| Aalborg Metal Festival ´08 |
| Geschrieben von: Sven Meier |
| Dienstag, den 09. Februar 2010 um 20:32 Uhr |
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Freitag, 07-11-2008 In der größeren Halle fanden die Konzerte der meist dänischen Bands statt und eines muss ich hier schon erwähnen: Sowohl die Lautstärke als auch der Sound ist in Dänemark immer ausgewogen und im erträglichen Rahmen, so auch in Aalborg. Gleich nachdem wir unsere Pässe am Einlass in Empfang genommen haben, mussten auch schon unsere Freunde von Crocell als erste Band des Tages auf die Bühne. Crocell sind uns bei unseren vorherigen Dänemarktrips irgendwie immer über den Weg gelaufen und wir haben auch schon eine Nacht bei deren Gitarristen Tommy geschlafen und nun endlich konnten wir die Band aus Aarhus auch mal live erleben. Vor knapp 150 Leuten zockten Crocell ihre Version einer gesunden Mischung des Death/Thrash Metal´s, die ordentlich nach vorne ging. Irgendwie erinnert mich deren Sound etwas an die starken Momente von Amon Amarth, aber gottlob ohne diesen Wikingerquatsch. Zwar wirkte das Stageacting der Jungs zeitweise noch etwas hüftsteif, aber Gitarrist Ken und Sänger Magnus bangten für die restlichen Bandmitglieder mit. „Behind the veil“ und „Winter is coming“ drückten schön auf die Ohren und der Wunsch steigt fast schon ins Unermessliche, die Band mal in Hamburg zu sehen.Ein Review zum Debütalbum „The God We Drowned“ werdet Ihr in den nächsten Tagen bei uns zu lesen bekommen. www.myspace.com/crocelldk Die nachfolgenden Lipid sind alte Bekannte vom Kollegen Moschkopp, die mit Gods Of Hate im vergangenen Jahr schon einmal den Ballroom zerlegt haben. Leider konnte ich mir deren Gig nur zeitweise angucken, da der Durst nach einem leckeren, dänischen Bier und das Wiedersehen mit alten sowie neuen Freunden leider auf Kosten von Lipid ging. Schade, aber manchmal muss man einfach Prioritäten setzen. Aber zumindest konnte man die Band aus Vejle auch im Freien hören und deren origineller, grooviger Thrash-Metal begeisterte auch die Raucher Schande über mich, das ich es mal wieder nicht geschafft habe, mir das Album der Jungs zu kaufen. www.myspace.com/lipidmetal Eminence aus Brasilien schenkten wir uns dann auch, um den Jungs von HateSphere „Hallo“ zu sagen. Mit dem Auftauchen von Cheffe Pepe ist zumindest der deutschen Fraktion ein Stein vom Herzen gefallen, denn der Auftritt von HateSphere stand auf Grund der anstehenden Geburt von Pepe´s Erben seiner Gitarren bis zum Schluss in Frage. Und damit bietet sich die perfekte Überleitung zur neuen Band von Ex-HateSphere Schreihals Jacob Bredahl an. Irgendwie werde ich mit Last Mile nicht so richtig warm. Dabei sind talentierte Musiker am Werk, das Stageacting geht in Ordnung und es gibt ne Menge nicht verwendeter Barcode-Riffs (ups!) zu hören. Wahrscheinlich ist es einfach nur die Tatsache, das Bredahl, den die Welt als einen der besten Frontmänner der Szene kennen gelernt hat, nun sein Talent in einer B-Klasse Hardcoreband als Gitarrenheld verschwendet und der Sänger, so nett der auch abseits der Bühne ist, wie der kleine, nicht gewollte Bruder von Olli Pocher daher kommt und mit seiner kaum vorhandenen Hardcore Attitüde nur nervt (dem stimme ich absolut nicht zu!!! Laur is ein ordentlicher Fronter/Rike). Aber wenn man die Augen schließt, können einige Songs wie „Times are changing“ (wie wahr…!) oder „Pull Through“ schon relativ begeistern und zum Beifallklatschen hinreißen. Vielleicht liegt meine Abneigung gegenüber der Band einfach nur daran, das ich nie ein Hardcore Fan war und das auch niemals sein werde. Aber die Frage bleibt nach wie vor: dafür hat Bredahl HateSphere verlassen? Na dann mal los…www.myspace.com/lastmilehc Exmortem feierten auf dem Aalborg Metal Festival ebenso wie die am drauffolgenden Tag Konkhra so etwas wie ein kleines Comeback. Bislang waren die Dänen mir nur vom Namen her ein Begriff und ich konnte mit deren Sound relativ wenig anfangen. Irgendwo in der Schnittmenge von Nile, Illdisposed und Panzerchrist fühlen sich Exmortem Zuhause, aber das ist nicht mein Zuhause (zumindest nicht in der Exmortem Variante) und irgendwie sprang der Funke auf uns nicht über. MySpace HateSphere gingen dann ohne Intro auf die Bühne und zeigten den mittlerweile ca. 500 anwesenden mit „500 Dead people“ wo der Frosch die Locken hat. Und zwar so sehr, das mir gleich zu Beginn der Show die Brille von der Nase fiel und ich mich während der nächsten drei bis vier Songs auf der Suche nach der Brille befand. Ganz toll, aber dank der HateSphereTeilzeit-Merchendiserin Louise konnte ich meine Sehhilfe recht bald wieder finden. Tak, min rød hår engel! ![]() Neben den üblichen Standart-Songs („Sickness Within“, „Coming Of Chaos“) präsentiertenHateSphere wie beim Konzert im Ballroom vor zwei Monaten drei neue Tracks, die die Vorfreude auf das neue, grad eingespielte Album ins unermessliche steigen lässt. Auch wenn ich das bislang in jedem neuerem Live Review von HateSphere behauptet habe, aber der gar-nicht-mehr-sooo-neue-Fronter Joller wächst immer mehr in seine Rolle als „Bredahl-Ersatz“ rein und lässt seinen Vorgänger fast schon in Vergessenheit geraten. Eine klasse Show vor endlich mal wieder vielen Fans! www.myspace.com/hatesphere Illdisposed konnten in der mittlerweile ordentlich gefüllten Halle dem wirklich gelungenen Gig von HateSphere sogar noch eines draufsetzen. Allerdings mit prominenter Schützenhilfe aus Aarhus: Ex-HateSphere Bass-Monster Mikael Ehlert vertrat in Aalborg den etatmäßigen Basser Jonas Kloge, der aus privaten Gründen nicht am Festival teilnehmen konnte. Es tat so gut, Ehlert mal wieder auf der Bühne zu sehen. Der Bengel hat nichts von seiner Ausstrahlung verloren und bangte wie zu seiner HateSphere-Zeit Raubsau like. Zwar konnte ich dank meiner mangelnden Dänischkenntnisse den Wortwitz von Frontschwein Bo Summers nicht verstehen, aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Highlights waren das Mächtige „Dark“ sowie neue Hits wie „Like Cancer“ und „Weak Is Your God“, die zu Recht den Headlinerstatus unterstrichen. Ich möchte noch hinzufügen, dass ich während des Illdisposed-Gigs meine Kamera ausversehen geschrottet habe und somit diesmal keine Fotos auf Myspace zu sehen sein werden. Fuck, det var en skam! www.myspace.com/illdisposed Danach wanderten wir mit Crocell noch ein wenig durch die City von Aalborg und endeten schließlich in einer netten Rock Kneipe, die bis zum Bersten gefüllt war. Dort trafen wir auf LipidSänger Søren Pedersen, der jenseits von Gut und Böse war. Aber immerhin war er in guter Gesellschaft, denn die Herren Mixen und Joller von HateSphere, die später auch den Weg in die Kneipe fanden, waren mehr als nur verstrahlt. Wer dann noch wie und vor allem wo sich das letzte Bier durch den Kopf hat gehen lassen, erspare ich Euch lieber… Samstag, 8-11-2008 Ausgeschlafen, ausgekotzt mit einem leckerem Frühstück im Bauch und einem noch leckererem Carlsberg in der Hand machten wir und am Samstagnachmittag wieder auf den Weg Richtung Stundenterhuset und verpassten leider Dødning und Oktan, die schon um 14.45Uhr bzw. 15.35Uhr auf die Bretter mussten. Na ja, von beiden Kappellen hatte ich bislang noch nix gehört und hoffe einfach mal, dass ich nichts Weltbewegendes versäumt habe. Die erste Band des Tages waren für uns dann Chaoswave aus Italien. Der Vergleich zu den Exportschlagern Lacuna Coil drängte sich förmlich auf, da auch bei Chaoswave der Wechselgesang von Mann und Frau bis zum Erbrechen zelebriert wurde, aber die Truppe aus Cagliari geht ungleich härter ins Rennen als die Gothictussen Lacuna Coil. Auch wenn ich nicht der größte Fan von solchen Bands bin, konnten Chaoswave den ca. 200 anwesenden Fans schon das ein oder andere Kopfnicken abringen. www.myspace.com/chaoswave Von ganz anderem Kaliber sind hingegen Mugshot aus Kopenhagen. Mit einer ohrenbetäubender Lautstärke gingen die Jungspunde um dem Gitarristen Victor Salomonsen, der auch bei Mudslide zockt, auf die Bühne. Der Fünfer legte los wie die Feuerwehr und zog mächtig Fans vor die Bühne. Auch wenn die Songs auf dem Debütalbum „Piercing Random Lives“ noch etwas unausgegoren klingen, live überzeugten die Songs, die ganz weit entfernt nach Soufly und Konsorten erinnern, auf ganzer Linie. www.myspace.com/mugshotdk Svartsot checkte ich nur kurz an, da zum einem der Magen nach Futter und Bier verlangte und zum anderen ich einfach keine Bands mag, die sich in Rüstungen werfen und der Meinung sind, im falschen Jahrhundert gefangen zu sein. Als sich die Musiker Backstage als verdammt nette Kerle entpuppten, die es kaum glauben konnten, dass wir extra den Weg aus Deutschland auf uns genommen haben, tat es mir fast schon wieder leid, dass ich deren Show nur ansatzweise gesehen hatte. www.myspace.com/svartsot Es folgte mit den Black Metallern Keep Of Kalessin für mich das erste richtige Highlight des Tages. Die Norweger um den ehemaligen Satyricon Live Gitarristen Obsidian C. haben mit dem aktuellem Geschoss „Kolossus“ eines der besten Extrem Metal Alben des Jahres in die Welt gesetzt und auch Live konnten die Trondheimer begeistern. Das Intro „Origin“ ertönte, Obsidian C. stürmte die Bühne und steht erstmal alleine da um das Intro mit seiner Gitarre zu begleiten. Und mit Sicherheit wollten da einige anwesende Gitarristen insgeheim ihre Klampfen verbrennen, da der Knabe an seinem Instrument einfach nur begnadet ist. Die Songauswahl war eine Mischung aus den besten Songs aus den beiden Erfolgsalben „Kolossus“ sowie „Armada“. Diese Intensität und die Musikalität trotz oder gerade wegen der nordischen Raserei ist unglaublich. Wenn es doch nur mehr Black Metal Bands geben würde, die zum Einen geniale Musiker sind und zum Anderen Songs schreiben, die trotz der technischen Raffinesse Atmosphäre ausstrahlen, würde Black Metal im Jahr 2008 wieder Spaß machen. Während des Drumsolo´s stand ich neben Dennis von HateSphere und er nuschelte mehr als nur einmal in seinen Bart, dass es „fuckin awesome“ sei. Dem braucht man nichts hinzuzufügen. MySpace „Fuckin´awesome“ ist aber auch Anders Jakobsen. Dem Knaben bei seiner Arbeit zuzugucken ist die reinste Freude. Als wenn es das leichteste der Welt wäre, verdrischt der Junge sein Drumkit, als wenn es kein Morgen geben würde. Aber auch seine Kollegen von Coldworker überzeugten mit einer gediegenen Portion Death Metal, der sowohl technisch einwandfrei ist als auch ordentlich in den Popo tritt. Herrlich! Obwohl Coldworker auf dem Billing einen relativ hohen Rang hatten, musste sich die Nachfolgeband von den leider viel zu früh von uns gegangenen Nasum mit nur knapp 300 Fans zufrieden geben. Aber die Anwesenden erlebten einen gelungen Querschnitt aus den bisherigen beiden Alben „The Contaminated Void“ und „Rotting Paradise“. Lasst uns alle hoffen, dass diese Kappelle endlich mal den Weg in unsere Breitengrade finden wird. Denn in Zeiten von Sonic Syndicate und Konsorten ist eine Band wie Coldworkerwichtiger denn je. MySpace Nach diesem Inferno ließen wir Konkhra einfach mal Konkhra sein und entspannten uns ganz dekadent backstage bei einem leckeren Bierchen. Dabei fiel mir mal wieder auf, dass dänische Musiker und deren Umfeld alles andere als wortkarg und verschlossen sind. Daran sollte sich die hamburger Musikerpolizei mal ein Beispiel nehmen… Konkhra beendeten ihre Show gegen 23Uhr und alle Leute wurden aus der Halle gebeten und die Türen wurden verschlossen. Ich nahm einfach mal an, das der Parkettboden vor dem Auftritt des Headliners Opeth noch einmal „trockengelegt“ werden musste, da es nach acht Stunden doch erheblich glatt vor der Bühne wurde. Genau kann ich es nicht sagen, weil meine Übersetzerin Louise grad nicht zugegen war. Mit über einer Stunde Verspätung betraten endlich Opeth die Bühne und zugleich wurde deutlich, dass die Fans richtig hungrig auf die Schweden waren, denn immerhin haben Opeth laut eigener Aussage seit 10 Jahren nicht mehr in Dänemark gespielt. Eröffnet wurde das Set mit „Heir Apparent“ vom aktuellen Meisterwerk „Watershed“ und die Leute vor der Bühne sind ausgerastet. Bislang konnte ich, Opeth nur auf deren Konzerte in Wacken erleben. In Aalborg hingegen konnte ich, dank der relativ niedrigen Bühne, den Keyboarder mal etwas genauer unter die Lupe nehmen. Hat die Welt schon mal einen Keyboarder gesehen, der so dermaßen am bangen war? Ich denke nicht. Weiter ging es mit „Demon Of The Fall“ und dem herrlich vertrackten „The Lotus Eater“, der es wie kein anderer Song von Opeth schafft, die Essenz der Band in einem einzigen Lied zu bündeln. Wenn Keep Of Kalessin die technische Perfektion des Festivals waren, dann waren Opeth die gefühlvollste. Nach nur knapp einer Stunde Spielzeit und ohne Zugabe war der Spuk in Aalborg schon wieder vorbei. Aber eines ist Sicher: Im nächsten Jahr sind wir wieder am Start. www.myspace.com/opeth An dieser Stelle noch mal eine fetten Gruß an: Rike, Julika & Lars! Den Organisatoren des Aalborg Metal Festivals Morten Bager, den Jungs von HateSphere, Tommy & Crocell und Svartsot, Tanja (www.targetshop.dk), Monika, Signe & Leif (www.ragnarockfashion.com), Claus André (www.diehardmetalshop.dk), und natürlich den HateSphere Fan No. 1 Allan und Louise. |
| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 09. Februar 2010 um 20:34 Uhr |