| Shinedown in Hamburg |
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Shinedown / Halestorm / Liberty Lies 01.02.2012 Gr. Freiheit 36, Hamburg
Laut Ticketcenter sollte der Vorverkauf sehr gut gelaufen sein, offenbar jedoch nicht so gut, dass die Galerie des Clubs geöffnet werden konnte, vielleicht lag dies auch an der wie eine Privatparty anmutenden Präsenz der Herren „Haudegen“, die von dort oben die gute Aussicht genossen. Der Innenraum jedenfalls war gut gefüllt mit einem, wie sich zeigen sollte, äußerst textsicheren Publikum. Los ging es ziemlich pünktlich um 20.00 mit den Briten Liberty Lies, die ihren Hardrock leicht nervös mit viel Posing präsentierten. Im Laufe des Sets fand dann wohl der Mischer den Fader und so dröhnte zeitweise eine sehr laute Sologitarre durch die Reihen. Die Begeisterung der Band, insbesondere des Sängers, für die reichlich mitklatschenden Hände, war sicherlich ihren noch recht jungen Lebensjahren zuzuschreiben und ihr erster Trip nach Deutschland entschuldigte die einstudiert wirkenden Fronterposen, darüber hinaus steigerten sie sich im Laufe der knapp 30 Minuten und lieferten insgesamt eine solide Leistung ab.
Gut ein Jahr hatten Shinedown pausiert, es sollte noch mehrfach an diesem Abend die Betonung darauf folgen, dass sie sich für den Touranfang nun gerade Hamburg ausgesucht hatten. Dem Publikum sollte es mehr als recht sein. Im Vergleich zu den Live-Aufnahmen der Akustik-Konzerte der „Somewhere In The Stratosphere“-DVD hatte Mastermind Brent Smith deutlich an Gewicht reduziert, sah bei mancher Beleuchtung gar etwas verhärmt aus, sein Charisma aber zeigte sich unverändert groß. Zeitweise mutete seine mimische Darstellung der Texte ein wenig scharadenartig an, eigentlich viel zu überladen, trägt doch seine grandiose Stimme fast schon im Alleingang die Songs – und das ist bei der gekonnten kompositorischen Leistung eben noch faszinierender. An dritter Stelle kam schon gleich überraschender Weise die stampfende Mitsinghymne „Devour“, das gesamte Set zeigte sich sehr ausgeglichen zwischen schnellen und ruhigeren Nummern, enthielt sowohl Titel des Ende März erscheinenden Albums „Amaryllis“ als auch der bereits erschienenen Platten, wobei hier doch klar die der 2008er „The Sound Of Madness“ überwogen. Mit vielen erheiternden Ansagen gespickt und einem exklusiven Kursus in tiefer Bauchatmung durch Brent Smith kam das Hauptset auf eine gute Stunde. Für die Zugaben ließen sich die Herren aus Florida nicht lange bitten und tatsächlich war auch das grandiose Lynyrd Skynyrd-Cover „Simple Man“ darunter – offenbar hatten sie es auf den vergangenen Touren hin und wieder vermieden zu spielen, den folgenden Protesten sich nun – nur allzu gerne – unterworfen und präsentierten eine sehr ruhige, nur mit einer Akustikgitarre begleitete Interpretation. Die Konzerte vieler Bands werden ja an dem bekannten einen Lied gemessen, ohne das ihr Publikum sie nicht gehen lassen möchte oder eben bei Nichthören sehr ungerne geht; dass es sich bei einer so außergewöhnlichen Band wie Shinedown hier noch um eine Coverversion handelt ist umso ironischer. Nach knappen 80 Minuten entließen Shinedown ein durchweg begeistertes Publikum in die frostige Nacht und nach den Liveeindrücken der neuen Songs kann man sich schon sehr auf Ende März und „Amaryllis“ freuen. Zu den Bildern glangt ihr hier Text: Julika Quickert Pix: Arne Blaschke |