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Satyricon /Hamburg - Knust
Geschrieben von: Sven Meier   
Dienstag, den 09. Februar 2010 um 20:45 Uhr
Die Begeisterung kannte keine Grenzen, als bekannt wurde, das Satyricon nach fast 4 Jahren wieder in Hamburg spielen sollten. Keep Of Kalessin sollten auch noch als Vortuner mit am Start sein. Während andere am 11.9. lieber ne ruhige Kugel schieben, brannten wir lieber das Pentagram ab und huldigten der Mutter des Nordes.
Einige Tage vor dem Konzert schwirrten mir einige Fragen durch den Kopf: 
Ist Satyr etwa wieder etwas molliger geworden? 
Killen die Songs vom aktuellen Werk live mehr als auf der etwas blutarmen Platte? 
Welche Vorgruppe spielt denn nun? Keep Of Kalessin oder doch Dark Fortress. 
Falls ja, trägt der Dark Fortress Gitarrist etwa Nachts ein Schlümpfe-Pyjama? 
Fragen über Fragen, die im laufe des Abends geklärt werden sollten.
Bewaffnet mit deutschem Schäferhund, Stahlhelm und Fanbrille sowie (fast immer) XXL-Rike als Co-Pilotin erreichten wir nach einem stressigen Arbeitstag derdiedas Knust. 
Der Vorplatz der Halle war schon ordentlich mit Schwarzkitteln(sprich Black Metalfans) gefüllt. Es sollte also doch etwas gemütlicher werden. Warum die Bands nicht in der größeren Markthalle gespielt haben, wird wohl auf ewig ein Geheimnis der Veranstalter bleiben. 
Nach einem leckern Bierchen an der Theke wurde es aber auch schon Zeit für den Einlass.
Nach kurzem abchecken des Merchstandes (nur ein Shirtmotiv, allerdings nur für schmale 9€) standen wir auch schon vor der Bühne. Da aus den Boxen das aktuelle Album von Keep Of Kalessin(„Armarda“ ist weniger das beste Black Metal Album seit knapp 7 Jahren!!) gespielt wurde, beantwortete sich schon die Frage nach der Vorband. KOK sollten als nicht spielen, schade! Dafür halt "nur" Dark Fortress...nicht der schlechteste Ersatz.
Nach einem langen, nervigem Intro betraten Deutschlands erfolgreichste Black Metal die (verhältnismäßig kleine) Bühne des Knust. Und schon musste ich Schmunzeln: 
1. sieht Corpsepaint im Jahre 2006 einfach nur Scheiße aus und 2. sollte Gitarrist Asvargr sich mal um sein Haarproblem kümmern. An den Seiten langes Haar, aber oben nur Haut. Hat zumindest was eigenwilliges, so ein umgedrehter Iro
Der Bewegungsradius der Band war minimal, die hätten auch auf einem Bierdeckel zocken können. 08/15-mäßiges Bangen, böse gucken, Bangen und die Teufelskralle zeigen, und noch mal Bangen. Ja,ja, das können sie, die deutschen Black Metal Bands. Atmosphäre? Fehlanzeige. 
Versteht mich nicht falsch, die Band machte ihre Sache gut, nur finde ich, dass (fast) alle neuzeitlichen Black Metal Bands nur Kopien der norwegischen Originale sind. 
Und grad dann, wenn eine der wenigen Meister des Black Metals schon im Backstagebereich lauern, sollte man doch etwas mehr Einsatzfreude zeigen, oder? 
Aber gut, die Songs von den letzten beiden Alben ("Stab Wounds"&"Séance") wurden schon mal dankbar von den recht vielen Fans angenommen. 
Umbaupause = Zeit für Bier. Aber Frauen bringen ja selten Bier mit, nicht wahr, Rike, hehehe!

Dann war es endlich soweit: Satyricon aus fuckin Norwegen live on stage.
Das Intro ertönte, die Musiker schlichen auf die Bühne, der erste Song wurde angespielt und die Fans jubelten ohne ende! Alles toll also…
Überraschenderweise war der Sound recht klar und ausgeglichen, was ja nicht unbedingt typisch für das Knust ist. 
Bei „The Pentagram Burns“ blickte ich zu Rike, die mittlerweile ein merkwürdiges Glitzern in den Augen hatte, was sich später als Visuellen Orgasmus herausstellte. Anscheinend will die Dame immer noch ein Kind von Mister Satyr. Naja, daraufhin trat ich lieber die Flucht nach vorn an und verschwand in den kleinen, aber feinen Pit vor der Bühne. 
Es folgte der Opener der neuen Scheibe, „Now, Diabolical“ und der Song erwies sich als absolut Live tauglich. Erstaunlicherweise klangen alle neuen Songs live um einiges stärker, als auf Scheiblette. Hiermit nehme ich meine CD-Kritik mit einer Ausnahme zurück, denn „Delirium“ ist live als auch auf CD grottenschlecht. Bitte nie wieder in Hamburg spielen!
Fronter Satyr war an diesem Abend erstaunlich nüchtern und sabbelte dem geneigten Fan eine Frikadelle nach der anderen ans Ohr. Aber besser so, als 2004 in Wacken, als Koksnase Satyr kaum auf den Füssen stehen konnte, und das beim größten Konzert in der Geschichte von Satryricon! Aber ich schweife ab…
Von den ersten 3 Alben gab es konsequenterweise jeweils nur einen Song. Aber zumindest ignorierten Saytricon ihre Vergangenheit nicht völlig, wie einige ihrer Kollegen. Schönen Gruß an dieser Stelle an Dimmu Borigr!
Das „Rebel Extravaganza“ Album wurde mit „Supersonic Journey“ (wurde noch schneller gezockt, als auf Platte) und „A Moment Of Clarity“(warum nicht lieber „Filthgrinder“ oder noch besser, „Tied In Bronze Chains“ in voller Länge? Antwort!) abgedeckt.
Mein persönliches Highlight kam ziemlich zum Ende der Show, und zwar mit dem rock n rolligen „Fuel For Hatred“ und dem mehr als göttlichen „“Repined Bastard Nation“, welches vom mir mit ca. 125 F.I.F.T.A.P.M (Fist In The Fuckin´ Air Per Minute) abgefeiert wurde. Die Nackenschmerzen am nächsten Tag waren definitiv Hölle! 
Ach, Mensch, Bathory wurden ja auch noch mit einem Cover gehuldigt, aber fragt mich bitte nicht, wie der Song hieß…
Danach war auch schon wieder Feierabend und die Band verabschiedete sich artig(ist das noch Black Metal?) vom Publikum und wanderten in die Umkleidekabine. 
Doch halt, irgendwas fehlte ja noch. Natürlich hatten sich Satyricon ihren größten Hit bis zum Schluss aufgehoben. Nach langen Zugabe-Rufen erlöste die Band endlich die Masse, die „Mother North“ forderten. Nun gaben Band und Fans noch einmal alles. Es ist immer wieder ein Vergnügen, wenn die Melodie von mehreren hundert Leuten voller Inbrunst gesungen wird. Herrlich!
Nun wurde es aber wirklich zeit, Abschied zunehmen und Satyr bedankte sich noch recht lange am Bühnenrand bei den Fans.
Lasst Euch nicht wieder 4 Jahre zeit, bis Ihr mal wieder in die Hansestadt kommt.
Greetz to K.&D. von Heavy Hour!
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 09. Februar 2010 um 20:46 Uhr
 
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