ich nur den Kopf schütteln. Die drei unsterblichen aus Bergen, Norwegen waren zwar zu „Lebzeiten“ sicherlich keine unbekannten, aber zu keinem Zeitpunkt trat die Band vor so einer großen Menschenmaße auf, wie eben hier in Wacken. Im Grunde ein genialer Schachzug. Wenn es mit deiner Band mal nicht mehr so gut laufen sollte, löst euch auf und kündigt 2 Jahre später eine exklusive Reunion Show in Wacken an. Dann klappt es auch mit den 60 000 Schaulustigen!Aber genug gelästert, nur die Musik zählt! Und die war im Falle der Norweger wirklich vorzüglich. Frontgaul Abbath ist zwar etwas fülliger geworden, aber sonst hatte man das Gefühl, das Immortal nie von der Bildfläche verschwunden waren. Junge, es lief mir ein kalter Schauer über den Rücken, als Abbath den Titeltrack vom fünften Album „At The Heart Of Winter“ ankündigte. Solche majestätischen und atmosphärischen Songs werden heutzutage einfach nicht mehr geschrieben und das macht die Rückkehr Immortals so wichtig. Dummerweise standen wir beim letzten Song „Blashyrkh (Mighty Ravendark) so weit von der Bühne entfernt, das wir zwar die Band (auf der Leinwand) sehen konnten, aber durch die nervigen Stromwarrior, die zeitgleich auf der Party Stage langweilten, nix hören. Dabei hat dieser Song so ein geniales, ruhiges Mittelteil! Schnief! Wie dem auch sei, Immortal are back und das ist auch gut so. Tja, Leute. Nun möchte ich eine gute Entschuldigung hören, weshalb in den letzten Jahren so viele Fans ihren ImmortalPatch von der Kutte gekratzt haben. Voll, voller, In Flames. Und das in doppelter Hinsicht. Ersten gab es bei den Schweden ein Gedränge wie bei keiner anderen Band zuvor und zweitens war deren Sänger Anders Friden lattenstramm. :beer1: Und zu allem Übel auch noch verdammt in Laberlaune. Meine Güte, was hat der Bengel bloß für einen Stuss gesabbelt. Ich möchte nicht hören, wie sehr Du doch begeistert bist, das Du noch nie vor so einer großen Menschenmenge standest. Ich möchte auch nicht hören, wie geil Du doch das Wacken Open findest und ich möchte auch erst rechtnicht hören, was Du gestern zum Mittag hattest, Herr Friden! Ich möchte nur eure Songs hören. Lustigerweise hatte Gitarist Björn von dem Gerede seines Sängers die Schnauze voll und startete alleine schon ohne Ansage in den nächsten Song.Der Gig selbst ging in Ordnung, alle wichtigen Hits („Colony“ war der Hammer!) wurden vorgetragen und zum Ende gab es Passenderweise ein imposantes Feuerwerk. Der Wacken Auftritt vor 4 Jahren hatte ich aber irgendwie geiler in Erinnerung. Allerdings freute ich mich für den Gitarristen Jesper Strömblad, der mit der unglaublichen Fanschar vor der Bühne noch einmal für seinen Auftritt mit Dimension Zero vor einer handvoll verwegener Gestallten entschädigt wurde. Das Wacken Open Air ging langsam, aber sicher dem Ende entgegen. Nur noch wenige Bands sollten spielen. Unter anderem zeitgleich Cannibal Corpse auf der Black und die Norweger von 1349auf der Wet Stage. Eigentlich. Denn im Zelt angekommen, mussten wir mit entsetzen feststellen, das die Gothic-Festival-Exoten von Unheilig grade erst auf die Bühne gegangen sind, anstatt den Platz für 1349 frei zumachen. Also standen wir vor dem Zelt und warteten. Es war schon surreal, in weiter ferne die Kannibalen auf der großen Bühne zu sehen, etwas von ihren Songs zu lauschenn und gleichzeitg den Auftritt von Unheilig zu sehen. Musikalische Toleranz hin oder her: Wacken ist ein Rock Festival und so eine billige Kreuzung von Wolfheim, Scooter für Sonderschüler und Gothic-Kitsch gehört hier einfach nicht hin. Ganz schlimm waren auch die Texte. Himmel, dagegen sind Crematory ja reine Lyrikprofessoren. Aber die Erlösung in form vom geballten norwegischen Black Metal sollte ja bald eintreffen. Also rein in die Höhle des Löwen, dreimal geschüttelt und den Auftritt von Unheilig mit einem Bier ertränkt. Bah, bah,…bitte tut euch und meinen Nerven einen Gefallen und bleibt in Zukunft von solchen Festivals fern. Ich habe gehört, das das Merá Luna Festival wie geschaffen für Eure, ähm, Musik sei. Und dort werdet ihr sicherlich nicht mit dem Fuck Finger :Stinkefinger: verabschiedet. Der Fairness halber sollte dennoch erwähnt werden, des einige Geschmacksverirrte den Gig klasse fanden und die Band (Projekt? Affenzirkus??) schön abgefeiert haben. Dann endlich, die ersehnte Norweger Invasion. Eingeleitet durch eine Feuerspuck Einlage von Drummer Frost (sonst bei Satyricon beschäftigt) begann das Inferno. Leider besitze ich nur deren aktuelles Werk „Hellfire“, aber die Songs, die ich meinte heraushören zu können, wahre eine Lehrstunde (auch wen sie nur 45 Minuten dauerte) in Sachen Black Metal. Leider war der F.C. Bayern des Black Metals, also Dimmu Borgir schon abgereist. Das hätten die mal sehen sollen, mit welcher Leidenschaft und auch hass 1349 die Songs runter gezockt haben. Drummer Frost prügelte wie ein Affe im Kühlschrank auf sein Kit ein, herrlich! Solche Auftritte machten uns den Abschied aus Wacken schwer. Und damit endete auch wieder das 18. W:O:A. Im Ganzen war es wieder einmal ein vorzügliches Festival. Verdammt gute Bandauswahl (ausgenommen vielleicht das Verbrechen namens Unheilig). Klar, es werden jedes Jahr immer mehr Besucher. Da sollten, wie oben schon erwähnt die Veranstalter wirklich im nächsten Jahr für eine Veränderung offen sein. Denn mehr geht auf diesem Gelände wirklich nicht. Trotz der katastrophalen Wetterlage vor dem Fest, ist es den Machern gelungen, dass die meisten Besucher eine Reibungslose Party feiern konnten. Mangelnden Einsatz konnte man den Verantwortlichen dieses Jahr sicherlich nicht vorwerfen. Wer u. a. Helikopter mietet, um Campingflächen trocken zulegen, hat nicht nur Kritik, sondern auch mal Lob verdient. Kritisieren möchte ich an dieser Stelle zur Abwechslung mal einige Besucher, die sich teilweise während des Festivals wie Tiere benahmen. In keinem Jahr sahen wir so viele Menschen an Biertheken, Fressbuden und an der Wasserstelle (!) pissen wie in diesem Jahr. :kotze: Sicherlich, Heavy Metal und grad Festivals sind kein Kindergeburtstag. Aber eine gewisse Zurückhaltung sollte immer gewahrt bleiben. Die WC´s waren 2007 mehr auf dem Gelände präsent als in der Vergangenheit. Auch einige Gäste, die zum ersten mal in Wacken feierten, sollten sich von den „älteren“ mal eine Scheibe abscheiden und von ihnen lernen. Stichwort brennende Zelte… Aber genug der Kritik. Grundsätzlich ging die Rechung auf, dass das Festival sich musikalisch endlich auch mal öffnet. Bands wie Turbonegro, Neaera, Heaven Shall Burn oder auch Schandmaul bringen zwar auch viele weitere Besucher, sorgen aber auch für eine gewisse Abwechslung des Festival Alltags. Ich bin schon gespannt, wie das Wacken Billing 2008 aussehen wird. In diesem Sinne: Bis zum nächsten Jahr. Pics vom Fest gibt es unter anderem auf der XXL-Rock MySpace Seite Grüsse an Jury von Nayled, dem Israelischem Loch und an die Nürnberger Fraktion. Achja: Welche Band ist die bekannteste der gesamten Welt und spielt auf jedem Festival? Genau,…Die Running Order ![]() Ganz lieb, Sven |
| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 18. Februar 2010 um 22:11 Uhr |