Hatesphere in DK
Geschrieben von: Sven Meier   
Dienstag, den 09. Februar 2010 um 20:39 Uhr
Hatesphere in DK
8-5-2008 Die Reise beginnt!

Es gibt Verlockungen, denen kann man einfach nicht widerstehen. Besonders dann nicht, wenn Hatesphere in Dänemark...
auf Tour sind und die XXL-Rock Delegation die Möglichkeit hat, bei ein paar Dates dabei zu sein. Also haben Rike, HS-Superfan Jens Müller und ich nicht lange gefackelt und machten uns am 8.5. auf den Weg in den hohen Norden, um Hatesphere in ihrer Heimatstadt Aarhus und in Lyngby bei Kopenhagen zu begutachten. Als besonderer Abschluss des Trips besuchten wir am 10.5. in Hamburg Illdisposed, die zusammen mit The Burning und Urkraft (alle drei Bands kommen aus Aarhus) die zweite Variante der Dänisch Dynamite Tour veranstalteten. 
Morgens um 8.30 Uhr sollte der Trip für uns in Lüneburg beginnen. Dank einer besonderen Aktion der Deutschen Bahn konnten wir drei ganz dekadent für relativ schmales Geld in der ersten Klasse Richtung Aarhus reisen. Allerdings mussten wir in Fredericia den Zug wechseln und fuhren mit einer dänischen Bummelbahn ans Ziel. Dadurch verloren wir etwas Zeit und konnten ersten gegen 16 Uhr in Aarhus sein. Dort erwartete uns schon Allan Anderson, Hatesphere Superfan Nummer 1, der die Band seit ihren Anfangstagen begleitet und bei dem wir eine Nacht verbringen konnten. Als besonderes Highlight fuhren wir nach unserer Ankunft ins Smart´N´Hart Studio von Ex-Hatesphere Sänger Jacob Bredahl, der eng mit Allan befreundet ist und uns sogar wieder erkannte. Immerhin war dies das erste Zusammentreffen, bei dem Jacob nüchtern war. Wie auch immer, Bredahl produzierte grad eine dänische Thrash Metal Band mit dem Namen Food To Face. Das, was er uns vorspielte, knallte schon ganz ordentlich. Mal sehen, was aus denen wird.
Natürlich kamen wir auch auf den Ausstieg von Bredahl bei Hatesphere zusprechen. Er würde sich die Band erst wieder anschauen, wenn sie den Namen ändern würden. Naja, damit hat sich das Thema Reunion wohl erledigt. 
Bei Allan angekommen, staunten wir nicht schlecht, denn sein Hatesphere Zimmer (siehe Pics bei Myspace) ist der absolute Hammer. Wahrlich jedes Poster, Cover, Pics u.s.w. besitzt der gute Mann und war damit auch schon im dänischen Fernsehen zu bewundern. Crazy, der Typ. 
Nach ein bis neun Bierchen und Whisky-Cola machten wir uns auf den Weg zum Train, der zweitgrößten Konzerthalle Aarhus. Vor dem Train standen auch diverse Ex-Musiker von Hatesphere, die sich die neuen mal ansehen wollten. Immerhin sind Anders, Mikael und auch Heinz anscheinend nicht so angefressen von der jetzigen Situation und waren über das Fernbleiben von Jacob doch arg verwundert. Im Train (übrigens ein sehr netter Club, von der Größe mit der Markthalle zu vergleichen) begrüßten wir Cheffe Pepe und beglückwünschten den zukünftigen Vater. Dann aber ging es endlich los. Hatesphere betraten die Bühne mit einem Intro aus einem James Bond Streifen und stiegen drauf ein. Als ersten Songs zockten die Dänen einen neuen, noch namenlosen Song. Hm, auf Anhieb konnte mich der neue Song noch nicht begeistern. Aber spätestens bei „Murderous Intente“ hatten Hatesphere alles Griff und rissen für mich eine verdammt coole Show ab. Wie auf der Tour mit Dismember versprochen, wurden nun viele ältere Songs wie „Addicted Soul“, „Hell is here“, und dem allmächtigen „Deathtrip“ zum Besten gegeben. Fronter Joller hat sich wahrlich bestens in die Band intrigiert und geht mittlerweile sehr aus sich raus und machte ordentlich Blödsinn mit den Fans. Netterweise wurden Rike, Jens und ich von Joller dem dänischen Publikum kurz vorgestellt und er widmete uns den Song „Release The Pain“. Als Highlight des Sets kann man wieder „Sickness Within“ und den Brecher „Heaven Is Ready To Fallâ“ nennen.
Kurz vor Ende des regulären Sets wurde noch ein weiterer neuer Song ohne Namen den Fans vorgestellt. Und dieser Neuling ging bei weitem besser ins Ohr, auch wenn Joller selbst nicht mit seinen Vocals zufrieden war. Aber dieser Song macht Hoffnung auf ein weiteres, cooles Hatesphere Album, das die Jungs nun auch wahrlich gebrauchen können, um weiterhin einen guten Namen in der Szene zu haben. Nach „Only The Strongest“ war nach knapp 90 Minuten Feierabend. Komischweise herrschen in Dänemark bei Konzerten wohl andere Sitten: Als ich meine Photos machten wollte, wurde ich zweimal von der Security ermahnt, kein Blitzlicht zu benutzen. Und Stagediver werden in Dänemark auch nicht gerne gesehen. Wenn es jemand von den Fans versucht hat, mussten sie mit einem kräftigen Anschiss seitens der Security rechnen. Aber dafür war der Sound in Aarhus und auch am drauffolgenden Tag in Lyngby sehr angenehm (fast schon leise) und ausgewogen. Man hätte auch gefahrlos ohne Ohrenfilter vor der Bühne stehen können. 
Nach dem Gig dann das übliche Gelabere  und einige weitere Bierchen. Tommy von Crocell übereichte uns zwei Promos seiner Band und wir haben ihm ein Interview bei XXL-Rock versprochen. Checkt mal seine Band Crocell bei Myspace an, cooler Death Metal. Schade, dass diese Jungs noch keinen Deal haben. 


9-5-2008 Lyngby Der Absturz


Nach einem feinen Frühstück bei Allan machten Rike und ich (Jens blieb noch einen Tag in Aarhus) auf den Weg nach Lyngby, nahe Kopenhagen. Allan und Jens brachten uns zum Bahnhof und dort mussten wir feststellen, dass wir den in Deutschland gebuchten Zug auf Grund von Bauarbeiten an den Gleisen nicht nutzen konnten. Zum Glück fuhr relativ Zeitnah eine dänische Variante des Regionalzuges nach Kopenhagen. Allerdings war dieser Zug proppevoll, hielt an jeder Gieskanne und brauchte zu allem Überfluss auch noch eine Stunde länger als geplant. Naja, was macht man nicht alles für den Metal, nicht wahr?
Lyngby entpuppte sich als ein kleiner Vorort von der Hauptstadt. Das 2-Sterne Hotel war Okay, aber sicherlich keine 100 Euro wert. Nach der Nahrungsaufnahme (die Pommes Portionen im Hotel waren gigantisch!) machten wir uns auf den Weg zum Templet, dem heutigen Veranstaltungsort. Nachdem gestern das Konzert in Aarhus bereits um 19 Uhr begann, war heute der Beginn für 22 Uhr angesetzt. Das Templet entpuppte sich als ein cooler, uriger Schuppen, der sonst, wenn keine Konzerte am Start sind, wohl als Jugendclub genutzt wird. Vor der Halle liefen uns auch gleich Joller mitsamt Freundin über den Weg. Der HateSphere Fronter war sichtlich mit dem Soundcheck unzufrieden und beklagte sich über Probleme mit der Soundanlage. Nach einem kurzem „Hallo“ bei Jakob und Dennis (die beide sehr nette Freundinnen haben) hieß es auch schon Showtime für Mudslide. Bei Mudslide zupfte bis vor kurzem übrigens Joller den Bass und sah seine Ex-Combo nun zum ersten Mal vor der Bühne. Musikalisch haben die Jungs sicherlich einiges drauf und konnten das erstaunlich junge Publikum begeistern aber deren moderner Mix aus Metalcore und Thrash war nix für meine Ohren. Leider ziemlich austauschbar und gesichtslos, aber durch das coole Stageacting von Gitarrist Victor wird der Auftritt merklich aufgewertet. 
Der Vorhang öffnete sich und Hatesphere eröffneten wie in Aarhus ihre Show mit dem neuen Song, den Ihr u. a. HIER bestaunen könnt. Während des Gigs machte ich Aufnahmen von den beiden neuen Songs und leider leiden die Aufnahmen unter einer schlechten Soundqualität. 
Aber einen ersten Eindruck, was uns Anfang des nächsten Jahres in Form des ersten Longplayers der Besetzung ins Haus steht, kann man schon erhaschen. 
Die Setlist unterschied sich kaum von der gestrigen Show in Aarhus, nur wurden ca. 3 Songs weniger geschmettert. Darunter leider Gottes auch das mächtige „Only The Strongest“. Bei allen bisherigen Konzerten, die wir bislang von Hastesphere gesehen haben, wurde dieser Brecher gespielt, aber heute noch nicht mal als Zugabe. Drummer Dennis erklärte mir später, dass die Band doch wirklich mit derben Soundproblemen zu kämpfen hatte und daher einige Songs von der Setlist gestrichen wurden.
Backstage wurde nach dem Gig noch etwas gefeiert und Mixen forderte uns auf, ein dänisches Lied zum Besten zu geben. Da wir nach dem Versuch, die Zeilen zu Singen, Lachen geerntet hatten, wird uns wohl eine Karriere als Schlagersänger in Dänemark wohl auf immer und ewig verwehrt bleiben. 
Nachdem wir eine Einladung zu einer Party von Mixen (der in Kopenhagen wohnt) ausschlugen, hieß es mal wieder Abschied nehmen von Hatesphere. Auch wenn es nur 2 Tage mit der Sphere waren, Spaß hatten wir genug und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen mit den Jungs. Und wenn mich alles täuscht, hatte Rike bei der Umarmung von Pepe sogar eine Träne im Auge  Und das hier geht an Mixen: Bitte küss mich nie wieder! Mich schon:o) (kommt von Rike)
Aber die Party nahm für uns kein Ende. Die Crew vom Templet lud uns ein, weiter im Klub zu bleiben und eine kleine Party zu schmeißen. Netterweise gab es für uns Freibier, was zumindest für mich nicht sehr klug war, denn Freibier muss ja schließlich in großen Mengen konsumiert werden und das tat ich reichlich. Über den weiteren verlauf des Abends breite ich lieber den Mantel des Schweigens. Nur soviel: Ich trat den Heimweg ins Hotel gegen 6.15 Uhr an und unser Plan war, dass wir spätestens gegen 11:00h wieder in Kopenhagen sein wollten, um den Zug nach Hamburg zu erwischen. Das ich einige Male den weißen Porzellangott angebetet habe, versteht sich doch von selbst, oder? 

10-05-2008 Die Rückkehr und kranke Dänen in Hamburg

Tja, von der Reise von Kopenhagen nach Hamburg kann ich nur bruchstückhaft berichten. Anscheinend hatte ich noch nicht einmal einen Kater, sondern war immer noch sternhagelvoll wie 1000 Russen! Immerhin lernte ich so die öffentlichen Toiletten im Kopenhagener Bahnhof sowie im Zug etwas intensiver kennen – mit anderen Worten: Ich wollte nur noch sterben. Eigentlich schade, denn die Aussicht war (laut Berichten von Rike) toll und die Fährüberfahrt ein Augenöffner. Man, was freute ich mich auf das Bett im Hotel, das wir für eine Nacht in Hamburg gebucht hatten. Nach zwei wohl tuenden Stunden Schlaf traf auch Jens wieder in der Hansestadt ein und wir machten uns auf den Weg zur kleinen Markthalle. Illdisposed spielten zusammen mit Urkraft und The Burning den vorletzten Gig der Danish Dynamite Tour und was lag nähr, als einen Dänemark Trip mit dänischen Bands in Hamburg ausklingen zulassen? 
In der MaHa angekommen mussten wir erstmal verwundert feststellen, das sogar der Merchstand im kleinen Marx aufgebaut wurde und nicht wie sonst im Vorraum der großen Halle. 
Den musikalischen Anfang machten Jens´ Kumpels von The Burning. Ihr Debüt Album „Storm The Walls“ empfand ich in der heimischen Anlage immer nur als Okay, aber live entfacht der Vierer einen richtigen Sturm. Das Marx war anfangs mehr als nur spärlich gefüllt und Sänger Johnny (der unglaubliche Ähnlichkeiten zu Pop Eye aufweist) machte das einzig Richtige in dieser Situation und verausgabte sich auf der Bühne total um die Blicke auf sich und die Band zu lenken. Ständig sprang er von der Bühne und animierte die Fans persönlich zum Mitmachen. Sein Plan erwies sich als richtig und mit zunehmender Spielzeit strömten immer mehr Fans in die kleine Halle und zum Ende der Show sogar in die ersten Reihen vor der Bühne. Das sich das Hamburger Publikum immer so bitten lassen muss, unglaublich. 
Die nachfolgenden Urkraft schenkte ich mir zum Teil, denn ich konnte wieder Alkohol zu mir nehmen und machte davon an der Theke auch ausreichend gebrauch. Aber Vorsicht heißt die Mutter der Porzellankiste und ich übertrieb es nicht. Illdisposed überzeugten danach mit einer Demonstration an Stärke, Macht und einer großen Priese Humor.Death Metal muss ja nicht immer todernst dargeboten werden. Mit einem coolen neuen Album(„The Prestige“) im Gepäck und einer Menge Lust auf Metal zerlegten die Dänen das Marx. Es ist doch immer wieder ein Vergnügen, Frontschwein Bo Summer bei der Arbeit zuzusehen. Er animiert die Leute, bewegt sich fast schon spastisch und grunzt sich die Seele aus dem Leib. Dafür, dass die Dänen berühmt und berüchtigt für ihren Alkoholkonsum sind, zockten sie verdammt tight und spielsicher. Besonders Neuzugang Franz „Hellboss“ Gottschalk (Ex-Volbeat) brachte neuen Schwung in die Band und sorgte für viel Bewegung auf der Bühne. Highlights waren die „1-800 Vindication“ Kracher „Dark“ und „Now We´re History“ sowie „Weak Is Your God“ und „Like Cancer“ vom aktuellem Werk „The Prestige”. Während einer Ansage von Bo schrie unsere nicht mehr so ganz nüchterne Rike „Hold kæft!“ (was in etwa so viel heißt wie Halts Maul!) richtung Bühne und erntete verwunderte Blicke und Lachen seitens der Band. Ich ahnte schlimmes und habe mich innerlich schon von Rike verabschiedet, doch sie blieb am Leben und nach dem Konzert blieben wir mit den Bands noch etwas im Backstagebereich und tranken gutes Deutsches Bier. 
Stolz präsentiere uns Hellboss seinen kleinen Tourvorrat an grünen Rauchutensilien, die er uns auch Anbot. Aber keiner von brauchte jetzt nette Zigaretten sondern vielmehr ein Bett. Aber schlafen kann man, wenn man Tot ist und so traten wir noch einmal den Weg zum Ballroom an. Dort sollte eine kleine Aftershowparty stattfinden, aber die Bands verzogen sich recht bald wieder in den Tourbus und für die XXL-Rock Fraktion hieß es nun auch, endgültig Abschied von Sex, Drugs & Rock `N Roll zu nehmen. Zumindest für ein paar Tage, denn die Dänen Gob Squad kündigten sich für den 22.05, für ein nettes Konzert in Hamburg an und in Celle findet einen Tag später das Celle Rock City Festival mit unseren Freunden von Lay Down Rotten statt. 
Cool waren sie ja, die drei Tage. Aber auch sehr anstrengend. Aber was bleibt ist die Erkenntnis, das Zug fahren in Deutschland trotz Herrn Mehdorn einfacher ist als in Dänemark. 
Achja, und das Beste ist ja, das wir ne Menge neuer Freunde in Dänemark gefunden haben. Bis zum Nächsten Mal. 

Thanks & Hello to: Allan, Heidi & Maria, Dr. J, Tommy von Crocell, Monika (Ex- Serenia), Mudslide, Mercer, Tanja, Stine, Pips und Crew vom Templet und natürlich HateSphere!!!

We´ll be back***
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 09. Februar 2010 um 20:40 Uhr
 
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