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Machine Head in Oberhausen
machineheadMachine Head - 30.11.2011 (Oberhausen)

An diesem kalten Mittwoch Nachmittag war die Turbinenhalle Oberhausen zum wiederholten Mal Anlaufstelle für erstklassigen Metal, doch obwohl ich mich gut durch den ruhrgebietlerischen Berufsverkehr gekämpft hatte, schien es vielen anderen Metallern nicht so gut geglückt zu sein. Der Parkplatz war ziemlich verwaist und auch in der Halle selber herrschte noch eher Leere. Naja, knappe 30 Minuten waren es ja noch bis zum Opener DARKEST HOUR...vertreiben wir uns die Zeit und schlendern zum Merchstand. Doch was meine Augen dort erblickten, ließ mich erst einmal sprachlos werden. 30 Euro für ein Tour-Shirt - ganz schön happig! Von den Kapuzenpullis und Zippern ganz zu schweigen! Egal, ich war für Fotos und Berichte hier und somit bereitete ich mich auf meinen Einsatz vor und DARKEST HOUR waren auch gleich an der Reihe. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich diese Band bis dato noch nicht auf dem Radar hatte und mir völlig unbekannt war.

DARKEST HOUR pfefferten den ersten Song „The World Engulfed In Flames" dem immer noch überschaubarem Publikum um die Ohren, wobei Sänger John Henry und Bassist Paul Burnette die Aktivposten darstellten. Der Rest der Band konnte sich auch nicht sonderlich viel bewegen, standen ihnen lediglich geschätzt ein Viertel der gesamten Bühne zur Verfügung. Im Verlauf ihres Sets nahm erfreulicher Weise die Besucherzahl zu, wodurch sich so langsam erste Moshpits bildeten. Die meisten nickten aber erst nur mit ihren Köpfen schön im Takt - man musste halt erst warm werden. Dafür wollten DARKEST HOUR sorgen und rackerten sich den Hintern ab. Es wurden ihnen auch mit zunehmendem Applaus gedankt und John Henry konnte mit ersten „Hey-Rufen" das Publikum auch mal zum Mitmachen animieren. Zum finalen „Doomsayer" klatschten dann auch noch alle im Takt mit - Publikum angeheizt, Mission erfüllt. So soll das sein!

 

Nach kurzer Pause hieß es für Dez Fafara und seine DEVILDRIVER ab auf die Bühne und uns erwartete eine gewohnt gute Performance. Über die komplette Spielzeit hinweg spornte Dez die Menge an. Die ganze Band nutzte die Bühne in ihrer gesamten Breite aus und war ständig in Bewegung. Mittlerweile war es auch deutlich voller geworden vor der Bühne und es wurde gemosht, gemosht und nochmals gemosht! Auf Kommando von Dez wurden die Pommesgabeln, Mittelfinger oder was auch immer Richtung Hallendecke gereckt. Im Verlauf des Sets bildete sich leider ein kleine Durststrecke, in der die Stimmung etwas absank. Aber durch den Übersong „Clouds over California" am Ende des Sets konnten DEVILDRIVER doch noch einmal alle Metaller aktivieren und der anschließende Applaus und die gezückten Pommesgabeln waren überwältigend.

Was nun folgte, konnte im Gegensatz nicht krasser sein. BRING ME THE HORIZON kündigten sich an und keiner wollte sie sehen. Buhrufe und Stinkefinger en masse und dazu nahezu unentwegt „Machine Fuckin Head"-Rufe - das baut keine Band auf. Aber BMTH taten offen gesagt auch wenig dafür, damit sich dies ändert. Ganz im Gegenteil. Das „Highlight" war für mich, als einer der Herren seinen nackten Hintern Richtung Publikum reckte - weniger Respekt kann man zahlenden Fans nicht zollen. OK, die meisten Anwesenden haben sich auch nicht durch Toleranz ausgezeichnet, aber Professionalität geht anders. Mir kam es stellenweise so vor, als ob die Jungs es nur auf Streit mit dem Publikum angelegt hatten. Trotz gutem Zusammenspiel und reichlich Bewegung auf der Bühne, bekamen BMTH keinen Fuß auf den Boden und gingen sang und klanglos unter. Einige wenige echte Fans waren zwar in der Turbinenhalle, die konnten durch ihre Unterstützung in Form kleiner Pits aber die Gesamtstimmung nicht pushen. BMTH wollte so gar nicht in den Abend passen und das war nicht zu übersehen und zu überhören.

Als dann Robb, Phil, Adam und Dave die Bühne unter den Klängen von „I am hell" enterten, war sich bereits an dieser Stelle jeder sicher: „Das wird heftig!" Die komplette Bühne war verdunkelt und das einzige Licht lieferten die Flammenprojektionen auf den Backdrops. Geile Atmosphäre...und dann ging es los. Von der ersten Sekunde an stand nicht nur MACHINE HEAD unter Strom, nein auch die Fans - die zuvor unentwegt mit „Machine Fuckin Head"-Rufen die vier Jungs herbeigesehnt hatten - gingen ab. Die ersten Moshpits wurden heftig zelebriert und jeder in der Halle brüllte die Lyrics mit. Viele neue Songs der aktuellen Scheibe „Unto the Locust" wurden diesen Abend präsentiert, wobei die älteren Songs und Klassiker auch nicht vernachlässigt wurden. Es war erstaunlich, wie energiegeladen MH die Songs vortrugen - keine Spur von „Tourmüdigkeit". Selbst kleinere technische Probleme (Robb stand kurzzeitig ohne Gitarre am Mikro) brachten sie nicht aus der Ruhe. Mit jedem Lied stieg ebenfalls das Energielevel im Publikum und die Mosh- und Circlepits wurden immer größer. Davon zeigte sich sogar Mr. Flynn beeindruckt und widmete sogleich „The Blood, the sweat, the tears" den Bangern und Crowdsurfern! Das große Finale bildete dann nach lautstarken Zugabe-Rufen „Halo" und das tonnenschwere „Davidian"...ein heftiges Konzert ging zu Ende!

Machine Head leben Metal und man nimmt es ihnen auch ab. Da ist nichts aufgesetzt oder Teil einer Show. Geile Band, geile Musik, immer geile Konzerte. Das musste noch gesagt werden!

Thomas Engel

Fotos vom Konzert findet ihr hier

 
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