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Kreator @ Docks, HH 01.03.2009
Geschrieben von: Sven Meier   
Dienstag, den 09. Februar 2010 um 08:35 Uhr
Kreator befinden sich seit dem ´01 erschienen „Quasi-Comeback“ „Violent Revolution“ wieder eindeutig auf Erfolgskurs. Nicht nur, dass das aktuelle Werk „Hordes Of Chaos“ weltweit in die Charts nach oben kletterte, auch die Tour mit CalibanEluveitie und Emergency Gate im Gepäck, sorgte im europäischen Ausland für volle Häuser. 
Am vergangenen Sonntag machte die Tour in Hamburg Halt und bezog Stellung im D-Club, äh, sorry, Docks. Warum die Verantwortlichen sich ausgerechnet diesen immer mehr zum Tanztempel verkommenden Schuppen ausgesucht haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Immerhin besitzt die Hansestadt mit der Markthalle und der Großen Freiheit Konzerthallen, die eine ähnliche Kapazität aufweisen und bei Weitem das coolere Personal am Start haben. Wie dem auch sei, Kreator spielen...
ja schließlich nicht alle acht Wochen in Hamburg und das letzte Konzert der Essener liegt fast auf den Tag genau vier Jahre zurück. Fast schon wehmütig dachten Rike und ich an das damalige Vorprogramm mit HateSphere, Ektomorf und Dark Tranquillity zurück…



Als wir mit einer leichten Verspätung von vielleicht 20 Minuten (der Beginn war um 19Uhr) im Docks angekommen sind, standen Emergency Gate schon auf der Bühne und kündigten ihren letzten Song an. Viel verpasst haben wir offensichtlich nicht, das hamburger Publikum spendete nach dem genannten letzten Song kaum mehr als Höflichkeitsapplaus. Während des Instrumentenabbaus kam ein Keyboard zum Vorschein und im Stillen freute ich mich wegen unserer Verspätung und dem verpassten Date mit einer Keyboard „Metal“ Band. Danke. 
www.myspace.com/emergencygateonline

Ich muss ja zugeben, dass ich von den nachfolgenden Eluveitie im Vorfelde nur die Bandpics sowie ein Promovideo gesehen hatte und mich weiterhin nicht mit den Eidgenossen beschäftigt habe. Vor dem Konzert war mir schleierhaft, wie eine (vermeintliche) Folk Metal Band im Vorprogramm der Thrasher Kreator bestehen kann ohne gnadenlos von der Bühne gepfiffen zu werden. Tja, wie kann man sich doch täuschen. Die Schweizer legten nach einer erfreulich kurzen Umbaupause los wie die Feuerwehr. Das war kein Folk-Scheiß der uns vorgesetzt wurde, nein, das war reinster Melodic Death Metal, der nicht selten an die Großtaten von Dark Tranquillity und At The Gates erinnerte. Die Drehleier und die Geige (bangende Mädels können verdammt süß aussehen!) dienten fast nur als Beiwerk und spielten sich kaum in den Vordergrund. 
Der Etatmäßige Gitarrist Ivo Henzi musste krankheitsbedingt die Tour verlassen und wurde gekonnt von den Caliban Gitarristen plus Roadie ersetzt. Allerdings sah es schon zum Schmunzeln aus, als neben der Metalfraktion von Eluveitie sich der Kinderchor, ähm, die MetalCoreler von Caliban die Klampfe in die Hände drückten. Daumen hoch für Eluveitie.
www.myspace.com/eluveitie

Folgerichtig kaufte ich mir am Shirtstand deren Alben und erhaschte einen Blick auf das Merchandise von Kreator und fühlte mich schlagartig 16 Jahre zurückversetzt. Ich glaube, dass ich zuletzt 1993 in einem Schwarz/Weiß EMP Katalog eine Jogginghose von Kreator gesehen habe und die mit Sicherheit auch von Niemanden vermisst wurde, aber anno 2009 ist wohl alles möglich und das Essener Original hat genau diese unglaublich sexy Beinkleider wieder im Angebot. Braucht man das? Ich denke nicht…

Nebenbei fiel mir auf, dass Caliban echt tolle Shirt Designs am Start haben, aber nach diesem kleinen Zugeständnis musste ich mir wieder in Erinnerung rufen, dass die Beziehung von Caliban und mir keine Gute ist, und ich auch nach dem mittlerweile sechsten oder siebten Gig der MetalCore-Giganten (hüstel…) weiterhin die Sinnfrage stelle. 
Kaum standen die fünf Schachtaffen nach dem bombastischen Intro auf der Bühne, machte auch schon der erste Circle-Pit die Runde und diverse Nasen lagen auf dem Boden. Tja, selber Schuld. Eigentlich wollte ich mir den gesamten Gig von Caliban geben, denn ich war ehrlich offen und hoffte vielleicht sogar darauf, dass der Funke endlich bei mir übersprang. Aber nöööööö… alleine schon die Affinität und die Attitüde des Sängers Andy Dörner gingen mir nach zwei Sekunden mächtig auf die Nüsse und ich suchte das Weite. Am Bierstand traf ich auf weitere verlorene Seelen, die lautstark ihre Meinung zu Caliban äußerten. Und nett war deren Meinung auch nicht, hihi.
www.myspace.com/caliban

Punkt 22Uhr legte dann die intellektuelle Speerspitze des deutschen Thrash-Metals mit tollen Sound und dem Eröffnungsduo „Hordes Of Chaos“ und „War Curse“ einen Einstieg nach Maß hin. Mille und seine Kollegen waren gut drauf und bestens eingespielt (die Tour läuft ja bereits seit einem Monat). Obwohl das Docks zwar sehr gut gefüllt aber alles andere als Ausverkauft war, hatten wir eine gute Sicht auf die Bühne und die zahlreichen, stimmungsvollen Videos und Bilder, die während der Songs auf das Backdrop projektioniert wurden. Mit „Phobia“ vom schmerzlich unterbewerteten „Outcast“-Album gab es schon nach drei Songs den ersten richtigen Hit zu hören, gefolgt von dem genialem „Enemy Of God“, bei dem das gesamte Docks den Refrain lautstark mitträllerte. 
Die Songauswahl konnte nicht besser sein: Neben den Hits vom aktuellen Chartbreaker („Destroy What Destroys You“, „Amok Run“ & „Demon Prince“) und den Titelsongs der Vorgängerscheiben konnten Kreator nichts verkehrt machen. Allerdings vermisste ich mit „Endorama“ den wahrscheinlich besten Song der Gothicphase der Essener, aber mit diesem Musikwunsch stand ich in Hamburg wohl alleine da. Nach knapp 90 Minuten war nach den traditionellen Rausschmeißern „Flag Of Hate“ und „Tormentor“ auch schon wieder Schicht im Schacht. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Kreator sowohl auf Platte als auch live immer noch ein wahrer Zungenschnalzer sind. Allerdings sollte Drummer und Old School Thrasher Ventor mal sein Haarproblem lösen. Seine Verbliebenen Zotteln sind alles andere als Sexy…
www.myspace.com/officialkreator

Kreator Setlist:

Hordes of Chaos
Warcurse
Extreme Agressions
Phobia
Voices Of The Dead
Enemy Of God
Destroy What Destroys You
Pleasure To Kill
People Of The Lie
Coma Of Souls
Violent Revolution
Terrible Certainty
Betrayer
Amok Run
Riot Of Violence
Flag of Hate
Tormentor
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 12. Februar 2010 um 19:24 Uhr
 
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