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HateFest Tour 2011 (Hamburg)

hatefestHateFest - Hamburg, Markthalle (14.12.)

Am 14.12. beehrt das von Rock the Nation organisierte Hatefest die Hamburger Markthalle.  Wie stets haben sich ein paar herausragende Bands zusammengefunden und bestreiten die Tour gemeinsam. Das Hatefest 2011 besteht aus: Kataklysm, Triptykon, Marduk, Milking the Goatmachine, Azarath und Dawn of Disease. Letztere müssen leider krankheitsbedingt kurzfristig absagen, weswegen die Melodic Death Metal-ler von Lost Dreams den Slot übernehmen.

Bereits gegen 18 Uhr stehen die Tiroler von Lost Dreams auf der Bühne und geben sich alle den noch recht spärlich anwesenden Zuschauern einzuheizen. Bereits fünf Alben haben die Österreicher veröffentlicht und sind aktuell bei Twilight unter Vertrag. Lost in Dreams liefern eine energetische und spielfreudige Show bei der insbesondere Sänger Stefan Traunig alle Blicke auf sich zieht und seinen Gesang facettenreich rüberbringt. Mag es an der frühen Uhrzeit liegen oder an dem Wunsch der Zuschauer nach deftigerer und weniger melodischer Musik, die Band schafft es nicht die Zuschauer abzuholen und mit auf die Reise zu nehmen. Entsprechend füllt sich der Vorraum der Markthalle schnell wieder und die Fans genießen lieber ein kühles Bier.

Weitaus aggressiver geht es bei der nächsten Band zur Sache. Azarath aus Polen sind für viele die Überraschung dieses Events. Ihr furioser Black/Death-Metal zieht die Meute auf Anhieb in den Bann und auch ohne großartige Show und mit minimalen Ansagen wird diese Band mächtig gefeiert. Pause zum Luftschnappen gibt es bei diesem Set nicht, ohne Pause schlagen Azarath den Fans die volle Breitseite um die Ohren. Bei spärlicher Beleuchtung und nahezu unbeweglichen Bandmitglieder wird eine satanische Messe zelebriert, welche an diesem Abend ihresgleichen sucht.

Dass der Humor auch an diesem Abend nicht zu kurz kommt, zeigt sich bei den Ziegen von Milking the Goatmachine. Diese Band hasst man oder liebt man und genau das zeigt sich auch bei den Fans. Während die einen begeistert feiern, tummeln sich die anderen gelangweilt beim Bier- und am Merchstand. Nichts desto trotz liefern die Ziegen wie stets eine energetische und abwechslungsreiche Show inklusive dem obligatorischen Wolf auf der Bühne und eines mächtigen Moshpits vor selbiger. Gegen Ende hin holen sich Milking the Goatmachine einen weiblichen Fan mit ihrem mächtigen Plastikknüppel auf die Bühne und spielen Fangen mit ihr – ein schier tierisches Vergnügen! Wie stets ist der letzte Track des Sets das Cover von Sacred Reich ‚Surf Goataragua’. Spätestens jetzt ist auch beim Rest der Anwesenden kein Halten mehr und ein mächtiger Moshpit entsteht.

marduk 2Zurück zur ernsthaften Seite des Lebens geht es mit den Black Metal-lern von Marduk. Der Sound ist schon den gesamten Abend alles andere als gut, allerdings auch nicht nennenswert schlecht – Marduk jedoch leiden unter den nicht optimalen Einstellungen. Was da aus den Boxen kommt, lässt kaum Rückschlüsse auf einzelne Songtitel zu, lediglich die Fans in den ersten Reihen scheinen die Stücke gut auseinander halten zu können und gehen entsprechend mit. Angesichts der seltenen Auftritte dieser recht beliebten Black Metal-Band scheinen viele Fans mehr erwartet zu haben, denn nicht wenige enttäuschte Gesichter sind in der Menge zu sehen. Marduk selbst bekommen davon nichts mit und spielen ihr Set solide, ohne größere Vorkommnisse und nahezu ohne Ansagen, runter.

Nach dem brachialen Gedresche der vorherigen Bands wird es nun beinahe ruhig in der Markthalle. Triptykon, die Gruppe rund um Tom Warrior, dem ehemaligen Celtic Frost-Sänger, verzaubert die Anwesenden mit einer Kreation aus düsteren doomigen Riffs und Toms unverwechselbarer Stimme. Die Band scheint einen eigenen Soundmischer mitgebracht zu haben, derart klar und druckvoll kriechen die Riffs aus den Boxen. Die Zuschauer lauschen andächtig und nicht wenige bangen oder wiegen im Takt. Die verträumte und beinahe schwermütige Atmosphäre zieht die Fans in ihren Bann. Aufgrund der wenigen Zeit sparen auch Triptykon an den Ansagen, aber Tom lässt es sich nicht nehmen zu verkündigen, wie sehr er sich freut, nach so langer Zeit freut wieder in Hamburg spielen zu dürfen. Vereinzelt sind ein paar nickende Fans zu sehen, welche sich noch an die alten Celtic Frost-Zeiten erinnern, der Großteil des Publikums ist jedoch zu jung dafür.

kataklysm 5Derart verzaubert und in der düsteren Atmosphäre schwelgend, muss nun ganz schnell umgeschaltet werden, denn die Kanadier von Kataklysm haben nichts mit Doom Metal am Hut und ballern dem Hamburger Publikum eine kraftvolle Kreation ihres melodischen, aber dennoch ultraschnellen Death Metals um die Ohren. Gewohnt spielfreudig weiß Sänger Maurizio Iacono wie er mit den Fans umzugehen hat und die Markthalle verwandelt sich schnell in einen wilden Hexenkessel. Sahnehäubchen sind Stücke wie ‚The Ambassador of Pain’ oder ‚Prevail’. Etwas traurig stimmt allerdings die Ansage von Maurizio gegen Ende des Sets, als er verkündigt, dass dies der letzte Gig von Kataklysm vor einer längeren Pause sein wird. Entsprechend erwarten die Fans als Abschiedsgruss gewisse Klassiker der Band – fassungslos sind die Gesichter selbiger als diese Stücke nicht kommen. Kataklysm verabschieden sich von den Hamburgern ohne ‚Shadows and Dust’ und ohne ‚Serenity in Fire’! Nicht wenige sind trotz der guten Show und des perfekten Sounds wütend über diese Tatsache, hatte man sich doch auf die Tracks gefreut.

Entsprechend lässt man die Band etwas wehmütig von der Bühne gehen und fragt sich, wann die nächste Chance sein wird die Kanadier inklusive ihrer Klassiker live zu erleben.

Zur Bilderglerie gelangt ihr hier

Wiebke Hörmann

 
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